Von Ost nach West \ Burkhard Reich

\ Burkhard Reich, geb. am 1. Dezember 1964 in Fürstenwalde, spielte von 1991 bis 1999 für den KSC. Der von Dynamo Berlin gekommene Abwehrspieler erzielte in 200 BL-Spielen 14 Tore für den KSC. In der Saison 98/99 war er für den Club noch in 14 Spielen (1 Tor) in der 2. Liga aktiv.

(…)

Herr Reich, wann und wie kamen Sie zum BFC.
Burkhard Reich: Ich kam 1977 als Dreizehnjähriger nach Berlin auf die Sportschule und spielte vier Jahre, bis zur zehnten Klasse, in der Jugend des BFC. Dann kehrte ich nach Fürstenwalde zurück, ehe ich von 1986 bis 1991 wieder für ihn spielte. Ich hätte 1981 eigentlich in Berlin bleiben und mein Abi machen können, aber der ganze Druck wurde mir zu stark. Wir durften als BFC nicht verlieren und diesem Druck war ich damals noch nicht gewachsen. Zusätzlich verletzte ich mich und spielte auch nicht so mehr so oft. Also ging ich nach Fürstenwalde mit der Erwartung, später vielleicht noch 2. Liga spielen zu können. An eine weitergehende Karriere dachte ich damals nicht mehr.
Aber es war der richtige Weg und ich konnte mich in Fürstenwalde langsam entwickeln und nochmals für den BFC empfehlen.

Wie lief Ihr Wechsel von Fürstenwalde zurück nach Berlin ab?
Burkhard Reich: Der Wechsel zurück zum BFC war, wie ich später erst erfuhr, ein wenig kurios. Ich spielte in Fürstenwalde Libero, auch ganz gut, und hatte auf dieser Position in der Vorrunde acht Tore erzielt. Hans Meyer, seinerzeit bei Rot-Weiß Erfurt Trainer, war auf mich aufmerksam geworden und wollte mich holen. Fürstenwalde war allerdings wie der BFC ein Dynamo-Club, und ehe ich für Erfurt auflaufen sollte, griff der BFC zu. Welche Gespräche hierzu im Hintergrund liefen, weiß ich nicht. In der Nachbetrachtung war diese Delegierung zu einem Spitzenverein natürlich nicht schlecht für mich, da meine Karriere in Erfurt sicher nicht so zügig vorangegangen wäre. Zumal ich nahe der Heimat bleiben konnte.

(…)

Sie spielten beim KSC vor den Torhütern Oliver Kahn, Claus Reitmaier und Simon Jentzsch. Wie war’s?
Burkhard Reich: Olli Kahn war natürlich überragend. Wenn man vor ihm gespielt hat, konnte man immer noch davon ausgehen, daß er Fehler ausbügelt und ein verlorener Zweikampf nicht gleich ein Tor bedeutet.
Claus Reitmaier war ein sehr guter Torhüter, mit dem ich persönlich leider nicht so gut zurechtkam. Aber das ändert nichts an seinen Qualitäten. Als Nachfolger von Oliver Kahn hatte er natürlich einen schweren Stand.

… ich bin mit dem Gegentor im Pokalfinale ’98 gegen den FCK noch heute nicht fertig.
Burkhard Reich: Das kann ich auch nicht begreifen! Zumal ich kein Tor gesehen habe, wo gleich zwei den Ball durch die Beine bekommen: Der Schuster in der Mauer und der Reitmaier im Tor. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Aber der Claus hatte mit seiner etwas lässigen und aufreizenden Art schon seine Probleme. Auf der Linie, beim eins gegen eins war er sehr gut, aber im Herauslaufen hatte er seine Schwächen. Was mich bei ihm gestört hat: Man kann auch mal einen Fehler zugeben.

Und der Simon, der hat den Reitmaier am Ende der Abstiegssaison ja noch abgelöst. Das ist auch so eine Sache mit dem Claus. Ich hatte mich einmal intern kritisch über seine Leistung geäußert und seither sprach er kein Wort mehr mit mir. Er war sehr nachtragend. Und wenn der Trainer die Entscheidung trifft, ihn abzulösen, dann kann man nicht wie er zum Spielerrat gehen und diesen bitten, für ihn ein gutes Wort einzulegen. So was geht nicht, man muß durch Leistung überzeugen.

Was wollte ich sagen? Der Simon hat seine Sachen gehalten und ob es mit Claus Reitmaier gereicht hätte, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß ich in jener Saison nicht gut gespielt und viele Fehler gemacht habe. Ein völlig unnötiger Abstieg, eigentlich nicht zu verstehen (hadert).

(…)

\ Das ausführliche Interview mit dem sechsmaligen DDR-Auswahl-Spieler Burkhard Reich finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°3

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