Sechzehneinhalb Jahre \ Wolfgang Böhni

\ Als der Aachener Willi Landgraf vor gut zwei Jahren zum Rekordspieler der 2. Liga wurde, erreichte das kleine Kraftpaket bundesweite Popularität. Eine derart spektakuläre Beachtung erfuhr Wolfgang Böhni vor etwa 25 Jahren nicht. Dabei hätte seine Biographie so manches hergegeben, ihn aus der Anonymität hervorzuheben. Seine Bundesligakarriere begann zwar mit zarten 18 Jahren im Dezember 1966 noch im KSC-Dress, doch erst 16½ Jahre später konnte Böhni diese endlich fortsetzen. Dazwischen lagen bei Schwaben Augsburg, SSV Reutlingen, SpVgg Bayreuth und SV Waldhof viele Jahre in der Versenkung der 2. Liga. Wir sprachen mit diesem geduldigen Mann.

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Herr Böhni, Sie kamen bereits in der Jugend zum KSC. Blieben Sie seinerzeit zuhause in Baden-Baden wohnen oder hatten Sie eine „Bude“ in Karlsruhe?
Wolfgang Böhni: Ich blieb in Baden-Oos wohnen und fuhr mit dem Zug zum Hauptbahnhof in Karlsruhe. Von dort ging es mit der Straßenbahn zum Durlacher Tor und dann zu Fuß ins Stadion. Auf dem Rückweg wurde ich in der Regel von einem anderen Vater zum Bahnhof mitgenommen und es ging wieder mit dem Zug zurück. Mein Vater war ja im Geschäft und konnte mich nur zu den Spielen am Wochenende fahren.

Wer war verantwortlich für Ihren Wechsel nach Karlsruhe?
Wolfgang Böhni: Werner Roth, anfangs der 60er Jahre Senioren-Trainer in Baden-Baden und Baden-Oos, hatte mich in der Jugend gesehen. Als er dann als Jugendtrainer zum KSC ging, überzeugte er mich davon, ihm wegen der besseren Perspektiven nach Karlsruhe zu folgen. Als einziger der damaligen Generation erhielt ich nach einem Jahr einen Profivertrag – für 400 Mark im Monat.

Wie kam es zu Ihrem einzigen Bundesligaspiel für den KSC, 1966 in Duisburg?
Wolfgang Böhni: Es war Usus, daß ein junger Spieler mitgenommen wurde, damit er einmal die Atmosphäre kennenlernen und hineinschnuppern konnte. Und diesmal war eben ich an der Reihe. Sekularac hatte bereits tags zuvor beim Aussteigen aus dem Zug eine ominöse Andeutung gemacht, daß ich morgen spielen würde. Und nach der Mannschaftssitzu
ng am nächsten Tag stand er tatsächlich auf und meinte schlicht, daß er verletzt sei und nicht spielen könne – eine „Zerrung“. Sie ließen ihn sogar noch draußen auf der Straße etwas laufen, aber es ging nicht. Also war ich plötzlich in der Mannschaft! Ich spielte gegen Heidemann und hatte gegen Ende des Spiels einen Wadenkrampf nach dem anderen.

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\ Das ausführliche Gespräch mit Wolfgang Böhni finden Sie in der Print-Ausgabe
von
Auf, Ihr Helden N°11

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