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	<title>Auf, Ihr Helden! &#187; Kolumnen</title>
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	<description>Das Magazin für Fußballzeitgeschichten rund um den KSC</description>
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		<title>Endlich – die Saison ist vorbei!</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 11:36:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalz-Kolumne vom 12. Mai 2010
Wenn man zuletzt ins Wildparkstadion ging oder sich näher mit dem Verein beschäftigte, dann gab es  nur sehr wenig, das zur Heiterkeit beitrug. So auch am vergangenen Sonntag, als der KSC endlich das letzte Spiel einer Saison austrug, die man weder in guter noch in schlechter, sondern bestebfalls in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalz-Kolumne vom 12. Mai 2010</em></p>
<p>Wenn man zuletzt ins Wildparkstadion ging oder sich näher mit dem Verein beschäftigte, dann gab es  nur sehr wenig, das zur Heiterkeit beitrug. So auch am vergangenen Sonntag, als der KSC endlich das letzte Spiel einer Saison austrug, die man weder in guter noch in schlechter, sondern bestebfalls in überhaupt keiner Erinnerung bewahren möchte und sollte. Doch immerhin eine Sache gab es, die den Menschen reihum im Stadion ein Lächeln ins Gesicht zauberte – die Durchsage der Zuschauerzahl. Diese lag stets in einer Höhe, die dem Blick ins weite Rund auch nicht mit dem größten Wohlwollen standhalten konnte. Rechnerisch mochte und mag es zwar stimmen, daß man die vor der Saison verkauften Dauerkarten als Basis nimmt und die Tageskarten einfach hinzuaddiert. Doch die Realität war stets trüber. In der nun beendeten Rückrunde waren viele Dauerkartenbesitzer schlicht zuhause geblieben, sodaß die Zahl der tatsächlich anwesenden Zuschauer für den geübten Betrachter in der Regel stets deutlich unter der genannten lag. So auch am Sonntag gegen Fürth, als die bemerkenswerte Zahl von 18.261 durchgesagt wurde. Früher, als der Kartenverkauf noch nicht derart technisiert war, war es gerade umgekehrt. Gewiß waren auch die damals genannten Besucherzahlen ein steter Quell der Heiterkeit. Aber nur, weil sie stets deutlich zu niedrig ausfielen und man sich im Geiste prächtig vorstellen konnte, wie auf der Geschäftsstelle so manche Geldbündel als eiserne Ration für diffizile Vertragsverhandlungen in einem Schuhkarton verschwanden. Abseits dieser vergangenen und aktuellen Kuriositäten wird man sich in der kommenden Saison auf mehr freie Plätze einrichten müssen, als einem lieb sein kann. Denn viele Karteninhaber, die nach dem Abstieg ihr Abonnement noch gehalten hatten, werden es in diesem Sommer nicht mehr erneuern – um somit nicht  nur deshalb ins Stadion kommen zu müssen, weil sie schon Monate zuvor bezahlt haben, sondern nur dann, wenn die Mannschaft ihnen dafür gute Gründe liefert.</p>
<p><span id="more-1541"></span></p>
<h3>Eine gute Performance?</h3>
<p>So war es auch eine gute Frage auf der Pressekonferenz, als ein Kollege an Trainer Markus Schupp die Frage richtete, welche Gründe es denn gäbe, daß sich die Leute für die nächste Saison Karten kaufen sollten. Provoziert worden war die Frage durch erstaunliche Aussagen Schupps, die mit der Realität auch bei größtem Wohlwollen nicht in Einklang zu bringen waren. Denn von „ich glaube, die Mannschaft hat heute wieder die richtige Einstellung gehabt“ über „aufgrund der Entwicklung können wir sehr, sehr stolz sein auf die Jungs“ oder „wir haben in den letzten Wochen und Monaten eine gute Performance gehabt“ bis zum Gipfel, daß dies alles „Lust auf die nächste Saison“ machen würde, zog er aus den dürren Vorstellungen und breiten Stagnationen seit dem Januar Schlüsse, die augenfällig viel zu positiv gehalten waren. Nur schade war es schließlich, daß Schupp aufgrund des alles beherrschenden Themas “Markus Miller“ vergaß, die Neugierde der Anwesenden zu befriedigen. Dabei wären alle auf die Antwort sehr gespannt gewesen. Und besonders diejenigen unter den Zuschauern, die deutlich und überall vernehmbar ihre Erleichterung zum Ausdruck brachten, daß die Spielzeit endlich vorbei sei und man nun die Mannschaft für ein paar Monate nicht mehr sehen müsse. Zwar wurde allgemein anerkannt, daß die Mannschaft an Stabilität gewonnen hat und inzwischen u.a. die lästigen späten Gegentore zu verhindern weiß oder Einsatz vieler Nachwuchsspieler. Doch der Preis – „Fußball am Rande des Unzumutbaren“ – schien vielen zu hoch zu sein. Und die absolute Pflichtaufgabe „Klassenerhalt“ als herausragend positiv zu goutieren, verbat sich von selbst.</p>
<h3>Kein Eingeständnis eines Irrtums</h3>
<p>Hierin schwang gewiß weniger die Enttäuschung darüber mit, daß man trotz einer gelungenen Wintervorbereitung nicht mehr in den Aufstiegskampf hatte eingreifen können, sondern das zu oft leblose und gleichgültige Spiel einer Mannschaft, die sich nur zu selten als eine solche präsentierte. Gut war, daß Schupp nie damit haderte, so viele Nachwuchskräfte bringen zu müssen und man somit einige hoffnungsvolle Akteure für die Zukunft kennenlernen durfte. Weniger gut hingegen, daß er mit taktischer Vorgaben und Personalien zu oft an seinen ehemaligen Vorgesetzten Huub Stevens erinnerte. Mehr Mut hätte oft nicht nur dem Punktestand geholfen, sondern wäre auch ein nach außen deutliches Zeichen gewesen, daß der KSC nach der Ära Becker wieder angreifen möchte. Ebenfalls nur schwer verständlich waren seine Schwierigkeiten mit den Technikern Gaetan Krebs und Serhat Akin, die er zu oft dem einen oder anderen Fußballarbeiter im Team opferte. Nun, vielleicht scheute er auch vor dem Eingeständnis zurück, sich gerade bei Akin in seiner ersten Bewertung und Ablehnung getäuscht zu haben.</p>
<h3>Aufbruchstimmung fehlt</h3>
<p>Alles in allem gelang es Markus Schupp bislang leider nicht, in Karlsruhe jene Art von  Aufbruchstimmung zu erzeugen, die doch so notwenig ist. Daran hätte auch das eher zufällige Erreichen einer noch besseren Plazierung als der erreichte 10. Platz nichts geändert. Im Gegenteil hätte sie auf Seiten der Verantwortlichen wohl dazu verleitet, die nicht stimmigen Tatbestände noch mehr in den Hintergrund zu rücken. Markus Schupp ist – aus vielerlei Gründen – noch nicht in Karlsruhe angekommen. Und es mehren sich die Stimmen derer, die dies auch gar nicht mehr möchten. Nach steigender Heiterkeit allerorten sieht so etwas nicht aus.</p>
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		<title>Kein Anstand, noch nicht einmal Professionalität – der KSC und der „Fall Raimund Krauth“</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 07:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalz-Kolumne vom 4. Mai 2010
