Der Batze \ Martin Kübler

\ Martin Kübler (*26.10.1947) wechselte gemeinsam mit Torjäger Bernd Hoffmann zur Saison 1974/75 vom VfR Heilbronn zum KSC. Bis 1978 bestritt er für diesen insgesamt 114 Spiele und erzielte 17 Tore (hiervon 60 Spiele und 12 Tore zwischen 1975 und 76 in der 1. Bundesliga). Nach seinem Abschied vom KSC spielte Batze Kübler noch für den VfB Eppingen und kam mit diesem in der Saison 1980/81 sogar noch auf 20 Spiele (kein Tor) in der 2. Liga Süd. Er lebt heute in seiner Unterländer Heimat, in Untergruppenbach bei Heilbronn.

(…)

Herr Kübler, ich habe hier einen kleinen Artikel aus dem Kicker dabei, erschienen im Herbst 1975.  Ich zitiere einfach mal: „Der Mann, der manchmal die Lust verliert…“
Martin Kübler: Ja, gut (große Heiterkeit), das wurde mir schon seit meinen jungen Jahren nachgesagt. Ich will mal so sagen: Wenn manchmal etwas schiefgelaufen ist, da genügten schon Kleinigkeiten im Spielverlauf, dann verlor ich tatsächlich die Lust. Ich war auch einer, der sehr penibel war. Es mußte alles akkurat bereitliegen. Das begann schon mit der Spielvorbereitung, da wollte ich meine Ruhe haben und absolut nicht gestört werden – auch die Socken und Schuhe mußten schön passen! Und die Leute draußen merkten es schon, wenn mal wieder etwas nicht recht war und sagten dann: „Ha, jetz’ hadder widder koi Luschd mehr!“ Wobei bei diesem Urteil auch zu berücksichtigen ist, daß ich einem nach meiner Meinung nicht mehr zu erreichenden Ball nicht mehr hinterherging oder nachgrätschte. Ich blieb stehen und drehte mich um. Als Techniker erwartete ich von meinen Mitspielern, daß sie mir den Ball so in die Füße spielten, daß ich ihm nicht nachlaufen mußte. Nach außen sieht das natürlich nicht gut aus…

War diese Mentalität mit ein Grund dafür, daß Sie erst mit 26 Jahren zu einem ambitionierten Verein wie dem KSC wechselten?
Martin Kübler: Das war schon familiär begründet. Ich komme aus einer Großfamilie mit sechs Geschwistern, in der schon der Vater sehr fußballbegeistert war. Der älteste Sohn verlor jedoch über eine Knieverletzung seine Ausbildungsstelle, sodaß meine Mutter gerade bei mir, dem Jüngsten, ganz besonders genau hinschaute und mir das Spielen verbot. Mit Unterstützung einer Nachbarin, die meine Sportsachen heimlich wusch und aufbewahrte, spielte ich dann zwei Jahre heimlich. Das kam erst heraus, als meiner Mutter auffiel, daß auf Nachbars Wäscheleine stets ein Trikot zuviel hing… Aber ich durfte dann dennoch weiterspielen.
Es war eine schöne Zeit bei Union Böckingen, zumal man seinem Verein damals sehr verbunden war. Ich machte in dieser Zeit auch meine Ausbildung zum Verwaltungsinspektor.

Wurde ein großer Verein auf Ihr Talent aufmerksam?
Martin Kübler: Es war der Heilbronner Dietrich Weise, der zu jener Zeit Trainer beim 1.FC Kaiserslautern war und mir als 18-jährigem die Chance geben wollte. Aber dann kam eben der Zeigefinger der Familie und ich mußte meine Ausbildung beenden. Im Rückblick muß ich sagen, daß ich damals mutiger sein und die Ausbildung hätte abbrechen müssen. Wer weiß, was dann herausgekommen wäre. Aber so blieb ich in Böckingen.

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Herr Kübler, vor zwei Jahren erzielte Oliver Neuville im Spiel gegen den 1.FC Kaiserslautern ein Tor mit der Hand. Fühlten Sie sich hierbei an irgend etwas erinnert?
Martin Kübler: Sie möchten mich wahrscheinlich auf etwas ansprechen, wo wir sehr erfolgreich waren, als Sieger vom Platz gingen und danach sehr darüber diskutiert wurde. Ich möchte zu diesem Thema nur sagen, daß ich von den ganzen Diskussionen, Spieler im nachhinein zu verdammen und hinzurichten, nichts halte. Es gibt eine Situation auf dem Spielfeld, einen Schiedsrichter, einen Linienrichter – und ich bin der Spieler, der zusehen muß, nach 90 Minuten den Platz als Sieger zu verlassen. Ob ich mal jemanden halte, die Hand nehme oder was weiß ich… Für mich gehört die Schwalbe zum Fußballspiel dazu, sie ist das Salz in der Suppe.
Ich war auch einer derjenigen, der früher dafür verdammt wurde, oft und leicht zu fallen. Aber wenn ein Gegenspieler „e bissle olberner isch“ und mir die Gelegenheit gibt, dann nutze ich sie auch.

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\ Das ausführliche Interview mit Martin Batze Kübler finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°5

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