Ein herrlicher Novembernachmittag durfte im Wildparkstadion erwartet werden. Die Profis pausierten zwar ob des Länderspielwochenendes. Daß dies beim KSC keine Phantomschmerzen auslösen muß, war in dieser Spielzeit leider nur allzu oft miterleben zu gewesen.

\ Doch immerhin stand bei Sonnenschein ein Heimspiel der Amateure an. Diese waren stark in die Runde gestartet und hatten schon für viele schwungvolle und unterhaltende Stunden sorgen können. Warum also nicht auch heute?

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Christian Timm KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Moses Lamidi Haupttribüne KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Simon Zoller KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Schiedsrichter KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Parker Walsch KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Wildparkstadion Halbzeit KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Goalmann Mathias Moritz KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Mathias Moritz KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Jubelschrei KSC Amateure u23 fc ingolstadt
Hüseyin Cayoglu KSC Amateure u23 fc ingolstadt

Weil ein Fußballspiel neunzig Minuten dauert. Schon immer, und immer noch. Und weil eine Mannschaft noch so viele Torchancen herausspielen und ein Spiel bestimmen kann, um es je nach Unlust doch noch zu verlieren. Wie die Amateure am Samstagnachmittag gegen die Zweite des \FC Ingolstadt 04. Bis zur 88. Minute hatte der KSC durch ein Tor Simon Zollers (14. Minute) geführt und hätte eben jener junge Mann schon auf dem Zettel der Bayern stehen können, wären alle seine folgenden Abschlussversuche im Gästetor gelandet. Dies taten sie aber nicht, sodass die späten Treffer von Thomas Berger (88.) und Karl-Heinz Lappe in der Nachspielzeit für ganz lange Gesichter sorgten. Der eine oder andere KSCler dürfte sich hernach vom vielen Kopfschütteln gar ein Schleudertrauma zugezogen haben. Die Zuschauer auf der Haupttribüne noch mehr irritiert haben dürfte aber das immense Jubelgeschrei der Ingolstädter auf dem Rasen – deren Wiederhall verfing sich derart in der Stahl- und Glaskonstruktion, dass jeder automatisch die Köpfe nach einem vermutet hundertköpfigen Gästeanhang streckte.

In den neunzig Minuten zuvor hatten sie die Hälse im besonderen nach zwei Hoffnungsträgern für den Abstiegskampf in der zweiten Liga gestreckt. Während sich Moses Lamidi noch immer von den Folgen seiner langen Verletzung nur langsam lösen darf und für ihn das Spiel bereits nach der ersten Halbzeit beendet war, wirkte Christian Timm schon wesentlich aktiver. Dass er in den vergangenen Wochen recht konstant durchtrainieren durfte, hat ihm sichtlich gut getan. Nun fehlt ihm zwar noch die Spielpraxis, doch diese zu erwerben sollte noch das kleinere Problem sein. Er ist nun in seiner fünften Saison beim KSC, ohne außer zweier Tore beim Auswärtssieg auf Schalke im Herbst 2007 keine bleibenden Spuren hinterlassen zu haben. Die Zuschauer sind vom einstigen Hoffnungsträger, der zuvor in Fürth zu schönsten Hoffnungen Anlass gegeben hatte, enttäuscht und sehen ihn inzwischen äußerst kritisch. Timm wird erfahrungsgemäß ein breites Kreuz brauchen, wenn ihm das Publikum auch nur kurze Stagnationen oder gar Rückschritte erwartbar kaum verzeihen wird. Zudem hatte es ihm schon unter \Rainer Scharinger nicht geholfen, im Trainer einen Fürsprecher zu haben. Dass er im Falle der Fitness noch immer jeden Zweitligisten bereichern kann, davon darf ausgegangen werden. Nach seinen langen Leidenszeiten wäre seine Wiederauferstehung nicht nur sportlich eine erfreuliche Wende.

Tabellarisch ist für die Amateure die Vorrunde nun vorüber, und von den letzten sieben Spielen konnten die Amateure keines gewinnen: Vier Niederlagen und drei Unentscheiden wurden erreicht. Es hätte zwar nicht mehr Punkte sein müssen, aber gerne sein dürfen und auch können. Die Buben überraschen den Interessierten halt immer wieder.

Auch einen \Rudi Fischer, der vor Spielbeginn mit den Chronisten noch genussvoll eine Zigarette rauchte. Aber nur die eine, denn zu mehr als dieser hat der Mann inzwischen keine Lust mehr, was ihm zugleich reichlich Anerkennung und Respekt von Torwarttrainer und Namensvetter Martin Fischer einbrachte. Der alte Herr sah den jungen Mathias Moritz noch vor dem Spiel auf einem sehr guten Weg und freute er sich über dessen Entwicklung. Dass der junge Mann später zwei ganz bittere Tore kassieren sollte, dürfte die Beurteilung nicht geschmälert haben. Und das nicht nur, weil Fischer die Unwägbarkeiten eines „Goalmannes“ kennt. Sondern auch, weil er zuverlässig zehn Minuten vor Spielende den Heimweg antritt. Für Rudi Fischer war es gewiss ein wunderbarer Herbstnachmittag gewesen.

Text: Matthias Dreisgacker \ Fotos: Christian Pfefferle

Eine Antwort zu “Für Liebhaber \ KSC stürzt gegen Schanzer”
  1. Charlie sagt:

    Ich wusste, dass Dich der Widerhall so stark beeindrucht hat! :-)

  2.