Das große W \ Horst Wild

Bewundert und geschmäht – Horst Wild, eine Ikone des KSC der sechziger und siebziger Jahre

\ Es waren oft die Parias des Karlsruher Fußball-Publikums. Männer wie Michael Harforth, Manfred Bender oder – Horst Wild. Fußballer, die aus der Masse der Akteure im blau-weißen Trikot nicht nur mit etwas anderen Lebensauffassungen und Charakteren hervorragten, sondern eben im besonderen durch die eine, wirklich besondere Fähigkeit: sie konnten Fußball spielen

Gebruddelt wurde im Wildpark stets besonders heftig, wenn diese Spieler einmal keinen guten Tag hatten und sich noch nicht einmal – was weitaus schlimmer war – dazu aufraffen konnten, zumindest für die Galerie das eine oder andere Mal scharf über der Grasnarbe den Zweikampf zu suchen. Den Gipfel der Provokation erreichte jedoch stets ein Karl-Heinz Struth, dessen nach Spielende oftmals noch weißes Trikot die badische Volksseele zur Empörung zu treiben vermochte. Von einem Abwehrspieler – der spielerisch hoch veranlagte Rheinländer hatte beim KSC von 1975 bis 1982 die Liberoposition – wurde ein schmutziges Jersey nun einmal erwartet.

Und so einer war nun Horst Wild. Sein ehemaliger Mannschaftskollege Rudi Wimmer nimmt seinen alten Mittelfeldstrategen hierfür in Schutz. Gemeinsam mit ihm, Wild und Jürgen Weidlandt sprach man in Karlsruhe gemeinhin von den drei großen Ws des KSC, der Achse, die dessen Spiel prägte und für den Verein einstanden. Der Ex-Torwart mißbilligt noch heute die Vorwürfe, Wilds Spiel sei behäbig und ohne ausgesprochenen Biß gewesen – „Durch sein hervorragendes Spielverständnis und Stellungsspiel hatte er publikumswirksames Grätschen oder planloses Herumgerenne schlicht nicht nötig gehabt – Bälle lief er einfach ab und war somit in der Lage, Zweikampfsituationen zu vermeiden.“ Als Wimmer 1969 zum KSC kam, sah er in ihm sogar einen der besten Mittelfeldspieler Deutschlands.

Alles begann in der Karlsruher Südstadt, dem alten Eisenbahnerviertel der Residenzstadt, wo Wild während des Krieges im Oktober 1943 geboren wurde.

(…)

\ Die große Titelgeschichte über die KSC-Ikone Horst Wild finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°12

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