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Artikel in der Rheinpfalz vom 6. Januar 2011

\Das Wildparkstadion erwacht aus dem Winterschlaf. Nicht nur sportlich mit einem 5:1 gegen Germania Friedrichstal, sondern auch am Spielfeldrand. Denn in den letzten Wochen des alten Jahres glichen Kulisse und Stimmung zu den Heimspielen den lähmenden Erinnerungen an 2003/04, als die Köstner-Ära sich nur mehr dahinschleppte. Nun machen Fans mobil.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 21.12.2010

\ Ein Bekannter war kürzlich beim Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen den 1. FC Nürnberg. Ihn, einen hundertprozentigen KSC-Fan, trieb nun kein ruchloses Renegatentum in den Kraichgau, sondern nur ein Freund und Cluberer aus dem Fränkischen, den er begleitete. Abends zuvor hatte man in Karlsruhe gemeinsam das Spiel gegen Arminia Bielefeld gesehen. Wohl auch aufgrund der traumatischen Erfahrungen einer spröden Auseinandersetzung zweier Kellergeister der 2. Liga, erbrachte ihm dann der Ausflug in den Kraichgau zwei erstaunliche Erkenntnisse. Einerseits war er ebenso fassungslos wie begeistert über das sportliche Spektakel, das die Mannschaft Ralf Rangnicks auf den Rasen gezaubert hatte. Denn in seiner Naivität hatte er mit einem derartigen Klassenunterschied zu den wöchentlichen Spielen seines KSC nicht gerechnet. Und andererseits war er aufgrund der positiven Reaktionen und Gespräche auf seinen KSC-Schal hin nicht der einzige Wildparkjünger, der sich dort herumtrieb. Wobei es bei jenen keine aufgenötigten Freundschaftsdienste gab, die sie dort hingebracht hatten – sondern schlicht das Interesse an schönem und großem Fußball.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 13.12.2010

\ „So sieht also ein Konzeptsieg aus!“ Mit mehr Erleichterung denn Zynismus machte ein Fan nach dem freitäglichen Spiel gegen Arminia Bielefeld seiner Erleichterung Luft und stieß mit seinen Begleitern im KSC-Clubhaus sogleich kräftig an. Unvermeidbar wie die Wischerblätter an der Windschutzscheibe in diesen Tagen klebt an Trainer Uwe Rapolder noch immer die Zuschreibung des „Konzepttrainers“, die er sich besonders in seinen Bielefelder Jahren erworben hatte. Da mag sich der gute Mann noch so eifrig bei jeder Gelegenheit gegen dieses Label wehren – es haftet zuverlässig und lässt ihn nicht los. Eine Folge dessen ist, dass die Menschen schlagartig eine fußballerische Wunderheilung des KSC-Teams erwarten, die in der Kürze der Zeit allerdings kaum ernsthaft zu erwarten ist. Daher gilt es zunächst, Augen und Hintern öfters kräftig zusammen zu kneifen und bisweilen Unerträgliches mit nahezu übermenschlicher Gelassenheit über sich ergehen zu lassen – denn die Hauptsache ist, dass der KSC wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammelt.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 6.12.2010

\ Erst jüngst schaute ich in einer Kneipe in der Kronenstraße vorbei, die sich seit Ewigkeiten mit voller Berechtigung „KSC-Fan-Kneipe“ nennen darf. Wobei der Wirt zugestehen musste, dass die Begeisterung seiner Kundschaft für die Blau-Weißen schon einmal größer war. Als an seinen Bildschirmen vor rund zwei Wochen das Auswärtsspiel in Augsburg zu sehen war, konnte er nur mehr zehn Interessenten zählen. Noch ernüchternder war allerdings, dass sich das Lokal zur anschließenden Übertragung des Bundesligaspiels VfB Stuttgart gegen den 1.FC Köln wieder beängstigend füllte. Nun mag es zwar sein, dass sich dank der Universität so manch schwäbisches Volk in Karlsruhe tummelt, das sich – anstatt völliger sozialer Umnachtung anheim zu fallen –  schutzsuchend um seinen rot-weißen Fetisch zusammenrottet. Doch ist es auch gleichsam bezeichnend, wie desinteressiert viele Karlsruher mittlerweile geworden sind. Der KSC ist mal wieder arm dran, und dabei noch nicht einmal mehr sexy.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 30.10.2010

