Immer für die Mannschaft \ Rainer Ulrich

\ In 347 Spielen trug er das Wappen des KSC auf Brust – Rainer Ulrich, ein ehrliches, kompromißloses und richtig gutes Stück Karlsruher Fußballgeschichte.

(…)

Herr Ulrich, Sie sind mit dem KSC zweimal in die Bundesliga aufgestiegen, waren dort Amateur- und Cheftrainer – mit welchen Gefühlen denken Sie an diese Jahre zurück?
Rainer Ulrich: Ich habe gute Erinnerungen an den Verein. Letztlich habe ich in Karlsruhe ja die längste Zeit meiner Fußballkarriere verbracht. Alleine zwölf Jahre als Spieler, unterbrochen nur von Verletzungen und vier Wochen beim SV Neckargerach (lacht).

Außer dem SV Neckargerach – gab es weitere Verlockungen, den KSC zu verlassen?
Rainer Ulrich: Ich hatte einmal ein Angebot von Hertha BSC Berlin.

Sie sind gebürtiger Mannheimer und spielten dort für den VfR. War dieser schon immer „Ihr“ Verein oder schielten Sie auch zum Waldhof?
Rainer Ulrich: Sowohl mein Vater als auch mein Onkel spielten für den VfR, sodaß mein Weg nach der Jugend bei SC Käfertal vorgezeichnet war.

Zwischen den Fans des KSC und vom Waldhof herrscht heute große Rivalität. Als auf der jüngsten Mitgliederversammlung Udo Glaser für den Verwaltungsrat kandidierte und erwähnte, neben dem KSC auch für den Waldhof gespielt zu haben, gingen Raunen und Buhrufe durch die Reihen …
Rainer Ulrich: Die Spiele des KSC gegen einen Mannheimer Verein hatten immer Derbycharakter. Da wollte und gab man sicher mehr als zu anderen Spielen.
Kürzlich, beim Derby Waldhof gegen VfR, hatte ich es allgemein darüber mit Bernd Bartels. Früher spielten noch Mannheimer gegen Mannheimer, heute sind es Auswärtige oder Ausländer. Wir hatten damals sicher eine große sportliche Rivalität, aber man hat natürlich auch gemeinsam sein Bier getrunken. Und je nach Spielausgang war einer eben der „Looser“. Wobei, die Konkurrenz der beiden Mannheimer Vereine untereinander oder zwischen Waldhof und dem KSC hatte eine weitaus geringere Qualität als das diejenige von VfB und KSC. Das war schon damals etwas besonderes, als ich noch spielte.

(…)

Rainer Ulrich über …

Ehemalige Schützlinge

Michael Sternkopf
Der Michael war so einer, dem beigebracht werden mußte, im Rahmen der Möglichkeiten alles zu geben.. Ich erfuhr so nebenbei, daß er bei Coca-Cola seine Lehre abgebrochen hatte, um sich auf seine Karriere zu konzentrieren. Und was geschah? Anstatt morgens und abends zu trainieren, blieb er im Bett liegen und tauchte irgendwann nachmittags draußen auf.
Aber was war ich froh, einen Jungen zu haben, der so dribbeln konnte. Es kam für mich nie in Frage, ihm den letzten Schlenzer und Dreher zu verbieten. Solche Arbeiter wie mich fand und findet man immer, aber die Leute wollen doch die Techniker sehen.

(…)

\ Das ausführliche Interview mit Rainer Ulrich finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden N°10

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu hinterlassen. Anmelden »