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	<title>Auf, Ihr Helden! &#187; Fußball-Gespräche</title>
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	<description>Das Magazin für Fußballzeitgeschichten rund um den KSC</description>
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		<title>„Dann wäre ich hier fehl am Platz&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 07:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Rund um den KSC]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Interview mit Godfried Aduobe, Schirmherr der Benefiz-Radtour von Conny Kluge.
Godfried Aduobe ist kaum wiederzuerkennen. Im privaten Kreis, auf der Terrasse seines Freundes Conny Kluge in Wörth, erlebt man einen gänzlich ungezwungenen, heiteren  Mann, der mit dem „offiziellen&#8221; Fußballspieler nur noch wenig zu tun hat. Erst kürzlich war im Kicker treffend formuliert worden, daß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Interview mit Godfried Aduobe, Schirmherr der Benefiz-Radtour von Conny Kluge.</strong></p>
<p>Godfried Aduobe ist kaum wiederzuerkennen. Im privaten Kreis, auf der Terrasse seines Freundes Conny Kluge in Wörth, erlebt man einen gänzlich ungezwungenen, heiteren  Mann, der mit dem „offiziellen&#8221; Fußballspieler nur noch wenig zu tun hat. Erst kürzlich war im <em>Kicker</em> treffend formuliert worden, daß Aduobe „die Arbeit mit den Medien scheut&#8221;. Doch hier ist nichts davon zu spüren.</p>
<p><a title="Godfried Aduobe" rel="lightbox [adoube_kluge]" href="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_0_gross.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1166" title="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" src="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_0_klein.png" alt="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" width="150" height="121" /></a>Kennengelernt hatten sich die beiden vor rund vier Jahren, als Aduobe von Zeugwart Hüseyin Cayoglu bei einem Problem mit seinem Auto die „Helfende Hand&#8221; eines Knielinger Autohauses empfohlen wurde &#8211; eben Conny Kluge.  „Conny ist ein ganz normaler, einfach ein super Typ!&#8221;, strahlt der Ghanaer. Daß die beiden ein enges, freundschaftliches Verhältnis verbindet, spürt man sofort. Jede Geste, jedes Augenzwinkern und gegenseitig in die Seite stupsen zeugt von der vorhandenen Vertraulichkeit.</p>
<p><span id="more-1177"></span></p>
<p><a title="Godfried Aduobe und Conny Kluge - zwei Freunde" rel="lightbox [adoube_kluge]" href="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_1_gross.jpg"><img class="size-full wp-image-1168 alignright" title="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" src="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_1_klein.png" alt="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" width="150" height="104" /></a>Bald wird es für Kluge ernst, denn am 19. Juli geht es runter nach Monte Carlo. Er hat dann drei Wochen Zeit, in denen er mit dem Rennrad in neun aufeinanderfolgenden Tagen von Monaco nach Lichtenstein 1.300 km zurücklegen möchte. Und so langsam bekommt er zu spüren, worauf er sich da eingelassen hat. Denn nachdem sein Engagement für den Guten Zweck mittlerweile so viel Aufmerksamkeit und Resonanz erzeugt, hat das „Drumherum&#8221; erheblich zugenommen und gibt es mehr zu organisieren, als daß es seinem Trainingspensum gut täte. „Andererseits paßt es aber auch. Nach Wochen und Monaten intensivsten Trainings lasse ich es jetzt nur noch durch den Bienwald rollen&#8221;, äußert er sich zum Stand seines Vorbereitungsprogramms.</p>
<p>Diese Benefiztour für die Onkologische Kinderabteilung des Städtischen Klinikums Karlsruhe (FUOKK) nötigt Aduobe einen Heidenrespekt ab. „Nein, das wäre nichts für mich. Ich sitze nur eine halbe Stunde auf dem Fahrrad und schon tut mir der Popo weh!&#8221;, lacht er. Aber trotzdem ist er dabei &#8211; denn von dem nach Frankfurt gewechselten Maik Franz hat Aduobe gerne die Schirmherrschaft über Kluges Projekt übernommen und bringt er sich nun auf diese Weise ein.</p>
<p>Ach ja. Ganz so privat durfte sich Godfried Aduobe dann doch nicht der Ostpfälzer Sommerstimmung hingeben. Sein Beruf, der KSC, rief &#8211; und er antwortete.</p>
<p><em>Herr Aduobe, nach langem Zögern haben Sie doch noch das Angebot des KSC zur Vertragsverlängerung angenommen. Was gab den Ausschlag?</em></p>
<p>Meine Familie, im besonderen meine Kinder, wollten aus Karlsruhe nicht weg. Zudem werde ich bald 34 Jahre alt &#8211; und in diesem Alter kann man nicht mehr alles bekommen, was man möchte. Wobei die Erwartungen nicht weit auseinander lagen.</p>
<p><em>Gab es noch das konkrete Angebot eines anderen Vereins? </em></p>
<p>Ja, aus der Schweiz. Aber sie wollten noch abwarten, während ich eine rasche Entscheidung benötigte. So habe ich das Angebot vom KSC angenommen:</p>
<p><em>Sie sind in Karlsruhe sehr populär und sogar Publikumsliebling. Sind Sie auf diesen Status auch ein wenig stolz?</em></p>
<p><a title="Aduobe ist zu Recht stolz auf seinen Status." rel="lightbox [adoube_kluge]" href="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_2_gross.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1170" title="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" src="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_2_klein.png" alt="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" width="150" height="169" /></a>(<em>Lächelt</em>) Ja, ja sehr! Weil es nicht einfach ist, als Fußballer immer seine Leistung zu bringen. Aber ich habe auch an Tagen, an denen es nicht so gut lief, zumindest immer alles gegeben &#8211; und es freut mich, daß die Fans das auch erkannt haben. Und schließlich komme ich aus Ghana, sodaß es etwas Besonderes ist, wenn deutsche Fans mich lieben. Ebenso wie es für einen Deutschen etwas Besonderes wäre, in Ghana einen solchen Status zu haben.</p>
<p><em>Machen Sie es uns bitte einmal einfach und versuchen Sie, die Gründe für den Abstieg des KSC in wenigen Stichworten zusammenzufassen &#8211; falls so etwas überhaupt möglich ist&#8230;</em></p>
<p>Klar ist &#8211; Erfolglosigkeit beruht immer auf Fehlern!  Aber es bringt nichts, mit dem Finger zu zeigen und zu sagen „der da, und der da und jener&#8221; haben etwas falsch gemacht. Eine solche  Schuld kann man nicht an einzelnen Personen festmachen, sondern mehr an der ganzen Mannschaft, am ganzen Verein. Daß wir als Mannschaft einfach nicht unsere wahre Leistung abrufen konnten, kann man, zum Beispiel, auch nicht am Trainer festmachen. Er hat uns nach seinem besten Wissen trainiert und aufgestellt.</p>
<p>Aber eines weiß ich! Wir haben uns so viele Torchancen erarbeitet, und zu wenige davon reingemacht. Das war <strong>d a s</strong> Problem. Vier, fünf, sechs Tore mehr &#8211; und wir hätten den Klassenerhalt geschafft. Viele sagen auch, das Problem war Hannover. Aber nein, nein, nein, das war es nicht! Wir wären gar nicht erst in diese Situation gekommen, wenn wir in den Wochen vorher unsere Möglichkeiten genutzt hätten.</p>
<p><em>Gewichten Sie die Vorrunden-Niederlage von Frankfurt eigentlich auch so hoch, wie es manche  hinterher getan haben? Also, daß sie für den weiteren sportlichen Verlauf entscheidend gewesen sei?</em></p>
<p>Nein, nein, das darf keine Entschuldigung sein. Das geschah in der Hinrunde und wir hätten hinterher noch viel Zeit gehabt, das zu korrigieren. Nein, das Frankfurt-Spiel hat uns nicht aus der Bahn geworfen.</p>
<p><em>Eine Frage &#8211; hatten Sie bisweilen den Eindruck, daß manche  Spieler nicht immer alles gegeben haben könnten?</em></p>
<p>Ich kann nicht sagen, daß manche nicht alles gegeben haben könnten. Es lag nicht am Willen, sondern am Umsetzen, das Können war einfach nicht da. Sie, wir, haben die hohe Leistung, die man von vorher kannte und erhoffte, einfach nicht gebracht.</p>
<p><em>Als defensiver Mittelfeldspieler sind Sie in gewisser Weise ja  davon abhängig, daß die Offensivkräfte Tore erzielen. Wie war denn generell die Stimmung in der Mannschaft &#8211; gab es wegen der Abschlußschwäche auch manchmal Vorwürfe an die Stürmer? </em></p>
<p>Sicher, wenn eine klare Torchance vergeben wurde, dann waren wir schon sauer. Wir arbeiteten hinten hart, um kein Tor zu bekommen, sodaß wir uns über eine vergebene Chance schon ärgerten. Wobei diese Emotionen weniger mit wirklicher Wut, sondern mehr mit dem Versuch, den Mannschaftskameraden zu pushen, zu tun hatten. Fehler passieren immer, aber die Stimmung in der Mannschaft war trotzdem immer gut!</p>
<p><em>Was passierte in der Halbzeit des Hannover-Spiels, das nur wenige Minuten zuvor durch einen Fehler Markus Millers aus der Hand gegeben worden war? Wie ging die Mannschaft mit ihm um?</em></p>
<p>(<em>Sehr energisch</em>) Ja, ja, wir gingen sofort zu ihm hin und haben ihn aufgemuntert &#8211; „weiter geht&#8217;s!&#8221; So etwas kann immer passieren, mit Gegentoren muß man im Fußball rechnen: (<em>Lächelt</em>)</p>
<p><em>Wie nahm die Mannschaft die Kritik an Trainer und Mannschaft auf, die von Teilen der Fans ja auch recht massiv geäußert wurde?</em></p>
<p>(Lacht) Wir waren überrascht. Denn wir hatten mit demselben Trainer und demselben Manager nicht nur den Aufstieg geschafft, sondern im ersten Jahr auch sicher die Klasse gehalten. Und dann plötzlich so etwas!</p>
<p><a title="Ohne Tore keine Siege." rel="lightbox [adoube_kluge]" href="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_3_gross.jpg"><img class="size-full wp-image-1172 alignright" title="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" src="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_3_klein.png" alt="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" width="150" height="104" /></a>Fehler macht man immer, so ist das Leben. Unser Verhältnis zum Trainer war okay und ich glaube tatsächlich, daß es das einzige Problem war, die vielen Torchancen nicht genutzt zu haben. Wenn wir die genutzt hätten, dann hätte kein Mensch, wirklich kein Mensch  &#8211; <em>klopft sich hierbei heftig auf  die Oberschenkel &#8211; </em>auf Herrn Dohmen und Herrn Becker geschimpft. Ohne Tore kannst Du einfach  nicht gewinnen, auch ein José Mourinho nicht! Alles wäre in Ordnung gewesen (<em>Lächeln</em>).</p>
<p><em>Erstmals seit Jahren hat sich das Gesicht der Mannschaft in diesen Wochen stark verändert. Begrüßen Sie diese Chance eines Neubeginns?</em></p>
<p>So etwas hat immer seine gute und seine schlechte Seite. Gut ist, daß die Jungs alle Fußball spielen und eine andere Qualität in die Mannschaft bringen können. Wenn man keinen Erfolg hatte, dann ist so etwas nicht verkehrt. Schlecht ist andererseits, daß es dauern kann, bis sich die Neuen eingelebt haben und man sich kennt.</p>
<p><em>Wenn Stefano Celozzi zu Ihnen gekommen wäre und Sie um Rat wegen eines Wechsels zum VfB Stuttgart gefragt hätte &#8211; was hätten Sie ihm gesagt?</em></p>
