Nicht mehr zahlungsfähig \ Die 2. Liga 1983/84

\ In der 2. Liga schrillten allerorts die Alarmglocken. Mit großem Getöse war sie als sogenannte „Eingleisige“ erst zwei Jahre zuvor aus der Taufe gehoben worden, wobei man für diese den Bundesligaunterbau schlagartig um mehr als die Hälfte der Mannschaften reduzierte. Eine Großstadtliga war das Ziel gewesen, in der kleine und abgewirtschaftete Vereine nichts zu suchen haben und eine Leistungskonzentration hätte stattfinden sollen. Den Planern in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise – der DFB-Zentrale – nach, hätte diese größere Attraktivität in steigende Zuschauerzahlen und wirtschaftliche Stabilität münden sollen und müssen. Tja, wenn und hätte. Die Realität war weitaus ernüchternder.

Die Vorjahresabsteiger Darmstadt 98 und MSV Duisburg standen im Prinzip vor der Zahlungsunfähigkeit, da deren Fans das Scheitern am großen Ziel Wiederaufstieg nicht verziehen hatten und in Scharen zuhause geblieben waren. Besonders die Lilien waren am Ende. Deren Finanzen waren dermaßen zerrüttet, daß nur die Beziehungen von Ex-Präsident Dr. Engelbrecht, einem einflußreichen Mitglied des Ligaausschusses, die Lizenz retten konnten. Nicht zufällig hatten die ersten vier der Abschlußtabelle – Waldhof, Offenbach, Uerdingen und Kassel – auch die höchsten Besucherzahlen. Alle anderen Vereine hingegen waren für Mittelmaß oder Abstiegskampf mehr oder weniger abgestraft worden. Der VfL Osnabrück z.B. hatte mit 8.200 Fans kalkuliert – gekommen waren aber nur 4.700. Ohne die Finanzspritze des Präsidenten Hartwig Piepenbrock wären sogar 13.000 notwendig gewesen…

Generell waren zu viele Vereine von den Geldern externer Sponsoren oder Mäzene abhängig. So Wattenscheid 09 (Klaus Steilmann), Fortuna Köln (Jean Löring), Stuttgarter Kickers (Axel Dünnwald-Metzler), Rot-Weiß Oberhausen (Hermann Schulz), SC Charlottenburg (Olaf Ruths) oder 1.FC Saarbrücken (Günther Mast). Selbst der betuliche und stets vorsichtige SC Freiburg hatte sich um 400.000 D-Mark verrechnet. So präsentierte sich die 2. Liga vor ihrem 3. Jahr also als eigentlich nicht lebensfähig. Und wenn, dann nur unter dem Preis der Selbstaufgabe an die Risiken des Mäzenatentums. Hoffnung machten allenfalls die zugkräftigen Absteiger Hertha BSC, Schalke 04 und KSC.

(…)

\ Den kompletten Artikel über die Zweite Fußballbundesliga anno 1983/84 finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°13

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu hinterlassen. Anmelden »