Die Sommerpause ist vorbei und in der Rheinpfalz erscheint montags wieder die Kolumne “An der Seitenlinie” von Matthias Dreisigacker. Und diese können Sie tags darauf, wie gewohnt, in einer leicht erweiterten Fassung hier nachlesen.
Der KSC erspart seinen Fans allzu viele Veränderungen
Mit dem Sieg bei Tennis Borussia Berlin hat der KSC am Samstag seine ersten Ziele erreicht. Einerseits ist er sportlich eine Runde weitergekommen, und andererseits hat er sich damit wirtschaftlich das Bonbon weiterer TV-Einnahmen gesichert. Es ist inzwischen zwar üblich, aus solchen Pokalbegegnungen mit unterklassigen Gegnern weitergehende Rückschlüsse auf die sportliche Leistungsfähigkeit beiseite zu schieben. Hauptsache durch, lautet dann unisono das Fazit der Verantwortlichen und Spieler. Wohltuend waren aber die ersten Stellungnahmen des Trainers Edmund Becker, der seiner Mannschaft die Kritik nicht ersparte, sich zu viele Konzentrationsmängel und Fehler im Zusammenspiel, besonders in der Offensive, geleistet zu haben, und bis zum Spiel gegen Alemannia Aachen am kommenden Freitag eine Steigerung als notwendig anmahnte.
Blockaden
Und es stimmt, daß der kaum eingespielte Viertligist seinem Gegner in einigen Szenen aufzeigen konnte, wie knapp es auch hätte werden können. Erfreulich war es daher, daß sich der zum Stammtorwart aufgerückte Jean-Francois Kornetzky nach seinen enttäuschenden Testspielleistungen so zuverlässig auszeichnen und seiner Mannschaft größeres Ungemach ersparen konnte. Dies wird ihm Sicherheit geben. Und zwar gewiß mehr, als eine Aussage seines Trainers in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau vom 21. Juli. “Markus ist von den drei Torhütern der beste, er würde auf Dauer die anderen blockieren”, hatte er dort verlautbart und auf den ins Abseits geratenen ehemaligen Stammtorhüter Markus Miller angespielt, der inzwischen ins Training der Zweiten Mannschaft verbannt worden ist. Es war die unglückliche Wortwahl eines Mannes, der seit immerhin 32 Jahren im Bundesligageschäft mitmischt. Fußballer sind nun einmal derartige Sensibelchen, daß man solche Urteile allenfalls denken, aber keinesfalls aussprechen sollte. Oder ist vielleicht alles ganz anders, und wollte er den im Moment nur schwer vermittelbaren Allgäuer aus Verkaufsgründen nur wieder ein wenig rechter ins Licht rücken? Wer weiß. Dennoch ist davon auszugehen, daß Becker seine Worte künftig noch besser austarieren wird. Und auch sollte.
Konstanten
Ansonsten beweist der KSC auf vielerlei Ebenen eine ebenso erfrischende wie sympathische Konstanz, die dem Betrachter die schmerzlichen Umbrüche eines Neuaufbaus erträglicher werden läßt. So verzichtete Becker auch bei TeBe nicht darauf, nur ganze vier Offensivkräfte in die Startaufstellung zu nehmen. Nun ist es nicht so, daß eine solche Aufstellung zwingend zu einem wenig dominanten und offensivarmen Spiel führen muß. Doch ist es ernüchternd, sich sogar bei einem solchen Gegner nicht mehr zutrauen zu wollen. In der Folge war es ein enttäuschendes Spiel des KSC, mit altbekannten Schwächen in allen Bereichen. Zunehmend beschleicht einen das Gefühl, daß Becker einer derjenigen Skeptiker ist, die auch im Hochsommer lange Unterhosen tragen, da sie die Heimtücke eines plötzlichen Wetterumschwunges fürchten.
