Raimund Krauth, FC Neureut, Eintracht Frankfurt, FK Pirmasens, KSC, Fortuna Kirchfeld

Am Morgen des 22. November ist der ehemalige KSC-Spieler Raimund Krauth in einem Karlsruher Krankenhaus verstorben.

\ Dorthin war er vor zwei Wochen eingeliefert worden, ehe der Lebenskampf nun sein Ende fand. „Er hat es geschafft, die letzten Tage waren sehr schwer. Wir sind mit ihm bis zuletzt einen weiten Weg gegangen”, darf aus dem Familienkreis zitiert werden. …

Der außergewöhnliche, Zeit seiner Karriere aber leider von großem Verletzungspech geplagte Außenstürmer war im Frühjahr 2009 während eines operativen Routineeingriffs ins Koma gefallen und seither der Vollpflege bedürftig. Über die gesamten bald vier Jahre kümmerte sich seine Familie intensiv um ihn und erfuhr sie aus dem Kreise einstiger Freunde und Mannschaftskameraden große Unterstützung. So fand im Sommer 2010 auf dem Platz des SVK Beirtheim ein \ Benefizspiel statt, zu dem die Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt um Karl-Heinz Körbel und Bernd Hölzenbein ohne zu zögern ihr Kommen zugesagt hatte.

Raimund Krauth, KSC, Karlsruher SC, Heinz Flohe, 1.FC Köln, Wildparkstadion

Viele halfen, nur jener Verein nicht, für den er die längste Zeit aktiv gewesen war. Der gebürtige Karlsruher hatte seine Karriere beim FC Neureut begonnen, ehe er bei Eintracht Frankfurt (1971-73), dem FK Pirmasens (1974-75) und eben beim KSC (1975-83) mehr als ein Jahrzehnt lang erfolgreich im Profi-Fußball aktiv war. Für letzteren bestritt der flinke und zielstrebige Angreifer 168 Punktspiele, in denen ihm 50 Tore gelangen. Zuletzt war Krauth bei Fortuna Kirchfeld Co-Trainer von Gerd Komorowski und hatte die 2. Mannschaft trainiert.

Raimund Krauth, FV Fortuna Kirchfeld Neureut

Nachdem es dem KSC im vergangenen Juli nicht gelungen war, seinen \ verstorbenen Pokalsiegertorwart Rudi Fischer zumindest mit einer Schweigeminute vor dem Heimspiel gegen den Halleschen FC zu ehren, sollte sich eine solche Entgleisung am morgigen Samstag gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht wiederholen und Krauth auch offiziell gedacht werden. Noch auf der KSC-Mitgliederversammlung im September hatte Präsident Ingo Wellenreuther hierzu gesagt, dass „man leider nicht gewusst habe, ob so etwas überhaupt möglich” sei. Eine Schweigeminute? Das Eingeständnis eines Fehlers oder gar eine Entschuldigung klingen wahrlich anders. Zudem hatten der Verein und sein Sportlicher Leiters Oliver Kreuzer bereits vor über zwei Jahren die Zusage gegeben, die Familie Krauth mit einem Benefiz-Spiel unter Beteiligung der Profimannschaft des KSC zu unterstützen. Geschehen ist seither nichts. Der KSC ist gegenüber Raimund Krauth und den Hinterbliebenen in einer Bringschuld. Und wenn schon nicht der Anstand, sondern die OB-Wahltermine im Dezember der Anlass würden, diese endlich einzulösen, so wäre der Sache Raimund Krauth auch gedient.

Die KSC-Mitglieder und -Fans danken und trauern um Raimund Krauth. Die aber von ihnen gewählten Verantwortlichen sollten zumindest so tun, als ob sie es täten.

Matthias Dreisigacker & Christian Pfefferle

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