Auf, Ihr Helden! N°10

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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\ Nachdem der KSC nun wieder in der Bundesliga spielt, sieht man zu den Heimspielen wieder öfters die sogenannte „Fußballprominenz.“ —————————— Und als einer unserer Verkäufer Maurizio Gaudino erkannt zu haben glaubte, sprach er ihn einfach mal darauf, ob er denn ein Heft kaufen wolle. Nur war es Pech, daß Gerhard Poschner die ihn offenbar verfolgende Verwechslung überhaupt nicht komisch fand. Vielleicht dachte er ja, ihm solle ein Auto verkauft werden.

In Karlsruhe vor Verwechslungen gefeit ist hingegen seit Jahrzehnten das Torwart-Idol Rudi Fischer. Der im pfälzischen Frankenthal geboren Torwart spielte für den dortigen VfR, ehe er 1951 über den VfR Wormatia Worms und den 1. FC Nürnberg zum VfB Mühlburg wechselte und dort bis 1960 in 211 Punktspielen die Tore an der Honsellstraße und im Wildparkstadion hütete. Mit den Blau-Weißen errang er drei Süddeutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokalsiege und wurde 1956 Vize-Meister hinter Borussia Dortmund. In die Karlsruher Seele brannte er sich allerdings noch mehr mit seiner 2. Karriere: Elf Jahre lang war er beim KSC Jugendtrainer und -leiter, gar 14 Jahre in diesen Funktionen bei Nordstern Rintheim und dem Karlsruher FV: Aberhunderte Buben gingen durch seine Lebens- und Fußballschule und gibt es niemanden, der auch nur ein böses Wort über ihn verliert. Noch heute besucht er regelmäßig die Heimspiele seines KSC, wobei er vor allem bei den Heimspielen der zweiten Mannschaft zu finden ist. Denn der Ersten ist ihm mittlerweile der Lärm und Rummel zu viel geworden.

Ähnlich verstimmt sind zur Zeit Edmond Kapllani und Sanibal Orahovac, die von der Saison bislang enttäuscht sein müssen. Während Orahovac von einer hartnäckigen Viruserkrankung zusätzlich immer wieder zurückgeworfen, seit Wochen noch nicht einmal mehr im Kader auftaucht, erntet der Aufstiegstorjäger neben Häme sogar noch Mitleid. In seiner momentanen Verfassung bei einem Elfmeterversuch auch noch auszurutschen – Chapeau, die Väter der Klamotte lassen fröhlich grüßen. Nur gut zu wissen und daran zu erinnern, daß der sympathische Albaner es eigentlich kann. Wir hoffen sehr, daß der Verein die vermeintlich notwendige Suche nach einem neuen Stürmer noch rechtzeitig einstellen kann. Kapllani und Sebastian Freis gönnen wir es jedenfalls von Herzen.

Das selbige an den Frauenfußball verloren hat inzwischen der ehemalige KSC-Profi und Pokalheld Helmut Behr. Von 1978–’80 spielet er beim KSC und galt als der Einwechselspieler schlechthin – in 26 seiner 34 Einsätze für den SC wurde er eingewechselt! Unvergessen machte er sich im Wildpark, als ihm in der Verlängerung des DFB-Pokalspiels gegen Borussia Mönchengladbach im Januar 1980 in der Verlängerung den umjubelten 1:0-Siegtrefer erzielte. Natürlich war er erst kurz zuvor eingewechselt worden. Nach erfolgreichen Trainerstellen in der Pfalz kehrte er im Dezember 2006 nach Karlsruhe zurück und führt seither als Leiter der KSC-Frauenabteilung einen steten Kampf um deren Anerkennung. Bislang jedoch leider vergeblich.

Und wir haben noch ein weiteres Thema, das eher wenig zur Hochstimmung taugt. Wir wagen einen kleinen Blick in die Schweiz, nach Zürich. Das alte Hardturmstadion der Grasshoppers ist geschlossen und zum Abriß freigegeben worden. Wir fuhren zum letzten Spiel und schauten uns mal an, wie es denn so ist, wenn eine traditionsreiche Arena zu Grabe getragen wird. Schließlich ist die Privat-Vendetta zwischen Stadt und Verein in Karlsruhe mittlerweile wohl zu Ende gegangen und wird eines Tages auch das Wildparkstadion kalt lächelnd entsorgt werden.
Wir trauern schon jetzt.

Viel Vergnügen,
Die Redaktion

Aus dem Inhalt:

  • Edmond Kapllani und Sanibal Orahovac –- Die Stille nach dem Schuß
  • Rudi Fischer – Herr Rudi, spiele Se net so leichtsinnig
  • Rainer Ulrich – Immer für die Mannschaft
  • Helmut Behr – Teure Voraussage eines goldenen Tores
  • Die KSC-Allstars spielen beim BFC Dynamo – Burkhard Reich hat wieder rüberjemacht!
  • Der Hardturm – Tod eines Stadions
  • … und wie immer vieles mehr …

Heft N°10 erschien im November 2007

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Eine Antwort zu “Auf, Ihr Helden! N°10”
  1. K. Dohn sagt:

    Da bin ich zwar ganz schön spät dran, aber richtigstellen sollte man es trotzdem: Rudi Fischer war beim Nordstern Rintheim und dessen Nachfolge-Verein aus der Fusion mit dem FC Waldstadt, dem Karlsruher SV. Beim KFV war Rudi zu keiner Zeit.
    Sportliche Grüße,

    Klaus Dohn

  2.  
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