Der VfB kam zu spät \ Klaus Theiss

\ Der 29. Mai 1982. Im Hamburger Volksparkstadion macht sich der junge Klaus Theiss vor 60.000 Zuschauern mit einem Blumenstrauß auf einen langen Weg. Kein anderer seiner KSC-Kameraden hatte sich in diesem Moment getraut, dem frischgebackenen Deutschen Meister, Franz Beckenbauer, zu dessen Abschied aus dem Fußball für seinen letzten Erfolg eine kleine Anerkennung zu überreichen. Klaus Theiss, der junge Libero, eines der zahlreichen großen Versprechen auf einen würdigen Nachfolger des Kaisers, tat es schließlich. Fast hätten sich die Wege der beiden nochmals gekreuzt. Als Beckenbauer 1984 die Nachfolge Jupp Derwalls antrat, war auch Theiss ein Thema für die Nationalmannschaft gewesen. Doch letztlich war es Ditmar Jakobs, der die Defensive der Deutschen gegen die Argentinier im WM-Endspiel 1986 organisieren durfte. Wer weiß heute endgültig, was denn gefehlt hatte, daß nicht der kräftige Schwabe auf dem Rasen des Azteken-Stadions von Mexiko-City stand.

Trotz allen Talentes kann Theiss nur auf drei herausragende Spielzeiten im Profi-Fußball verweisen, die auf Großes hätten schließen lassen. Klaus Theiss’ Premierenjahr im Profi-Fußball, 1981/82 und die Aufstiegssaison 1983/84, beide Male für den KSC, sowie die Saison 1985/86 bei Eintracht Frankfurt. Darüber hinaus war seine Zeit von Abstiegen – zweimal mit dem KSC, zudem je einmal mit Viktoria Aschaffenburg und dem FC Homburg – sowie dem steten Kampf gegen seine Verletzungsanfälligkeit geprägt gewesen. Daß Klaus Theiss in seinen Mannschaften – sofern er nicht verletzt war – immer ein absoluter Leistungsträger war, komplettiert das Bild eines Unvollendeten. Er konnte wenig, viel zu wenig zeigen, um die frühen Hoffnungen zu bestätigen.

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\ Das ausführliche Interview mit Libero Klaus Theiss finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°13

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