Archiv für 10. Januar 2010

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 30. November 2009

Immerhin der neunjährige Frederik hatte am vergangenen Freitag seinen Spaß und wird er das ansonsten trübe Aufeinandertreffen des KSC mit der TuS Koblenz als einen Höhepunkt seines Lebens im Langzeitgedächtnis verankern können. Denn der Junge mit den langen blonden Haaren durfte an der Pranke des KSC-Maskottchens Willi Wildpark – dem Gewinnspielglück der Oma sei Dank – in das Stadion einlaufen. Daß der Knabe eines Tages den Talentschuppen des Traditionsvereins bereichern wird, erscheint allerdings trotz des Spaßes an Heimsieg und Spiel seines Lieblings Aleksandar Iashvili eher zweifelhaft, da seine verheißungsvoll begonnene Karriere im Dreß des VSV Büchig inzwischen  ruht. Handball, Tennis und Klavierspielen bereiteten ihm offenbar weitaus mehr Freude, wie sein Vater fatalistisch gesteht.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments 1 Kommentar »

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 28. Dezember 2009

Der von mir sehr geschätzte Kolumnist Harald Martenstein formulierte jüngst in der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ folgende provokante These: „Die meisten Meinungen werden vertreten, weil es eh alle sagen, weil man sich davon einen Vorteil verspricht, weil man nicht unangenehm auffallen oder weil man einfach nur gemocht werden will, ein Grund so fragwürdig wie der andere.“ Hierfür Schwung geholt hatte er sich zuvor mit der Aufforderung, daß man sich eine „gut abgehangene Allerweltsthese, eine Meinung, der alle, die Sie kennen, beipflichten“ suchen und nun „mit großem Nachdruck das genaue Gegenteil davon“ vertreten solle. Martensteins anschließender Mutmacher – „haben Sie keine Angst davor, dass deswegen ein Krieg ausbricht, dies wird nicht passieren. Stellen Sie sich nicht die Frage, ob Sie das, was Sie vertreten, tatsächlich meinen. Das ist egal. Sie aber bringen die anderen wirklich zum Nachdenken. Sie bereichern die geistige Landschaft“ – ist schließlich ebenso tröstlich wie notwendig.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments Keine Kommentare »

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 21. Dezember 2009

Mit der am Samstag bekannt gewordenen, sofortigen Trennung von Manager Rolf Dohmen wurde eine wichtige Ära in der KSC-Geschichte endgültig beendet. Mit viel Geschick war es  seit 2002 der Mannschaft um das Präsidium von Hubert H. Raase gelungen, den Verein aus der größten Krise herauszuführen und ihm nicht nur seine Würde, sondern auch sportlichen Erfolg zurückzugeben. Hierbei waren die Mittel, die den Verantwortlichen zur Verfügung standen, nur sehr bescheiden gewesen. Um so bemerkenswerter war letztlich der Erfolg, dem Klub und seinen leidgeprüften Freunden sogar zwei Spielzeiten in der 1. Bundesliga ermöglichen zu können. Im Verbund mit Cheftrainer Edmund Becker entwickelte Rolf Dohmen mit viel Augenmaß und Verstand eine Mannschaft, die in Auftreten und Spiel zu den sympathischsten gehörte, die je diesen Verein repräsentierten. Unvergeßlich die gelungenen Abstiegskämpfe, die wundervolle Aufstiegssaison 2006/07, welche mit unwahrscheinlicher Wucht die schiere Lust am Fußball repräsentierte. Als Zugabe gelang zwar zudem eine bisweilen begeisternde Bundesliga-Premierensaison, doch lag hierin bereits die Wurzel des späteren Scheiterns. Mit dem unwiderstehlichen Erfolg ging ein zunehmender Unwillen daher, vergangene und bestehende Erfolgsmechanismen kritisch auf ihre künftige Funktionalität zu hinterfragen. Denn die Leistungsqualität des gesamten Vereins war in vielen Bereichen zwangsläufig noch auf zu dünnem Fundament gebaut, um Rückschläge und Irrtümer abfedern zu können.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments Keine Kommentare »

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 14. Dezember 2009

Am späten Freitagnachmittag wühlten die Freunde des Karlsruher Fußballs in ihrem Kleiderschrank, um erstmals in diesem Jahr das widerspruchslos unpopulärste Bekleidungsstück hervorzukramen, das die Menschheit zu bieten hat – die lange Unterhose. War diese Verzweiflungstat angesichts der naßkalten Witterung erwartbar, so überraschend kam dann ein für viele enttäuschender Spielverlauf, der dem KSC eine Niederlage bescheren sollte. Denn vor dem Spiel hörte man nur allzu oft an allen Ecken und Enden des Stadions ein euphorisches  „wenn se heut g’winne, sind se widder dran!“, das klingender Ausdruck der Hoffnung auf eine sportliche Rettung dieser bislang so spröde verlaufenen Saison war. Daß es damit nichts wurde, ließ so manchen trotz der massiven textilen Aufrüstung bestimmt noch um einiges mehr frösteln. Auch den Damen auf der Geschäftsstelle wird in der Vorweihnachtszeit nicht mehr so richtig warm werden – heute startet der KSC den Verkauf seiner Rückrundendauerkarten und mit einem Massenansturm ist wahrlich nicht zu rechnen. Wundern würde es hierbei allerdings nicht, wenn die Mehrzahl der tatsächlich verkauften Billets über den Rhein wandern würde. Und zwar an FCK-Fans, die sich für den Rückrundenbesuch des souveränen Spitzenreiters im kleinen Wildpark auf jeden Fall einen Platz auf der Tribüne sichern möchten.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments Keine Kommentare »

Die Rheinpfalz-Kolumne vom 8. Dezember 2009

Der KSC gewinnt bei Rot-Weiß Ahlen mit 3:1 und begibt sich sicheren Schrittes in jene Tabellenregion, in der er sich recht sicher sein kann, sein Dasein unbeachtet jeglicher Öffentlichkeit fristen zu können. Denn auch wenn der Sky-Moderator Uli Potofski den sonntäglichen Rest seiner Sendezeit unter anderem damit füllen zu müssen glaubte, daß der KSC mit Siegen gegen Duisburg und in Fürth als Aufstiegsanwärter in die Rückrunde gehen könne, sollte man mit solchem Optimismus zurückhaltend sein: Zu schwach waren die Westfalen und zu wenig souverän die Badener, als daß Euphorie ausbrechen dürfte. Und wie man einen überforderten Gegner konsequent filetiert und die Entschlossenheit eines zu Höherem Berufenen beweist, war am Wochenende in Koblenz zu sehen, als der FC St. Pauli dort nicht eher Ruhe gab, bis man mit 5:0 vorne lag. Der KSC hingegen ließ und läßt diese Gier bislang vermissen. Einzig die bemerkenswert gute Trainingsarbeit von Trainer Markus Schupp könnte dazu verleiten, diesem Kader noch etwas mehr zuzutrauen. Nun ja, man wird sehen.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments Keine Kommentare »