Wie hier vor einiger Zeit hier bereits berichtet, geht es dem ehemaligen KSC-Spieler Raimund Krauth nicht gut. Nach einem schweren Vorfall während eines operativen Routineeingriffs im Frühjahr vergangenen Jahres liegt er weiterhin im Wachkoma und werden er und seine Familie für nicht absehbare Zeit auf Hilfe angewiesen sein. Und diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalz-Kolumne vom 4. Mai 2010</em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;">Wie hier vor einiger Zeit hier <a href="http://www.heldenmagazin.com/2010/03/16/michael-blum-und-raimund-krauth-–-vergangenheit-und-zukunft/">bereits berichtet</a>, geht es dem ehemaligen KSC-Spieler Raimund Krauth nicht gut. Nach einem schweren Vorfall während eines operativen Routineeingriffs im Frühjahr vergangenen Jahres liegt er weiterhin im Wachkoma und werden er und seine Familie für nicht absehbare Zeit auf Hilfe angewiesen sein. Und diese Hilfe kommt nun so langsam in ein Rollen, wie es noch vor einigen Monaten nicht erwartbar war. Denn die bisher einsamen Streiter um Michael Künast und das Ehepaar Ute und Wolfgang Beer haben in Rolf Dohmen und dessen Gattin Bettina Zorn wichtige Unterstützer erhalten.  Dohmen, der mit Krauth zwischen 1977 bis 1982 fast 5 Jahre in einer Mannschaft stand, engagiert sich inzwischen mit all seinen  Möglichkeiten für die gute Sache, die am 30. Juli in einem Benefiz-Spiel auf der Anlage des SVK Beiertheim ihren vorläufigen Höhepunkt finden wird.  Eigentlich näher gelegen hätte es, wenn das Spiel bei Fortuna Kirchfeld, wo Krauth zuletzt noch als Trainer der 2. Mannschaft aktiv war, stattgefunden hätte. Doch ist das neue Stadion bei der Europahalle für eine solche Großveranstaltung einfach geeigneter.</span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><span id="more-1537"></span><br />
</span></em></p>
<h3>So was hat man lange nicht geseh’n!</h3>
<p>An diesem Tag werden neben der Nationalmannschaft der Köche und dem FC Unitas (unter dessen Schirmherrschaft die Veranstaltung auch stattfinden wird) nicht nur die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht – wo Krauth 1971 seine Profi-Karriere begann –, sondern gerade auch eine KSC-Mannschaft auf und neben dem Platz stehen, die man in Karlsruhe schon lange nicht mehr gesehen hat. Bernd Hoffmann, Batze Kübler, Stephan Groß, Kalli Struth, Jürgen Kalb, Michael Harforth, Emanuel Günther, Martin Wiesner, Reinhold Fanz, Bernd Fuhr und noch viele mehr – alle haben ihr Kommen zugesagt und wird inzwischen mit bis zu 50 ehemaligen Bundesligaspielern aus Frankfurt und Karlsruhe der siebziger und frühen achtziger Jahre gerechnet. Und auf Frankfurter Seite wird es ein Wiedersehen mit „Kapazitäten“ wie Bernd Hölzenbein, Jürgen Grabowski oder Bernd „Dr. Hammer“ Nickel geben, die mit Krauth einstmals in einer Mannschaft standen. Zwar hat Hans Fux aus Stutensee bereits als Unparteiischer zugesagt, doch hält es Dohmen noch nicht einmal für ausgeschlossen, daß selbst ein Manfred Amerell kommen wird. „Das war seine Mannschaft“, merkte Dohmen jüngst bei einem Organisationstreffen an.</p>
<h3>Ein Festtag für die Fußball-Region</h3>
<p>Kurzum – es steht ein Festtag für alle Fußballnostalgiker und  Fans in der Region an. Und für diese die Gelegenheit, nur durch bloße Anwesenheit einmal Danke für die vielen tollen Stunden und Spiele im Wildpark zu sagen. Daß so etwas gerade in Karlsruhe überhaupt möglich ist, überrascht ein wenig. Denn gerade der KSC hatte sich, wenn es um die Belange einstiger Spieler ging, in den vergangenen Jahrzehnten einen derartigen Gefühlspanzer auferlegt, daß viele Ehemalige mit dem Klub nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben wollten. Um so beachtlicher ist es nun, daß die private Initiative Einzelner diese Lücke offenbar erfolgreich zu schließen vermag. Gewiß hatte man im Wildpark in den vergangenen Monaten genügend um die Ohren, sodaß man den Blick auf Chancen und Notwendigkeiten, die sich rund um die Hilfe für einen verdienten Spieler anbieten, vielleicht aus dem Blickfeld verlor. Nachdenklich stimmt allerdings, daß, wenn man sich nicht schon im vergangenen Herbst reflexartig und aus Anstand um sofortige Hilfe bemühte, es den Verantwortlichen in den vergangenen Wochen noch nicht einmal möglich war, sich zumindest aus Gründen der Öffentlichkeitswirkung an der hochrespektablen Aktion zu beteiligen. Dies wäre dann zwar noch lange nicht ehrlich, aber zumindest „professionell“ gewesen. Daß so etwas gerade einem Präsidium passiert, das unter dem Motto angetreten war, die „KSC-Familie“ zu stärken und eine effizientere Organisation der Abläufe im Verein zu gewährleisten, ist auf den ersten Blick zumindest enttäuschend. Und wer etwas länger darüber nachdenkt, ist darüber schlicht fassungslos und kommt, wie auch immer er es wendet, zu keiner nachvollziehbaren Erklärung.</p>
<h3>Kann der KSC daraus lernen? Nein, er muß!</h3>
<p>Im Verein muß man sich nun die Zeit nehmen, die Gedankenlosigkeiten rund um den Fall Krauth zu analysieren und für sich die notwendigen Schlüsse ziehen. Sie kämen zwar spät, doch zumindest seiner Zukunft zugute. Alles andere wäre unerträglich und für die Mitglieder wohl kaum noch zu tolerieren.</p>
<h4>Spendenkonto Raimund Krauth</h4>
<p>Empfänger: FC Unitas 71 KA e.V.<br />
Betreff: Benefizver. R. Krauth<br />
Bank: Sparkasse Karlsruhe<br />
BLZ: 660 501 01<br />
Kontonummer: 90 48 82 8</p>
<p>Wenn eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte einen entsprechenden Zusatz auf dem Überweisungsträger  tätigen oder eine E-Mail schreiben an   R.Krauth2010@web.de</p>
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		<title>Wo ist der Plan?</title>
		<link>http://www.heldenmagazin.com/2010/04/27/wo-ist-der-plan/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 14:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalz-Kolumne vom 26. April 2010
Wer am Freitagabend ins Wildparkstadion gekommen war, um sich nicht wie der Fan-Block selbst und die Fan-Freundschaft zu Pisa zu feiern, sondern um ein einigermaßen vernünftiges und unterhaltsames Fußballspiel zu sehen, rang nach Spielende kaum versteckt mit der Fassung. Angekündigt worden war das Treffen mit dem abgeschlagenen Tabellenletzten aus Ahlen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalz-Kolumne vom 26. April 2010</em></p>
<p>Wer am Freitagabend ins Wildparkstadion gekommen war, um sich nicht wie der Fan-Block selbst und die Fan-Freundschaft zu Pisa zu feiern, sondern um ein einigermaßen vernünftiges und unterhaltsames Fußballspiel zu sehen, rang nach Spielende kaum versteckt mit der Fassung. Angekündigt worden war das Treffen mit dem abgeschlagenen Tabellenletzten aus Ahlen von Trainer Markus Schupp damit, daß man den „Fans etwas zurückgeben“ und „ein höheres Tempo“ gehen wolle als im vorangegangenen Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock. Ziel sei es schließlich, die Zuschauer mit drei abschließenden Siegen „ein wenig“ zu versöhnen. Das jenen dann tatsächlich Vorgesetzte sprach diesem Vorhaben allerdings blanken Hohn. Gewiß, man hatte gewonnen. Doch die Art und Weise, wie dieser Erfolg zustande gekommen war, ernüchterte allenthalben oder erregte blanken Zorn.</p>