<p>Er ist zwanzig Jahre alt und kein Kind mehr. Auch hat er in der einen Saison bei uns gelernt, was in der Bundesliga abgeht. Ich hätte ihm gesagt, „bleib&#8217; hier und hilf mit, daß wir wieder aufsteigen &#8211; aber wenn Du eine Chance siehst, beim VfB regelmäßig spielen zu können und auch alles andere stimmt, dann mußt Du auf Deine Karriere schauen&#8221;.</p>
<p><em>Herr Kluge schaltet sich ein: Godfried, wenn Du vor der Entscheidung stündest, ein sehr gutes Angebot annehmen zu können, sich Deine Familie über einen Ortswechsel aber nicht freuen würde &#8211; wie entscheidest Du dann, wie ist Deine Wertigkeit?</em></p>
<p><a title="&quot;So bin beim KSC geblieben!&quot;" rel="lightbox [adoube_kluge]" href="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_4_gross.jpg"><img class="size-full wp-image-1174 alignright" title="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" src="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_4_klein.png" alt="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" width="150" height="104" /></a>(Ernst) Wenn ich alleine wäre, dann ginge ich. Aber wichtig ist für mich immer, daß meine Familie sich wohlfühlt. Denn dann fühle ich mich auch gut. Meine Familie habe ich ein Leben lang und ich möchte, daß sie glücklich ist. Das Leben ist nicht nur Geld, und hier in Karlsruhe sind wir zufrieden. So bin ich beim KSC geblieben! (<em>Lacht</em>!)</p>
<p><em>Was war der schönste Moment der zwei Jahre in der 1. Bundesliga?</em></p>
<p>Das erste Spiel in Nürnberg! Der KSC hatte so viele Jahre nicht mehr in der Bundesliga gespielt, und dann schreien und singen so viele Fans im Stadion „nie mehr, 2. Liga!&#8221;&#8230; (<em>ist gerührt</em>)</p>
<p><em>Hatte es Sie eigentlich überrascht, daß der KSC in der Bundesliga so gut mithalten konnte?</em></p>
<p>Nein, überhaupt nicht &#8211; denn der Trainer hatte eine gute Mannschaft gebaut. Und in der Bundesliga kann jeder gegen jeden gewinnen. Nein, ich hatte keine Zweifel, daß wir zwar nicht jedes Spiel gewinnen können, es aber auch ohne Star funktionieren würde.</p>
<p><em>Abgesehen vom Ereignis des Abstieges &#8211; was war Ihre größte Enttäuschung in diesen zwei Jahren? </em></p>
<p>Das war das Hinspiel in Frankfurt. Nach dem 1:0 hatte ich mich so gefreut, daß wir heute drei Punkte holen würden &#8211; und dann verloren wir noch&#8230;</p>
<p><em>Noch eine &#8211; vielleicht &#8211; unangenehme Frage an Sie &#8211; im letzten Trainingslager in Belek verletzten Sie Ihren Gegenspieler Christopher Reinhardt schwer. Wie konnte das eigentlich passieren?</em></p>
<p>Ich wollte einfach den Ball spielen und ging energisch in den Zweikampf. Dabei bin ich ausgerutscht. Ich merkte zwar noch, daß er schneller war und entschied mich spontan für einen Scherenschritt, um ihn nicht zu treffen &#8211; doch das war die falsche Entscheidung. Wenn ich mit geschlossenen Beinen weitergerutscht wäre, hätte ich ihn nicht erwischt. Es war unglücklich, Chris war einfach zu schnell. Er war mein Freund, als er in Karlsruhe war, und das tat mir sehr leid. Wir haben danach darüber gesprochen, und er weiß, daß es keine Absicht war. Er ist nicht sauer.</p>
<p><em>Noch einen Blick in die Zukunft &#8211; was können wir vom KSC 2009/10 erwarten?</em></p>
<p><a title="Aduobes Ziel ist die Rückkehr in die Bundesliga. Hier setzt er Bremens Diego nach." rel="lightbox [adoube_kluge]" href="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_5_gross.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1176" title="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" src="http://www.heldenmagazin.com/wp-content/uploads/aduobe_5_klein.png" alt="Zum Vergößern bitte auf's Bild klicken" width="150" height="103" /></a>(<em>Schnell</em>) Den Aufstieg, denn wir haben eine gute Mannschaft!  Wir müssen uns konzentrieren, hinten weniger Torchancen zuzulassen und vorne mehr Tore zu machen &#8211; dann sind wir wieder in der Ersten Liga! (<em>Lacht</em>!) Wenn alles stimmt, dann können wir aufsteigen. Denn ich denke, wenn ich als Spieler nach einem Abstieg nicht gleich wieder nach oben wollte, dann wäre ich fehl am Platz. Ich <strong>w i l l </strong>wieder aufsteigen!</p>
<p><em>Herr Kluge fragt: Ist es nicht Deine Aufgabe, vor allem die jungen Mitspieler jeden Tag etwas zu pushen und zur Leistung anzuhalten?</em></p>
<p>Ja, das müßte ich machen. Der Trainer sagt immer, „Goddie, treib die Jungen mal an!&#8221;(<em>Lacht</em>) Aber ich bin kein Spieler, der schreit, sondern ich möchte es lieber mit der ruhigen Art, zum Beispiel in Gesprächen, versuchen.</p>
<p><em>Matthias Dreisigacker</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Spendenkonto des Fördervereins zur Unterstützung der onkologischen Abteilung der Kinderklinik Karlsruhe e.V.: </strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>FUOKK e.V. Karlsruhe<br />
Sparkasse Karlsruhe<br />
BLZ: 660 501 01<br />
Kontonr.: 10 90 28 233</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Bitte vergessen Sie bei der Überweisung nicht, Ihre Adresse anzugeben, damit Sie Ihr Spendenbeleg auch erreicht!<br />
Der Verwendungszweck lautet:<br />
„Conny Kluge&#8221;</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>VfB geht gar nicht…</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jan 2007 08:27:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball-Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele KSC-Fans dürften mit dem Namen Axel Goerke (Jahrgang 1972) nichts anfangen können – obwohl sie ihn seit vielen Jahren zu jedem Heimspiel des KSC hören und ihm vielleicht sogar applaudieren. .Der junge Lehrer an einer Hockenheimer Hauptschule hat sich im Einser-Block mit einem ebenso schlichten wie unmißverständlichen Anfeuerungsruf nicht nur Kultstatus erworben, sondern darüber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Viele KSC-Fans dürften mit dem Namen Axel Goerke (Jahrgang 1972) nichts anfangen können – obwohl sie ihn seit vielen Jahren zu jedem Heimspiel des KSC hören und ihm vielleicht sogar applaudieren. .Der junge Lehrer an einer Hockenheimer Hauptschule hat sich im Einser-Block mit einem ebenso schlichten wie unmißverständlichen Anfeuerungsruf nicht nur Kultstatus erworben, sondern darüber hinaus noch einiges mehr zu erzählen.</strong></em></p>
<p><strong>Was ist für Dich „typisch KSC“?<br />
</strong>Das Wildparkstadion – und auf alle Fälle der Block A1. Aber auch der Gang durch den Schloßpark und nach dem Spiel der Weg ins Titanic – um dort mit anderen Fans zu feiern.<br />
Aber auch eine ehemalige Lehrerin in meinem alten Gymnasium, dem Thomas-Mann in Blankenloch. Eine ältere Dame, altmodisch gekleidet und mit einem seltsamen Hut. Aber: KSC-Fan. Das fand ich super!</p>
<p><span id="more-117"></span></p>
<p><strong>Seit wann gehst Du zum KSC?<br />
</strong>Das erste Mal war ich mit meinem Vater zu einem Freundschaftsspiel gegen den FC Brügge im Stadion – da war ich sechs oder sieben Jahre alt. Das mit Papa und ab und an auf den KSC gehen ging dann bis ich zwölf war. Ab dann ging es von Weingarten aus, wo ich herkomme, mit Klassenkameraden und dem Fahrrad regelmäßig nach Karlsruhe. Vorher ging es mit dem Auto zum Klosterweg, wo der Wagen dann abgestellt wurde.</p>
<p><strong>Und das erste Bundesligaspiel?<br />
</strong>Puuh… Ich kann mich noch an das 4:1 gegen Bayern München mit Manu erinnern, oder auch an das Blitzturnier 1983, als der Europapokalsieger HSV mit Uli Stein oder Felix Magath und der FC Bayern hier waren. Von denen holte ich mir natürlich Autogramme.</p>
<p><strong>Was hat Dich am Fußball so fasziniert?<br />
</strong>Gut, ich spiele selbst Fußball, seit ich denken kann. Und der KSC ist natürlich mein Verein, weil ich hier geboren bin. Ich kann nicht verstehen, wie jemand aus der Region Bayern-Fan, oder so, sein kann.</p>
<p><strong>Hast Du noch Kontakt zu den damaligen Klassenkameraden, die mit Dir zu den Spielen gingen – oder seid Ihr sogar heute noch eine feste Gruppe?<br />
</strong>Nein, der Kontakt hat sich leider etwas verloren. Von einem weiß ich, daß er inzwischen Journalist bei der taz ist und für diese als Korrespondent in Argentinien arbeitet. Bei KSC-Spielen sitzt er dann immer vor dem Liveticker…</p>
<p><strong>KSCler sitzen überall…<br />
</strong>Ja, klar. Noch eine verrückte Geschichte: Ich reise sehr viel und war vor einigen Jahren in Südafrika. Natürlich hatte ich mein Dundee-Trikot dabei, weil er ja bekanntlich aus Durban kommt. Dort suchte ich dann ein Internet-Café auf, auch um mich über den KSC zu informieren. Ich komm da also mit meinem Dundee-Trikot rein und der Typ hinter der Rezeption meint bloß – auf deutsch – „des glaub’ ich jetz’ abber net… Komm ’mal mit!“ Und in seinem Büro hing halt ein Riesen KSC-Poster und auf dem Schreibtisch stand ein Wimpel – er war Karlsruher und einige Jahre zuvor nach Südafrika ausgewandert!<br />
Das ist auch so eine Sache, die ich als „typisch KSC“ bezeichnen würde – so weit weg in der Welt, aber trotzdem hängt man an seinem Club. Im Jahr verpasse ich vielleicht drei Heimspiele und im Ausland halte ich es ohne Internetcafé und Liveticker nicht aus. Meine Frau sagt dann immer, „das reicht doch, wenn Du es morgen erfährst…“ – aber das geht natürlich nicht.</p>
<p><strong>Hast Du besondere Erinnerungen an Deine ersten Jahre im Stadion?<br />
</strong>Ja, ganz große zum Beispiel an ein Heimspiel gegen den VfB mit meinem Vater. Wir standen zwischen den KSC-Fans und dem Stuttgart-Block. Plötzlich begannen die Stuttgarter, Leuchtraketen ’rüberzuschießen und es ging richtig ab. Als kleiner Bub hatte ich natürlich Angst und mein Vater versuchte, mich zu beruhigen.</p>
<p><strong>Welche Zeit ist Dir noch besonders präsent?<br />
</strong>Das Aufstiegsjahr unter Winnie Schäfer. Gerade die beiden letzten Heimspiele gegen Hannover und St. Pauli waren herrlich.</p>
<p><strong>Seit wann rufst Du eigentlich „Auf, Ihr Helden!“?<br />
</strong>Ich hörte es selbst während eines Auswärtsspieles in Bochum zum ersten Mal. Das Spiel endete 2:2 und Nowotny erzielte zwei Tore, eines davon nach einem Solo über den ganzen Platz. Und da rief eben einer „Auf, Ihr Helden!“. Das war ganz kurz, einfach so, im Suff. Ich fand es aber ganz cool und begann dann, es im A1-Block regelmäßig einmal im Spiel, nach zehn oder 15 Minuten, zu rufen. Inzwischen kann es aber auch mal die zweite Halbzeit werden. Das hängt von der Stimmung ab, gerade wenn es drüben bei den Ultras mal etwas stiller ist.<br />
Es ist ganz nett und kommt dann auch zu lustigen Erlebnissen. Nach der Schäfer-Entlassung ging ich über die Kaiserstraße und wurde von zwei, drei Leuten mit „Du, Held, was meinst Du zu der Entlassung?“ angesprochen. Klar, das freut einen dann ein wenig.</p>
<p><strong>Du hast Dir also durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad geschaffen?<br />
</strong>Im A1 wohl auf jeden Fall!</p>
<p><strong>Genießt Du diese Aufmerksamkeit?<br />
</strong>Ja, klar, schon! (Schmunzeln)</p>
<p><strong>Wie waren denn anfangs die Reaktionen? Inzwischen applaudieren die Leute nach Deinem Ruf ja bereits.<br />
</strong>Das ging recht schnell, schon nach einem halben Jahr haben die ein bißchen gejubelt. Am Anfang nahm mich noch ein Kumpel auf die Schultern, aber inzwischen habe ich wohl so sehr zugelegt, daß es keiner mehr machen will… (Lachen)</p>
