Ein schwieriges Kapitel \ Bernd Fuhr

\ Bernd Fuhr – *11.04.1960 – war der Torhüter der Aufstiegsmannschaft des KSC in der Saison 1983/84. Für diesen bestritt er in den Jahren 1981 bis 1986 26 Spiele in der Bundesliga sowie 69 in der 2. Liga. Fuhr war 1981 von den Offenbacher Kickers gekommen, zu denen er nach seiner Zeit beim KSC wieder zurückkehrte (insgesamt 125 Spiele in der 2. Liga). Seine Profilaufbahn beendete er in der 2. Liga bei Preußen Münster (23 Spiele, 1990/91). Der Familienvater lebt heute in seiner Heimat Altendiez bei Limburg.

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Aber zum KSC. Sie wechselten 1981 als große Nachwuchshoffnung nach Karlsruhe, um dort die Nachfolge von Rudi Wimmer anzutreten.
Bernd Fuhr: Ja, das Kapitel KSC war in sportlicher Hinsicht für mich eigentlich… recht schwierig. Ich kam dorthin, nachdem ich zuvor in Offenbach eine riesige Saison gespielt hatte. Der KSC nahm frühzeitig Kontakt mit mir auf und da ich beim OFC nur ein sehr geringes, ja lächerliches Gehalt verdiente, lief es auf eine Ablösesumme von vielleicht gerade einmal 100.000 Mark hinaus. Aber ich unterschrieb zu früh und der OFC reichte noch ein Gehaltsangebot nach, das die Ablösesumme nach dem damaligen System enorm vergrößern sollte – auf 570.000 Mark! Das muß damals mit der teuerste Torwarttransfer Deutschlands gewesen sein.
Als mir Manfred Amerell dies am Telefon mitteilte, war ich sprachlos. Eine absolut unrealistischer Betrag, geradezu Quatsch. Dadurch wurde es für mich sehr schwer. Wenn ich nur 100.000 Mark gekostet hätte, wäre ich nicht so unter Beobachtung gestanden. Darüber hinaus war Manni Krafft ein Trainer, der sich in die jungen Spieler nicht so hineindenken konnte. Ganz ehrlich: Innerhalb von sechs Wochen veränderte ich mich von einem Spitzentorhüter der 2. Bundesliga auf Kreisliganiveau.

Hat sich angesichts dessen jemand vom Verein um Sie bemüht?
Bernd Fuhr: Eine Betreuung seitens Verein oder sportlicher Leitung fand überhaupt nicht statt. Nur Manfred Amerell und Uwe Dittus, den ich von der Jugendnationalmannschaft her kannte, kümmerten sich etwas um mich. Ich war als junger Mann, der zum ersten Mal von zu Hause weg war, mit der Situation vollkommen überfordert. Das erste Jahr war für mich eigentlich ein Spießrutenlauf.

Welche Rolle spielte Manfred Krafft?
Bernd Fuhr: Der Trainer muß einen jungen Spieler aufbauen und ermutigen. Wissen Sie, als Trainer Franz Brungs zum OFC kam, klopfte er mir auf die Schultern und sagte, ich sei seine Nummer Eins, auch wenn ich Fehler mache. Dadurch konnte ich langsam hineinwachsen und mir auch Fehler erlauben. Aber beim KSC war es purer Streß. Mein erstes Spiel durfte ich nach der Winterpause ausgerechnet beim HSV im DFB-Pokal machen – und bekam sechs Stück. Ein Rudi Wimmer hätte vielleicht fünf kassiert… Das gibt einem natürlich kein Vertrauen.
Man muß auch eine Chance bekommen. Sehen Sie, Stefan Wimmer war besser als Oliver Kahn, bekam allerdings nie die Chance, dies auch zu zeigen. Wer weiß, was gewesen wäre.

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\ Das ausführliche Interview mit Torwart Bernd Fuhr finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°4

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