\ Am Tag danach rieselte leise der Schnee über den Ort des Geschehens im Hardtwald hernieder. Dabei bedurfte es dieses Mal noch nicht einmal eines solchen Teppichs, unter den sportlicher Unrat hätte gekehrt werden müssen. Denn das erfreulich deutliche 4:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen zeigte, dass die Mannschaft durchaus zu respektablen Leistungen fähig ist und lässt für die Zukunft hoffen. Und dass obwohl die Gäste über weite Strecken des Spiels nicht nur numerisch limitiert waren und somit den Aufwärtstrend des KSC nur bedingt bremsen konnten.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 22.10.2010

\ Der unbedarfte Betrachter war zunächst verwundert, doch alsbald zornig. Denn am Freitag vorvergangener Woche spielte der KSC zuhause gegen den FC Erzgebirge Aue, und noch als man vier Tage später die Visitenkarte des Vereins – die Geschäftsstelle – aufsuchte, fand man davor kistenweise die Reste jenes Abends: Brötchen. Das Stadion liegt inmitten eines Waldgebietes und wird daher natürlicherweise nicht nur unregelmäßig von Zuschauern und Sportlern besucht, sondern eben auch regelmäßig von allerlei Protagonisten heimischer Fauna. Gerne klagt der Verein diesbezüglich, wenn zum Beispiel sanitäre Anlagen oder Umkleideräume zur Heimat von Ratten werden. Sollte die Pflege der Örtlichkeiten auf dem Stadiongelände durch den Verein mit dieser ostentativen Präsentation der besagten Backwaren nun repräsentativ sein, dann müsste er sein Lamento künftig etwas mäßigen.

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Die Mitgliederversammlungen vom 17. November 2010

\ Es wurde spät. Denn der schon um 18 Uhr begonnene Abend der beiden Mitgliederversammlungen des KSC sprengte zeitlich wieder einmal jeden von den Veranstaltern prognostizierten und erhofften Rahmen. Als weit nach ein Uhr die letzte Entscheidung gefallen war, wies der nun auch offizielle Präsident Ingo Wellenreuther die letzten Aufrechten in der Schwarzwaldhalle darauf hin, sich doch bitte zu sputen, da das Parkhaus in nur 20 Minuten schließe.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 14.9.2010

Der durch seine „Mohammed-Zeichnung“ ins Visier militanter Islamisten geratene, dänische Karikaturist Kurt Westergaard erinnerte vergangene Woche mehrmals an den Wortwechsel des spanischen Künstlers Pablo Picasso mit einem deutschen Luftwaffenoffizier aus dem Jahre 1940. Gefragt, ob er es nicht sei, der das Bild „Guernica“ gemalt habe, antwortete Picasso schlicht mit „nein, das habt Ihr gemalt“. Wenn man nun weiß, daß das 1937 entstandene Monumentalbild die Zerstörung der baskischen Stadt Gernika durch einen Luftangriff der deutschen Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg thematisiert, so wird die schlagfertige Intelligenz der Replik Picassos offenkundig.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 6.9.2010

Am Wochenende waren im Fernsehen tumultartige Bilder aus Dublin zu sehen. Der ehemalige englische Premierminister Tony Blair war in die irische Hauptstadt gekommen, um in einer Buchhandlung aus seiner gerade erschienenen Biographie „A Journey“ (Deutscher Titel „Mein Weg“) zu lesen und für das Buch zu werben. Nun, über mangelnde Aufmerksamkeit durfte er sich hernach nicht beklagen – das Werk und sein Urheber erfuhren eine nachdrückliche Beachtung, die sicherlich erhebliche Werbekosten wird einsparen können.

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Die Rheinpfalz-Kolumne « An der Seitenlinie » 31.8.2010

Das Karlsruher Wildparkstadion zählt zu jenen deutschen Arenen, die schon immer unter dem Mangel an genügend überdachten Zuschauerplätzen litten. Und dies eben nicht erst seit dem letzten Jahrzehnt, als es bei Stadionneubauten oder -renovierungen überall in Deutschland zum Standard wurde, das zahlende Publikum während eines Spiels vor Wetterbedingungen schützen zu müssen. Undenkbar sind heute die Bilder aus dem Münchner Olympiastadion, dem Gelsenkirchener Parkstadion oder dem Hamburger Volkspark, als die Fotografen in den ungemütlichen Jahreszeiten auf nahezu menschenleere Blöcke halten konnten, um skurrile Bilder einsam eingeschneiter oder durchnässter Unentwegter schießen zu können.

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