<p><strong>Gab es mal eine Zeit, in der Du die Lust auf den KSC verloren hattest?<br />
</strong>Das Abstiegsjahr aus der 2. Liga. Da waren Spiele dabei, wo ich nicht mehr ins Stadion gegangen bin oder bei Auswärtsspielen erst Stunden später zufällig die Ergebnisse erfahren habe. Aber in der Regionalliga ging es wieder bergauf.<br />
Es sind natürlich auch immer Momentaufnahmen. Nach dem Sechzig-Spiel vor ein paar Wochen habe ich mich richtig geärgert. Aber nach ein paar Tagen hat sich das dann wieder.</p>
<p><strong>Welches KSC-Spiel würdest Du am liebsten aus Deinem Gedächtnis streichen?<br />
</strong>Das 0:5 gegen Kopenhagen und, auf jeden Fall, das Pokalendspiel. Wir waren schon zwei Tage zuvor nach Berlin gefahren. Und nach dem Spiel verlor ich dann noch meine Kumpels, stand betrunken alleine im Regen und mußte mich dann noch von Lautern-Fans auslachen lassen. Und ganz schlimm das 0:3 in Cottbus. Wir waren in Karlsruhe bei schönem Wetter losgefahren und standen dann in T-Shirts im Schneesturm…<br />
Und Rostock natürlich! Ich war nicht dort, sondern schaute mir das Spiel im Titanic an. Nach dem Spiel kam das Fernsehen und filmte die Fanreaktionen. Und am Abend war dann in der Tagesschau zu sehen, wie ich weinend in den Armen meiner damaligen Freundin liege… Der Beitrag war mit den Worten, „jetzt ist in Karlsruhe Trostspenden gefragt“, unterlegt. Das war ganz kraß.<br />
Aber es gab ja viele Enttäuschungen beim KSC, auch das UEFA-Cup-Halbfinale mit dem Ausscheiden gegen den vermeintlich schwächsten Gegner.</p>
<p><strong>Und die schönsten Spiele?<br />
</strong>Das 3:1 in Kopenhagen, Valencia natürlich…<br />
Aber das späte 2:1 gegen Fürth vor einigen Wochen war natürlich auch einer der geilsten Momente, seit ich denken kann. Alles Drumherum vergessen, sich fallen lassen, Gänsehaut, Tränen aufsteigen – richtig geil!</p>
<p><strong>Gefällt Dir der heutige Fußball mit seinem Drumherum eigentlich?<br />
</strong>Ganz ehrlich, in München bekam ich zwischendurch das große Kotzen. Alleine schon die Kartenaufladerei. Nach dem Spiel mußte ich dann mal ganz dringend, konnte jedoch durch das Drehkreuz nicht mehr zurück ins Stadion, wo es Toiletten gab. Draußen gab es natürlich nichts außer Beton, woraufhin die Polizei mir dann sogar noch Geld abknöpfen wollte…<br />
Schalke finde ich auch furchtbar.<br />
Grundsätzlich geht mir der ganze Kommerz ziemlich „auf den Sack“! Auch deshalb finde ich das KSC-Stadion in seinem jetzigen Zustand ziemlich geil. Alleine die Gegentribüne. Die hat schon Flair.<br />
Allerdings freue ich mich natürlich auch auf ein reines Fußballstadion.<br />
Schön ist natürlich, daß der KSC im Moment dieser Söldner-Bewegung etwas entgegensetzt und mit jungen Spielern aus dem eigenen Verein arbeitet. Da bin ich inzwischen von Herrn Dohmen und der sportlichen Leitung doch sehr angetan.</p>
<p><strong>Nenne mir doch bitte mal Deine All-Time-Favorites des KSC:<br />
</strong>Im Tor, trotz allem, Olli Kahn. Dann Gunther Metz, Srecko Bogdan, Christian Eichner und Slaven Bilic. Im Mittelfeld Michael „Ballfort“ Harforth, Thomas Hässler, Rainer Schütterle und Mehmet Scholl. Im Angriff dann Emanuel Günther und Sean Dundee.</p>
<p><strong>Was machst du eigentlich beruflich?<br />
</strong>Ich bin Hauptschullehrer in Hockenheim.</p>
<p><strong>Kennen die Schüler Deine Leidenschaft für den KSC?<br />
</strong>Natürlich…</p>
<p><strong> Und, kommen Kommentare?<br />
</strong>In meiner Klasse habe ich einen Waldhof-Fan, so Richtung Nachwuchs-Hooligan. Montag morgens, wenn der KSC verloren hat, hockt er im Sitzkreis und zeigt mir, über das ganze Gesicht grienend, mit den Fingern das Ergebnis! Aber ich weiß genau, daß er sich auch freut, wenn der KSC gewinnt. Generell werde ich aber nach Spielen bestimmt von 30 Schülern darauf angesprochen, das weiß die ganze Schule.<br />
Ein nettes Erlebnis gab es auch während meines Referendariats in einer Grundschulklasse in Berghausen. Da gab es ein paar Angeber, die mit einem neuen Dortmund- oder Bayern-Trikot gekommen sind. Aber, es gab einen in der Klasse, der noch aus UEFA-Cup-Zeiten ein altes, verbrauchtes KSC-Mäppchen hatte. Da meinte ich dann nur vor der ganzen Klasse: Das ist geil und wirklich klasse! Ein paar Tage später liefen dann die ersten Drittklässler mit KSC-Trikots ein…<br />
Also, man hat schon Einfluß, den man natürlich auch nutzen möchte. (Lächeln)<br />
Gerade in Hockenheim hat es mich überrascht, wie viele KSC-Fans es unter den Schülern gibt. Das erfährt man über Gespräche oder sieht es im Sportunterricht, mit welchen Trikots die Kinder herumrennen. Eigentlich dachte ich, daß es dort mehr in Richtung Waldhof, Lautern tendierte – aber nein, KSC. Das liegt vielleicht auch daran, daß viele KSC-Jugendspieler traditionell aus dieser Gegend kommen. In meiner Klasse habe ich einen U16-Nationalspieler aus der Türkei, der in der KSC-Jugend spielt, aber offen darüber spricht, daß er von Schalke oder Feyenoord Angebote habe. Dem sage ich natürlich, „Du bleibsch beim KSC!“</p>
<p><strong>Gib alles…<br />
</strong>Ha ja, natürlich!<br />
Vor zwei Jahren war ein Schüler da, der jetzt in der A-Jugend von Hoffenheim spielt, aber zur neuen Saison nach Mönchengladbach wechselt. Dem sagte ich, wenn er zum VfB ginge, dann gebe ich ihm einen Fünfer und er muß sitzenbleiben sowie noch ein Jahr länger hierbleiben. Seinen Wechsel von der KSC-Jugend nach Hoffenheim konnte ich dennoch nicht verhindern.<br />
Man kann den Fußball aber auch so schön einbinden. Vor dem Paderborn-Spiel ließ ich ein Diktat schreiben und bediente mich des Kurierartikels mit dem Vorbericht. Die Schüler mußten dann alle Worte mit doppelten Konsonanten anstreichen: Kapplani, Aufstiegsspiel…</p>
<p><strong>Ernstes Thema: Hattest Du eigentlich die Vorkommnisse an der Berliner Rütli-Schule mit Deiner Klasse besprochen?<br />
</strong>Ja, klar. Die sagten alle, daß es solche Verhältnisse bei uns nicht gäbe und hier nicht passieren könnten. Dennoch gab es auch bei uns im letzten Jahr eine üble Schlägerei, an der ein Schüler meiner Klasse beteiligt war und ein Real-Schüler einen Schädelbasisbruch davontrug. Fünfzig Schüler guckten zu, wie drei Jungs einen anderen halb totschlugen. Auch wurde ein Obdachloser im Wald von sechs Real-Schülern totgeschlagen. Solche Fälle gibt es.<br />
Wenn mir allerdings einer blöd käme, dann würden ihm sofort und unmißverständlich die Grenzen aufgezeigt.</p>
<p><strong>Wäre eine Lehrertätigkeit in einem Umfeld wie Berlin für Dich eine Herausforderung?<br />
</strong>Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die sich dieser Aufgabe stellen. Aber, ganz ehrlich, ich würde es nicht machen. Dennoch möchte ich es mir nicht einfach machen und habe mich jetzt für eine Stelle im Auslandsschuldienst beworben. Man kann hierbei Präferenzen angeben, und das heißt für mich dann eben schon lieber Peking als Barcelona. Keine Frage, daß es dann auch bald einen KSC-Fan-Club Peking geben würde!</p>
<p><strong>Das Stadion war und ist ja auch nicht überall eine Oase der Friedfertigkeit. Was war für Dich in dieser Hinsicht das schlimmste Erlebnis?<br />
</strong>Das war in Babelsberg, als der KSC dort spielte. Ich fuhr nach Berlin, um Freunde zu besuchen und gingen in Kreuzberg traditionell in eine KSC-Fan-Kneipe namens „Flammende Herzen“. Da gibt es Rothaus vom Faß und dort treffen sich halt die Exilanten. Das geht so in Richtung Titanic, eher etwas links. Mit den Leuten gingen wir dann zum Spiel nach Babelsberg und trafen auf sehr viel Polizei, weil ca. 300 Hertha-Hools da waren. Ich wußte bis dahin gar nicht, daß die Babelsberger Fan-Szene links ist und mit St. Pauli eine Fan-Freundschaft besteht. Zwei Monate zuvor hatte Hertha in Babelsberg ein Pokalspiel bestritten und Hertha-Fans bei dieser Gelegenheit ein besetztes Haus volley genommen… Und als der KSC kam, glaubten die Berliner dann wieder, sich präsentieren zu können. Es ging auch gleich mit richtig üblen Sprüchen los und dann wollten die auch noch den Babelsberg-Block stürmen. Da steht man dann als KSC-Fan im Bock und muß sich von den gegnerischen Fans „Nazis raus“ anhören. Das hat mich sehr angekotzt.<br />
Da habe ich mich wirklich geschämt, KSC-Fan zu sein und halte daher auch überhaupt nichts von der Fan-Freundschaft zwischen dem KSC und Hertha. Da mag der Ursprung dieser Freundschaft noch so cool gewesen sein.<br />
Für die WM sehe ich übrigens schwarz, gerade die Fan-Meile im Tiergarten wird sich für Ausschreitungen und Schlägereien perfekt anbieten.</p>
<p><strong>Die KSC-Fans lassen sich generell ja nicht in eine Richtung festgelegen…<br />
</strong>Das finde ich auch gut, jeder kann seine Ansichten haben. Natürlich wurde ich für mein Livorno-Shirt schon blöd angemacht, weil die KSC-Fans auch eine Fan-Freundschaft mit Pisa haben. Es würde sich nicht gehören, daß man dann für Livorno ist. Aber das ist mir egal.<br />
Livorno sah ich im Januar gegen Milan. Das war mein absolut größtes Fan-Erlebnis. Strömender Regen, saukalt, aber die haben im Livorno-Block eine Stimmung gemacht, das war unglaublich. Bengalos, linke Lieder und Fahnen, Berlusconi im Stadion… Super!</p>
<p><strong>Bei welchem Club schaust Du eigentlich, nach dem KSC, immer sofort nach dem Ergebnis?<br />
</strong>Plymouth Argyle, 1. englische Division, wegen eines Freundes. Dann Livorno und in Deutschland St. Pauli – wobei ich es immer lächerlich finde, daß bei Pauli-Auswärtsspielen so viele Leute in deren Block sind, die vom Fußball keine Ahnung haben und nur hingehen, weil St. Pauli links ist. Aber auch Vereine, wo ehemalige KSC-Spieler sind. Nürnberg wegen Saenko oder Kaiserslautern wegen Engelhardt. Bremen mag ich sehr, weil die seit Jahren den schönsten Fußball spielen.</p>
<p><strong>Und welcher Verein geht gar nicht?<br />
</strong>Ha ja, das Dreckloch.<br />
Stuttgart geht gar nicht. Aber auch der Retorten-Mist Wolfsburg oder Hertha. Bei den Bayern bin ich immer für den Gegner. Aber auf jeden Fall: Stuttgart geht gar nicht!</p>
<p><strong>Und der FCK?<br />
</strong>Aufgrund der Fans und der Identifikation der ganzen Region mit dem Verein, finde ich die eigentlich ganz cool.</p>
<p><strong>Bist Du eigentlich Mitglied beim KSC?<br />
</strong>Nein – noch nicht. Aber ich habe mich zuletzt damit beschäftigt und werde es nun endlich machen. Zudem bin ich seit etwas fünf Jahren Mitglied bei den Supporters. Allerdings nur als Beitragszahler und in keiner Form aktiv. Ich finde die Arbeit der Jungs gut und möchte sie, zumindest finanziell, in ihren Aktionen etwas unterstützen.</p>
<p><strong>Wie geht es mit dem KSC weiter?<br />
</strong>Ich sage, daß wir uns vielleicht in zwei oder drei Jahren ganz arg ärgern werden, daß wir in der vergangenen Saison nicht aufgestiegen sind.</p>
<p>Wer noch mehr über Axel wissen möchte – und vor allem auf das Gesicht zur Stimme neugierig ist &#8211; der wird auf <a href="http://www.dangerfreak.info/" target="_blank">http://www.dangerfreak.info</a> sicherlich fündig…</p>
