„Wir sind sehr froh, ein international anerkanntes Haus an den Verein gebunden zu haben“, sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther am vergangenen Donnerstag anlässlich der Präsentation des neuen Ausrüsters Hummel.

\ Und diese Aussage gilt mehr als zu Recht, da sich die Marke im bisweilen umstrittenen Umfeld der Lifestyle-Produzenten stets ohne Skandale zu behaupten wusste. Kämpfen Marktführer wie Adidas oder Nike bisweilen gegen Kritik an ihren Fertigungsmethoden, so liefern die Dänen das Positiv dieser Branche. …

„Danishness“ werde bei Hummel absolut gelebt, legt Geschäftsführer Jens Binek viel Wert auf die Attribute Ehrlichkeit und Fairness. Und das nicht nur intern, sondern auch nach außen – „Wir haben einen explizit scharfen Blick darauf, wie und wo wir unsere Produkte fertigen lassen. An den meisten Produktionsstätten sind wir auch beteiligt. Man sollte zwar nie ausschließen, tatsächlich einmal Pech zu haben und hintergangen zu werden, aber gerade als dänisches Unternehmen ist uns Social Responsibility – soziale Verantwortung – enorm wichtig. Diese Linie ziehen wir sowohl mit unseren Mitarbeitern als auch den Fertigungsstätten durch. Und mit den unseren Vereinen. So werden wir uns in der Region gemeinsam mit dem KSC Projekte suchen, die wir unterstützen.“ Dass die Firma diesen Spirit glaubwürdig lebt, beweist nicht zuletzt ihre Karma United-Kampagne, mit der sie den Sport nutzen möchte, um Menschen zusammen zu bringen und Gutes zu tun.

Der KSC bekommt ein Unikat

Der Vertrag mit dem KSC läuft drei Jahre und gilt für die deutschen Spielklassen Eins bis Drei. Details wollte Wellenreuther nicht nennen, doch hoffe er mit dem neuen Partner auf “freundlichere Umstände” als mit Vorgänger Nike.  Die Klagen aller Vereinsabteilungen dürften bei ihm noch nachhallen. Mit Hummel bekommt der KSC zudem die Garantie, dass sein Trikot ein Unikat darstellt. Schon bei der Kollektion 2012/13 durfte er seine Wünsche vorbringen und besteht also nicht mehr die Gefahr, dass ein Nachbarverein im selben Trikot auflaufe, wie Binek betonte. Den KSC stuft er als einen attraktiven Partner ein, „dessen Umfeld nach mehr strebt“. Und vor allem könne mit ihm eine Marke aufgebaut werden.

An die Haut kam nur eine bestimmte Marke

Denn Binek weiß darum, wie stark eine Ausrüsterbindung ausstrahlen kann. Selbst Jahrgang 1963 ist der Fußballfan damit aufgewachsen wie anfangs der Siebziger Jahre an den Jerseys der Spieler plötzlich ein dicker oder drei schmale Streifen zu wachsen begannen und Adidas und Puma, die erbitterten Herzogenauracher Rivalen, dazu ansetzten, über die Klubs eine nachdrückliche Identität aufzubauen. Ebensowenig wie es ein junger Bayern-Fan nicht gewagt hätte, in Puma-Klamotten auf den Bolzplatz zu kommen, hätte sich ein Gladbach-Fan von Vater und Mutter niemals eine Adidas-Montur aufschwatzen lassen. Spätestens Mitte der Siebziger mischte hierbei auch Hummel mit seinen markanten Winkel-Applikationen mit. Zum Beispiel Werder Bremen, MSV Duisburg, Wuppertaler SV, Westfalia Herne, FC St. Pauli, Bayer 05 Uerdingen und vor allem Rot-Weiss Essen, der langlebigste Partner, liefen in unverwechselbarem Design auf. „Wir flirten gerade wieder mit RWE. Und in unserem Hamburger Showroom präsentieren wir auch Fotos aus den Siebziger Jahren, unter anderem von RWE und Horst Hrubesch, dem damaligen Star des Klubs“, pflegen die Dänen ihr kleines, aber feines Retro-Image.

Mit dem KSC Position beziehen

Wie hielt er es eigentlich? „Ich bin Gladbach-Fan“, sagt Binek. Doch nun bibbere er natürlich mit dem KSC um den Klassenerhalt. Der KSC soll einer von künftig bis zu fünf Klubs der höchsten Ligen sein, mit dem Hummel sich im deutschen Fußballmarkt wieder positionieren möchte. Als „kleiner Fisch im Teich, aber in dieser Rolle fühlen wir uns ganz wohl“. Seine Borussia habe nach einer internen Analyse in den vergangenen 20 Jahren etwa sieben Ausrüster gehabt, sodaß eine Identifikation eigentlich nicht mehr möglich ist: „Ich halte deshalb sehr viel von langfristigen Kooperationen, diese Kontinuität ist uns sehr wichtig. Mit dem KSC haben wir zunächst einmal zwar nur einen Drei-Jahres-Vertrag abgeschlossen, aber im Handball arbeiten wir mit einzelnen Vereinen teilweise schon seit zwölf oder 18 Jahren zusammen.“ Soviel Perspektive hatte der KSC wahrlich schon lange nicht mehr.

2 Antworten zu “So wie einst der RWE \ Hummel neuer KSC-Ausrüster”
  1. wile.e. sagt:

    finde, dass das sehr gut zusammen passt. hummel hat wie der ksc eher ein image des kleinen, regional verwurzelten vereins / unternehmens, welche nicht unbedingt danach streben ganz, ganz oben mitzuspielen. hoffentlich etabliert man sich gemeinsam in liga 2

  2. Patrick sagt:

    hallo wile.e

    im Fußball hat Hummel vielleicht dein beschriebenes Image, aber im Handball rüsten sie einige der Weltbesten Mannschaften aus. Qualitativ und vom Design stehen sie den etablierten Marken in nichts nach. Ich als großer Handballfan freue mich darüber.

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