Der Tugendbold \ Gerd Bold

\ Das erste Gespräch mit Gerd Bold liegt bereits ein Jahr zurück. Es war am Vorabend des Zweitligaspiels Kaiserslautern gegen den KSC – für beide Klubs hatte der heute in Otterberg bei Kaiserslautern lebende Pfälzer einst in der Bundesliga die Kickschuhe geschnürt. Seine Distanz zum aktuellen Fußballgeschäft ließ ihn dem anstehenden Derby neutral entgegenblicken, zumal Bold bei beiden Vereinen „eine gute Zeit“ verbrachte. Die Kontakte zum FCK liefen nach jahrelanger Funkstille gerade erst wieder an, Anlaß war ein eher zufälliges Treffen seiner Gattin mit der von Ex-Teamkollege Wolfgang Wolf in einer städtischen Tiefgarage. Lachend erzählt Gerd Bold, daß er sich nicht gemeldet hätte – „Ich hätte ihn nicht angerufen. Normal rufen die früheren Wasserträger ihre Chefs an …“

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Trotz seiner unbestrittenen Klasse und Bundesligatauglichkeit hatte Gerd Bold nicht die sture Unbedingtheit, dem augenblicklichen sportlichen Erfolg zu erliegen. So war seine Vertragsverlängerung im Frühjahr 1980, als der KSC sich anschickte in die Bundesliga zurückzukehren, keineswegs ein Selbstläufer. Sein Ex-Verein Hassia Bingen hatte wieder einmal eifrig um ihn geworben und ihm das verlockende Angebot unterbreitet, im Großunternehmen des Präsidenten nach dem Karriereende seine berufliche Zukunft abzusichern. Die Bundesliga und den drohenden Binger Absturz in die Viertklassigkeit vor Augen ließen Gerhard Bold jedoch im Badischen bleiben. Finanziell hätte das Gesamtpaket der Rheinhessen nur kaum hinter dem des Bundesligaanwärters gestanden. Zu diesem Zeitpunkt zählte der blonde Wuschelkopf, den Reporter auf dem Spielfeld gerne mit Martin Wiesner verwechselten, mit diesem sowie Wilfried Trenkel und Emanuel Günther zu den wertvollsten Spielern im KSC-Dress.

Das Ende von Gerd Bolds Zeit im Wildparkstadion kam am Saisonende 1982/83 und war von lautem Getöse begleitet. Der ambitioniert in die Spielzeit gestartete Verein war – von internen Auseinandersetzungen zermürbt – abgestiegen und hatte rund vier Millionen DM Schulden angehäuft. Für damalige Verhältnisse ein existenzgefährdender Betrag. Die Ursachen des sportlichen Niedergangs waren vielfältig, im besonderen allerdings in schlimmem Verletzungspech und – weitaus folgenreicher – in mannschaftsinterner Zerstrittenheit zu finden. Das Ende der erfolgreichen Aufstiegstruppe von 1980 leitete die Entlassung Manfred Kraffts im Herbst 1981 ein. Dem Rheinländer war es nicht gelungen, zu den von Geschäftsführer Manfred Amerell protegierten und beratenen Jungstars um Uwe Dittus und Klaus Theiss ein tragfähiges Verhältnis aufzubauen. Deren fehlende Förderung wurde ihm vereinsintern zum Verhängnis – Max Merkel übernahm.

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\ Das ausführliche Gespräch mit Gerd Bold finden Sie in der Print-Ausgabe
von
Auf, Ihr Helden N°11

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