Ein vertraulicher Spielervertrag gelangt an die Öffentlichkeit und sorgt im Umfeld des KSC für Diskussionen. Hierbei werden daraus folgende Widersprüche des heutigen Fußballgeschäfts unterschätzt und publizistisch nicht aufgelöst.

\ Vor zwei Wochen veröffentlichte die Sport-Bild Kopien des Vertrages mit dem ehemaligen KSC-Spieler Dino Drpic, woraufhin dieses Thema von Harald Linder in seinem Sportkommentar der Kurier-Ausgabe vom vergangenen Freitag gewohnt pointiert aufgegriffen wurde. Hierbei bezieht er Stellung und zeigt Verständnis für die Personalentscheidung des damaligen Managers Rolf Dohmen, der mit attraktiven Vertragskonditionen nicht nur den Kroaten für ein Engagement beim KSC gewinnen konnte …

«Eine durchaus gängige Praxis, zumal die gezahlten Gehälter beileibe nicht Ligaspitze darstellten, auch wenn sie für einen Normalsterblichen natürlich utopisch erscheinen mögen.» Diese „gängige Praxis“ bestand zum Beispiel im Fall Drpic aus einem Monatsgehalt von 50.000, sowie Punktprämien von 20.000 bzw. 10.000 Euro.

Auch wenn es ausreichend Anknüpfungsgründe gäbe, soll es an dieser Stelle aber nicht um den damaligen Vorgang und dessen Bewertung an sich gehen. Denn wir stolperten bei der Lektüre der betreffenden Seite des Kuriers über einen Beitrag am Ende der Seite, in dem auf einem großen Foto zu sehen ist, wie KSC-Nachwuchskoordinator Ede Becker ein handtuchgroßer Scheck über 700 Euro für die Jugendarbeit überreicht wird. Der Betrag war über die Glücksradaktion eines KSC-Sponsors zum Familientag zusammengetragen worden.

Ungewollt gelang dem Kurier auf diese Weise eine treffende Kollage, die das ganze Elend des Bundesligafußballs – und besonders des KSC – aufzeigt. Auf der einen Seite wird bei Fans und Sponsoren um Unterstützung der Jugendarbeit geworben, als ob sich eine ehrenamtlich tätige, karitative Organisation um Straßenkinder bemühe. Hierbei geht es nicht um Kuchenspenden, sondern mitunter um beträchtliche Summen, für die sich auch Sponsoren und Gönner vor ihren Mitarbeitern rechtfertigen müssen. Aber andererseits fließen an die Vertragsfußballer Gelder ab, die einen Verein wie den KSC aufgrund von Banalitäten wie einer vergebenen Torchance an den Rand seiner Existenz bringen können. Ein gefährliches Vabanquespiel, welches sich der KSC spätestens nach dem bösen Absturz zur Jahrtausendwende nicht mehr hätte leisten dürfen – weil er eigentlich hätte gelernt haben müssen, für die „gängige Praxis“ nicht mehr konditioniert zu sein. Aber während solche Beträge in Freiburg erfolgreich in die Substanz des Vereins gesteckt wurden, gingen sie in Karlsruhe an eine handvoll Spieler.

Fußballvereine neigen dazu, ihre Abteilungen „Profis“ und „Jugend“ nach außen als völlig getrennt und von einander unabhängig zu verkaufen. Das mag zwar clever sein, aber nicht ehrlich. Denn gerade die Austarierung beider Bereiche macht die verantwortungsvolle Führung eines gemeinnützigen Vereins aus. Der Fall Dino Drpic wäre eine geeignete Gelegenheit gewesen, sich diesem Widerspruch zu widmen. So mag für Leser und Fußballfreunde weiterhin gelten, aufmerksam zu bleiben und buchstäblich auch zwischen den Zeilen zu lesen. Denn hier kann man oftmals mehr „übber des G’schäft“ erfahren, als zu erwarten wäre.

Text: M.Dreisigacker \ Fotos: C.Pfefferle


Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.

Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.


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