Man muß sich Sorgen machen
Geschrieben von Matthias Dreisigacker in Kolumnen - 967 KlicksDas war’s. Im Zuge des nun feststehenden Abstieges wird sich das Gesicht der Mannschaft in den kommenden Wochen erheblich verändern, wobei viele Beobachter froh sein werden, das eine oder andere Gesicht im Wildpark nicht mehr sehen zu müssen. Hierzu zählen gewiß nicht nur die Jungen wie Stefano Celozzi, Sebastian Langkamp oder Lars Stindl. Auch einen Aleksander Iashvili würde man schmerzlich vermissen. In dessen Entscheidung, beim KSC zu bleiben, wird sicherlich auch einfließen, daß ihm Trainer Edmund Becker nicht jenes Vertrauen schenkte, das er (zu) lange anderen gewährte. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Verhärmungen nicht allzu schwer wiegen.
Keine Sanktionsmöglichkeiten
Doch nicht nur auf dem Platz, sondern auch hinter den Kulissen wird eine Zäsur unabdingbar sein. Hierbei im Blickpunkt stehen wird eine vom Präsidium gegenüber dem Verwaltungsrat zugesagte Klausursitzung, auf die das oberste Kontrollgremium des Vereins auch bestehen wird. Denn dieses verfügt kaum über Möglichkeiten, in das operative, tagesaktuelle Geschäft einzugreifen. Laut Satzung berät und kontrolliert es zwar das Präsidium, verfügt darüber hinaus aber über keinerlei Sanktionsmöglichkeiten – ausschließlich das Präsidium stellt zum Beispiel ein oder entläßt Angestellte jeglicher Verantwortungsebene. Zudem ist der Verwaltungsrat um seinen Vorsitzenden Peter Mayer beim Nachkommen seiner eingeschränkten Aufgaben darauf angewiesen, daß das Präsidium mit ihm zusammenarbeitet und alle Informationen zur Verfügung stellt, die es zur Wahrnehmung seiner Aufgaben benötigt. Hierbei wurde der Verwaltungsrat in der Vergangenheit häufig düpiert und fußen hierauf die in den vergangenen Monaten zitierten „atmosphärischen Störungen” zwischen diesen beiden wichtigsten Vereinsgremien.
Kompetenzen wurden abgelehnt
Der sportliche Erfolg in der Ägide Raase/Dohmen/Becker vermochte viele dieser Disharmonien und Probleme zu übertünchen, zumal es einen Automatismus, „wenn die auf dem Platz gewinnen, dann wird auch auf der Geschäftsstelle tüchtig gearbeitet”, leider nicht gab und gibt. Dabei haben sich die Mitglieder einen substantiell hochwertigen Verwaltungsrat zusammengestellt, der dem Präsidium mit vielen Kompetenzen hätte zur Seite stehen können. Die Vorwürfe, diese nicht nur nicht abgerufen zu haben, sondern sie bisweilen sogar aktiv verweigert zu haben, wird sich das Team um und unter Präsident Hubert Raase deshalb gefallen lassen müssen.
Entnervt
Doch nicht nur der Verwaltungsrat ist von der Entscheidungseinsamkeit des Präsidiums betroffen, sondern auch der KSC-Freundeskreis. Jene Gruppe engagierter Gönner ist von den Handelnden nachhaltig verärgert worden. Besonders beklagt wird hierbei mangelnde Kommunikation und eine zunehmende Oberflächlichkeit, wenn es darum geht, das Engagement seiner Mitglieder zu würdigen und sie einzubinden. Enttäuscht ist man auch, daß es dem Präsidium Raase nicht gelungen ist, wichtige Vorgaben – Kontakte zur Wirtschaft, Marketing- und Sponsorenerlöse – einzulösen. Sogar kam es vor, daß für den Verein bedeutsame Schlüsselverbindungen nachhaltig beschädigt wurden und deshalb gewichtige Mitglieder des Freundeskreises ihre Gelder entnervt zurückziehen könnten. So kann man es als durchaus unsensibel bezeichnen, daß die beiden exponierten Angestellten Edmund Becker und Rolf Dohmen mit der Wahl ihrer Dienstwägen einen langjährigen Sponsor und Partner verärgerten. So etwas muß nicht sein. Denn selbst wenn es nur 5.000 Euro wären, so ist der KSC, dem seit jeher die potenten Großsponsoren fehlen, gut beraten, die Breite seines vom lokalen Mittelstand geprägten Unterstützerkreises zu pflegen.
Urlaubsgeld oder VIP-Loge?
In Zeiten, in denen sich Sponsoren zwischen Urlaubsgeld für ihre Mitarbeiter und einer VIP-Loge im Stadion entscheiden müssen, ist solch eine Haltung für einen Verein wie den KSC nur wenig zielfördernd. Denn der KSC steht im Südwesten mit Vereinen wie Kaiserslautern, Frankfurt, Mainz, Hoffenheim, Stuttgart und Freiburg in einem aktiven Wettbewerb um Sponsoren. Und für potentielle Investoren ist nun einmal in der Regel nicht das Herz für diesen oder jenen Verein, sondern alleine das Preis-Leistungsverhältnis entscheidend. Daß der KSC hier seine Möglichkeiten noch immer nicht vollständig zu nutzen vermag, ist bitter und kann er zu spüren bekommen. Man muß sich Sorgen machen.