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		<title>Unerhört</title>
		<link>http://www.heldenmagazin.com/2006/06/12/unerhort/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Jun 2006 08:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball-Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Giuseppe „Pippo“ Campanella (* 1961) geht seit fast vierzig Jahren in den Wildpark und war Mitglied eines der ersten Fan-Clubs des KSC. Der leidenschaftliche Italiener hat sein großes Herz ganz dem KSC gewidmet. Für viele KSC-Fans ist die Bier-Bar Milano – 1963 von seinem Vater eröffnet und heute von Pippos Frau geführt – in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Giuseppe „Pippo“ Campanella (* 1961) geht seit fast vierzig Jahren in den Wildpark und war Mitglied eines der ersten Fan-Clubs des KSC. Der leidenschaftliche Italiener hat sein großes Herz ganz dem KSC gewidmet. Für viele KSC-Fans ist die Bier-Bar Milano – 1963 von seinem Vater eröffnet und heute von Pippos Frau geführt – in der Marienstraße in der Südstadt seit Jahrzehnten ein zentraler Anlaufpunkt: Vor und nach dem Spiel. Und überhaupt.</strong></em></p>
<p><strong>Pippo, was ist für Dich „typisch KSC“?<br />
</strong>Der Wildpark! Der KSC und sein Stadion gehören einfach zusammen – wie die Pyramide zu Karlsruhe</p>
<p><span id="more-113"></span></p>
<p><strong>Wann warst Du das erste Mal im Stadion?</strong><br />
Mit sieben oder acht Jahren: KSC gegen Jahn Regensburg in der Regionalliga Süd. Dreißig oder vierzig Tausend Zuschauer waren da und Gäste aus der Kneipe meines Vaters, dem Milano, hatten mich auf Ihren Schultern. Danach bekam ich eine Bratwurst und eine Cola, das weiß ich noch.<br />
Es war in den frühen Jahren immer so, daß ich nicht von meinem Vater, sondern eben von dessen Bekannten ins Stadion mitgenommen wurde.</p>
<p><strong>Und wann fing es an, daß Du mit Gleichaltrigen oder Freunden zu den Spielen gingst?<br />
</strong>Ein Jahr vor der Aufstiegssaison, also 1973, Von da an war ich immer im Block, im Fünfer. Damals lag auf der Tartanbahn immer eine Riesenfahne, und dahinter trafen sich dann die Fans.</p>
<p><strong>Hast Du auch den „Fußballgott“ angebetet?</strong><br />
Ach Gott, ein paar Mal… Aber der hat mich nie erhört. Seit es den gibt, erhört er vielleicht andere, aber nicht uns.<br />
Nun ja, andere Zeiten. Heute gibt es im Block den Vorsänger mit dem Megaphon, damals war ich es und noch ein anderer. Wir hatten nur unsere Stimme, das hat gereicht.</p>
<p><strong>Und was hast Du erlebt?<br />
</strong> Das erste Mal „auf’s Maul“ für mich gab es in Worms. Die Fans fuhren seinerzeit mit den Bussen vom Pieck und unser Treffpunkt war beim Krokodil – von dort aus fuhr man dann los. Für das Worms-Spiel verpaßte ich aber den Bus und fuhr natürlich mit dem Zug hinterher. Die Hinfahrt war okay, aber die Rückfahrt… Am Bahnhof warteten nach dem Spiel die Wormser – und da ich alleine war und noch meinen selbstgestrickten Schal trug, wurde es für mich zur Tortur.<br />
Die Fan-Artikel machte man sich damals noch selbst. Den Stoff für unsere Fahne kaufte ich hier in der Südstadt, in der Werderstraße. Da gab es im Hof ein Fahnengeschäft. Damals hatten ja alle eine möglichst große Fahne.</p>
<p><strong>Warst Du in einem Fan-Club?<br />
</strong>Ja, natürlich – im KSC_Fan-Club Wildpark 74 e.V. Wir waren die ersten, bis, glaube ich, Ende der Siebziger der BWAC, der Blau-Weiß-Anhänger-Club kam. Das war die Spaltung. Anschließend kam der Phönix, der später als kriminelle Vereinigung verboten wurde.</p>
<p><strong>Weshalb? War es berechtigt?<br />
</strong>Teils, teils, Ich selbst war nie im Phönix, hatte dort aber einige Kumpels. Und es war damals in, daß man sich, vor allem auswärts, „durchschlug“.<br />
Man stand zum Teil sogar neben den gegnerischen Fans, weil es keine Blocktrennung gab. Offenbach zum Beispiel. Wir standen auf der linken Seite der überdachten Gegengeraden, die Offenbacher rechts. Oder Darmstadt. Die so etwa in der Mitte und wir nicht weit weg an der Seite der Gegengerade. Und das ohne Zaun zwischen uns.<br />
Unser erster Haßgegner – nach dem VfB – war Saarbrücken. Wir fuhren mit zehn Bussen los und als wir ankamen, standen die schon da. Die sind dann aber gerannt… Das war 1979. Das war das erste Mal, daß wir auswärts so richtig „den Mob gemacht haben“.<br />
Das hing mit dem Abstieg 1977 zusammen. Unter Krafft haben die doch die Spiele verschoben und für uns Karlsruher war das Tatsache, obwohl es bis heute nicht bewiesen ist.</p>
<p><strong>Gab’s besondere Erlebnisse?<br />
</strong>Sechzig, Gladbach, Schalke, Saarbrücken, Darmstadt… Das heißeste war gegen Sechzig, als wir die 1981 mit 7:2 in die 2. Liga geschickt haben. Die wollten unseren Block stürmen „un’ dann hat’s halt gebbe’!“ Die haben geglaubt, sie könnten den Affen machen …</p>
<p><strong>Was sagte Dein Vater zu Deinem Fanleben?<br />
</strong>Ach, der sagte immer, ich sei ein Rocker. Aber es war halt damals so und ist es heute noch: Es gibt kein Hin und Her – selbst wenn das Wetter mal noch so schlecht ist, wird man kribbelig, setzt sich eine halbe Stunde vor dem Spiel ins Auto und fährt raus.<br />
Wenn ich es, selten genug, trotzdem nicht tue, sitze ich vorm Radio oder Fernseher und sage mir: „Du Idiot, warum bist Du nicht gegangen?“.</p>
<p><strong>Wann endete Deine „aktive Zeit“?<br />
</strong>1986. Da gab es einen Todesfall in der Familie und dann beruhigte sich das alles langsam.<br />
Aber heute schaue ich vor dem Spiel natürlich immer noch danach, was bei den Fans los ist. Irgendwie, obwohl es für mich auf die Fünfzig zugeht, stehe ich immer noch im Block.</p>
<p><strong>Wo ist heute Dein Platz im Stadion?<br />
</strong>Selbst nach der Hochzeit mit meiner Frau waren wir noch zwei, drei Jahre im Block. Aber sie wollte dann nicht mehr, auch weil sie ab und an halt etwas Bier abbekommen hat…<br />
Aus dem Hintergrund folgt vehementer Protest von Gattin Conni: „Ach was , hör auf, Du wolltest doch auf die Tribüne!!!<br />
Hmm, ja, tja…, auf der Tribüne war es halt doch etwas ruhiger und gediegener. Man hat eben jederzeit seinen Platz. Und mein Platz auf der Empore ist natürlich phantastisch. Man hat einen so herrlichen Blick, daß man sich in ein ganz anderes Stadion hineinversetzt fühlt.<br />
Aber ich hoffe, daß wir beim KSC eines Tages englische Verhältnisse bekommen. Da ist eine herrliche Atmosphäre, weil auch die älteren Tribünenbesucher einfach mitsingen – und nicht nur die jungen. Wenn ich heute auf meinem Platz alleine zu singen anfange, dann werde ich von den anderen nur blöd angeschaut.</p>
<p><strong>Wie fußballverrückt warst Du? Hast Du Dir bei Gelegenheit überall Spiele angeschaut, auch im Urlaub?<br />
</strong>Nein, überhaupt nicht. Ich bin kein Fußballfan – ich bin KSC-Fan.</p>
<p><strong>Noch nicht einmal in Italien?<br />
</strong>Nein. Meine einzigen Sympathisanten sind die Straßburger. Die waren schon in den Siebzigern bei uns im Block.</p>
<p><strong>Und welche Vereine gehen für Dich gar nicht?<br />
</strong>Stuttgart natürlich. Aber Lautern finde ich so schlecht nicht, da sind Schalke oder Dortmund zehnmal schlimmer. Stuttgart? Ende der 80er wollten die bei den Kickers mal auf mich los: „Do isch’er, do isch’er!“ Zu viele Schwaben…</p>
<p><strong>Hattest Du Lieblingsspieler?<br />
</strong>Ja, klar. Ich erlebte noch die letzten Jahre von Horst Wild mit. Als alle schon auf ihn geschimpft haben, hielt ich trotzdem zu ihm. Dann natürlich Rudi Wimmer. Dessen Abschiedsspiel war toll. Obwohl wir in Karlsruhe nicht das geschafft haben, was ein paar Jahre zuvor in Köln bei Overaths Abschied abging. Da war die Hölle los – und bei uns waren nur 9.000 Zuschauer. Das werde ich nie vergessen. Auch Schäfer war gut. 1976 gegen Bochum, wir lagen bei strömendemRregen 0:2 zurück und Schäfer hat die Mannschaft noch zum 2:2 getrieben, den Ball aus dem Tor geholt, „auf geht’s, auf geht’s“ und so… Das war ein klasse Erlebnis!<br />
Balewski, Janzon, mit Abstrichen der Trenkel, auch später ein Harforth. Der wurde immer unterbewertet, weil er so faul war – aber ein klasse Fußballspieler, wenn er Lust hatte!<br />
Lars Schmidt, unser Donadoni. Hermann Bredenfeld…</p>
<p><strong>… na dann machen wir es doch mal richtig. Stelle bitte Dein KSC-Traum-Team zusammen.<br />
</strong>Im Tor Wimmer. In der Abwehr Rainer Ulrich, Dirk Schuster, Hermann Bredenfeld und natürlich Gunther Metz. Im Mittelfeld Wolfgang Rolff, Michael Harforth, Winnie Schäfer, Kalli Struth – obwohl er Libero war, aber heute würde er im Mittelfeld spielen. Vorne Emanuel Günther, Roland Vogel, Sergej Kiriakov, Edgar Schmitt. Und als Trainer eigentlich Schäfer, aber Calli Rühl wäre auch okay.</p>
<p><strong>Welches Spiel würdest Du gerne noch einmal sehen?<br />
</strong>Das Klischee wäre Valencia. Aber…, es wäre das 1:2 von 75/76 gegen die Bayern. Das war das erste Mal, daß draußen Schwarzkarten verkauft wurden. Es müssen 50.000 Zuschauer im Stadion gewesen sein… Ach ja, wie war das 1987 gegen St. Pauli, als wir aufgestiegen sind? Das Stadion war voll und der Stadionsprecher gibt 18.000 durch. Wir haben alle gelacht! Aber, das ist ja wurscht…</p>
<p><strong>Und welches Spiel würdest Du am liebsten aus Deinem Gedächtnis streichen?<br />
</strong>Da gab es einige. Ich war in Wattenscheid dabei, als wir den UEFA-Cup verspielt haben. Aber total streichen würde ich das Pokal-Finale gegen Kaiserslautern. So ein Mist. Der Reitmaier war der schlechteste Torhüter, den wir jemals hatten. Alle, die von Lautern zu uns kamen, waren scheiße – bis auf Gunther Metz.</p>
<p><strong>Welcher Ex-KSCler würde im Milano kein Bier bekommen?<br />
</strong>Fahnenflüchtige! Hengen, der würde von mir gar nichts bekommen. Der hat auch von unserem Abstieg 1998 profitiert.</p>
<p><strong>Freust Du Dich auf das neue Stadion?<br />
</strong>Schon seit Jahren. Unser Präsident hat ja angekündigt, daß „Wildpark“ in den neuen Stadionnamen integriert wird. Mal sehen, ob er es einhalten kann. Aber egal, Hauptsache ist, der KSC bekommt endlich ein schönes Stadion!</p>
<p><strong>Was hat sich eigentlich für Dich verändert, seit es Standard ist, den Gästen einer Kneipe Fußball auf Premiere präsentieren zu müssen?<br />
</strong>Nichts, ich sehe es ja selbst gerne. Die Sportschau lohnt sich nur, wenn Stuttgart verloren hat –oder? Was hat sich denn auch groß verändert: Der KSCler liest den Kicker, wie früher, von hinten, weil da die Berichte über die 2. Liga stehen. Ein paar Jahre durften wir ihn von vorne lesen – aber die längste Zeit habe ich ihn von hinten nach vorne gelesen.<br />
Aber: Wir sind nicht totzukriegen. Und ich sage immer: Seit 100 Jahren spielen wir Spitzenfußball. Da kann man in Heidelberg noch so viel auf den Kopf stellen, das ist nicht aufzuholen. Seit über 35 Jahren gehe ich auf den KSC – wie noch so viele, viele andere – das können die nie mehr drehen.</p>
<p><strong>Wie siehst Du den KSC heute?<br />
</strong>Mit dem Präsidenten Raase ist jetzt alles seriöser. Ich sage nicht, daß Dohmen ein toller Manager ist – aber für uns ist er okay. Und der Becker ist für uns die Ideallösung – da hätten wir schon auf Kuntz verzichten können und uns wäre vieles erspart geblieben.<br />
