Blockzwang \ Rudi Wimmer

\ Rudi Wimmer spielte von 1969 bis 1983 für den KSC. Der am 20.01.1944 im mährischen Ostrau geborene Torhüter kam vom damaligen Bundesligaabsteiger Kickers Offenbach nach Karlsruhe und blieb bis zu seinem Karriereende die unumstrittene Nr.1 im KSC-Tor. Wimmer war ein Torwart von anerkannt nationaler Klasse, der von seinen insgesamt 449 Pflichtspieleinsätzen allerdings nur 151 in der 1. Bundesliga bestreiten konnte.

(…)

Herr Wimmer, gehen Sie noch ins Wildparkstadion?
Rudi Wimmer: Sehr selten. Mit meiner Jugendzeit habe ich fünfzig Jahre auf dem Sportplatz verbracht und inzwischen Abstand gewonnen. Ich schaue mir alles regelmäßig im Fernsehen an und war zuletzt vor zwei Jahren, beim Vorbereitungsspiel gegen Bayern München, im Wildpark.

Immerhin sind Sie ja nicht nur Ehrenmitglied, sondern auch Ehrenspielführer des KSC…
Rudi Wimmer: … und erhalte hierfür einmal im Jahr eine Dauerkarte sowie meine Geburtstagsgrüße. Allerdings hilft dies bisweilen auch nicht weiter. Das letzte Ligaspiel des KSC sah ich in der Bundesliga-Abstiegssaison. Ich wollte mit meinem Schwager nicht auf der Tribüne sitzen, sondern in den Stehblock und mich unter die Leute mischen. Doch der Ordner, ein junger Mann, beharrte auf dem Blockzwang und ließ mich trotz meiner Dauerkarte nicht hinein. Dann ging ich eben zum Kassenhäuschen und holte mir für 13 Mark meine Eintrittskarte. Aber bitte nicht falsch verstehen: Diese Episode ist nicht ausschlaggebend für meine Abstinenz.
Zumal es noch schlimmer geht. Unter Rühl ließ man den langjährigen KSC-Torwart Rudi Fischer auch nicht mehr in den VIP-Bereich. Darauf angesprochen, meinte der Calli nur zu mir: „Wenn hier alle säßen, die irgendwann mal für den KSC gespielt haben…“
Und Hans Tilkowski, den ich vor vielen Jahren zufällig bei einem Spiel MSV Duisburg gegen VfL Bochum traf, scheiterte in Dortmund ebenfalls an einem Ordner. „Ich war schon hier, als Ihr noch in die Hosen geschissen habt!“ und „Ich war der erste, der hier einen Pokal gewonnen hat!“, waren seine letzten Worte.
Aber es geht auch anders. Ich habe den OFC 1969 verlassen und bekomme auf Anfrage noch immer meine Parkkarte zugeschickt. Eine Eintrittskarte brauche ich nicht, sondern gehe an der Kasse einfach durch. Auch wenn der OFC mal wieder einen Aufstieg zu feiern hat, ist die ganze alte Garde zu Feier und Büffet eingeladen.

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\ Das ausführliche Interview mit KSC-Torwart-Legende Rudi Wimmer finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°3

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