Macauley Chrisantus, KSC, Karlsruher SC, FSV Frankfurt, Nigeria

Mit dem FSV Frankfurt kommt am kommenden Samstag ein süddeutscher Traditionsverein in den Wildpark, auf den von Karlsruhe aus wohl besonders wegen der drei Ehemaligen Macauley Chrisantus, Gerd Kleppinger und Hans-Jürgen Boysen geschaut wird.

\ Ansonsten bietet der Verein für viele Karlsruher wohl eher ein sparsames Profil. Sicher ist es respektabel, dass sich die Frankfurter nach schwierigen Jahren nun schon in der vierten Saison in Folge in der 2. Liga halten können. …

Und eigentlich böte die südhessische Metropole auch ausreichend Platz für eine zünftige Lokalrivalität. Doch hierfür hatten sich die beiden Klubs in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg einfach nicht mehr auf Augenhöhe befunden. Bis 1962 sie noch zusammen in der Oberliga Süd, der damals höchsten deutschen Spielklasse, doch dann trennten sich die Wege. Erst letztes Wochenende kam es wieder zu einem gemeinsamen Punktspiel.

Und auch überregional wird der FSV allenfalls wahrgenommen, große Emotionen erzeugt er nicht. Die meiste Aufmerksamkeit dürften deshalb die ausufernden Spalten der Zu- und Abgänge im jährlichen Kicker-Sonderheft erzeugen. Bis zur Auflösung der Frauenabteilung vor fünf Jahren hatten die Jungs des Vereins die Konkurrenz sogar im eigenen Haus – dreimal wurden die FSV-Mädels Deutsche Meisterinnen, fünfmal holten sie den DFB-Pokal.

Mit dem VfB Mühlburg bzw. Karlsruher SC teilte man sich zwar über viele Jahre eine Spielklasse – bis 1962 die Oberliga Süd, in der Folge noch ein Jahr der zweitklassige Regionalliga Süd 1969/70, sowie von 1977 bis 1980 drei Jahre in der 2. Liga Süd – doch entwickelte sich hierbei keine prickelnde Südwest-Rivalität. Gefühlt ist daher die Anspannung vor dem Samstag in etwa so wie vor einem Gastspiel des SC Paderborn.

Beim KSC wird wohl nur Torwarttrainer Peter Gadinger an den FSV besondere Erinnerungen pflegen, da er am 24. November 1979 beim Auswärtssieg (3:2) am Bornheimer Hang das erste und einzige Mal den verletzten Rudi Wimmer vertreten durfte. Es blieb in drei Jahren beim KSC sein einziger Punktspieleinsatz.

Und so dürfte sich das Hauptinteresse auf Macauley Chrisantus richten, der auch einmal fünf Tore in einem Spiel hätte schießen können, ohne zu verhindern, nach einer missglückten Aktion in der 89. Minute doch noch ausgepfiffen und verlacht zu werden.

Nun spielt er beim FSV, wo ihm altersbedingte Unebenheiten hoffentlich eher nachgesehen und rassistische Bemerkungen ausbleiben werden. ————» Lesen Sie hierzu auch die Kolumnen: \ Im Wildpark hat’s gemöllert und \ Nur Hoffnung aber keine Gewissheit

Für den Samstag wünschen wir ihm ein exorbitant gutes Spiel, doch KSC-Keeper Dirk Orlishausen ein noch besseres.

2 Antworten zu “Der FSV Frankfurt kommt, doch Neugierde erregt nur Macauley Chrisantus”
  1. Holger sagt:

    Was hat es denn mit diesem Bild auf sich? Wie ist der Gruß im Hintergrund zu verstehen?

  2. Matthias Dreisigacker sagt:

    Hallo Holger,

    nicht jeder erhobene Arm ist ist etwas schlimmes. Und auf dem Foto nach dem letzten Heimspiel der Saison 2009/10 haben die Spieler vor dem KSC-Fanblock schlicht die sogenannte “Welle” gemacht. Kristian Nicht hat die Bewegung bereits nach oben ausgeführt, während Gaëtan Krebs noch im Einschwung ist. Das Bild ist ein Ausschnitt, im Original wäre es deutlicher.

    Also keine Angst, die KSC-Spieler sind keinen bösen Geistern und Gesten anheimgefallen. :-) Zumal gerade wir so etwas nie unkommentiert und unkritisiert hinnehmen würden.

    Matthias Dreisigacker

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