Was hatten wir nicht schon alles für Spinner im Präsidium. Alleine der Dietrich. Oder solchen Unsinn wie: „KSC – mehr als Fußball“… Wer braucht denn schon Boxen oder Leichtathletik? Mußte eine Heike Drechsler eine Million im Jahr bekommen? Der KSC ist Fußball!</p>
<p><strong>Pippo, zum Schluß noch ein paar Stichwörter für Dich: Jogi Löw…<br />
</strong>Drecksau, A…loch. Der hat doch die wenigsten Punkte aller KSC-Trainer geholt! Und heute verschweigt er seine Zeit bei uns. Das halbe Jahr wird völlig verleugnet.</p>
<p><strong>Bröndby.<br />
</strong>Das war ein richtig tolles Auswärtsspiel, das wir sogar höher hätten gewinnen müssen. Uns im Rückspiel bekommen wir dann den Hintern versohlt. Armer Metz, das war das schlechteste Spiel, das er je für den KSC gemacht hatte.</p>
<p><strong>Werner Olk.<br />
</strong>Damals kein schlechter Trainer. Unsympathisch, aber okay.</p>
<p><strong>Rot-Weiß Essen.<br />
</strong>Geil! Geiles Stadion und die Essener sind geile Fans. Noch als wir in Karlsruhe meinten, es genüge, die Mannschaft mit Fahnen anzufeuern, gingen die schon auf alles los, was sich bewegt hat</p>
<p><strong>Nackter Mann.<br />
</strong>Fan-Treff. Ich habe in meinem Leben nie verstanden, warum der nackt ist…</p>
<p><strong>Roland Schmider<br />
</strong>Hat dem KSC viel Gutes gebracht, verlor aber irgendwann das Gespür für Richtig oder Falsch verloren.</p>
<p><strong>Karlsruher Leben.<br />
</strong>Unser erster Hauptsponsor. Hat auch gut gepasst!</p>
<p><strong>Das war’s – vielen Dank!<br />
</strong>Hoch lebe der KSC!</p>
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		<title>Wie von Sinnen</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2006 08:09:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball-Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Der 46-jährige Sportjournalist Jörg Dahlmann begann seine Laufbahn 1983 beim ZDF. Über die Stationen Sat. 1, TM 3 und Premiere fand er im Sommer 2004 den Weg zum DSF, wo der gebürtige Gelsenkirchener das Fußball-Magazin Bundesliga Aktuell, Hattrick &#8211; Die 2. Bundesliga sowie Bundesliga-Spiele am Sonntag kommentiert. Für seine Reportage über den Wechselfehler Otto Rehhagels [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Der 46-jährige Sportjournalist Jörg Dahlmann begann seine Laufbahn 1983 beim ZDF. Über die Stationen Sat. 1, TM 3 und Premiere fand er im Sommer 2004 den Weg zum DSF, wo der gebürtige Gelsenkirchener das Fußball-Magazin Bundesliga Aktuell, Hattrick &#8211; Die 2. Bundesliga sowie Bundesliga-Spiele am Sonntag kommentiert. Für seine Reportage über den Wechselfehler Otto Rehhagels wurde er 1999 vom Verband deutscher Sportjournalisten mit dem 1. Preis im Bereich Fernsehen ausgezeichnet.<br />
Am 3.11.1993 kommentierte Dahlmann das UEFA-Cup-Rückspiel des KSC gegen den FC Valencia und grub sich mit seiner leidenschaftlichen Reportage in das Gedächtnis aller KSC-Fans und vieler Fußballfreunde in ganz Deutschland.</strong></em></p>
<p><strong>Herr Dahlmann, was ist für Sie „typisch KSC“?<br />
</strong>Wenn ich an den KSC denke, dann leuchten mir erst einmal die Augen, da fühle ich einfach nur Freude. Das hängt natürlich mit den Erinnerungen an das Valencia-Spiel zusammen. Und es ist so, daß man als Reporter nicht überall freundlich empfangen wird, da ein Spielkommentar trotz aller Überparteilichkeit immer kontrovers aufgenommen werden kann. Aber in Karlsruhe spüre ich viel Sympathie. Das geht sogar soweit, als daß aus dem Fan-Block schon manches Mal „Jörg-Dahlmann-Gesänge“ kamen. Eigentlich völlig untypisch, aber sehr schön.</p>
<p><span id="more-108"></span></p>
<p><strong>Mit welchen Erwartungen fuhren Sie damals zum Valencia-Spiel nach Karlsruhe?<br />
</strong>„Der Drops ist gelutscht!“ &#8211; die Erwartungen waren allgemein natürlich etwas gedämpft. Klar, trotz des 1:3 aus dem Hinspiel wurde dem KSC noch eine kleine Chance eingeräumt, doch Valencia war zu jenem Zeitpunkt Tabellenführer der Priméra Division und die Chancen, gegen eine solche Spitzenmannschaft weiterzukommen, sehr gering.<br />
Das Spiel entwickelte sich zunächst ja auch in diese Richtung. Es wird heute gerne vergessen, daß die Spanier zu Beginn zwei, drei große Chancen hatten und nur Oliver Kahn mit Weltklasse-Paraden das 0:1 verhinderte. Und es ist unstrittig, daß mit einem Gegentor die spätere Wucht, diese perfekte Welle nicht entstanden wäre.</p>
<p><strong>Sie ließen sich vom damaligen Spielverlauf sehr mitreißen…<br />
</strong>Es war ein verrücktes Gefühl! Ich hatte während der Reportage völlig vergessen, daß ich Reporter bin und war einfach nur noch normaler Zuschauer &#8211; ein Fan, der sich von der Woge, die durch das Stadion ging, mitreißen ließ. Ich hatte alle Sinne verloren, sodaß ich für einen Reporter auch völlig untypisch daherredete. Eigentlich so, als ob ich zu Hause bei Chips, Flips und einer Flasche Bier vor dem Fernseher gesessen wäre… Wobei ich – wichtig! – als Kommentator natürlich keinen Alkohol getrunken hatte. Ich war wie von Sinnen!</p>
<p><strong>Hatten Sie Kontakt zur Senderegie?<br />
</strong>Ja, natürlich, über Kopfhörer ist man mit der Senderegie im Ü-Wagen verbunden. Allerdings kann ich mich an den Austausch während des Spiels überhaupt nicht mehr erinnern.</p>
<p><strong>Winfried Schäfer war für das Rückspiel gesperrt und auf die Tribüne verbannt worden – nicht weit von Ihnen.<br />
</strong>Schäfer habe ich in der Nähe immer herumhüpfen sehen. Generell habe ich selten so viele Menschen auf einmal gesehen, die sich immer wieder die Hände an den Kopf legten und ob der unfassbaren Ereignisse nur noch mit dem Kopf schütteln konnten. Die Stimmung im Stadion war unglaublich, völlig ausgelassen. Und nach dem Spiel in den VIP-Räumen ging das Feiern weiter, an die „E-Viva-Espana-Gesänge“ kann ich mich noch sehr gut erinnern. Die Begeisterung war riesig. Das ging sogar so weit, daß Sat. 1 in der Halbzeitpause des Hauptspieles des damaligen Abends – der KSC hatte zuvor am späten Nachmittag gespielt – wieder live nach Karlsruhe schaltete, da bei Leverkusen gegen Panathinaikos Athen (1:2) eine solche Begräbnisstimmung herrschte.<br />
Die Karlsruher Begeisterung wurde somit nach ganz Deutschland transportiert. Dieses Spiel hatte eine unheimliche Außenwirkung für den KSC und, ganz ehrlich, in Karlsruhe sollte der 3. November 1993 zum Feiertag gemacht werden! Ich kommentiere seit über zwanzig Jahren und werde in Lübeck, Dresden, Regensburg noch immer noch auf dieses Spiel angesprochen… Neben Rehhagels Wechselfehler und dem berühmten Okocha-Tor ist das damalige Spiel die bekannteste Reportage, die die Zuschauer mit meinem Namen und natürlich dem KSC verbinden.</p>
<p><strong>War das Valencia-Spiel Ihre erste Reportage aus Karlsruhe?<br />
</strong>Nein, zuvor war bereits Eindhoven. Ich war 1993/94 bei allen UEFA-Pokal-Spielen des KSC im Stadion, auch beim tragischen Ende gegen Austria Salzburg. Das erste KSC-Spiel, an das ich mich erinnern kann, war 1990 das 5:0 beim 1. FC Köln. Der junge Mehmet Scholl war eingewechselt worden und hatte sogar noch ein Tor erzielt. Also bin ich nach dem Spiel zu ihm hin, obwohl ich von ihm zuvor noch nichts gehört hatte und ihn überhaupt nicht kannte. Aber, na ja, „wenn der im ersten Spiel eingewechselt wird und gleich ein Tor erzielt, dann gehe ich halt mal dahin“. Er gab mir dann sein erstes Fernseh-Interview und sagte frech, „so wie ich jetzt meine Karriere begonnen habe, das erinnert mich an Michael Sternkopf!“. Sehr vorlaut, aber natürlich nicht ahnend, daß ihn seine Karriere später tatsächlich ebenfalls zu den Bayern führen würde.</p>
<p><strong>Erwuchs aus dieser Zeit auch eine besondere Beziehung zum Verein?<br />
</strong>Selbstverständlich, der KSC ist etwas besonderes für mich. Es ist unglaublich, aber wenn ich im Stadion bin, gewinnt der KSC immer oder beendet eine Niederlagenserie. Und wenn die Karlsruher Zuschauer oder Ordner mich sehen, dann sagen sie schon: „Ah, Herr Dahlmann, Sie sind heute da, dann kann ja nichts schiefgehen!“ Letzte Saison war ich zweimal Reporter beim KSC: Zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt im Wildparkstadion (3:0) und, als der KSC gegen Ende böse in Abstiegsgefahr geraten war, beim so wichtigen Auswärtssieg in Trier (0:2). Da hatte der KSC mit Masmanidis und Saenko sogar noch zwei Leistungsträger aus dem Kader geworfen. Aber ich kommentierte und „zack“ – Sieg für den KSC! Also, es ist ein Zufall, eine eigentlich unfaßbare Geschichte, daß bei meinem Auftauchen Siege eingefahren werden.</p>
<p><strong>Wie sehen Sie die Entwicklung des KSC seit jenem Abend im November 1993?<br />
</strong>In den letzten Jahren gab es leider mehr Niederlagen als Siege, aber der große Fehler des KSC, bzw. des ehemaligen Präsidenten Roland Schmider, liegt noch weiter zurück. Es war die Entlassung Winfried Schäfers. Schmider, den ich ansonsten sehr schätze, hätte sich hierzu nicht hinreißen lassen dürfen. Schäfer stand für den KSC und trotz der großen Krise im Frühjahr 1998 hätte man die Situation mit ihm bewältigen müssen. Auch danach lief manches nicht sehr positiv, aber diese Entscheidung war bestimmt der größte Fehler der jüngeren KSC-Geschichte. Aber so ist es nun einmal im Sport. Es gibt keine Patentrezepte, da werden auch einmal Fehler begangen.</p>
<p><strong>Für welchen Verein schlägt eigentlich Ihr Fußballer-Herz abseits des Mikrofons?<br />
</strong>Als gebürtiger Gelsenkirchener natürlich für Schalke 04. Ich wuchs in der Nähe der Glückauf-Kampfbahn auf und radelte immer ins Stadion. Libuda, die Kremers-Zwillinge, die habe ich alle noch gesehen – eine tolle Mannschaft damals. Aber ich war auch immer Ruhrpott-Fan, hielt zu Dortmund, RWE und Bochum. Eigentlich völlig untypisch, da man ja z.B. entweder ein Schwarz-Gelber oder ein Blauer ist. Aber bei mir war es eben so. Ich spielte auch in einer Hobby-Mannschaft und obwohl fast alle Schalke-Anhänger waren, spielten wir in schwarz-gelben Trikots. Das zeigt, wir konnten mit dieser Rivalität leben.</p>
<p><strong>In welches Stadion kommen Sie als Reporter gerne?<br />
</strong>Hauptsache eng. Also Schalke, Dortmund, Hamburg oder Bochum, die ganzen Neubauten eigentlich. Beim KSC wurde es ja leider versäumt, ein reines Fußballstadion zu bauen &#8211; nach der neuen Haupttribüne hätte man den Umbau fortsetzen müssen. In der Stadionfrage hängt der KSC leider meilenweit hinter anderen Städten hinterher. Fast mittelalterlich, was da passiert. Karlsruhe täte ein enges Stadion gut, Finanzen hin oder her. Es tut sich im Moment ja etwas und das wünsche ich dem KSC auch. Das wäre super, wenn es klappt. Die alten Stadien, soviel Atmosphäre sie wie in Aachen oder Karlsruhe auch haben, sind einfach nicht die Zukunft.</p>
<p><strong> Seit Beginn Ihrer Reporterkarriere hat sich das Fußballpublikum geändert. Gerade in den letzten Jahren ist der Trend zum Eventkunden deutlich geworden, es gibt aufwendige technische Installationen zur Stimmungserzeugung sowie Fahnenschwenker oder Einpeitscher. Wie bewerten Sie diese Veränderungen?<br />