<p><span id="more-1523"></span></p>
<h3>Ahlen, nicht der FC Bayern</h3>
<p>Denn die Ausgangslage bot eigentlich alle Voraussetzungen, die Jungs im KSC-Trikot endlich einfach mal von der Leine und befreit nach vorne aufspielen zu lassen. Statt dessen wurde ein Ergebnisfußball praktiziert, den man sich vielleicht gegen Bayern München gefallen läßt, jedoch nicht gegen einen zwar bemühten, doch sicherlich nicht sonderlich starken Absteiger. Es war unfaßbar, zeitweise acht oder neun KSC-Spieler bei eigenem Ballbesitz hinter dem Ball sehen zu müssen. Daß sich nun Schupp auf der anschließenden Pressekonferenz auf das Podium hockte und betonte, daß ihm das Ergebnis  wichtiger sei als die Art und Weise, wie es denn zustande gekommen sei, ist Ausdruck einer verstörenden Phantasielosigkeit, die den Betrachter vor der Zukunft bange werden läßt. Denn der Zuschauer möchte nach zwei trüben Spielzeiten zwar nicht mit unglaubwürdigen Visionen und Versprechungen vorgeführt werden, doch zumindest einen Zipfel jener Perspektive in die Hand gegeben bekommen, als daß die gruseligen Vorstellungen auf dem Rasen künftig weniger werden und der Verein den Blick wieder nach oben richten würde können. Und dies kann nur kaum gelingen, wenn man z.B. seinen  besten Spieler – Serhat Akin – bis kurz vor Spielende auf der Bank sitzen und den Rest der Truppe sein Zerstörungswerk am schönen Fußball ungestört vollziehen läßt. So bleibt nur zu hoffen, daß es dem Trainer nur noch darum geht, diese fürchterliche Spielzeit irgendwie und sportlich unbeschadet über die Runde zu bringen, um anschließend intern wie extern mit einem ebenso faszinierenden wie überraschenden Marschallplan aufzuwarten, der einem den Glauben an eine gute Zukunft zurückgibt.</p>
<h3>Hoffnungen</h3>
<p>Allgemein ist im Wildpark viel von „Hoffnung“ die Rede, wenn es um für den Verein wichtige Entscheidungen geht. So spricht Sportdirektor Arnold Trentl von „guter Hoffnung“, wenn es um Personalfragen, und Vize-Präsident Rolf Hauer von „voller Hoffnung“, wenn es um den künftigen Hauptsponsor geht. Diese muß auch der Fan haben, wenn er vom Trainer hört, daß sich ein Timo Staffeldt in den letzten Saisonspielen für eine Verlängerung seines Vertrages empfehlen muß. Nun spielt der Kurpfälzer schon seit gefühlten 34 Jahren beim KSC und möchte man meinen, daß sein Trainer über die Dauer einer Dreiviertelsaison wohl Gelegenheiten genug gehabt habe, sich ein fundiertes Urteil über dessen Qualitäten und Perspektiven zu bilden. Ein unwürdiges Schauspiel, das sich nach dem letzten Sommer nun abermals um den kompakten Allrounder rankt. Und das Thema Hauptsponsor? Nun, in der Regel macht man Fehler nur selten zweimal. Aber beim KSC hatte man sich zuletzt wiederholt auf Kontakte der Marke „windig“ konzentriert, die allseits eher Erheiterung und Entsetzen auslösten. Kein Wunder, daß man auch hier wohl nur noch auf das Prinzip Hoffnung setzen kann. Immerhin war es der Mannschaft um Präsident Paul Metzger in den vergangenen Monaten am Ende oft gelungen, in vielen weiteren wichtigen Fragen tragfähige Lösungen zu präsentieren, sodaß man sich bei den Zauberern vom Hardtwald noch nicht gänzlich dem Defätismus hingeben muß. Ansonsten wird es in Karlsruhe bald noch weniger Gründe geben, sich selbst oder den KSC feiern zu können.</p>
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		<title>Über richtige Fans</title>
		<link>http://www.heldenmagazin.com/2010/04/08/uber-richtige-fans/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 05:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalz-Kolumne vom 6. April 2010
Nein – weder war ich in Berlin, noch habe ich mir das KSC-Spiel bei Union live im Fernsehen angeschaut. Statt dessen ging ich ins Ruder-Training. Der körperliche Verfall schreitet unaufhaltsam voran, wobei ich ihm nicht wehrlos gegenüber stehen möchte.  Also ließ sich mein temporärer Leidenschaftsentzug für den KSC prächtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalz-Kolumne vom 6. April 2010</em></p>
<p>Nein – weder war ich in Berlin, noch habe ich mir das KSC-Spiel bei Union live im Fernsehen angeschaut. Statt dessen ging ich ins Ruder-Training. Der körperliche Verfall schreitet unaufhaltsam voran, wobei ich ihm nicht wehrlos gegenüber stehen möchte.  Also ließ sich mein temporärer Leidenschaftsentzug für den KSC prächtig mit dem nützlich-angenehmen verbinden. Nach der mehrstündigen Pein zog ich mit dem Fahrrad von dannen und sah am Straßenrand ein Auto stehen, dessen Fahrer sich konzentriert der Schlußkonferenz im Radio  widmete. Schalke gegen Bayern, ein wichtiges Spiel für Fußball-Deutschland. Dennoch erlaubte ich mir  die höfliche Nachfrage, wie denn der KSC gespielt habe. Die Reaktion war ernüchternd. Kurz auflachend antwortete er, das wisse er nicht, und das Ergebnis würde in der Sendung auch bestimmt nicht durchgesagt werden. Und daß es ihn generell überhaupt nicht interessiere, mag er nur deshalb nicht nachgeschoben haben, weil er sich so schnell als möglich wieder dem Treiben in Gelsenkirchen  hingeben wollte. „Na warte“, dachte ich beim Weggehen, „Dich sehe ich jetzt schon vor mir, wie Du nach dem nächsten Bundesligaaufstieg des KSC in einer 600-Meter-Schlange vor der Geschäftsstelle um eine Karte für Spiel gegen Bayern anstehen wirst.“ Und natürlich malte ich mir im Geiste aus, der KSC-Kartenschalter-Meisterin Uschi Ötzel in jenem Moment einen Knuff in die Seite zu geben, wenn nach 6 Stunden im strömenden Regen dessen Gesicht vor ihrer Glasscheibe auftauchen und sie wie von mir zuvor instruiert die Worte sagen würde: „Ätsche-bätsch, ausverkauft!“</p>
<p><span id="more-1509"></span></p>
<h3>Keine Elite, sondern Sektierer</h3>
<p>Wobei, wenn die richtigen Fans davon hörten, daß mich das Schicksal des KSC vom vergangenen Samstag denn so überhaupt nicht interessiert habe, dann stellten sie mich im Geiste bestimmt in eben jene Schlange der Erfolgs- und Schönwetter-Fans, wie ich soeben den ignoranten Radiohörer. Zu den „richtigen“ Fans zählen hierbei laut Selbstverständnis  im besonderen die Ultras. Sie gelten als die Hundertprozentigen des Fußballs, die  für ihre Mannschaft jederzeit alles zu geben bereit sind. Und wie man spätestens durch die bekannten Ereignisse aus den vergangenen Wochen bemerken konnte, sogar mehr als das. Wie stets, wenn sich Gruppen zu sehr einer – der einen! –  Idee unterordnen, geht hierbei oftmals jedes Maß verloren und entgleitet das eingebildete Elitebewußtsein in ein Sektierertum, das den Außenstehenden frösteln läßt. Unbenommen ist, daß der Fußball die unterschiedlichsten Leidenschaften und Emotionen ausleben läßt und zu Überidentifikationen geradezu einlädt. Das war so und wird hoffentlich auch immer so bleiben. Denn ohne diese oftmals grotesken Gefühlswallungen wäre er nur ein Sport unter vielen. Und genügte für ein Spiel Schalke gegen Bayern keine Arena, sondern der Sportplatz von Alemannia Eggenstein.</p>