Die hier veröffentlichten Beiträge des Herausgebers Matthias Dreisigacker basieren auf den Kolumnen in der Zeitung Die Rheinpfalz, die dort in der Regel montags in der Rubrik 'An der Seitenlinie', veröffentlicht werden.
Hier werden sie am jeweils darauf folgenden Donnerstag freigestellt.



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Man sollte ein wenig die Kirche im Dorf lassen. Die Führung incl Management ist mit Sicherheit nicht so gut, wie sie in den guten Zeiten des Aufstiegs und Klassenerhalts gesehen wurde, aber auch nicht so schlecht, wie sie von manchen ewigen Kritikern immer gesehen wird.
Um das alles wirklich beurteilen zu können, muss man ein bissl mehr Einblick haben, als nur “normales” Mitglied oder “normaler” Fan zu sein. Wenn natürlich irgendwelche Internas nach außen dringen, dann sollte man hier auf jeden Fall ansetzen und hinterfragen, warum derjenige, der interne Datern nach außen gibt, nicht lieber versucht, intern die Problematik zu erläutern und zu klären.
Wir Mitglieder haben bei der nächsten Mitgliederversammlung die Gelegenheit, unsere Meinung kundzutun und detailliertere Angaben zu fordern. Nehmen wir die Gelegenheit nicht wahr, müssen wir uns und unsere Unzufriedenheit selbst hinterfragen.
Deswegen lasst uns alle das tun, was wir für richtig halten. Ohne Polemik und ohne noch mehr Unruhe in den Verein zu tragen, als wirklich notwendig. Egal, ob wir für oder gegen die jetzige Vereinsführung sind.
Und wer sich keine Sorgen machen möchte, hat sich beim KSC einfach den falschen Verein ausgesucht…
urlaubsgeld für mitarbeiter oder persönliche vip-lounge? tja, manchmal muss man schwere entscheidungen treffen…
spass bei seite, vielen dank für diesen artikel, der mal versucht hinter die kulissen zu schauen und strukturen zu erläutern… eine ausnahmeerscheinung in provinziellen karlsruher medienlandschaft, die ansonsten nur wiedergibt, was ihnen in den notizblock diktiert wird… und die schreibt dann in großen buchstaben: die kirche steht im dorf! amen!
Herzlichen Dank für diesen Artikel.
Es bleibt nur die Frage, wird es endlich jemanden wachrütteln ?
Wie heißt es so schön – die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sehr schön, daß es in der KSC-Medienlandschaft einen gibt, der sich seine Artikel nicht diktieren läßt.
Weiter so, für eine freie Berichterstattung zum und über den KSC, auch wenn des den Herren aus Vorstand, Management und Presseabteilung nicht gefällt.
Es wird Zeit für mehr Transparenz und einen baldigen wechsel.
Auf zu neuen Ufern !!!!!!
he, ihr helden! ich bekomme so langsam entzugserscheinungen… aus der ferne scheint das ksc-elend sich geradewegs fortzusetzen… celozzi verkauft – kein pischorn transfer – erlös kann aber nicht für transfers verwendet werden – miller & dripic bekommt man nicht verkauft (vielleicht auch besser so, weil jeff bestimmt keine top1 wird und langkamp senior erstmal ne wundertüte ist – ohne deren verkauf, aber nix im sturm passiert – und das erinnert mich an mein altes credo u. urängste der letzten zeit: fussballspielen hat unbedingt was mit toreschiessen zu tun! wer darauf keine priorität setzt, sollte sich einen anderen job suchen… und wir haben seit anderthalb jahren das problem und seit circa 3 monaten dürfte das trainer und manager sogar auch bemerkt haben… aber haben wir bisher einen leadertypen im sturm?
wenn da nichts überzeugendes passiert, wird es zeit für dohmen & ede die koffer zu packen! sorry, ich finde es blamabel, dass anton fink noch nicht da ist nachdem was uns schon an sturmelend da ist…
ich finde da ein gezocke um 300.000 euro für den ksc unwürdig und für die fans schlicht weg ne frechheit!
und das undurchsichtige gehabe mit der kohle nervt ebenso ungemein! haben wir immer noch “schwarze löcher” in den kassen… scheint ja ein fass ohne boden zu sein! wenn das so ist, kann man
das aber auch mal komplett öffentlich machen und nicht immer wieder scheibchenweise nachreichen… ständig wird das elend mit undurchsichtigen sparargumenten gerechtfertigt… wie lange soll das so weitergehen? wann kann man ma wieder was “verlässliches mit zukunftsperspektiven” aus dem präsidium erfahren? wenn 800.000 euro zu viel sind, um ein grundproblem anzugehen, dann “muss man sich wohl weiterhin sorgen machen!” aber vielleicht sind wir ja auch gerade deswegen ksc-fans!?