Am Mittwochmorgen fand bei KSC-Hauptsponsor Klaiber Markisen in Forst die Jahrespressekonferenz des KSC statt

\ Seit einigen Monaten ist auf der A5 in Höhe des Rasthofs Bruchsal zu erahnen, wie sich ein KSC-Stadion direkt an der Autobahn anfühlen könnte. Denn dort, im angrenzenden Industriegebiet von Forst, hat KSC-Hauptsponsor Klaiber seinen Firmensitz und an der zur Autobahn gewandten Seite ein großes KSC-Wappen anbringen lassen. …

Klaiber Markisen KSC Karlsruher SC Jahrespressekonferenz

——— Der Blickfänger unseres Lieblingsvereins ist bescheiden, entfaltet aber dennoch seine Wirkung. Denn der Vorbeireisende muss zur Kenntnis nehmen, dass er im KSC-Land ist. Trotz der holprigen Begleitumstände seines ersten Sponsoringjahres ist man in Forst mit seinem Engagement zufrieden und gewiss auch ein wenig stolz, seine Partnerschaft mit dem Traditionsverein an repräsentativster Stelle – der Spielerbrust – leben zu können. Am vergangenen Mittwoch fand nun bei Klaiber Markisen auch die traditionelle Jahrespressekonferenz des KSC statt. Diese Institution bietet Medienvertretern und Vereinsverantwortlichen die Gelegenheit, sich näher kennen zu lernen und sich auf die künftige Zusammenarbeit einzustellen.

good vibrations

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——— Der Rahmen passte, auf so viel zurückhaltende Eleganz beim badischen Mittelständler war der Besucher nicht gefasst. Gastgeber Ralf Klaiber eröffnete mit dem Statement, „froh um Ruhe und Kontinuität zu sein, die sich in der Stimmung von Verein und Mannschaft“ wiederfänden und dürfte hiermit vielen Fans aus der Seele sprechen, die in den letzten drei Spielzeiten nur wenig Freude hatten, sich vorbehaltlos zu ihrem KSC zu bekennen. Diese Sehnsucht erkannt und zur bestimmenden Maxime seiner Amtszeit gemacht zu haben, darf sich Präsident Ingo Wellenreuther zuschreiben lassen. Der ambitionierte Politiker weiß, welche Aufgaben in den vergangenen Monaten zu bewältigen waren – und legt Wert darauf, dass dies auch nicht vergessen wird. Bisweilen findet er sogar Erfolgsindikatoren, die zuvor selbst dem aufmerksamsten Beobachter nicht bekannt waren. Wie am Mittwoch, als er auf die Steigerung des Zuschauerschnitts von der letztjährigen Vor- zur Rückrunde von 12.600 auf 17.200 aufmerksam machte und sie flugs als Beleg für die „Verbesserung der Stimmungslage“ im Verein ausmachte. Ergänzende Gedanken an einen spannenden Abstiegskampf und attraktive Gegner wie Hertha BSC Berlin flossen in die Analyse nicht mit ein, da Mathematik „meinungsunabhängig“ sei. Da ist es kein Wunder, dass selbst Stadionsprecher Martin Wacker bisweilen seine Begeisterung kaum zügeln kann und eingangs der Mannschaftspräsentation zum Familientag am vergangenen Sonntag im Wildparkstadion geradezu außer sich geriet, als er Wellenreuther wie einen Popstar ankündigte. Der ganze KSC scheint auf einer fast schon unheimlichen Welle von good vibrations dem Saisonbeginn entgegen zu surfen.

Sportliche Zurückhaltung ist vorhanden

——— Die allgemeine Euphorie in Verein und Umfeld darüber, dass die Verantwortlichen „mit Mut und Entschlossenheit“ gehandelt und die zu ändernden Dinge angepackt haben (Wellenreuter) ist groß, zumal sie von einer angenehmen Demut ergänzt wird. Trainer Rainer Scharinger zum Beispiel freute sich über den „guten Geist“ des neuen Teams, das bereits „sozial zueinander gefunden“ habe, betonte allerdings auch, dass die Entwicklung des Teams über den Saisonbeginn hinaus weitergehen werde und man sportliche Zwischenziele nicht zu früh in Ergebnissen darstellen dürfe. Ingo Wellenreuther selbst sprach vom „gesicherten Mittelfeld“ und einem „frühzeitigen Klassenerhalt – „Wir haben keine überzogenen Erwartungen“. Diese Bescheidenheit durchzustehen wird nicht einfach sein. Denn KSC-Präsident Wellenreuther sprach auch von der Ambition des Traditionsvereins, eben doch bald wieder oben mitspielen zu wollen.

Ein Ende des Mitleids

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——— Oliver Kreuzer meinte hernach im Gespräch, dass man „vor dem KSC wieder Respekt haben“ müsse: „Im letzten Jahr wurde er doch nicht einmal mehr belächelt, sondern bemitleidet“. Alle Verantwortlichen des KSC haben viel getan und sind in ein hohes Risiko gegangen, um den KSC wieder zu einer positiven Marke im deutschen Fußball zu machen. Wie weit die allerorten guten Stimmungen tragen werden, wird man erstmals am kommenden Sonntag um 17.15 Uhr wissen.

Text: M.Dreisigacker \ Fotos: C.Pfefferle

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