<h3>Es sieht albern aus</h3>
<p>Dennoch – oder gerade deshalb – sollte man sich in den deutschen Fan-Blöcken nicht so wichtig nehmen. Das Wohl und Wehe des sportlichen Ausgangs hängt gewiß nicht mit dem ermüdend eintönigen Singsang zusammen, der sich als spannungslose Dauerbeschallung über Rest-Publikum und Mannschaften entlädt. Gleiches gilt für das permanente Schwenken oder Hochalten von Fahnen und Doppelhaltern, die hinzukommend anderen auch noch die Sicht nehmen. Mit Verlaub, es sieht auch albern saus. In einer ruhigen Minute und im Vertrauen beiseite genommen sagt Ihnen jeder Spieler, daß er diesen „Support“ nur wenig wahrnimmt und er auf seine Einsatzbereitschaft keinerlei Einfluß ausübt. Dies bedeutet natürlich nicht, daß die Unterstützung von den Rängen, und zwar gerade auch von den Ultras, überflüssig sei. Sie ist wichtig und darf in all ihrer Leidenschaft nicht mehr fehlen. Aber man sollte eben daran denken, daß ein Stadion auch vorher schon kein Ort der Friedhofsruhe war und es künftig ohne die Ultras auch nie werden würde.</p>
<h3>Der Tunnelblick</h3>
<p>Unangenehm ist für alle Fußballfans zudem, daß man sich als Anhänger zweiter Klasse fühlen muß, nur weil man seiner Mannschaft nicht bedingungslos folgt und über die Fähigkeit verfügt, Spiel und Zustandekommen des Ergebnisses für sich besser reflektieren zu können. Kein Verein, keine Institution hat eine solch naive und in der Substanz kritiklose Hingabe verdient. Selbst hinsichtlich Religion, Politik und Bundeswehr hat unsere Gesellschaft diese Übereinkunft  längst erzielt. Wohin ein ideologischer Tunnelblick führen kann, läßt sich oberflächlich verallgemeinernd mit den Auto-Abfacklern von Berlin oder rechtsextremen Organisationen oder Einzelpersonen veranschaulichen. Und wird es Zeit, daß man dies auch auf Gegengeraden und in Kurven versteht. „Jungs, kommt einfach mal wieder ein bißchen runter“ – Ihr seid wie viele andere auch nur ein Teil des Spiels und dieses Vereins. KSCler gibt es viele und in vielen Facetten. Und sage keiner, daß der eine mehr wert sei als der andere.</p>
<p>Okay, eine Ausnahme gibt es: Den ignoranten Radiohörer vom Samstag.</p>
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		<title>70 Jahre Roland Schmider</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 10:21:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalz-Kolumne vom 29. März 2010
Am vergangenen Donnerstag ist der ehemalige KSC-Präsident Roland Schmider 70 Jahre alt geworden. Von 1973 bis 2000 war er dem Verein als Präsident vorgestanden und hatte diesen in all den Jahren geprägt und repräsentiert wie kein anderer vor und nach ihm. Es waren Zeiten, in denen der Bundesligafußball noch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalz-Kolumne vom 29. März 2010</em></p>
<p>Am vergangenen Donnerstag ist der ehemalige KSC-Präsident Roland Schmider 70 Jahre alt geworden. Von 1973 bis 2000 war er dem Verein als Präsident vorgestanden und hatte diesen in all den Jahren geprägt und repräsentiert wie kein anderer vor und nach ihm. Es waren Zeiten, in denen der Bundesligafußball noch nicht derart durchorganisiert war wie heute und man seinem bisweilen in Nöte geratenen Club noch auf recht unorthodoxe Weise helfen konnte. Schmider und der KSC hatten hierzu nicht selten das Bedürfnis und die Gelegenheit, da in seine Amtszeit immerhin vier Bundesligaauf- und abstiege standen. Hierbei inbegriffen waren natürlich zahlreiche Turbulenzen personeller und im besonderen wirtschaftlicher Art. Der umgängliche und leutselige Wahl-Neureuter konnte gut mit Menschen und Institutionen umgehen und wußte dieses Talent für seinen Verein auch einzusetzen. Wie oft mag man beim DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise der siebziger und achtziger Jahre ob der  dort von den Karlsruhern eingereichten Lizenzierungsunterlagen mit dem Kopf geschüttelt haben, da diese offenkundig doch eher Grimms Märchen als betriebswirtschaftlichen Lehrbüchern  entnommen zu sein schienen. Mußten seinerzeit Vereine wie der F.C. St. Pauli, Kickers Offenbach oder Rot-Weiß Oberhausen über die Klinge springen, brachte Schmider seinen Klub allerdings stets irgendwie durch. Ebenso kann man davon ausgehen, daß er mit seinem Talent z. B. die Gunst der vergangenen Jahre, als der KSC so dicht wie noch nie vor der Lösung der leidigen Stadionfrage gestanden hatte, weitaus besser genutzt hätte als sein späterer Nachfolger Hubert H. Raase.</p>
<p><span id="more-1505"></span></p>
<h3>Der eine ging zu früh, der andere zu spät</h3>
<p>In Schmiders Ägide fielen bei allem Auf und Ab natürlich auch gute Jahre, die den Verein perspektivisch weit hätten tragen können. Unvergessen im besonderen der Bundesliga-Aufstieg von 1975, als die allgemeine Euphorie den Wildpark oftmals jenseits seiner Zuschauerkapazitäten trug. Viel wurde mit den Einnahmen gewagt, und doch verloren – zwei Jahre später stieg man ebenso überraschend wie unnötig wieder ab. Auch unter Manfred Krafft schien der KSC anfangs der achtziger Jahre auf einem guten Weg, ehe dessen plötzliche Entlassung alles in Wanken brachte und man 1983 erneut abstieg. Hatte sich Schmider laut Selbstauskunft von jenem Trainer damals zu früh getrennt, tat er dies 1998 bei Winfried Schäfer viel zu spät. Schäfer hatte sich Freiheiten und Privilegien nehmen können, die angesichts der internationalen Erfolge zwar nachvollziehbar waren, den KSC jedoch sukzessive von innen zerfraßen. Auch mag der Präsident die Erfahrungen der dürren Jahre vor „Valencia“ zu rasch vergessen und verdrängt haben, um statt dessen mit Bescheidenheit ein tragfähiges und dauerhaftes Fundament zu legen. Der SC Freiburg, per se eigentlich noch heute nicht mit der Kragenweite des blau-weißen Traditionsvereines versehen, machte es im Vergleich hierzu geschickter und hat den KSC substantiell inzwischen weit überholt.</p>
<h3>Wird die Lebensleistung noch gewürdigt?</h3>