</strong>Natürlich hat sich das Drumherum stark verändert, gerade diese Einpeitscher. In manchen Spielen wird ja fast 90 Minuten Alarm gemacht. Als kleiner Junge kam ich auch heiser vom Stadion nach Hause und war froh, nicht mehr reden zu müssen, wenn um 18 Uhr die Sportschau losging. Damals fing einer an zu singen und die Menge stimmte langsam ein. Heute ist es mit Megaphonen schon sehr professionell, was ich aber auch gut finde. Die Gesänge sind variabler geworden, früher griff man allenfalls auf drei, vier Lieder zurück.</p>
<p><strong>Was liegt Ihnen als Reporter im Moment am meisten am Herzen?<br />
</strong>Wenn die Fangruppen „Scheiß DSF“ rufen, wie zuletzt am Tivoli gegen Eintracht Braunschweig. Das stört mich, obwohl ich die Fans dahingehend verstehe, daß Auswärtsfahrten schwieriger geworden sind. Gerade wenn man Dienstag früh wieder arbeiten muß. Aber die Vorteile überwiegen doch, da Zehntausenden von Fans die Möglichkeit geboten wird, ein Live-Spiel ihres Vereins kostenlos im Fernsehen zu verfolgen. Das am DSF auszulassen, halte ich für überzogen und unfair. Zumal das DSF viel für die öffentliche Wahrnehmung der 2. Bundesliga getan hat.</p>
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		<title>Schäfer wollte mich nicht mehr</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2006 08:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball-Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Der gebürtige Karlsruher Michael Sternkopf, geb. am 21.4.1970, erzielte in 33 Bundesligaspielen vier Tore für den Karlsruher SC. Im Sommer 1990 wechselte er zwar zum FC Bayern München, behielt bei den KSC- Fans jedoch bis heute seine hohen Sympathiewerte. Sternkopf bekleidet heute bei seinem letzten Verein, den Offenbacher Kickers, die offizielle Funktion des Marketingleiters.
Herr Sternkopf, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Der gebürtige Karlsruher Michael Sternkopf, geb. am 21.4.1970, erzielte in 33 Bundesligaspielen vier Tore für den Karlsruher SC. Im Sommer 1990 wechselte er zwar zum FC Bayern München, behielt bei den KSC- Fans jedoch bis heute seine hohen Sympathiewerte. Sternkopf bekleidet heute bei seinem letzten Verein, den Offenbacher Kickers, die offizielle Funktion des Marketingleiters.</strong></em></p>
<p><strong>Herr Sternkopf, was ist für Sie „typisch KSC“?<br />
</strong>Die Talente! Der KSC hatte und hat eine wahnsinnig gute Jugendarbeit – und zu meiner Zeit stand hierfür ein Rainer Ulrich, der als Trainer der Amateurmannschaft einige junge Spieler hatte so formen können, daß sie nicht nur den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, sondern manche darüber hinaus sogar zum FC Bayern wechseln konnten.<br />
Es ist auch heute bewundernswert, wie sehr der KSC auf die Jugend setzt. Es wird in Deutschland häufig davon gesprochen, daß man keine Talente mehr habe. Ich meine jedoch, daß es genug deutsche Talente gibt, die Vereine diesen jedoch unter dem Ergebnisdruck nicht ausreichend Zeit zum Reifen einräumen. Da holt man eher fertige Spieler aus dem Ausland. Aber die sind meistens, sofern sie keine Top-Spieler sind, auch nicht weiter als die Deutschen.</p>
<p><span id="more-106"></span></p>
<p><strong>Haben Sie noch Erinnerungen an Ihren ersten Besuch im Wildpark?<br />
</strong>Ich weiß nicht mehr, gegen wen das war. Ich erinnere mich nur, mit Vater und meinem großen Bruder, der vier Jahre älter ist, da gewesen zu sein. Ich saß auf den Stufen und spielte im Sand… 90 Minuten sind so lang, dass es irgendwann natürlich einfach nur langweilig wurde. Es muß in der Bundesligazeit um 1976 gewesen sein. Wahrscheinlich weiß das nur mein Vater, der mich immer mitgenommen hat und somit auch zum Verein brachte.</p>
<p><strong> Wo war Ihr Stammblock im Stadion?<br />
</strong>Das war der Zweier, von der Haupttribüne links hinter dem Tor.</p>
<p><strong>Sind Vater und Bruder heute noch öfters zu Heimspielen da?<br />
</strong>Da mein Bruder seit ca. zehn Jahren in England lebt, ist er natürlich nicht mehr im Stadion. Mein Vater ist aber noch hin und wieder dort und drückt die Daumen.</p>
<p><strong>Hätte es eigentlich irgendwann noch einmal die Möglichkeit gegeben, zum KSC zurückzukehren? Gab es Kontakte?<br />
</strong>Ja, 1992. Ich wollte zum KSC zurück, egal, ob mich Bayern verkauft oder ausgeliehen hätte. Ich hatte sogar bereits Kontakt mit Calli Rühl und mich, so glaube ich mich zu erinnern, in München mit ihm getroffen. Ich machte deutlich, daß ich gerne zurückkehren würde, woraufhin er es mit Schäfer besprach. Doch Schäfer lehnte ab. Da dachte ich mir schon, das kann doch nicht wahr sein… Das war sehr schade.</p>
<p><strong>Mit welchen KSC-Spielern haben Sie sich besonders gut verstanden?<br />
</strong>Nun, es war so, dass ich problemlos in die Mannschaft hineinkam und viele Leute ganz einfach mochte. Der Begriff Freunde würde zu weit führen, da der Altersunterschied bisweilen doch sehr groß war. Aber es war eine verdammt schöne Zeit!<br />
Generell war es ein Riesending für mich, mit einem Michael Harforth in einer Mannschaft zu spielen. Ich möchte nicht sagen, dass er mein Vorbild war – so etwas hatte ich nie – aber ich mochte ihn spielen sehen, schon als Kind. Und auf einmal liegt man mit so einem im Trainingslager auf einem Zimmer! Oder auch ein Rainer Schütterle, Srecko Bogdan, Wolfgang Trapp… oder Helle Hermann.</p>
<p><strong> Fällt Ihnen eine witzige Geschichte ein?<br />
</strong>In der Kabine saß mir Wolfgang Trapp schräg gegenüber. Die damaligen Hosen hatten ja solche Innenhosen und es war noch nicht so, dass die Trainings- und Spielkleidung personenbezogen war. Beim KSC waren viele dieser Innenhosen zerrissen und verschlissen. Wenn man nun in die Kabine kam, lag auf jedem Platz eine komplette Garnitur mit Trikot, Hose, Stutzen und Schuhen – und diejenigen, die zuerst kamen, schauten zuerst in die Hose, ob sie ganz war. Wenn nicht, guckte man sich um, um sie auszutauschen. Und dann kam ich eines Morgens herein, fand bei mir eine kaputte Hose und bediente mich einfach bei Trapp, der eine gute bei sich liegen hatte. Natürlich tauschte ich die Hosen aus. Der Wolfgang kam, prüfte zuerst seine Hose und nach einem kurzen Blick in die Runde meinte er nur ganz trocken zu mir: „Sternkopf! Wenn Du noch einmal meine Hose nimmst, dann schneide ich Dir die Finger ab!“ Als Jungspund sagte ich mir dann natürlich „um Gottes Willen, nie wieder!“. Witzig, weil ich mich mit ihm immer sehr gut verstanden habe.<br />
Das waren geachtete Hierarchien in einer Mannschaft, die es so heute nicht mehr gibt. Ich verurteile nicht, wenn ein junger Spieler mit 18, 20 Jahren heute Millionen verdient – wer täte das nicht – aber dem Respekt gegenüber Älteren ist dies nicht förderlich. Dazu hat man zu schnell bereits zu viel erreicht.<br />
Wobei, das fällt nicht nur Achtzehnjährigen schwer, auch Dreißigjährigen… Das ist aber nicht fußballspezifisch, sondern gilt für alle Lebensbereiche. Der Respekt vor dem Menschen und was ihn ausmacht ist weniger geworden.</p>
<p><strong>Hatten Sie bspw. vor Seppl Klimesch Respekt?<br />
</strong>Ja, total! Auch wenn ich teilweise mit ihm, wie jeder andere, auch aneinander geraten bin (lacht)… Speziell wenn es darum ging, wo meine Schuhe sind und er nur meinte, die habe ich wohl mit nach Hause genommen. Was natürlich Unfug war, da ich sie nie mitgenommen habe. Da wurde er immer fuchsteufelswild und brüllte: „Ich geh’ mit Dir zum Riiiehl, ich geh’ mit Dir zum Riiiehl!“ Dennoch, ich mochte ihn und der Respekt war immer da.<br />
Der Seppl Klimesch, wie lange ist das her…</p>
<p><strong> Apropos Hermann. Hätten Sie ihm eine größere Karriere zugetraut?<br />
</strong>Ja, auf jeden Fall. Ebenso wie einem Uwe Bühler. Mit Raketen-Bühler, wie damals in den Zeitungen stand, habe ich zwar natürlich noch nicht gespielt, aber: Waaahnsinn!<br />
Beide waren Spieler, die ihre Karrieren aus gesundheitlichen Gründen viel zu früh beenden mussten. Sehr bedauerlich.</p>
<p><strong>Was empfanden Sie eigentlich im Jahr 2000, als der KSC drittklassig wurde?<br />
</strong>Wahnsinn. Unheimlich schade. Aber man sieht wie schnell es im Fußball gehen kann, wenn man sich einmal bei Transfers irrt oder es nicht hundertprozentig passt. Und der KSC hatte nur wenige Jahre zuvor Spiele wie gegen Valencia abgeliefert, um sich dann in der Regionalliga wiederzufinden. Das tat mir sehr leid. Allerdings bin ich auch jemand, der sagt, es ist nichts so schlimm, als daß es nicht für irgend etwas gut ist. Und jetzt ist der Verein ja wieder auf einem guten Weg. Es ist schön zu sehen, dass es wieder läuft und die richtigen Leute am Werk sind.<br />
Wissen Sie, für den Verein waren die Erfolge in 90ern zwar eine Riesensache, aber die Zuschauer wurden unheimlich verwöhnt. Nach den letzten Jahren wissen die Fans nun den Erfolg und guten Fußball wieder zu schätzen. Heute ist sportlicher Erfolg in den Bundesligen nicht mehr „normal“. Es muß hart gearbeitet werden und kleinste Fehler werden bitter bestraft.</p>
<p><strong>Wo landet der KSC am Ende der Saison?<br />
</strong>Zunächst einmal hätte vor der Saison überhaupt niemand mit diesem Erfolg gerechnet. Jetzt sieht es so aus, daß es KSC in der Hand hätte. Vielleicht käme der Aufstieg auch ein Jahr zu früh und die Zuschauer wären nach einem Scheitern sofort wieder sehr enttäuscht. Aber Prognosen sind schwierig und auf das Bauchgefühl möchte ich mich nicht verlassen. Ich drücke ihm auf jeden Fall die Daumen. Wenn sich die Chance ergibt, wird der KSC jedenfalls bestimmt alles geben. Es wäre natürlich schön, wenn der KSC die Punkte aus dem Heimspiel gegen den OFC zum Aufstieg nicht mehr benötigen würde (lacht)…<br />
Aber gönnen würde ich ihm den Aufstieg natürlich, weil ich beim KSC meine schönste Zeit erlebt habe und an mein erstes Bundesligaspiel sowie mein erstes Tor denke. Die Berichte in der Zeitung, das erste Trainingslager in Dubai und wie ich begann, die Welt kennenzulernen…</p>
<p><strong>Herr Sternkopf, Ihr Lieblingsstadion?<br />
</strong>Das San Siro in Mailand, in dem ich einmal spielen durfte. Ein tolles Gefühl. In der Bundesliga habe ich natürlich gerne in Dortmund gespielt, aber letztlich hatte jedes Stadion seinen eigenen Charme.</p>
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		<title>Selbst Jörg Berger würde sein Bier bekommen …</title>
		<link>http://www.heldenmagazin.com/2005/11/12/selbst-jorg-berger-wurde-sein-bier-bekommen-%e2%80%a6/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2005 08:04:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball-Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 1985 befriedigt der in Weihenstephan ausgebildete und studierte Braumeister Rudi Vogel (51) mit seinen Hausbrauereien in Karlsruhe, Durlach und Ettlingen den Durst zahlreicher Freunde eines guten Bieres in Karlsruhe und Umgebung. Der Badener hält seit den 60er Jahren zu seinem KSC und ist als langjähriger Dauerkartenbesitzer treuer Stammgast im Wildparkstadion.
