An God kommt keiner vorbei! \ Godfried Aduobe

\ Wenn der Mann mit der Rückennummer vier es einmal nicht verhindern kann und sich ihm mit dem Ball am Fuß plötzlich ungeahnte Freiräume vor dem gegnerischen Tor eröffnen, werden Tausende von Zuschauern euphorisch, rufen und brüllen und versuchen verzweifelt, ihm Mut zuzurufen. Einmal, bitte nur einmal möge dieser sie erhören, sich ein Herz fassen, und wie weiland ein Jens Nowotny einfach in die Lücke stürmen. Alleine, er tut es nicht. Hektisch gehen seine Blicke nach rechts, nach links, überallhin, wo sich eine Anspielstation befinden könnte. Nur Momente später ist der Ball entweder bei einem Mitspieler angekommen oder für das Team verloren. Egal, es ist vorbei und Godfried Aduobe kann sich wieder wichtigerem zuwenden – seiner Position, dem Gegenspieler, seiner Aufgabe.

„Jeder hat seine Aufgabe auf dem Platz. Und meine ist es eben, an die Mannschaft zu denken und auf die Defensive zu achten. Ich sorge dafür, daß wir kompakt stehen und uns bei Ballverlust nicht problemlos auskontern lassen“ befindet Godfried Aduobe. Nun, so merkt man vorsichtig an, das ist gewiß nicht falsch, aber ein wenig mehr positiver Egoismus. Nur so ein bißchen? „Es ist nun einmal wichtig, auf den Trainer zu hören und auf dem Platz nicht disziplinlos hin- und herzurennen. Da ich hierauf achten muß, kann es schon sein, daß mein Spiel nach vorne etwas mutlos aussieht.“ Diese unterstellte Mutlosigkeit fällt tatsächlich auf. Nicht nur dem Beobachter, auch seinem Trainer Edmund Becker, wie der in Karlsruhe sehr angesehene und populäre defensive Mittelfeldspieler dann doch noch zugibt. „Ich soll entschlossener den Abschluß suchen.”

(…)

War Ihr Wechsel zum KSC eine „Flucht“ oder versprachen Sie sich hier tatsächlich auch eine interessante Perspektive?
Godfried Aduobe : Ede Becker sagte mir klar, daß er einen erfahrenen Spieler braucht, der der Mannschaft helfen kann. Und ich könne dies sein, indem ich einfach nur mein Spiel spielte. Ich danke Gott, daß ich dies dann versucht habe und wir unsere sportlichen Ziele auch erreichen konnten.

Wobei die Situation des Vereins wenig attraktiv war.

Godfried Aduobe : Der KSC war Vorletzter. Aber wenn man sich das enge Niveau der Liga anschaute, so konnte man schon erkennen, daß nur Kleinigkeiten den sportlichen Unterschied machten – und man sich mit ein wenig mehr Glück und Gottes Hilfe nach vorne arbeiten konnte.

Und wir hatten auch eine gute Mannschaft – Bradley Carnell, Sean Dundee, Ioannis Masmanidis, Martin Stoll, Mario Eggimann. Warum hätte ich Angst haben müssen, daß wir es nicht schaffen würden? Wir mußten nur die Tore schießen!

Es gab durchaus den einen oder anderen schwierigen Charakter im Team – junge Leute wie Ioannis Masmanidis oder Ivan Saenko. Wie füllten Sie die Ihnen zugedachte Rolle des erfahrenen Spielers, der die Jungs auch ein bißchen führt, aus?

Godfried Aduobe : Ich bin kein lauter Mensch und habe mit ihnen einfach nur das Gespräch gesucht.

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\ Das große Interview mit Kämpferherz Godfried Aduobe finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden! N°12

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