Am liebsten im Wildpark! \ Bernd Hoffmann

\ Obgleich Bernd Hoffmann nur eineinhalb Spielzeiten (1974 bis 1975) für den KSC aktiv war, zählt er für die Zeitzeugen zu den großen und noch immer bewunderten Torjägern des Vereins. Denn es war der gebürtige Berliner, der den Verein nach seinem Wechsel vom VfR Heilbronn mit seinen Toren buchstäblich zurück in die Bundesliga geschossen hatte.

Seit Christian Müller hatte man in Karlsruhe auf einen solchen Stürmer gewartet, der es kaltblütig verstand, genau das zu tun, was man von ihm erwartete: Tore schießen! Das Spiel des typischen Strafraumstürmers war hierbei zwar nicht spektakulär, ohne Zweifel jedoch ausgesprochen effektiv. Am Ende der sportlich so erfolgreichen Spielzeit zählte er bei weitem nicht zu den notenbesten Stürmern seiner Klasse. Und dennoch: Seine 25 Tore in der Aufstiegssaison bescherten ihm den Titel des Torschützenkönigs der 2. Liga Süd. Gewiß ein Beleg dafür, daß sich der damals 28jährige im Spiel nahezu ausschließlich über seine Tore zu definieren vermochte. Es mochte zwar sein, daß andere die Schönheitspreise abräumten (u.a. Ferdinand Keller von 1860 München oder Manfred Drexler von Darmstadt 98) – aber aufgestiegen war der KSC des Bernd Hoffmann!

In der folgenden Bundesligasaison rechnete man in Karlsruhe fest mit seinen Toren, doch konnte er die hochgesteckten Erwartungen leider nicht erfüllen. Dabei war seine Bundesligarückkehr (er hatte zuvor bereits für den MSV Duisburg und RW Oberhausen Bundesligaerfahrung gesammelt) so vielversprechend: Im ersten Saisonspiel gelangen ihm beide Tore zum sensationellen Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt.

Von Verletzungen und der sportlichen Leitung enttäuscht -  durch die Nachverpflichtung von Ove Flindt drohte er dauerhaft ins zweite Glied zu rutschen – wechselte er bereits zur Rückrunde zurück in die 2. Liga Süd, zu den Stuttgarter Kickers.  Dort beendete er 1979 auch seine Profikarriere.

(…)

Herr Hoffmann, abgesehen davon, daß der KSC in jenen Jahren immer die Ambition hatte, in die Bundesliga zurückzukehren – hätten sie gedacht, daß es so schnell und reibungslos funktioniert?
Bernd Hoffmann: Vorher weiß man natürlich nie, ob man die jeweiligen Vorstellungen so gut umsetzen kann – zumal über eine ganze Saison. Aber der KSC hatte damals eine gute Mannschaft zusammengestellt und dies ermöglichte dann sogar das vorzeitige Erringen der Meisterschaft in der 2. Liga Süd.

Nach tollem  Beginn geriet die Mannschaft im Spätherbst in eine Krise. In Völklingen wurde sogar mit 0:5 verloren. Wurden Sie darüber unsicher?
Bernd Hoffmann: Nein, dazu hatten wir einen zu guten Start hingelegt, als daß uns das hätte aus der Bahn werfen können. Wir wußten um unsere Stärke. Natürlich wurden wir vom Trainer intern auch schon deutlicher und lauter angesprochen, aber wir waren sehr selbstbewußt. Eine Krise, wie in dieser Form, konnte uns nicht umwerfen – das war unsere Stärke.

Wie reagierte denn Calli Rühl? Der KSC war schließlich seine erste Trainerstation.
Bernd Hoffmann: Ich weiß noch, wie er uns dann zwei-, dreimal „etwas härter“ trainieren ließ und in den Hardtwald geschickt hat (lacht). Er faßte uns fester an, damit wir wieder in die Spur kamen.

Ihr Wechsel vom VfR Heilbronn zum KSC ist auch hinsichtlich Martin Kübler sehr interessant. Wie lief es damals ab?
Bernd Hoffmann: Es war folgendermaßen: Ich hatte eigentlich schon fest beim 1.FC Nürnberg zugesagt, als wir gegen Ende der Saison 1973/74 mit Heilbronn gegen den KSC spielten. Nach dem Spiel, auf dem Weg ins Clubhaus, kam ich am Mannschaftsbus des KSC vorbei, wohl Carl-Heinz Rühl stand. Ich kannte ihn noch aus Duisburg Als ich meine Karriere dort gerade begann, spielte er noch für den MSV.
Er fing mich ab und sagte, ich solle morgen mal nach Karlsruhe kommen. Mein Einwand, daß ich bereits bei Hans Tilkowski, dem damaligen Trainer in Nürnberg, im Wort stand, zählte da nicht. Er gab keine Ruhe und schließlich kam auch noch Schmider hinzu.
Also fuhr ich nach Karlsruhe. In der Geschäftsstelle erwarteten mich Rühl, Schmider und noch zwei, drei andere vom Verein. Die Verhandlungen zogen sich soweit hin, daß ich kurz davor war, zuzusagen. Doch meine Zusage an Nürnberg war der Knackpunkt. Rühl hielt energisch dagegen und sagte, ich käme hier nicht eher raus, bis ich unterschrieben hätte. Die Bedingungen könne ich diktieren, der KSC würde es machen.
Plötzlich ging die Tür auf und Batze Kübler kam herein. Auf meine Überraschung hin sagte er, daß er gerade unterschrieben hätte und ich es nun auch tun solle, damit wir auch in der nächsten Saison zusammenspielten. Und nachdem Schmider und Rühl mir noch zusicherten, daß sie die Sache mit Nürnberg regeln würden, war ich reif.

(…)

\ Den ausführlichen Bericht inklusive Interview mit KSC-Torjäger Bernd Hoffmann finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°7

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