Fröttmaning TSV 1860 München Allianz-Arena

Der KSC verliert mit 2:1 bei 1860 München zwar ein Spiel, gewinnt aber den Glauben an die eigenen Möglichkeiten

\ Es waren nur noch wenige Meter zum Mannschaftsbus. Und dennoch – einer nach dem anderen blieben sie stehen und starrten auf die Monitore, auf denen das vor einer Stunde beendete Spiel noch einmal Bild für Bild ablief. Ein ganz schlechter Film, nun kommentiert mit Kopfschütteln und höhnisches Lachen über den „schlechtesten Schiedsrichter überhaupt“. …

Da haben die KSCler gearbeitet und gespielt, einen richtig ordentlichen Arbeitsnachweis abgeliefert, um am Ende eben nicht unglücklich, sondern unverdient zu verlieren. Timo Staffeldt sprach von der Vergeblichkeit, sich auf einen „komisch“ pfeifenden Schiedsrichter einstellen zu können, und der Notwendigkeit, es für sich und sein Spiel „eigentlich egal“ sein lassen und einfach weiterspielen zu müssen. Auch Torhüter Dirk Orlishausen verengte die Gründe für die Niederlage nicht auf den Unparteiischen Babak Rafati, sondern konstatierte vielmehr, dass man sich selbst bestraft habe. Der routinierte Hüne erkannte „Kinderkrankheiten, die wir abstellen müssen“. Aber vor allem: „Ob die Zukunft uns gehören wird, das wird man sehen. Aber wenn wir es künftig so wie heute angehen, dann werden wir solche Spiele auch gewinnen“.

Besser als die anderen

Dass die samstäglichen Verlierer hierzu in der Zukunft auf hohem Zweitliganiveau in der Lage sein werden, ist letztlich die vornehmste Erkenntnis dieses zweiten Saisonspiels. Wie gegen den MSV Duisburg am Wochenende zuvor zeigte sich der KSC seinem Gegner hinsichtlich Organisation, Handlungsintelligenz und Spielanlage überlegen, was im besonderen als Indiz für eine ausgezeichnete Vorbereitung sowie ein kluges Zusammenstellen des Kaders schließen mag. Die sportliche Leitung weiß nicht nur, was sie will, sondern sie kann es der neu zusammengestellten Truppe auch vermitteln. Man schaue nur auf die anderen: Der MSV hat eine vergleichbare Aufgabe zu bewältigen gehabt und ist bislang daran gescheitert. Und die auf ihren Stamm der Vorsaison vertrauen dürfenden Sechziger hätten sich eigentlich weitaus fester präsentieren müssen. Dies taten sie aber nicht. Es hat viel zusammenkommen müssen, dass der TSV am Samstag gewinnen durfte. Und noch viel mehr wird notwendig sein, um im weiteren Saisonverlauf vor dem KSC landen zu können. Timo Staffeldt formulierte es wie selbstverständlich und eben nicht nur aus Trotz: „Früher oder später wird es sich auszahlen – Qualität setzt sich durch“.

Der überforderte Schiedsrichter

Wohl auch deshalb reagierten die zahlreich mistgereisten KSC-Anhänger vergleichsweise milde und nahmen während und nach dem Spiel nicht den Block auseinander. Schon bei des Stadionsprechers Nennung Rafatis als Unparteiischen tobten Aufstöhnen und Pfiffe durch die badische Kurve. Denn der Unparteiische hat in den vergangenen Jahren konsequent daran gearbeitet, mit einsamsten Entscheidungen jenseits des gesunden Menschenverstandes die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Rafati ist überfordert, ihm fehlt jegliches Gespür für die Bewegungsabläufe von Fußballern. Bei dem heutigen Tempo muss ein Schiedsrichter gewiss nicht alles sehen. Aber Intuition, die muss er ganz einfach haben. Am Samstag verteilte er seine Ungerechtigkeiten nun nur scheinbar auf beide Seiten. Die das Spiel entscheidenden Fehler trafen allerdings ausnahmslos die Gäste, die froh sein mussten, dass an einem 2. Spieltag noch nichts Unkorrigierbares geschehen kann. Recht hatte der Schiedsrichter aber in der Bewertung des Niederfalls von Marco Terrazino mit einer Gelben Karte. Jener gab nach dem Spiel auch ehrlich zu, dass er im Nachhinein nicht mehr den Kontakt zu seinem Gegenspieler suchen und seine Aktion vielmehr ausspielen würde. Vorangegangen war die stärkste Szene des Kurpfälzers, der ansonsten nicht seinen besten Tag erwischt hatte.

Derbysieg

Immerhin für einen KSC-Spieler dürfte der 23. Juli letztlich nicht ganz verloren gewesen sein. Denn als langjähriger Spieler von Rot-Weiß Erfurt hatte es sich Dirk Orlishausen natürlich nicht nehmen lassen, über das Ergebnis des Thüringen-Derbys gegen den FC Carl Zeiss Jena umgehend informiert zu werden. Das 3:0 seiner alten Kameraden zauberte schließlich sogar ein Lächeln in das eher zerknitterte Gesicht. Bei aller Traurigkeit über die Niederlage bei den Sechzigern ist allerdings davon auszugehen, dass er und seine Mitspieler in den nächsten Monaten auch ohne solche Erfolgsmeldungen von fernen Plätzen und Ligen ausreichend Gründe zur Heiterkeit haben werden. Diesem KSC kann die Zukunft gehören. Wenn noch nicht in dieser Saison, dann eben in der nächsten.

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Text: M.Dreisigacker \ Fotos: C.Pfefferle

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N°14 \ Carl-Heinz Rühl und N°18 \ Hans Haunstein … schauen Sie doch einfach mal rein!

2 Antworten zu “„Früher oder später wird es sich auszahlen!“”
  1. Dies zu lesen, tut ungemein gut….

  2. Hannes sagt:

    Schiedsrichterschelte ist das hohe Lied der schlechten Verlierer… :-(

  3.