Sensation in der Vorbereitung

Der FC Bayern wird an die Wand gespielt!

Bereits vor dem Anpfiff der Saison 1983/84 gelang es dem „neuen KSC“, ein weithin beeindruckendes Zeichen zu setzen. Der Rahmen bildete ein unscheinbares Turnier, Gegner waren der FC Bayern München und der Hamburger SV!

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Am Wochenende vor dem Punktspielauftakt bei Hannover 96 kam es dann zum großen Höhepunkt der Vorbereitung, als der KSC im Rahmen eines Turniers Bayern München, Hamburger SV und Bohemians Prag im Wildparkstadion empfing. Der KSC hatte das Turnier, das über zwei Tage mit jeweils zwei Spielen lief, unspektakulär als „Erstes Internationales Turnier“ angekündigt. Aus heutiger Sicht wäre diese Bescheidenheit angesichts der hochkarätigen Gegner völlig undenkbar. Denn alle drei waren zu dieser Zeit Hochkaräter des europäischen Vereinsfußballs – der HSV war amtierender Deutscher Meister und Europapokalsieger der Landesmeister, der Heimatklub von Antonin Panenka aktueller Titelträger in der Tschechoslowakei! Der KSC benötigte an beiden Tagen ca. 25.000 Zuschauer, um finanziell keine Verluste zu machen. Diese Zahl wurde geradeso erreicht. Wahrscheinlich erwarteten viele Fans ein Debakel, da der KSC in der vorhergehenden Abstiegssaison gegen die beiden deutschen Spitzenvereine eine Bilanz von 2-16 Toren und 0-8 Punkten eingefahren hatte! Die beiden Ausscheidungsspiele sowie das Spiel um den 3. Platz und das Finale fanden an einem Freitag und Samstag, jeweils um 19 und 21 Uhr statt. Ein unüberdachter Stehplatz für alle vier Spiele kostete gerade einmal 20 D-Mark, der überdachte Stehplatz 30 D-Mark und die Haupttribüne 60 D-Mark. Für den Fußballfreund wahrlich ein Schnäppchen!

Den Auftakt bestritt der heimische KSC gegen den FC Bayern München. Die Lattek-Truppe spielte erstmals ohne Paul Breitner, der seine Karriere gerade beendet hatte, ansonsten aber mit allen Stars jener Tage – Neuzugang Søren Lerby, Jean-Marie Pfaff, Wolfgang Grobe, Bernd Martin, Klaus Augenthaler, Bernd Dürnberger, Norbert Nachtweih, Karl-Heinz Rummenigge, Dieter Hoeneß… Große Namen, die den KSC aber nicht daran hinderten, nach dem ersten Abtasten völlig losgelöst und unbekümmert drauf los zu spielen! Die Zuschauer trauten angesichts des Geschehens auf dem Rasen ihren Augen nicht – denn jeder auf den Rängen hatte wohl noch die völlig unakzeptablen Auftritte des Vorjahres präsent. In Anbetracht dessen hatte wirklich niemand mit diesem lustvollen Auftritt gerechnet!

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\ Den kompletten Artikel sowie die Vorrunde der Meistersaison 1983/84, Interviews mit Klaus Theiss, Hans-Jürgen Boysen und Werner Olk finden Sie in Auf, Ihr Helden! N°13

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