Archiv für 23. April 2009

Das war vorauszusehen. Als Trainer Edmund Becker den Publikumsliebling und Aktivposten des KSC-Spiels, Godfried Aduobe, auswechselte, provozierte er im Stadion den kollektiven Volkszorn. Dabei hatte der Ghanaer bereits unter der Woche aufgrund muskulärer Probleme nicht trainieren können und hätte ihm nun wegen der im Spiel auftretenden Beschwerden eine längere Auszeit gedroht. Die Zuschauer, die dies nicht wissen konnten oder wollten, forderten vehement „Becker-raus!“ – ja, selbst nach dem Ausgleichstreffer Giovanni Federicos hatten sich manche noch nicht beruhigt. Und sicher, wenn man um die Verletzung Aduobes nicht wußte, so hätte die Wechselentscheidung des Trainers tatsächlich keinerlei Sinn ergeben.  Um so mehr hätte man auf Seiten der Verantwortlichen allerdings wissen müssen, daß das Publikum angesichts der momentanen Stimmung genau so und nicht anders reagieren würde. Umsichtig wäre es daher gewesen, wenn man Stadionsprecher Martin Wacker vorher kurz bescheid gegeben hätte, er solle die Auswechslung mit der Floskel „für den verletzten Godfried Aduobe kommt nun…“ flankieren. Und eine Anzeigetafel kann man gewiß auch gerne einmal für eine solche Zusatzinformation verwenden. Ebenso hätte aber auch Aduobe mit Gesten zeigen können, daß er verletzungsbedingt gehen muß. Alles soweit nicht ungewöhnlich und ein im Fußball seit Jahrzehnten gebräuchlicher Usus. Weshalb man also Becker derart ins offene Messer laufen und zum Ziel des Unmuts werden ließ, ist ein Rätsel und mag als Beispiel dafür dienen, wie unsensibel und entrückt man sich auf Seiten des KSC zur Zeit präsentiert.

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