<p>Letztlich hätte man Roland Schmider in Karlsruhe den Absturz in die Regionalliga im Jahr 2000 wahrscheinlich leichter verziehen, wenn die Fallhöhen nicht so immens und die hiermit verbundenen Abfolgen an leichtsinnigen Fehlern nicht so dramatisch gewesen wären. Auch das Versagen dessen Nachfolgers Wolfgang Dietrich, der den KSC endgültig an den Rand seiner Existenzfähigkeit brachte, wurde Schmider in der umfassenden Enttäuschung gerne noch angehangen.  Und entgegen der ordentlichen Testate honoriger Leute wie Alt-Oberbürgermeister Professor Gerhardt Seiler, die Schmider eine saubere Buchhaltung belegten, schwirrten periodisch immer wieder Gerüchte durch Karlsruhe, daß sich der „ewige Präsident“ in den guten Jahren so manche Mark wieder zurückgeholt habe, die er dem KSC in den schlechten hatte zukommen lassen. Doch ganz ehrlich: Nach solch einem Absturz hätte sich selbst der liebe Gott zig Verschwörungstheorien um die Ohren hauen lassen müssen. Und generell weiß es Schmider vor allem bestimmt selbst am besten, daß so manche UEFA-Pokal-Mark hätte besser investiert werden und er nicht unbedingt eine Immobilie an den Klub hätten vermieten müssen.</p>
<h3>Herzlichen Glückwunsch!</h3>
<p>In Folge dessen tut sich der Verein in der Beurteilung der Lebensleistung seines langjährigen Präsidenten noch immer äußerst schwer und konnten sich die Mitglieder bis heute nicht zur Verleihung der  Ehrenpräsidentschaft durchringen. Wäre ihm dies wichtig? Wahrscheinlich, aber nicht unbedingt. Roland Schmider steht auch so unbenommen in der Ahnenreihe großer und langjähriger Vereinspräsidenten wie Georg Melches, Jean Löring, Achim Stocker oder Franz Böhmert. Von allen hatte er ein wenig von deren guten, aber auch der schlechten Seiten. Ebenso, wie es den Fans und Freunden des KSC in Schmiders 27 langen Jahren der Präsidentschaft nie langweilig wurde, so möge es auch dem Jubilar in seinen weiteren Lebensjahren ergehen.<br />
Herzlichen Glückwunsch!</p>
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		<title>Kasperletheater</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 11:52:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalzkolumne vom 23. März 2010
Eine runde Woche ist nun vergangen, seit das Präsidium des KSC nun schon zum wiederholten Male in dieser Saison von kräftigen Turbulenzen durchgeschüttelt wurde. Dies ist heutzutage eine lange Zeit, da nichts so alt sein kann wie die Nachricht von gestern. Und, zugegeben, man ist ob der schon nahezu konstant [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalzkolumne vom 23. März 2010</em></p>
<p>Eine runde Woche ist nun vergangen, seit das Präsidium des KSC nun schon zum wiederholten Male in dieser Saison von kräftigen Turbulenzen durchgeschüttelt wurde. Dies ist heutzutage eine lange Zeit, da nichts so alt sein kann wie die Nachricht von gestern. Und, zugegeben, man ist ob der schon nahezu konstant unappetitlichen Nachrichtenlage aus dem Wildpark arg ermüdet. Erst recht, wenn man erst seit wenigen Stunden von einer überflüssigen Reise nach Oberhausen zurückgekehrt ist. Man muß lange zurückdenken, daß einem der Spaß am Karlsruher Fußball derart verleidet worden ist. Ein am Sonntag ebenfalls im Stadion weilender Freund flüchtete bereits 10 Minuten vor Spielende mit zornesrotem Kopf von dannen, weil er die „charakterlich schlimmste“ Mannschaft seit dem Zweitligaabstieg 1999/2000 nicht mehr ertragen konnte. Er – in Oberhausen wohnend – sieht seinen Verein nicht oft spielen, und wenn doch, dann schlägt das Schicksal in der Regel erbarmungslos zu. Es gab für ihn einmal eine Phase von etwa 12 KSC-Spielen im Westen, während der er sich gerade einmal über 1 Tor freuen durfte. Geschweige denn, daß der KSC in dieser unglaublichen Serie auch nur eine Partie gewonnen hätte. Das Leben ist mitunter hart – andere Männer haben zu Hause eine böse Frau oder ein Furunkel am Hintern sitzen. Und mein Freund eben den Karlsruher SC. Das ist weiß Gott nicht schön.</p>
<p><span id="more-1470"></span></p>
<h3>Sie hatten doch nicht verstanden</h3>
<p>Abseits dieses persönlichen Dramas ist es tatsächlich sehr unbefriedigend, daß sich die  Mannschaft in dieser Saison zu oft einem Gegner geschlagen geben mußte, der zwar gewiß nicht besser, letztlich aber entscheidend mehr dazu bereit war, an seine Grenzen zu gehen. RWO wollte am Sonntag den Erfolg etwas nachdrücklicher als der Bundesliga-Absteiger, sodaß für diesen am Ende eine weiter unnötige Niederlage stand. Um so verständnisloser gerät das ganze, wenn man noch die Zitate im Sinne von „man habe verstanden“ oder „die Mannschaft weiß jetzt, wie und worum es geht“ im Kopf hat, die dem Fußballfreund noch in den Tagen vor dem Spiel im Westen übermittelt wurden.  Mal sehen, wie es um die Verständnis- und Auffassungsgabe der Profis am kommenden Samstag steht.</p>
<h3>Vielleicht das Präsidium?</h3>
<p>Auch die fortgesetzten Disharmonien innerhalb des Präsidiums irritieren. Nun erwartet man ja nicht unbedingt, daß sich die Herrschaften jeden Abend auf ein Pils treffen und die besten Freunde überhaupt sind. Aber doch sehr wohl, daß sie in der Lage sein sollten, mögliche Differenzen unter Männern beizeiten aus dem Wege räumen oder eben entsprechende Konsequenzen ziehen zu können. Daß es zum „Kasperletheater“  des vorvergangenen Wochenendes überhaupt nur kommen konnte, hatte man sich ganz alleine selbst zuzuschreiben, und nicht wie ab und an berechtigt einer besonders kritischen Presse. Unbesehen der inzwischen verlautbarten Worte der Versöhnung und des Willens zu einer besseren Zusammenarbeit darf damit gerechnet werden, daß es auch weiterhin schwierig bleiben wird. Seit der Wahl Paul Metzgers und später seiner Vizepräsidenten Rolf Hauer und Arno Glesius  hat es anfangs einige Unwuchten und Fehler gegeben, die man ohne schlechtes Gewissen unter „Anlaufschwierigkeiten“ verbuchen konnte. Doch inzwischen fröstelt man bei der nahenden Erkenntnis, daß es für die Drei in mancherlei Hinsicht nicht reichen könnte. Schnell sind einem Verein irreparable Schäden zugefügt, die man auf Jahre oder Jahrzehnte hinaus nicht mehr korrigieren kann. Der nächste Fehler könnte also nicht nur für das aktuelle  Präsidium, sondern gerade auch für den KSC der letzte und entscheidende sein.</p>
<h3>Keine Diskussion</h3>
<p>Als ein solcher muß schließlich die Aktion eines öffentlich noch nicht bekannten Mitgliedes des Ehrenrates bezeichnet werden. Dieser Herr hatte  das an den Ehrenrat gerichtete Schreiben von Hauer und Glesius noch vor dem Anpfiff des Spieles gegen Augsburg in Kopien im Presseraum zirkulieren lassen. Es ist noch nicht einmal diskutabel, daß dieser Herr schnellstens aus dem Verein ausgeschlossen gehört. Eine unglaubliche, mit nichts zu entschuldigende Entgleisung, die wie keine andere für Niedertracht und Niedergang eines doch solch stolzen Vereins steht. Es wäre zu oberflächlich und allgemein, wenn man sich auf die Floskel „ein Verein zerstört sich selbst“ zurückzöge. Denn hinter den Taten stehen immer Menschen, die Wissens und Willens darüber sind, was sie tun.</p>
