Rudi Fischer, Torwartlegende, Ehrenjugendleiter des KSC, Frankenthal, VfB Mühlburg, Wormatia Worms, 1.FC Nürnberg

Am Abend des 18. Juni, auf den Tag genau 52 Jahre nachdem der KSC bei Westfalia Herne sein letztes Endrundenspiel um die Deutsche Meisterschaft bestritt, ist Rudi Fischer 86-jährig verstorben.

\ Das Spiel endete 2:2, bei der Westfalia im Tor stand Hans Tilkowski, und beim KSC eben jener Goalmann, mit dem die größten Nachkriegstriumphe des Karlsruher SC untrennbar verbunden sind und bleiben werden: Jeweils zwei DFB-Pokalsiege und Süddeutsche Meisterschaften sowie ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. …

Zu jenen Erfolgen zählt aber auch, den KSC binnen weniger Jahren zu einem sportlichen Aushängeschild der noch so jungen Bundesrepublik werden zu lassen. Was der KSC heute zumindest in Spuren noch darstellt, wäre ohne jene Generation um Männer wie Rudi Fischer nicht denkbar.

Rudi Fischer, DFB-Pokalsieger, KSC, Karlsruher SC

Aber andererseits, wie unwichtig gerieten diese Erfolge beim Erleben des Menschen Rudi Fischer. Über die Zeitzeugen seiner aktiven Laufbahn hinaus werden Hunderte Karlsruher Jugendspieler trauern, die sich seiner auf ewig als einen sich über den Fußball hinaus kümmernden und menschlich vorbildlichen Trainer und Jugendleiter erinnern werden. Bleibendere und dankbarere Spuren kann ein Mensch kaum hinterlassen, als für junge Menschen da und deren Freund zu sein. Wie viele Väter mag er in all den Jahrzehnten ersetzt haben?

Bis zuletzt war er, soweit es seine Gesundheit zuließ, bei den Spielen von erster Mannschaft und der KSC-Amateure in „seinem“ Wildparkstadion zugegen, dessen Wachsen aus dem Trümmerschutt er seinerzeit mit staunenden, stolzen Augen begleiten durfte. Zuletzt auf seinem Stammplatz saß er beim Relegationsrückspiel gegen Jahn Regensburg, dessen bitteres Resultat er tapfer mit auf seinen Heimweg nahm.

Rudi Fischer, Walter Baureis, KSC, Karlsruher SC

Immer hatte er ein freundliches Wort und hob Fischer mit seinem sprühenden Humor jegliche Distanzen auf. Fischer war nicht volkstümlich. Sondern viel mehr als das war er ein Fußballfreund wie Du und Ich, ein KSCler durch und durch. Nun wird wieder viel vom „bewahren eines ehrenden Andenken“ gesprochen, geschrieben und alsbald wieder vergessen werden. Würde sich in Zukunft wieder mehr um die (noch) Lebenden gekümmert, dann klängen solche Worte ehrlicher. Spätestens jetzt wäre es an der Zeit, das im letzten Jahr eröffnete, neue Nachwuchsleistungszentrum nach diesem großen Freund der Jugend zu benennen.

Wir danken dem Sportsmann Rudi Fischer von Herzen dafür, das KSC-Trikot bis zu seinem Lebensende mit Stolz und Würde getragen zu haben. Und es war uns eine Herzensfreude, diesen feinen Menschen kennen gelernt haben zu dürfen.

Matthias Dreisigacker, Christian Pfefferle und Heiko Räther

—————————————————— Wer gerne mehr über Rudi Fischer erfahren möchte, dem empfehlen wir unsere gedruckte Ausgabe \ Auf, Ihr Helden! N°10, in der wir ein ausführliches Gespräch mit ihm führten.

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