Herr Vogel, was ist für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Seit 1985 befriedigt der in Weihenstephan ausgebildete und studierte Braumeister Rudi Vogel (51) mit seinen Hausbrauereien in Karlsruhe, Durlach und Ettlingen den Durst zahlreicher Freunde eines guten Bieres in Karlsruhe und Umgebung. Der Badener hält seit den 60er Jahren zu seinem KSC und ist als langjähriger Dauerkartenbesitzer treuer Stammgast im Wildparkstadion.</strong></em></p>
<p><strong>Herr Vogel, was ist für Sie typisch KSC?<br />
</strong>Dass man nie weiß, was hinterher herauskommt …<br />
<span id="more-104"></span> Vielleicht ganz aktuell: Ein zu geringes Zutrauen in eigene Stärken und Perspektiven. Obwohl ich die finanziellen Zwänge nicht kenne, ist es schade, dass man Masmanidis nach Bielefeld ziehen ließ und jetzt offenbar auch noch Gefahr läuft, Danny Schwarz an 1860 zu verlieren. Es war halt zu oft der Fall, dass man jemanden hat „renne’ lasse“ und danach stand man dann „nass“ da…<br />
Aber ich gehe gerne raus! Sicher, der Vogelbräu hat sieben Dauerkarten und es gab Jahre, da hatte man Probleme, jemanden zum Mitnehmen zu finden, gerade nach den Abstiegen hat man fast schon etwas dafür bezahlen müssen, damit jemand mitgeht. Ansonsten haben wir jedoch immer unseren Spaß und kann man gut damit leben, dass der KSC halt nicht der FC Bayern ist. Der KSC ist für mich ein wichtiger Bestandteil des Wochenendes. Und dass man sich ab und zu mal ärgert, gehört einfach dazu.</p>
<p><strong> Wann waren Sie das erste Mal auf dem KSC?<br />
</strong>Nun, meine erste Fußballiebe war der FCB…</p>
<p><strong>Oh mein Gott…<br />
</strong>… der FC Busenbach.</p>
<p><strong>Ach so…<br />
</strong>Aber zum KSC kam ich auch schon in den 60er Jahren und kann mich auch an Spiele wie gegen 1860 mit dem „Radi“, Petar Radenkovic, erinnern. Aber das war noch nicht regelmäßig, eher so hin und wieder mal.</p>
<p><strong> Hatte Sie Ihr Vater mitgenommen?<br />
</strong>Nein, das waren der Onkel oder auch mal Bekannte.</p>
<p><strong>Wenn Sie die Möglichkeit hätten, aus den vergangenen vierzig Jahren noch einmal ein KSC-Spiel im Stadion zu erleben – für welches würden Sie sich entscheiden?<br />
</strong>Natürlich Valencia. Obwohl man gehofft hatte, dass das 1:3 noch aufzuholen sei, waren die Ereignisse des Rückspiels doch völlig unerwartet, waren die Voraussetzungen denkbar schlecht. Aber &#8211; vor dem Spiel kam ein im benachbarten Erbprinz in Ettlingen beschäftigter Bekannter zu uns und erzählte von den dort untergebrachten Spaniern, dass man die Brust nicht weiter würde herausdrücken würde können wie diese es tun. Da haben die einen Fehler gemacht.<br />
Es war überhaupt eine phantastische Zeit und ich begleitete die Mannschaft damals auch nach Eindhoven, Porto oder Bordeaux. In Valencia war ich urlaubsbedingt leider nicht.</p>
<p><strong>Waren die Europapokalspiele die Ausnahme oder sind Sie öfters auswärts mit dabei?<br />
</strong>Eher weniger, aber wenn sich die Gelegenheit bot und bietet, bin ich schon manchmal dabei. Zuletzt bin ich immer bei den Spielen in Dresden dabei, weil wir dort ja auch geschäftlich aktiv sind. Generell bin ich aber eher ein typischer Heimzuschauer, der versucht, alle Heimspiele zu sehen. Was zeitlich aber auch schwer genug ist.</p>
<p><strong>Gibt es in Dresden auch einen Vogelbräu?<br />
</strong>Wir brauen im Ballhaus Watzke, einem Dresdner Traditionslokal. Wir richten uns natürlich nach dem dortigen Pilsgeschmack, benutzen z.B. böhmischen Hopfen. Es ist ein schönes, herbes Pils.</p>
<p><strong>Gab es eine Art Schlüsselerlebnis für Sie, dass der KSC Ihr Verein wurde?<br />
</strong>Nein, das kann ich nicht sagen, das ist irgendwie gewachsen.</p>
<p><strong>Wie finden Sie die Stimmung im Wildparkstadion, sind Sie mit der dort gepflegten Fan-Kultur zufrieden?<br />
</strong>Es hat etwas, es ist schon ein Erlebnis. Da ich häufiger erst ganz knapp oder verspätet zum Spiel kommen kann, habe ich meine Dauerkarte im Sitzplatzbereich auf der Gegengerade, über dem Fan-Block. Da bin ich hautnah dabei und finde die Aktionen der Fans toll. Natürlich, Auswüchse im Stadion wie Leuchtkugeln oder Krawalle, wie durch die Dresdner Fans zum Beispiel, finde ich nicht gut. Die Polizeipräsenz im Stadion ist manchmal schon erschreckend, wenn ich hinter der Gegengerade das Stadion verlasse und man hat eine Wand aus Polizisten vor sich. Vielleicht ist es besser, bevor einmal richtig etwas passiert, aber… es ist nicht schön.<br />
Wobei ich die Dresdner Fans wirklich nicht negativ herausnehmen möchte. Ich war auswärts schon zweimal Dresden und fand die Atmosphäre im Stadion richtig toll. Alleine die „Dynamo“-Wechselgesänge…, die Stimmung dort ist wirklich gut. Ich bin sehr gerne in Dresden und habe auch viele Kontakte zu Dynamo-Fans. Man darf die Mehrheit nicht über die Minderheit definieren. Leider aber haben sie einen recht großen Anteil von Idioten unter den Fans. Dagegen muß sich der Verein noch mehr engagieren, hat er das Problem zuvor vielleicht etwas zu sehr vernachlässigt. Mit einem Karlsruher Kennzeichen auf dem Auto würde ich nicht hinfahren…</p>
<p><strong>Leben Sie die Rivalitäten von Verein und Fans mit Mannschaften wie Kaiserslautern oder dem VfB eigentlich mit?<br />
</strong>Mit Sicherheit. Also, wir haben samstags ein Bundesligatipspiel, da können Kaiserslautern, Bayern, Gladbach oder Stuttgart spielen gegen wen sie wollen, bei mir verlieren die immer – deswegen habe ich bei unserem Spiel auch noch nie Geld gewonnen…</p>
<p><strong>Schade eigentlich…<br />
</strong>Nein, nein, da bin ich konsequent, die kriegen von mir keine Punkte. Und wenn sie gegeneinander spielen, dann gibt’s natürlich ein Unentschieden.</p>
<p><strong>Gibt es eigentlich einen KSC-Spieler oder –Trainer, der Sie so sehr verärgert hat, dass Sie Ihm kein Bier ausschenken würden?<br />
</strong>Wenn, dann dem Jörg Berger. Der hatte mich nicht unbedingt begeistert. Aber, wenn er denn käme, dann würde ich ihm zwar schon bescheid geben – aber kein Bier geben? Nein, nein, also, soweit würde ich dann doch nicht gehen. Nein, nein…</p>
<p><strong>Sind KSC-ler eigentlich manchmal bei Ihnen zu Gast?<br />
</strong>Ja, klar. In Ettlingen zum Beispiel Winfried Schäfer, den sehe ich da öfter. Auch der Ede Becker kommt in Ettlingen vorbei und der Thomas Kies in Durlach. Ja, doch, es schauen immer mal wieder welche vom KSC vorbei.</p>
<p><strong>Welche Spieler stünden denn Ihrem KSC-Dreamteam?<br />
</strong>Oh, da würde ich sehr an unserer damaligen Europapokalmannschaft hängen. Im Tor natürlich Oliver Kahn, Gunther Metz, den ich gerne sah, Michael Wittwer, Oliver Kreuzer, aber auch ein Michael Harforth, Mehmet Scholl, Michael Tarnat, Thomas Häßler… und auch Iannis Masmanidis oder Danny Schwarz, von denen ich sehr angetan bin.</p>
<p><strong>Wer im derzeitigen Kader ist Ihr Lieblingsspieler?<br />
</strong>Markus Miller Fußballgott! Aber die Mannschaft ist an sich sehr sympathisch, da sie gewachsen ist und viele junge Leute dabei sind. Und das gefällt mir immer wieder gut am KSC, dass man es schafft, mit eigenen, unbekannten jungen Leuten eine starke Mannschaft zu schmieden. Auch wenn sie erst einmal über den Kampf ins Spiel kommt. Und gerade diese Runde hat bislang sehr viel Freude gemacht. Es rücken von unten ja auch wieder einige nach. „Gugge’ mer mal“…</p>
<p><strong>Zum allgemeinen Entsetzen ist Budweiser das offizielle WM-Bier. Was halten Sie davon?<br />
</strong>Ja, gut – wenn man kurz vor dem Verdursten ist, und es ist eiskalt, dann würde ich es trinken. Nur in der allergrößten Not, sonst käme ich nie auf den Gedanken. Es ist halt so: Es ist kein gutes Bier, aber die verkaufen weltweit 150 Mio. Hektoliter. Und alle deutschen Brauer zusammen kommen auf ca. 110 Mio. Hektoliter. Da ist es unerheblich, was ich als Fachmann oder Biertrinker zum Geschmack sage.</p>
<p><strong>Und im Juni steht der Vogelbräu ganz im Zeichen des Fußballs und der WM?<br />
</strong>Ja, wir haben auch sonst immer viele Premiere-Gucker. Im Sommer stellen wir dann Großleinwände in die Biergärten und werden auch drum herum noch einiges machen. Es wird in dieser Zeit halt kein anderes Thema geben.</p>
<p><strong>Wann kam bei Ihnen eigentlich der Wunsch auf, Brauer zu werden?<br />
</strong>Das hat sich über das allgemeine Interesse einfach so ergeben. Wichtig war ein ganz tolles Praktikum hier in Karlsruhe beim Moninger. Von da ab war für mich klar, das ist es!</p>
<p><strong>Herr Vogel, nach allgemeinem Verständnis gehört zum Bier im Stadion die Bratwurst. Ist diese Kombination für Sie eigentlich auch der Favorit?<br />
</strong>Das passt gut. Wobei, früher gab es immer einen Stand, so einen Imbisswagen, der hatte auch immer Curry-Wurst. Zu Europapokalzeiten war das immer unsere Lieblingsmahlzeit. Das vermisse ich heute – dass man keine Curry-Wurst mehr bekommt.</p>