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		<title>Michael Blum und Raimund Krauth – Vergangenheit und Zukunft</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 05:58:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalzkolumne vom 16. März 2010
Der KSC und sein junger Verteidiger Michael Blum ringen gerade um eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit. Es wogt hin und her, mal verkündet eine Seite das Aus der Verhandlungen, oder die andere eine nur kurz bevorstehende Einigung. Unter der  Hand munkelt man, daß sich das Angebot des Vereins auf monatlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalzkolumne vom 16. März 2010</em></p>
<p>Der KSC und sein junger Verteidiger Michael Blum ringen gerade um eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit. Es wogt hin und her, mal verkündet eine Seite das Aus der Verhandlungen, oder die andere eine nur kurz bevorstehende Einigung. Unter der  Hand munkelt man, daß sich das Angebot des Vereins auf monatlich 8.000 Euro belaufe, während sich der Spieler und sein Berater gerne das doppelte dieser Summe erhoffen. Die Arbeitsnachweise des talentierten Rheinländers sind bislang ordentlich, auch darf er sich aufgrund seiner stets vorhandenen Einsatzfreude über die breite Sympathie des Publikums freuen. Ob er allerdings grundsätzlich die im Raume stehenden Beträge wert ist, entzieht sich der Kenntnis des Betrachters, da diesem die Vergleichwerte zu anderen Spielern seiner Kategorie fehlen. Daher kann man auch nicht verbindlich urteilen, ob der KSC gerade versucht, einen jungen Mann vertragspolitisch über den Tisch zu ziehen oder jener bereits angefangen hat, in luftigsten Höhen  traumzuwandeln. Unangenehm sind solch öffentlich ausgetragenen Dispute allerdings für beide Seiten. So steht der KSC in einem heftigen Konkurrenzkampf um junge Nachwuchsspieler, auf die er aus Image- und besonders Kostengründen so sehr angewiesen ist. Da ist es nicht gut, sollte sich herumsprechen, daß man junge Spieler finanziell auszunutzen versucht. Und Blum selbst könnte schnell das Schildchen „Raffzahn“ umgehängt bekommen. Besser wäre also tatsächlich, daß Verhandlungsinhalte von beiden Seiten intern behandelt werden sollten.</p>
<p><span id="more-1449"></span></p>
<h3>Charly Körbel hilft!</h3>
<p>Dafür pflegt man eine solche Vertraulichkeit leider an völlig anderen Stellen. Im April vergangenen Jahres fiel der ehemalige KSC-Stürmer Raimund Krauth in Folge eines Infarktes während eines Routineeingriffs am Knie ins Wachkoma (mehr über Raimund Krauth lesen Sie in der aktuellen Ausgabe HELDEN!  Nr. 17). Eine menschliche Tragödie, die bewegt. Ute Beer, die Ex-Gattin des früheren Kulttorwarts Rudi Wimmer, hat sich nun gemeinsam mit dem ehemaligen KSC-Spieler Michael Künast der Sache angenommen. Für den Juli ist den beiden nun ein Benefizspiel gegen die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht geplant, um die Familie gerade auch finanziell zu unterstützen. Karl-Heinz Körbel, der zwischen 1972 und 74 gemeinsam mit Krauth seine Karriere im Waldstadion begonnen hatte und heute u.a. auch für die Traditionself der Hessen zuständig ist, hat Hilfe und Kommen sofort zugesagt.  Im Wildpark nimmt man hierzu noch die Rolle des Beobachters ein und harrt der Anfragen, die in diesem Zusammenhang auf ihn zukommen werden. Daß man sich satte 9 Monate nach dem schlimmen Ereignis um den einstigen Stürmerstar noch immer so wenig initiativ zeigt, ist einerseits nachvollziehbar, wenn man die mangelhaften Zeit- uhnd Personalressourcen auf der Geschäftsstelle in Betracht zieht. Und dennoch – nicht  auszudenken, was ein Uli Hoeness in einem vergleichbaren Falle zur Soforthilfe nicht schon alles auf die Beine gestellt hätte.</p>
<h3>Einer hätte Zeit</h3>
<p>Hierzu ein Gedanke – mit Rolf Dohmen stand noch bis in den Dezember hinein ein ehemaliger Mitspieler Krauths beim KSC in verantwortlicher Position. Es wäre daher schön,  wenn der inzwischen freigestellte – aber noch immer vom KSC bezahlte – Rheinländer spätestens jetzt seine gewiß vorhandenen Freizeiten und Energien in die Hilfe für die Familie Krauth investieren könnte.</p>
<h3>Nach der Karriere muß es weitergehen</h3>
<p>Raimund Krauth hat sich nach seiner Karriere sehr schwer getan, einen Platz im Leben zu finden. Er war das Fußballkind einer Zeit, in der die heutige Professionalität im Umgang mit dem eigenen Körper noch nicht so bekannt und erforderlich war. Er ist hierbei beileibe kein Einzelfall und gibt es weitere ehemalige KSC-Größen, denen ein spartanischer Umgang mit Genußmitteln gewiß nicht nachgesagt werden konnte und denen es daher heute nicht mehr so gut geht. Daß sich das spätere Leben ehemaliger Fußballprofis nach dem Abpfiff der Laufbahn zwangsläufig nicht so erfolgreich gestaltet wie ihre Karriere, weiß man natürlich auch linksrheinisch beim FCK. Ernst Diehl, der einstmals in den Siebzigern resolute Defensivspieler der Pfälzer, oder auch Rainer Geye, der zu früh verstorbene Protagonist der Wiedergeburt des FCK aus der ersten Feldkamp-Ära, mögen hierfür Beispiele sein. Wie im Falle Michael Blums sind Verein und Spieler über mehrere Jahre enge Partner und auf einander angewiesen.  Der Klub bezahlt sie und zieht über ihre Popularität viele Synergien auf seine Seite. Schön wäre es daher, wenn man sich hierfür auch Jahre später noch erkenntlich zeigte. Zumal es hierzu nur wenig Geld, sondern einfach nur etwas guten Willen  und etwas Phantasie benötigte.</p>
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		<title>Macht und Spiele</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 18:35:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalzkolumne vom 9. März 2010
Diese Kolumne entstand nur wenige Stunden vor dem Spiel des KSC bei Arminia Bielefeld. Und da eine ordentliche Zeitung nun einmal nicht die grenzenlose Zeitfreiheit des Internets besitzt, kann es passieren, daß Sie hier etwas über den KSC lesen, das zum Zeitpunkt Ihrer Lektüre schon wieder barer Unsinn sein könnte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalzkolumne vom 9. März 2010</em></p>
