Flutlicht im Wildparkstadion Karlsruhe

Der Wildpark bleibt im Wildpark!

So zumindest hat es der Karlsruher Gemeinderat in seiner Sitzung vom 17. Dezember beschlossen, selbst einen Bürgerentscheid über die Frage von Neu-, Umbau oder doch nur Instandhaltung wurde abgelehnt. In den kommenden Monaten wird nun kräftig über allerlei Plänen getüftelt werden, ehe es eine Entscheidung über ein gänzlich neues oder auch nur gründlich modernisiertes Stadion geben wird.

Ob so oder so, das Bild des 1955 eingeweihten und noch heute in der seinerzeitigen Form erhaltene Ovals wird sich bedeutend verändern. Von manchem, wie zum Beispiel im Falle der sanitären Anlagen für die Zuschauer, wird die Trennung selbst für den Nostalgiker leicht fallen. Auch das Clubhaus wird die neue Zeit nicht mehr in seiner heutigen Form erleben.

Zumindest eng werden dürfte es zudem für die vier Flutlichtmasten des Stadions.
Jede moderne Stadionarchitektur sieht heute an den Tribünendächern angebrachte Strahler vor und gelten ältere Systeme als nicht mehr zeitgemäß. Zudem ist es inzwischen schwierig geworden, für die Ende der 70er Jahre errichtete Anlage noch Ersatzteile zu erhalten.

Dennoch weist ihre Bedeutung weit über das rein Funktionale hinaus. Und das gerade dann, wenn ein Stadion nicht direkt an einer Schnell- oder Fernstraße liegt. Wenn zu Abendspielen der Wildpark leuchtet, dann wird der Lichtdom selbst noch am Rhein wahrgenommen und kündet davon: jetzt spielt der KSC. Auch bei Tageshelle bieten sie eine feste Verortung des Fußballstandortes Karlsruhe und sind sie daher Leucht- und Leittürme im besten Sinne.

Wie in unserem aktuellen Kalender \’64–69 im Wildpark in einer bewegenden Aufnahme aus dem April 1966 zu sehen, wurden sie einst sogar von Zuschauern erklommen, um eine bessere Sicht auf das Spielfeld zu finden. Für solch ein Waghalsigkeit besonders dankbar waren die damals noch stehenden Vorgänger der heutigen Masten: schlichte, in ihrer Konstruktion an Stromleitungsmasten erinnernde Stahlskelette, auf denen ganz oben die Leuchtkörper angebracht waren. Gegner war der von Max Merkel trainierte Meisterschaftskandidat TSV 1860 München, sodass es für die Fußballfans kaum mehr ein Halten gab.

Selbst als tote und nicht mehr im Betrieb befindliche Artefakte lohnte es also, die Flutlichtmasten des Wildparks auch künftig zu erhalten. Ob hierfür allerdings der finanzielle Wille vorhanden sein wird, ist nicht absehbar. Denn sowohl Stadt als auch Verein haben in den vergangenen Jahren mehr als einmal bewiesen, dass ihr Gefühl für Stadt-, Architektur- und Fußballgeschichte nur auf einem Herz aus Stein gegründet sein kann.

So hoch können also noch nicht einmal die Flutlichtmasten des Wildparkstadions sein, um die Aussicht auf deren Erhalt wohlwollender geraten zu lassen. Kein Zweifel, hierfür wird gekämpft werden müssen.

Ein kleiner Querschnitt durch’s neue Jahr im Wildpark

Nachstehend sehen Sie einige Ausschnitte unseres Kalenders ’64-69 im Wildpark – jeweils ein Zwölftel des Gesamtbildes – den Aha-Effekt erhalten Sie dann im Monatswechsel in Ihrem Kalender …

Beziehen können Sie unser Liebhaberstück noch den ganzen Januar über in der \Buchhandlung am Kronenplatz oder via nachstehendem Bestellformular – wir wünschen Ihnen ein friedliches Jahr 2014 und unvergessliche Stunden im Wildpark:

AIH_kalender_64-69

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