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		<title>Dann steht Horst Franz vor Ihrer Tür!</title>
		<link>http://www.heldenmagazin.com/2005/10/12/dann-steht-horst-franz-vor-ihrer-tur/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2005 07:56:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Dreisigacker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball-Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Der am 25.12.1958 in Schöllbronn geborene Martin Wiesner spielte von 1977 bis 1983 in der ersten Mannschaft des KSC, mit der 1980 den Aufstieg in die erste Bundesliga erreichte. In den Aufstiegsspielen gegen RW Essen genügte nach einem 5:1 im heimischen Wildpark eine 1:3-Niederlage an der Hafenstraße. Nach einer herausragenden Leistung im Hinspiel gab Wiesner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Der am 25.12.1958 in Schöllbronn geborene Martin Wiesner spielte von 1977 bis 1983 in der ersten Mannschaft des KSC, mit der 1980 den Aufstieg in die erste Bundesliga erreichte. In den Aufstiegsspielen gegen RW Essen genügte nach einem 5:1 im heimischen Wildpark eine 1:3-Niederlage an der Hafenstraße. Nach einer herausragenden Leistung im Hinspiel gab Wiesner in Essen die Vorarbeit zum erlösenden 3:1 durch Uwe Dittus. Für den KSC bestritt er 80 Bundesliga- (7Tore) sowie 83 Zweitligaspiele (11 Tore). Verletzungsbedingt blieb dem hochtalentierten Mittelfeldspieler allerdings eine große Karriere versagt. Wiesner ist heute als Spielerberater tätig und lebt in Wettingen in der Schweiz.</strong></em></p>
<p><strong>Herr Wiesner, was ist für Sie „typisch KSC“?<br />
</strong>Daß er leider immer noch in der 2. Liga spielt! (Lacht)</p>
<p><span id="more-100"></span></p>
<p><strong>Verfolgen Sie dessen Werdegang und was trauen Sie ihm in dieser Saison noch zu?</strong><br />
Schon vom Beruf her verfolge ich die Ereignisse und traue ihm für diese Saison in jedem Fall eine weitere Rolle im vorderen Mittelfeld zu, wobei es für den Aufstieg wohl ein Jahr zu früh sein wird.</p>
<p><strong>Sie sind Spielerberater. Sind auch aktuelle KSC-Spieler darunter?<br />
</strong>Ja, Timo Staffeldt und Marc Gallego.</p>
<p><strong>Wie zufrieden sind Sie mit Staffeldts Entwicklung?<br />
</strong>Zunächst einmal war es für ihn wichtig, den Sprung von der Regionalliga- in die Bundesligamannschaft zu schaffen. Dort kann er wichtige Erfahrungen sammeln, die ihn weiterbringen.</p>
<p><strong>Sie kamen wie Staffeldt aus der eigenen Jugend und spielten dann sechs Jahre in der ersten Mannschaft. Hätten Sie für Ihre Entwicklung im nachhinein eher einen Wechsel anstreben sollen?</strong></p>
<p>Nach dem Aufstieg 1980 folgte meine Berufung in die B-Nationalmannschaft, so daß alles soweit nach Plan verlief. Der Abstieg mit dem KSC 1983 störte dann diese Entwicklung, da damit eine große Verunsicherung verbunden war, wie und ob es mit dem KSC weitergeht. Ich entschloß mich dann für einen 2-Jahres-Vertrag bei den Stuttgarter Kickers.</p>
<p><strong>Weshalb ausgerechnet zu den Kickers, die doch ebenso wie der KSC zweitklassig waren?<br />
</strong>Das Angebot stand eben. Es hätte zuvor Möglichkeiten gegeben, doch ich hatte beim KSC Vertrag. Und damals waren unter diesen Voraussetzungen die Transfermöglichkeiten natürlich enger als heute.<br />
Danach, 1985, wechselte ich dann zu TeBe Berlin und nach deren Abstieg ein Jahr später ging es in die Schweiz. Durch einen Bandscheibenvorfall 1982 war ich letztlich so sehr eingeschränkt, daß ich heute mit der Entwicklung zufrieden sein muß – mehr war nicht drin. Die Rückenverletzung war schließlich sehr kräftezehrend, sodaß ich meine Karriere beenden musste.</p>
<p><strong>Wie ging es weiter?<br />
</strong>Ich erwarb mir binnen eines Jahres alle Trainerlizenzen, um direkt danach in die Beratertätigkeit zu wechseln. Hier hatte ich dann das Glück, daß ich mit Spielern wie Harald Kohr, Stéphane Chapuisat, Peter Közle, Pavel Kuka oder Ciriaco Sforza einen guten Start hatte.</p>
<p><strong>Sforza war seinerzeit auch beim KSC im Gespräch, ehe er sich für den FCK entschied. Lag es nur am Geld?<br />
</strong>Es war seine Entscheidung, sich zwischen VfB, Kaiserslautern und dem KSC zu entscheiden. Nach allen Gesprächen mit Trainern und Managern der jeweiligen Vereine entschied er sich eben für Kaiserslautern.</p>
<p><strong>Wann und wie kamen Sie eigentlich zum KSC?<br />
</strong>Das ging über die badische Auswahl, wo ich unter Pal Csernai trainierte. Beim KSC spielte ich drei Jahre in der Jugend, ehe ich am Ende des zweiten A-Jugend-Jahres in die Lizenzspielermannschaft übernommen wurde.</p>
<p><strong> Gingen Sie als Jugendspieler auch ins Stadion?<br />
N</strong>atürlich, das wird auch heute noch so sein, daß die KSC-Jugendspieler sich die Bundesligaspiele ansehen. An mein erstes Spiel kann ich nicht mehr erinnern, es könnte allerdings 1974/75 gegen Saarbrücken gewesen sein.</p>
<p><strong>Und welches Spiel aus Ihrer aktiven KSC-Zeit würden Sie gerne noch einmal spielen, weil es so viel Spaß gemacht hat?<br />
</strong>Also, es waren „supertolle“ Spiele gegen Bayern München, den HSV, Dortmund oder Nürnberg dabei. Das Spiel, an daß ich mich jedoch aus der Distanz und wegen meines Berufes am liebsten erinnere, ist das letzte Saisonspiel 1981/82 mit dem KSC beim Hamburger SV. Franz Beckenbauer hatte seine letzte Saison gespielt und war mit dem HSV noch einmal deutscher Meister geworden. Vor dieser Kulisse, wo nach dem Spiel noch der Meister gekrönt wurde, gegen Beckenbauer noch gespielt zu haben, hat bleibende Erinnerungen hinterlassen.</p>
<p><strong>Es war das letzte Spiel unter Max Merkel. War die Entscheidung für den Trainerwechsel von Krafft zu Merkel für Sie eigentlich richtig?<br />
</strong>Es war eine Entscheidung, die damals auch unter uns Spielern ein Aha-Erlebnis ausgelöst hat und wir erkennen konnten, welche Zugkraft ein solcher Namen hat. Beim ersten Training war der Platz mit ca. 4.000 Zuschauern voll!<br />
Und wenn ich recht erinnere, haben wir dem Max Merkel im ersten Eifer sogar seine teure Brille ‚runtergeschossen… (lacht) Ich weiß aber nicht mehr, wer von uns das war. (lebhafteres Lachen) Ein Erlebnis, von dem auch die vielen Zuschauer etwas hatten! (Starkes Lachen)<br />
Ich weiß auch noch, daß die Zeit bis zum ersten Punktspiel wohl zu kurz war und er zur Identifizierung seiner Spieler auf dem Platz auf den Spielberichtsbogen angewiesen war.</p>
<p><strong>Mit welchem KSC-Trainer haben Sie besonders gerne zusammen-gearbeitet?<br />
</strong>Jeder hatte seine Vorzüge. Am längsten hatte ich Manfred Krafft. Er war sicherlich derjenige, der uns in der Belastung am meisten strapaziert hat (lacht) und von dem ich gewiß meine Rückenprobleme davontrug (Starkes Lachen).<br />
Aber er war auch derjenige, unter dem ich zum B-Nationalspieler berufen wurde. Aber es gibt zu jedem Trainer Anekdoten, an die ich mich gerne erinnere. Wie zu einem Horst Franz, der einen Fan am Zaun, der wohl zu stark geschimpft hatte, kurzerhand zur Strecke und zum Schweigen gebracht hat. (Heiterkeit). Ich wollte gar nicht mehr hinsehen, aber er war dann ruhig… (starke Heiterkeit) Also, jeder hatte etwas für sich. Auch ein Horst Buhtz, , den ich bei den Kickers hatte, oder Eckard Krautzun und Gerd Achterberg, die ich bei Tennis Borussia hatte (Weitere Heiterkeit).</p>
<p><strong>Welche Mitspieler sehen Sie noch?<br />
</strong>Aus dem Beruf heraus natürlich Ede Becker und Rolf Dohmen, auch Rainer Ulrich und Hans-Jürgen Boysen. Den Wolfgang Schüler sah ich kürzlich wieder, er arbeitet heute im Immobilienbereich. Und Uwe Dittus sah ich zuletzt, als er noch für die Musikgruppe Pur zuständig war.</p>
<p><strong>Herr Wiesner, zum Abschluß noch ein kleines Spiel. Stellen Sie bitte Ihre Lieblingsmannschaft aus Ihrer aktiven KSC-Zeit zusammen…<br />
</strong>Also… Im Tor Rudi Wimmer, in der Abwehr Rolf Dohmen, Rainer Ulrich, Karl-Heinz Struth und Hermann Kohlenbrenner. Im Mittelfeld den Wiesner, Wilfried Trenkel, Gerhard Bold und Uwe Dittus sowie im Angriff Emanuel Günther und Raimund Krauth.</p>
<p><strong>Ein netter Zufall, das war die Mannschaft aus den Aufstiegsspielen gegen RW Essen 1980!<br />
</strong>Das ist ja gut. Das war auch ein bleibendes Erlebnis damals! Beide Spiele, im besonderen das Hinspiel, waren sicherlich ein Highlight meiner Karriere. Gerade der Modus mit Hin- und Rückspiel war natürlich sehr spannend – vergleichbar mit Spielen im Europapokal.</p>
<p><strong>Vielen Dank, Herr Wiesner – ich hoffe sehr, Sie werden mit dem Ergebnis unseres Gesprächs zufrieden sein.<br />
</strong>Wenn nicht, dann steht Horst Franz vor Ihrer Tür… (Lachen)</p>
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