Archiv für April 2010

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 26. April 2010

Wer am Freitagabend ins Wildparkstadion gekommen war, um sich nicht wie der Fan-Block selbst und die Fan-Freundschaft zu Pisa zu feiern, sondern um ein einigermaßen vernünftiges und unterhaltsames Fußballspiel zu sehen, rang nach Spielende kaum versteckt mit der Fassung. Angekündigt worden war das Treffen mit dem abgeschlagenen Tabellenletzten aus Ahlen von Trainer Markus Schupp damit, daß man den „Fans etwas zurückgeben“ und „ein höheres Tempo“ gehen wolle als im vorangegangenen Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock. Ziel sei es schließlich, die Zuschauer mit drei abschließenden Siegen „ein wenig“ zu versöhnen. Das jenen dann tatsächlich Vorgesetzte sprach diesem Vorhaben allerdings blanken Hohn. Gewiß, man hatte gewonnen. Doch die Art und Weise, wie dieser Erfolg zustande gekommen war, ernüchterte allenthalben oder erregte blanken Zorn.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments 4 Kommentare »

\ Der Titan hat einmal mehr großes vor ——— diesmal appelliert der gebürtige Karlsruher Oliver Kahn an die seherischen Fähigkeiten der Fußballfans.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments Keine Kommentare »

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 6. April 2010

Nein – weder war ich in Berlin, noch habe ich mir das KSC-Spiel bei Union live im Fernsehen angeschaut. Statt dessen ging ich ins Ruder-Training. Der körperliche Verfall schreitet unaufhaltsam voran, wobei ich ihm nicht wehrlos gegenüber stehen möchte. Also ließ sich mein temporärer Leidenschaftsentzug für den KSC prächtig mit dem nützlich-angenehmen verbinden. Nach der mehrstündigen Pein zog ich mit dem Fahrrad von dannen und sah am Straßenrand ein Auto stehen, dessen Fahrer sich konzentriert der Schlußkonferenz im Radio widmete. Schalke gegen Bayern, ein wichtiges Spiel für Fußball-Deutschland. Dennoch erlaubte ich mir die höfliche Nachfrage, wie denn der KSC gespielt habe. Die Reaktion war ernüchternd. Kurz auflachend antwortete er, das wisse er nicht, und das Ergebnis würde in der Sendung auch bestimmt nicht durchgesagt werden. Und daß es ihn generell überhaupt nicht interessiere, mag er nur deshalb nicht nachgeschoben haben, weil er sich so schnell als möglich wieder dem Treiben in Gelsenkirchen hingeben wollte. „Na warte“, dachte ich beim Weggehen, „Dich sehe ich jetzt schon vor mir, wie Du nach dem nächsten Bundesligaaufstieg des KSC in einer 600-Meter-Schlange vor der Geschäftsstelle um eine Karte für Spiel gegen Bayern anstehen wirst.“ Und natürlich malte ich mir im Geiste aus, der KSC-Kartenschalter-Meisterin Uschi Ötzel in jenem Moment einen Knuff in die Seite zu geben, wenn nach 6 Stunden im strömenden Regen dessen Gesicht vor ihrer Glasscheibe auftauchen und sie wie von mir zuvor instruiert die Worte sagen würde: „Ätsche-bätsch, ausverkauft!“

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments 4 Kommentare »

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 29. März 2010

Am vergangenen Donnerstag ist der ehemalige KSC-Präsident Roland Schmider 70 Jahre alt geworden. Von 1973 bis 2000 war er dem Verein als Präsident vorgestanden und hatte diesen in all den Jahren geprägt und repräsentiert wie kein anderer vor und nach ihm. Es waren Zeiten, in denen der Bundesligafußball noch nicht derart durchorganisiert war wie heute und man seinem bisweilen in Nöte geratenen Club noch auf recht unorthodoxe Weise helfen konnte. Schmider und der KSC hatten hierzu nicht selten das Bedürfnis und die Gelegenheit, da in seine Amtszeit immerhin vier Bundesligaauf- und abstiege standen. Hierbei inbegriffen waren natürlich zahlreiche Turbulenzen personeller und im besonderen wirtschaftlicher Art. Der umgängliche und leutselige Wahl-Neureuter konnte gut mit Menschen und Institutionen umgehen und wußte dieses Talent für seinen Verein auch einzusetzen. Wie oft mag man beim DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise der siebziger und achtziger Jahre ob der dort von den Karlsruhern eingereichten Lizenzierungsunterlagen mit dem Kopf geschüttelt haben, da diese offenkundig doch eher Grimms Märchen als betriebswirtschaftlichen Lehrbüchern entnommen zu sein schienen. Mußten seinerzeit Vereine wie der F.C. St. Pauli, Kickers Offenbach oder Rot-Weiß Oberhausen über die Klinge springen, brachte Schmider seinen Klub allerdings stets irgendwie durch. Ebenso kann man davon ausgehen, daß er mit seinem Talent z. B. die Gunst der vergangenen Jahre, als der KSC so dicht wie noch nie vor der Lösung der leidigen Stadionfrage gestanden hatte, weitaus besser genutzt hätte als sein späterer Nachfolger Hubert H. Raase.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments 1 Kommentar »