Auch mag aus Rolf Dohmen vielleicht noch vieles werden, aber gewiß kein geschickter Diplomat, der im Bewußtsein, eine von der Öffentlichkeit aufmerksam beobachtete Person zu sein, sein Tun und Lassen sorgsam abwägt. Denn sonst hätte er in diesem Sommer asketisch auf seine Syltsche Sommerfrische verzichtet und wäre in Karlsruhe geblieben. Sporadische Ausflüge nach Bad Herrenalb, in den Stadtgarten oder auf den Ludwigsplatz hätten dann nämlich bei vielen KSC-Fans nicht die schlimmen Erinnerungen an den letzten Bundesligaabstieg wieder aufleben lassen. Seinerzeit fuhr Trainer Jörg Berger gemütlich in den Urlaub, währenddessen in Karlsruhe seine neue Mannschaft mehr schlecht als recht zusammengeflickt wurde. Die Folgen sind noch immer bekannt.
Sozialismen
Auch organisatorisch müssen die Fans nicht auf liebgewordene Traditionen verzichten. So auf die Überraschung beim KSC und dessen Versorgungsunternehmen, daß die Mannschaft tatsächlich nicht nur jemand sehen, sondern auch etwas verzehren möchte. Es wäre auch schlimm gewesen, hätten die Fans bei mediterranen Witterungsverhältnissen kürzer als zwanzig Minuten anstehen zu müssen, um zum Freundschaftsspiel gegen den CF Getafe eine Eintrittskarte, ein Getränk oder die Auskunft, „Bratwirscht hebbe mer koine mehr“, zu erhalten.
Nörgeleien
Aber halten wir uns zum Ende an die beliebteste Ermahnung dieses Karlsruher Sommers, doch endlich mit den ewiggestrigen Nörgeleien aufzuhören und den Blick positiv, heiter und beschwingt in die Zukunft zu richten: Die Stimmung in der wettbewerbsfähig zusammengestellten Mannschaft soll gut sein, die Zuschauer haben, wie spätestens mit dem von über 20.000 Menschen gestürmten Familientag festgestellt werden konnte, wieder so richtig Lust auf den KSC, und die nächste Mitgliederversammlung ist erst Anfang Oktober.
Und das klingt doch mal so richtig gut, oder?
Die hier veröffentlichten Beiträge des Herausgebers Matthias Dreisigacker basieren auf den Kolumnen in der Zeitung Die Rheinpfalz, die dort in der Regel montags in der Rubrik 'An der Seitenlinie', veröffentlicht werden.
Hier werden sie am jeweils darauf folgenden Donnerstag freigestellt.





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Du hast noch vergessen zu erwähnen, dass die Sicherheitsbedingungen beim Familientag, bei dem ja schliesslich mit starken bis sehr starken Ausschreitungen zu rechnen war, drastisch erhöht wurden, so dass an der Haupttribüne (voll besetzt!!!) beim Ausgang Höhe A1 ein mickriges halbes Tor geöffnet war, durch das die Zuschauer nach der Mannschaftsvorstellung raus und, falls sie Autgogramme von der Mannschaft wollten, auch gleichzeitig wieder rein mussten. Natürlich aber erst hinten anstellen, also nicht im Block bleiben, das geht nicht.
Gottseidank hatte es beim rausgehen niemand eilig oder verfiel in Panik, sonst hätte es gemeingefährlich werden können!!!
ehrlich leute, es ist zum heulen… was ist denn bloß mit dem ede los? engelhard u. timm warum hält er an diesen luschen fest? bin in einem wechselbad der gefühle… ich hätte bekanntlich nach dem wehen-spiel die notbremse gezogen und den trainer entlassen… nachdem wir dann abgestiegen waren dachte ich: nun ja, radikaler schnitt und ede bekommt seine zweite chance, weil er ein sympathisch korrekter mensch & sportsmann aus den eigenen reihen ist… und ich finde die einkäufe bis auf schäfer und den finnenschrank für die ksc-verhältnisse auch relativ vielversprechend… aber warum wird dann das schicksal des vereins mit engelhard & timm verbunden, obwohl es alternativen gibt… ede, ede wo ist deine phantasie geblieben? man kann kaum noch hinschauen – weniger wegen der niederlage, sondern der art und weise…