Heini Seith \ Reporta

Seith, solche Bilder veröffentlichen wir nicht!

\ „Für die Zukunft sehe ich schwarz!“ Der Fotograf Heini Seith, Arbeitsname reporta, von dem überwiegend die KSC-Aufnahmen aus den 70er und 80er Jahren in unserem Magazin stammen, blickt für seine Zunft sehr skeptisch voraus. Vorbei sind die Zeiten, als zu Spielen nur noch die Kollegen Geyer aus Mannheim und Baumann aus Ludwigsburg saßen und der Sportfotograf somit nur einem begrenzten Konkurrenzdruck ausgesetzt war. Heute balgen sich dreißig oder vierzig Bildjournalisten darum, ihre Arbeit gewinnbringend an die Öffentlichkeit bringen zu können.

Ja, früher konnte Seith mit einer vergleichsweise preiswerten Ausrüstung mehr Geld verdienen, als es heute der Fall ist. Alleine seine aktuelle Kamera kostet ohne Objektive in der Anschaffung satte 4.500 Euro. War sie erstmal eine zeitlang im Einsatz, so ist ihr Gebrauchswert schon auf 1.500 Euro gesunken. Fatalistisch stellt er fest, daß es für ihn lohnender wäre, „bei einem Gärtner Unkraut zu rupfen“, als bisweilen in der Woche tausend Kilometer im Auto zu verbringen. Und das nur, um dann kärglich entlohnt zu werden. Und wer weiß, was noch kommt. Vielleicht geht die Entwicklung noch zu Fernsehkameras, deren Standaufnahmen einem Redakteur zielsicher ins Konzept passen.

Angefangen hatte es weitaus übersichtlicher. Bei der US-Armee im Bereich der Truppenversorgung zuständig, wurde er Ende der 50er Jahre eines Tages mit anderen für seine Arbeit geehrt. Im alten Kino an der Erzbergerstraße sollte natürlich auch ein Foto gemacht werden. Beim Anblick des Arbeitswerkzeuges des angerückten Fotografen wurde er skeptisch und dachte laut nach, daß dieser angesichts der Lichtverhältnisse bestimmt kein vernünftiges Bild zustandebringen werde. Der gute Mann wiegelte ab, doch Seith behielt recht und konnte dadurch derart nachhaltig auf sich aufmerksam machen, daß er bis 1973 selbst für die Amis fotografieren durfte: Raketenstellungen, Manöver, Ehrungen – was beim Militär eben alles so anfällt.

Nebenher begann er auch für verschiedene Zeitungen und im besonderen die BNN zu arbeiten. Zunächst über lokale Gelegenheiten, aber bald auch von Sportereignissen. Auch bei Letzterem half ein wenig der Zufall. Seith war 1963 beim Stadioneröffnungsspiel in Baden-Baden, zu dem der KSC gastierte. Er sprach den ebenfalls anwesenden BNN-Reporter Paul Schneider an, ob er denn Bilder vom Spiel brauche. Dessen Antwort, „junger Mann, so schnell können Sie mir keine Bilder bringen!“, verstand der 33-jährige als Ansporn und noch ehe Schneider seine Redaktion erreicht hatte, hatte Seith die Abzüge bereits vorbeigebracht!

(…)

\ Das ausführliche Gespräch mit Heini Seith a.k.a. Reporta finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden N°11

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