<p>Diese Kolumne entstand nur wenige Stunden vor dem Spiel des KSC bei Arminia Bielefeld. Und da eine ordentliche Zeitung nun einmal nicht die grenzenlose Zeitfreiheit des Internets besitzt, kann es passieren, daß Sie hier etwas über den KSC lesen, das zum Zeitpunkt Ihrer Lektüre schon wieder barer Unsinn sein könnte. Andererseits gibt es aber auch Dinge, an derer Betrachtensweise auch die 90 Minuten in Ostwestfalen nichts werden ändern können. Und hierzu gehören unter anderem Gedanken über den richtigen Gebrauch von Macht und Einfluß. Journalisten und Inhaber wichtiger öffentlicher Ämter und Positionen verfügen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, über eine solche „Macht“. Äußerst irritierend ist es daher stets, wenn man festzustellen meint, wie unbedacht, rücksichtslos oder deren Inhaber überfordernd diese eingesetzt werden kann. Nehmen wir doch einmal den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Dr. Theo Zwanziger, sowie seinen einstmaligen Schiedsrichteraufseher Manfred Amerell. Unbesehen dessen, was – und ob überhaupt – der ehemalige Geschäftsführer des KSC denn nun tatsächlich mit seiner Entscheidungsgewalt über junge Schiedsrichter angestellt hat, ist es verstörend, wie Amerell auf den Verlust von Einfluß und öffentlicher Reputation reagiert. Jeder, dessen der Oberschwabe habhaft werden kann und wird, darf sich darauf einstellen, daß sein Leben künftig ein anderes sein wird. Geradezu alttestamentarisch wirken sein verletzter Stolz und Zorn – und desavouiert ihn daher fast schon mehr, als jedwede sich herausstellende Unregelmäßigkeit in seinem Amt es hätte tun  können. Als ähnlich ungenügend offenbarten sich in den vergangenen Wochen die Fähigkeiten Dr. Zwanzigers, menschenkundlich und intellektuell seinem wichtigen Amt gerecht zu werden. Ohne auch nur näher mit der Materie befaßt zu sein ist es ersichtlich, daß es dem DFB-Präsidenten in nur wenigen Tagen gelungen ist, mehrere Existenzen zu ruinieren. Und spätestens jetzt ist es ein Rätsel, wie jemand wie er zu seinem wichtigen Amt kam.</p>
<p><span id="more-1442"></span></p>
<h3>Manndeckung im Strafraum</h3>
<p>Über das Manndeckungsverhalten Amerells läßt sich auch eine Brücke zum KSC schlagen.  Auf der Pressekonferenz zum Bielefeld-Spiel am vergangenen Freitag wurde Trainer Markus Schupp mit einigen Vorwürfen konfrontiert, die zuletzt vornehmlich im Fachblatt „Kicker“ zu lesen waren. Es ist nicht bekannt, was Schupp dem betreffenden Journalisten jemals auch nur getan haben könnte, auf daß dieser ihn nun in einer für diese Zeitschrift völlig unüblichen Weise verfolgen zu müssen glaubt. Der Trainer benötigte letztlich nur ein paar Sätze zu Grundsätzen des Abwehrverhaltens – Stichwort Manndeckung – im eigenen Strafraum, um seinen Verfolger fachlich zu demontieren. Nun, üblicherweise verzichten Journalisten darauf, sich in Kollegenschelte zu üben. Doch was man in den vergangenen Monaten schwarz auf weiß in Karlsruhe zu lesen bekam, war bisweilen äußerst unappetitlich und weit am sportlichen Erkenntnisinteresse vorbeigehend. Als ob man sachlich nicht genügend Ansatzpunkte gehabt hätte, wurde zum Beispiel der Präsident als Trunkenbold und einer seiner Vertreter als Idiot denunziert. Und was sich der sportliche Leiter Arnold Trentl gedacht haben mag, einen seinen Spieler – den er nicht nur teuer verkaufen will, sondern auch muß – als Colasaufenden Kettenraucher bloßzustellen, bleibt sein Geheimnis. Keines ist aber auch hier, daß er mit seiner wissenden Macht weitaus sorgfältiger umgehen sollte.</p>
<p>Und, ach ja: Wenn Sie dies hier lesen, wird der KSC in Bielefeld knapp gewonnen haben. Das hoffe ich mit aller Macht zu wissen.</p>
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		<title>Ein gefühlter Abstieg</title>
		<link>http://www.heldenmagazin.com/2010/03/05/ein-gefuhlter-abstieg/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 13:33:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rheinpfalz-Kolumne vom 2. März 2010
Soviel vorweg: Der FCK hat am Sonntag in Karlsruhe verdient gewonnen. Daher hielt und hält sich der badische Gram gegenüber den Pfälzer Gästen doch in Grenzen. Manch einer wird über den bevorstehenden Bundesliga-Aufstieg des alten Rivalen sogar noch nicht einmal böse sein, da man in diesem Falle die rotgewandete Flut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Rheinpfalz-Kolumne vom 2. März 2010</em></p>
<p>Soviel vorweg: Der FCK hat am Sonntag in Karlsruhe verdient gewonnen. Daher hielt und hält sich der badische Gram gegenüber den Pfälzer Gästen doch in Grenzen. Manch einer wird über den bevorstehenden Bundesliga-Aufstieg des alten Rivalen sogar noch nicht einmal böse sein, da man in diesem Falle die rotgewandete Flut den Wildpark so bald nicht wieder überschwemmen sehen müßte. Viel mehr getroffen sein wird man hingegen von der erneut sehr schwachen Leistung des KSC. Und der Zorn mag sich hernach sogar noch gesteigert haben, als sich die sportliche Leitung nicht zu schade dafür war, die eher zufällige Pausenführung noch als Beleg dafür herzunehmen, daß man doch eigentlich lange Zeit recht passabel gespielt und mitgehalten habe. Unsinn! Der FCK hatte die ersten 45 Minuten schlicht verschlafen und mehr die Wetterkapriolen genossen, als sich mit dem Spiel zu beschäftigen. Sobald er nach der Halbzeit ein wenig anzuziehen begann, war es um das Karlsruher Kartenhäuschen geschehen gewesen.</p>
<p><span id="more-1434"></span></p>
<h3>Nur weg von hier!</h3>
<p>Schon vor der Begegnung hatte man niemanden getroffen, der auf einen Sieg des KSC hätte setzen mögen. Noch nicht einmal der Stolz des blau-weißen Anhangs war also groß genug, um der eigenen Mannschaft ein würdiges Derby-Auftreten zuzugestehen. Zumal so mancher den Parolen vom „Spiel des Jahres“ und von Spielern, die sich der Bedeutung des Spiels bewußt sein, aus gutem Grunde mißtraute: Denn das bedeutungsreiche aber blutarme Heimspiel gegen den VfB Stuttgart aus dem Frühjahr des vergangenen Jahres werden viele nicht vergessen haben. Und angesichts der Tatsache, daß sich Charakter und Auftreten der Mannschaft seither nicht verbessert haben, war die Skepsis nicht nur angebracht, sondern leider auch berechtigt. Nein, so recht identifizieren mag sich niemand mehr mit dieser Truppe, die seit Wochen nicht anders auftritt wie ein Absteiger. Noch hat der KSC 5 Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz und den (noch) nur wenig energisch nachsetzenden Konkurrenten, sodaß es nicht ausgeschlossen ist, daß es am Ende zum Klassenerhalt reichen kann. Auch sich die Hauptverantwortlichen auf dem Rasen so gar nicht darum zu bemühen scheinen. Aber auch im Falle einer sportlichen Qualifikation für ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga wird am Ende das Gefühl eines 2. Abstieges in Folge bleiben. Zu viel Kredit wurde verspielt – und den zurückzuholen, wird viel Arbeit kosten.</p>
<h3>Ratlos und überfordert</h3>
<p>Auch Markus Schupp, so weit darf und muß man zum jetzigen Zeitpunkt gehen, hat den sich seit 2 Jahren hinziehenden Verfall der Mannschaft nicht aufhalten können und wirkt öffentlich derzeit ebenso ratlos wie überfordert. Es bleibt momentan nur zu hoffen, daß er mannschaftsintern weitaus direkter und entschlossener wirkt. Und zwar ebenso sehr wie die Fans am Sonntagnachmittag. Denn mit Ende der trostlosen Veranstaltung ließen sich die Zuschauer in ihrer Hast, den Ort des Grauens schnellstmöglich zu verlassen, noch nicht einmal von dem durch den Hardtwald fegenden Sturm abhalten.</p>
