Ein Nachmittag mit Rudi Wimmer und Ove Flindt-Bjerg

Rudi, Deine Treue wurde nicht belohnt!

\ In einem Pub in der Zähringerstraße, seitlich des Rathauses, steht ein Interview mit Rudi Wimmer an. Klar, wenn es um den Bundesligaaufstieg 1975 geht, muß auch seine Stimme gehört werden. Hinter dem Tresen steht mit Horst Steimle ein ehemaliger Spieler der KSC-Amateure. Man kennt sich. Bei einem früheren Termin an diesem Ort rief Steimle, als er gewahr wurde, daß Rudi Wimmer ein Interview gab, quer durch’s Lokal, er möge doch bitte nicht alles erzählen – und schon gar nicht die Geschichte von St. Pauli. Geistesgegenwärtig schloß der Autor,  daß diese „Geschichte“ mit Fußball nur wenig zu tun haben könne – und entsagte jeglicher Neugier. Zumal Wimmer noch heute seinen Kasten nicht nur mit den Händen sauberzuhalten versteht.

Heute wartet eine kleine Überraschung auf den Ehrenspielführer des KSC.  Ein ehemaliger Mitspieler,  auf der Durchreise, werde später noch hinzukommen. Rudi Wimmer spielt mit und möchte sich überraschen lassen. Zuvor hatte Ove Flindt diesem Interviewtermin gerne zugestimmt. Norbert Janzon hatte ihm beim gemeinsamen Skiurlaub von den Helden! erzählt und den Kontakt vermittelt.

Das Wiedersehen ist sehr herzlich, und nach einem fröhlichen „Smörrebröd!“ Wimmers fallen sich die beiden auch schon in die Arme. Ein unverhofftes Wiedersehen alter Freunde oder Klassenkameraden würde kaum empathischer ausfallen. „Wie sieht’s aus, kannst Du noch deutsch?“ – schon geht es hin und her, man spürt, die beiden mögen sich. Die obligatorischen Automatismen solcher Begegnungen greifen natürlich sofort und so werden die biographischen Eckdaten der kontaktlosen Zeit rasch ausgetauscht. Die letzte Begegnung rührt aus der Mitte der neunziger Jahre, als Flindts Sohn Christian noch beim KSC kickte.

Mit Ove Flindt und Rudi Wimmer treffen zwei sehr unterschiedliche Fußballcharaktere aufeinander, die, jeder auf seine Weise, ihr Glück gefunden haben. Hier der bodenständige Hesse, dort der polyglotte und  unmißverständlich auf das skandinavische „Du“ bestehende Däne, dessen Berufsweg über Deutschland, Österreich, Japan und die USA  führte. Sympathisch, offen und unvoreingenommen nimmt er sich an diesem Nachmittag die Zeit für diesen Termin.

Manche Dinge registriert er mit Erstaunen. So Rudi Wimmers gepflegten Zigarettengenuß, dem sein alter Torwart während der gemeinsamen Jahre im Wildpark offenbar noch nicht verfallen war. Der „Moosbuckel“ klärt auf: „Ich habe erst mit vierzig angefangen, als ich Jugendtrainer wurde. Was da manchmal auf dem Platz herumlief, das war nur mit einer Zigarette zu ertragen …“.

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\ Das gesamte Nachmittagsgespräch mit Ove Flindt und Rudi Wimmer finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°6

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