Die Stille nach dem Schuß \ Edmond Kapllani und Sanibal Orahovac

\ Es ist Anfang August, nur noch wenige Tage bis zum Saisonauftakt in Nürnberg. Bei unserem ersten Zusammentreffen sitzen wir auf der Terrasse des Clubhauses und nur wenige Meter entfernt windet sich die lange Schlange derer, die in der Geschäftsstelle eine Karte für ein – nein, irgendein Heimspiel des KSC in der Vorrunde noch hoffen ergattern zu können.

Natürlich bleiben Sanibal Orahovac und Edmond Kapllani nicht unbemerkt und bleiben Autogrammwünsche nicht aus. Eine Meute junger Autogrammjäger ist sogar so aufmerksam und überschüttet Kapllani mit nachträglichen Geburtstagsgrüßen. Der älteste Bub’, der die kleine Runde mit einem Autogrammwunsch auflockert, trägt Schnauzbart und hat mit seiner Sammelleidenschaft vermutlich noch bei Horst Wild und Schlappe’ Ehmann angefangen („Könnt’ ich von Euch zwei e’ Autogramm uff mei T-Shirt druff habbe’? Ich bin jo erschtmol froh, daß ich überhaupt Karte ’kriegt hab’!“). Nur ein Junge, der sich sein Federico-Trikot signieren lassen möchte, wird von Kapllani zunächst vertröstet. „Federico ist weg, weißt Du das? Jetzt kaufst Du Dir ein Orahovac-Trikot und kommst dann wieder …“ Aber der Kleine hat natürlich Glück und bekommt die begehrten Signets.

Für den albanischen Angreifer war die Sitte des Autogrammsammelns gänzlich neu, als er vor drei Jahren nach Deutschland wechselte: „In Albanien gibt es das nicht. Selbst Ervin Skela hatte in Italien, bei Ascoli, keine Autogrammkarten“. Nachdem die üblichen Mannschafts- und Portraitfotos gemacht worden waren, kam eines Tages Pressesprecher Jörg Bock auf ihn zu und sagte ihm, er solle sich eine Aufnahme aussuchen. Das tat er dann auch. „Richtig verstanden habe ich es aber erst, als die fertigen Autogrammkarten auf dem Tisch lagen. Nun ja, es scheint mir ein ausschließlich deutsches Phänomen zu sein“ stellt Kapllani fest und lächelt.

(…)

\ Das ausführliche Interview mit Edmond Kapllani und Sanibal Orahovac finden Sie in der Print-Ausgabe von Auf, Ihr Helden N°10

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