Erschienen in der RHEINPFALZ am 11. August 2011

\ Es sollte ein Beitrag über die gesellschaftlichen und sozialen Aktivitäten des KSC werden. Denn der Verein und seine Spieler engagieren sich seit vielen Jahren freiwillig auch außerhalb des Stadions für die Menschen in dieser Region. Doch am Ende konnten doch nur der 1.FCK und die TSG Hoffenheim gelobt werden …

Seit dem vergangenen Wochenende blickt das ganze Land wieder auf den Erlebnispark Bundesliga: Stadien, Stimmung, Tore – Der Fußball ist längst der Deutschen liebstes Kind und somit auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Doch bei aller Rasanz der Ereignisse sind die Profi-Vereine darauf bedacht, die Aufmerksamkeit nicht nur auf den sportlichen Erfolg zu richten, sondern in vielfältiger Weise auch ihrer sozialen Bedeutung in der Region gerecht zu werden. Neben der Jugendarbeit gewinnen daher gerade auch Benefiz-und Hilfsaktionen zunehmend an Bedeutung.

„Es ist immer schön, wenn wir helfen können“, legt Christian Gruber, der Pressesprecher des 1.FC Kaiserslautern, Wert darauf, dass der FCK seine karitativen Aktivitäten nicht als Belastung empfindet. Im Gegenteil – gerade Kinder zeigten für kleine Gesten große Dankbarkeit – „wir können Träume erfüllen, die ein Kind sein Leben lang nicht vergisst“. Der FCK unterstützt Organisationen wie „sternschnuppe.de“, „Initiative Wunschtraum“, aber auch zahlreiche Förder-, Behinderten- und Jugendeinrichtungen, die Tschernobyl- und Japanhilfe und vieles mehr. Die Spieler engagieren sich hierbei gerne, so sei zum Beispiel Abwehrspieler Martin Amedick für das Projekt „Mama/Papa hat Krebs“ der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz „mit ganzem Herzen“ und aus Eigeninitiative aktiv geworden. Der Verein beantwortet jede Anfrage und bemüht sich grundsätzlich, Unterstützungsmöglichkeiten zu finden. Manchmal würde aber auch versucht, dieses Engagement auszunutzen. „Es kommt vor, dass gespendete Dinge nicht ihrem gedachten Zweck zugeführt werden, sondern versucht wird, mit diesen Geld zu verdienen“, bedauert Gruber.

Letztlich seien die einzelnen Aktionen des FCK derart vielfältig und unüberschaubar geworden, dass der Verein diese künftig in der Aktion „Betze-Engel“ bündeln wird. Hierbei werden sechs ausgewählte soziale Institutionen nachhaltig unterstützt werden.

Beim Ligarivalen 1899 Hoffenheim hat eine solche Konzentration bereits stattgefunden und unterstützen die Kraichgauer im besonderen regionale Wohltätigkeitsaktionen. Besonders um integrative Projekte für Behinderte wird sich hierbei in Zusammenarbeit mit Fanklubs gekümmert. Erst im Mai diesen Jahres veranstaltete die TSG im heimischen Trainingszentrum einen „Handicap Day“, zu dem 15 behinderte Menschen mit den Hoffenheimer Profis trainieren durften. Ebenso besteht natürlich eine enge Zusammenarbeit mit der Dietmar-Hopp-Stiftung, deren Schwerpunkt in der Rhein-Neckar-Region und hier in den Feldern Sport, Medizin, Soziales und Bildung liegt.

Und auch der Karlsruher SC „unterstützt seit jeher eine Vielzahl von Benefiz-Aktionen in verschiedensten Bereichen, teils eigeninitiativ, teils auf Anfrage“, wie der Verein schriftlich mitteilte. Mehr Informationen erteile der Klub jedoch nicht, da dies „wenig Sinn“ mache und „der Verein wie gewohnt nichts zu Zahlen, Größenordnungen oder ähnlichem sagen wird“. Der altehrwürdige Traditionsverein aus Baden fügt dem Bundesligabetrieb somit eine wirklich innovative Facette hinzu – tue Gutes und sprich nicht darüber.


Die hier veröffentlichten Beiträge des Herausgebers Matthias Dreisigacker basieren auf den Kolumnen in der Zeitung Die Rheinpfalz, die dort in der Regel montags in der Rubrik 'An der Seitenlinie', veröffentlicht werden.
Hier werden sie am jeweils darauf folgenden Donnerstag freigestellt.


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