Die Rheinpfalz-Kolumne vom 8. Dezember 2009
Der KSC gewinnt bei Rot-Weiß Ahlen mit 3:1 und begibt sich sicheren Schrittes in jene Tabellenregion, in der er sich recht sicher sein kann, sein Dasein unbeachtet jeglicher Öffentlichkeit fristen zu können. Denn auch wenn der Sky-Moderator Uli Potofski den sonntäglichen Rest seiner Sendezeit unter anderem damit füllen zu müssen glaubte, daß der KSC mit Siegen gegen Duisburg und in Fürth als Aufstiegsanwärter in die Rückrunde gehen könne, sollte man mit solchem Optimismus zurückhaltend sein: Zu schwach waren die Westfalen und zu wenig souverän die Badener, als daß Euphorie ausbrechen dürfte. Und wie man einen überforderten Gegner konsequent filetiert und die Entschlossenheit eines zu Höherem Berufenen beweist, war am Wochenende in Koblenz zu sehen, als der FC St. Pauli dort nicht eher Ruhe gab, bis man mit 5:0 vorne lag. Der KSC hingegen ließ und läßt diese Gier bislang vermissen. Einzig die bemerkenswert gute Trainingsarbeit von Trainer Markus Schupp könnte dazu verleiten, diesem Kader noch etwas mehr zuzutrauen. Nun ja, man wird sehen.
Ekstatischer Jubel
Auch die zweite Mannschaft des KSC robbt sich langsam aber sicher in die sicheren Gefilde der Regionalliga Süd. Am Samstag gab es einen 2:0-Sieg gegen Greuther Fürth. Was eher unspektakulär anmutet, riß die 248 Besucher dennoch förmlich aus ihren kalten Sitzen auf der Haupttribüne. Verantwortlich hierbei zeichnete Serhat Akin, der mit seinem fein gezirkelten Führungstreffer ein Können bewies, wie es der Wildpark schon lange nicht mehr von einem Mann im blau-weißen Jersey zu sehen bekam. Anschließend herrschte ekstatischer Jubel und rannte alles auf den Schützen ein, das keine Barriere vor sich hatte. Mitten drin im Getümmel der glückselige Präsident Paul Metzger, auf dessen Engagement Akins Verpflichtung zurückzuführen ist. Und selbst in der 90. Minute gelang dem Türken noch die bemerkenswerte Energieleistung, seine Gegenspieler stehen und einen Sprint über das halbe Spielfeld folgen zu lassen, um schließlich mittels klugem Paß dem mitgelaufenen Patrick Dulleck das Tor zum 2:0-Endstand zu überlassen. Dafür, daß man – den Worten Schupps und des Managers Rolf Dohmen folgend – noch vor wenigen Wochen von Akin den Eindruck haben sollte, ein der körperlichen Verwesung nahes Häufchen Elend vor sich zu haben, sah das Ganze nun doch schon recht ordentlich aus und wird der Trainer nicht umhin kommen, im ehemaligen türkischen Nationalspieler eine interessante Verstärkung für die Rückrunde zu sehen.
Das Ende naht
Am kommenden Freitag, wenn der KSC gegen den MSV sein letztes Heimspiel des Kalenderjahres 2009 bestreitet, wird der Hoffnungsträger wohl noch nicht dabei sein. Zum letzten Mal wahrscheinlich aber Manager Dohmen, der mit dem neuen Jahr eine neue Aufgabe gefunden haben sollte. Nachdem der Rheinländer zuletzt drei Transferperioden in den Sand gesetzt und seine eigentlich dem Verein dienende Position immer losgelöster interpretiert hatte, verschwamm auch mehr und mehr der gute Eindruck der Jahre zuvor, in denen er dem Verein eine unschätzbare Stütze war. Fürwahr, es gab schon schmerzhaftere Abschiede.
Die hier veröffentlichten Beiträge des Herausgebers Matthias Dreisigacker basieren auf den Kolumnen in der Zeitung Die Rheinpfalz, die dort in der Regel montags in der Rubrik 'An der Seitenlinie', veröffentlicht werden.
Hier werden sie am jeweils darauf folgenden Donnerstag freigestellt.



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