<h3>Ärgerlich und unnötig</h3>
<p>Daß das Spiel überhaupt stattgefunden hatte, war angesichts der Wettervorhersagen ohnehin überraschend. Denn das Wildparkstadion – soviel sollte eigentlich bekannt sein – ist nicht erst vor 14 Tagen in ein geschlossenes Waldgebiet gebeamt worden, sondern steht schon seit fast 90 Jahren an diesem Ort. Und daß das angekündigte Sturmtief just am Rhein haltmachen würde, hätte man noch nicht einmal damals geglaubt, als der Westwall noch stand. Nicht zum ersten Mal in der jüngeren Vergangenheit tat man sich am Wochenende in Karlsruhe also offenbar schwer, die Gefahrenlage weniger am Spielplan als an der Gesundheit der Zuschauer auszurichten. Noch einmal ist es einigermaßen gut gegangen, wobei 2 verletzte Polizisten sowie zahlreiche demolierte Autos schon ärgerlich und unnötig genug sind.</p>
<h3>Häme ist nicht angebracht</h3>
<p>In diese Kategorie gehören allerdings auch die Gesänge der Gästefans, die sich angesichts der Umstände lauthals über die „Bruchbude Karlsruhe“ ausließen. „Gemach, ihr lustigen Brüder!“, mochte man ihnen zurufen. Sind doch die auf den Rasen des Betzenbergs segelnden und einen Ordner treffenden Tribünendachteile noch in guter Erinnerung. Auch hat man sich in Karlsruhe nicht von Stadt und Land ein Stadion finanzieren lassen, das man sich hernach schlicht nicht mehr leisten kann. Der KSC war und ist ein armer Verein, der mit den Gegebenheiten, die ihm zur Verfügung gestellt werden, auskommen muß. Die Häme der FCKler ist also gewiß nicht angebracht, wenn das eigene Selbstbewußtsein nur auf  Pump basiert.</p>
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		<title>Die arbeitsscheue Bagage</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 07:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Rheinpfalz-Kolumne vom 23. Februar 2010
Gerd Kleppinger strahlte nach dem Spiel wie das legendäre Honigkuchenpferd. Der ehemalige KSC-Verteidiger (1982-84) ist heute unter dem einstmals ebenfalls das KSC-Trikot tragenden Hans-Jürgen Boysen (1980-85) Co-Trainer des FSV Frankfurt und war nach dem Abpfiff des sonntäglichen Spiels einfach nur erleichtert. „Wir brauchen die Punkte nötiger als ihr“, sagte er mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rheinpfalz-Kolumne vom 23. Februar 2010</em></p>
<p>Gerd Kleppinger strahlte nach dem Spiel wie das legendäre Honigkuchenpferd. Der ehemalige KSC-Verteidiger (1982-84) ist heute unter dem einstmals ebenfalls das KSC-Trikot tragenden Hans-Jürgen Boysen (1980-85) Co-Trainer des FSV Frankfurt und war nach dem Abpfiff des sonntäglichen Spiels einfach nur erleichtert. „Wir brauchen die Punkte nötiger als ihr“, sagte er mir fest auf die Schulter klopfend und sogleich hinterherschiebend, daß der ganze Spieltag für seine Mannschaft gelaufen sei. Meine mitten in seine Euphorie hinein gehauchte Frage nach der Befindlichkeit des KSC nahm er soweit nicht ernst und versicherte er, daß dieser ganz bestimmt nicht in den Abstiegskampf hineinrutschen werde. Na, wenn er sich da mal nicht täuscht. Oder man unterstellt ihm eine erstaunliche Kenntnis der deutschen Semantik und deutet seine Antwort so, daß der KSC mit Existenzängsten nur deshalb nichts zu tun haben werde, weil er nämlich schon mittendrin steckt.</p>
<p><span id="more-1422"></span></p>
<h3>Keine Fraternisierung mit Markus Schupp</h3>
<p>Einerlei. Man sollte auf die guten Wünsche der Konkurrenten ohnehin nichts geben. Alles Taktik. So habe ich binnen eines halben Jahres den äußerst höflichen Trainer des SC Paderborn, André Schubert, zweimal auf der Pressekonferenz nach einem KSC-Spiel gesehen. Und beide Male versicherte er glaubhaft und mit sanftestem Augenaufschlag, daß der KSC bestimmt schon bald besser spielen und den Blick wieder nach oben richten werde. Beim ersten Mal saß noch Ede Becker neben ihm, vor ein paar Wochen war es Markus Schupp. Inzwischen mag es viele KSC-Fans geben, die es bedauern, daß man während einer Spielzeit nur zweimal gegeneinander spielt. Denn sie hätten wohl nichts dagegen, wenn Herr Schubert bald neben einem weiteren KSC-Trainer Platz nähme. Ja, der Frust ist groß beim badischen Anhang. Als der Trainer Mitte der 2. Halbzeit auf die Tribüne verwiesen wurde und sich hierbei als etwas zickig erwies, reagierte der KSC-Block so ganz anders, wie man es ansonsten gewohnt ist. Die Fraternisierung mit einem der Ihren blieb aus und wurde ihm mit Kraftausdrücken bedeutet, jetzt doch endlich den Anweisungen der Unparteiischen zu folgen.</p>
<h3>Der Kader hat mehr Möglichkeiten</h3>
<p>Zweifellos stecken Trainer und Mannschaft seit der Winterpause in einem Tief, das man zuvor schon hinter sich glaubte. Weshalb es nun derart hängt, kann oberflächlich und von außen nicht bewertet werden. Wenn man nur nach dem wöchentlichen Augenschein geht, dann fällt die aktuelle Bewertung allerdings verheerend aus und kann man froh sein, daß Ahlen, Koblenz und Frankfurt in der Vorrunde so weit unter dem Niveau der Liga geblieben sind. Selbst dafür, daß man erhebliche Verletzungsausfälle und hieraus folgend auch häufige Umstellungen zu verzeichnen hatte, sind die gezeigten Leistungen nicht zu erklären und bleiben sie unter den Möglichkeiten, die der Kader bietet. Lägen die Gründe für die Krise in Mißstimmungen begründet, so wäre dies äußerst ungünstig. Zumal sich die Zuschauer den Absturz gewiß nicht mehr lange bieten lassen werden.</p>
<h3>Frisch geduscht zum Kampf</h3>
<p>In sehr großer Zahl waren die Fans an den Bornheimer Hang gepilgert und hatten dann, nachdem sie sich durch den Schlamm gekämpft hatten, mit  ansehen müssen, daß ihre Mannschaft noch immer nicht zu wissen scheint, wo sie mittlerweile angekommen ist. Nach dem Spiel versuchte dann wohl Präsident Paul Metzger, im noch hinter der Tribüne stehenden Bus den Spielern Denkanstöße zu geben. Zeugen der befremdlichen Situation vermerkten hierbei weitaus aktiveren Widerstand unter den kickenden Angestellten, als sie noch kurz zuvor auf dem grünen Rasen gezeigt hatten. Dabei hätte es für sie noch schlimmer kommen können. Viele Karlsruher hatten den Service des Wochenend-Tickets der Bahn genutzt und waren mit Regionalzügen angereist. Es gab mal Trainer, die hätten den Mannschaftsbus nur mit dem Zeugwart zurückfahren und die frisch geduschte Bagage zum Bahnhof schicken lassen. Man ist überzeugt davon, daß die arbeitsscheuen Fußballtechniker spätestens in einem mit Fans vollgestopften Bummelzug das Kämpfen endlich gelernt hätten. Bis zum kommenden Sonntag, wenn der FCK in den Wildpark kommt, sollten sie es auf jeden Fall verstanden haben. Aber wenn nicht, dann müßte man sich wenigstens nicht mehr die Mühe machen, Gerd Kleppingers Worte interpretieren zu müssen. Ein Blick auf die Tabelle würde genügen.</p>
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