Die Rückrunde der KSC-Aufstiegssaison 1974/75

Von der Isar bis zur Spree, keiner schlägt den KSC!

Transparent eines KSC-Fans im Saarbrücker Ludwigsparkstadion zum dortigen Spiel.
Der KSC gewann mit 1:0.

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KSC 5–1 SpVgg. Bayreuth
0-2 zur Pause \ 01.02.75, Wildparkstadion, 22.000 Zuschauer
Trenkel (11.), Berger (44.), Hoffmann (60. und 69.) sowie Fuchs (90.), bei einem Gegentor von Bruno Dvorak (59.)

der KSC marschierte weiter und baute seinen Vorsprung auf den Verfolger Saarbrücken auf vier Punkte aus. Gerade rechtzeitig vor dem Aufeinandertreffen der beiden Teams am folgenden Wochenende im Saarbrücker Ludwigsparkstadion.
Der Tabellenführer profitierte hierbei von einer starken Leistung des verbesserten Trenkel, der mit dem frühen Führungstor zudem Sicherheit in das Spiel seiner Elf bringen konnte. Dies war auch nötig, da die Franken – entgegen dem eindeutigen Ergebnis – über die gesamten 90 Minuten das hohe Spieltempo mithalten konnten und auf tiefem Boden ein großes Kampfspiel zeigten.
Aber der KSC war gut drauf und vor allem die Stürmer Vogel, Hoffmann und Berger ständige Unruheherde für die Bayreuther. Dies war besonders Trainer Rühl wichtig, da nach den wenig überzeugenden Siegen gegen Homburg und Worms bereits die ersten Unkenrufe lautgeworden waren. Doch von Urteilen wie „glücklich“ oder „unverdient“ wollte man sich in Karlsruhe nicht den guten Lauf der Mannschaft in Abrede stellen lassen.
Eine sehr unsportliche Geste leistete sich übrigens deren Regisseur Bobby Breuer, als er nach Spielschluß seinem Gegenspieler Radau den Ball mitten ins Gesicht schoß. Vom Schiedsrichter unbemerkt sah er nicht die eigentlich fällige rote Karte.

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1.FC Saarbrücken 0–1 KSC
0-0 zur Pause \ 15.02.1975, Ludwigsparkstadion, 34.000 Zuschauer
1:0 (32.) Roland Vogel

Großkampftag in Saarbrücken, über 34.000 Zuschauer wollten das Spitzenspiel sehen! So viele wie seit sieben Jahren nicht mehr, als ein Heimspiel gegen Borussia Neunkirchen die Massen angezogen hatte.
Doch ihre Erwartungen wurden nicht erfüllt, der KSC zeigte sich als die bessere Mannschaft und siegte durch ein Tor von Vogel in der 70. Minute verdient mit 1:0. Es war ein kurioses Tor. Kurz vor der Seitenauslinie wollte Roland Vogel eine Flanke schlagen, doch der Ball zog überraschend flach in die kurze Torwartecke. Der zurückfallende Torwart Norbert Sauer drückte bei seinem Rettungsversuch das Leder dann unglücklich über die eigene Torlinie.
Am Ende war es jedoch völlig gleichgültig, wie elegant das entscheidende Tor gefallen war. Denn es war Ausdruck einer sehr disziplinierten und abgeklärten Vorstellung des KSC, der streckenweise wie aus einem Guß aufzuspielen vermochte.
Der FCS hingegen agierte sehr verkrampft und konnte nur mit gutem Willen aufwarten. Entscheidend war, daß Stützen wie Außenstürmer Flügelstürmer Frank Holzer oder die Traser-Brüder Ernst und Heinz nicht zu ihrer Leistung fanden. Nur mit gutem Willen und einem überragenden Libero Ernst Schmitt, der permanent gefährlich nach vorne rückte, war dem KSC an diesem Tag jedoch nicht beizukommen.
Als es im Verlauf der zweiten Hälfte dann gelang, über die immer stärker spielenden Ludwig Denz und Felix Magath das Spiel in die Hand zu bekommen, schlugen die Gäste eiskalt zu.
Es blieb ein in der Entstehung vielleicht etwas glücklicher, aber verdienter Auswärtssieg für die Karlsruher, denen es über weite Strecken ausgezeichnet gelungen war, dem Gegner  Spiel und Taktik aufzuzwingen. Einziger Wermutstropfen war die schmerzhafte Bänderdehnung von KSC-Stopper Ewald Schäffner, die ihn zu einer mehrwöchigen Pause zwingen sollte. Eine Viertelstunde vor Spielende hatte der Franke einen Schlag gegen den Knöchel erhalten, wobei das Gelenk ausgekugelt wurde. Schäffner renkte es sich kurzentschlossen wieder ein und spielte die Partie zu Ende. Das waren noch Männer!
Mit diesem Schlüsselspiel hatte sich in der Mannschaft die Überzeugung festgesetzt, daß nur noch sie selbst sich des großen Zieles Bundesliga würde berauben können. Man führte die Tabelle souverän mit 35-11 Punkten an, gefolgt von Schweinfurt (30-16), dem  FCS (29-17) und den Sechzigern (28-18). Wie schrieb doch die Bild am Sonntag? Jetzt zieht der KSC wie ein Komet davon …

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