Diese Kolumne wurde schon nach dem Gladbach-Spiel verfasst (d. Admin)
In der Halbzeitpause rief eine verzweifelte Bekannte die zuhause vor dem TV-Gerät sitzende Tochter an, ob denn das Spiel auf dem Bildschirm genauso fürchterlich anzuschauen sei wie im Stadion – oder sie vielleicht nur einen ungünstigen Zuschauerplatz erwischt habe. Hatte sie nicht. Das sonntägliche Spiel gegen Borussia Mönchengladbach war sportlich von beiden Seiten tatsächlich eine umfassende Enttäuschung. Der Mannschaft das Wollen abzusprechen, wäre verkehrt. Doch inzwischen haben die Versagensängste derart überhand genommen, daß man den Vorstellungen des KSC mehr und mehr die notwendige Qualität für die Bundesliga absprechen muß. Und ebenso hat es nichts mit Defätismus zu tun, wenn man bilanzieren muß, daß der Klassenerhalt einer großen Überraschung gleichkäme. Alles, was ein Fußballspiel ebenso schön wie effektiv machen läßt, ist den Spielern Edmund Beckers mittlerweile abhanden gekommen. Man sieht und empfindet beim Anblick der Darbietungen nur noch ein großes Nichts, zuckt mit den Schultern und ertappt sich sogar dabei zu bedauern, daß die Gladbacher nicht noch das Siegtor erzielt haben, damit der Spuk ein Ende habe und Klarheit herrsche. Auch wenn man damit noch die Hoffnung verbindet, daß sich die Verspannung doch lösen und der KSC das Unfaßbare gerade deshalb noch schaffen würde.
Das große Elend
Doch diese Gedankengänge kommen der Spinnerei gleich. Der KSC wäre gut beraten, die Vorbereitungen auf die Zweitligasaison 2009/10 zu intensivieren und aus den Trümmern der aktuellen Truppe soviel perspektivisches Potential zu retten, wie nur möglich ist. Hierzu zählt ein Jeff Kornetzky ebenso wie – trotz seines Alters – der famose Godfried Aduobe. Dessen Einsatzbereitschaft und Wille, sportlichen Erfolg zu erzwingen, hätte der Mehrzahl seiner Mitspieler am Sonntag die Schamesröte ins Gesicht treiben müssen. Diesen großartigen Sportsmann darf der KSC nicht verlieren. Nach jetzigem Stand überkommt einen das Elend, wenn man daran denkt, auf dessen Position einen Marco Engelhardt auch in den kommenden drei Jahren auflaufen sehen zu müssen. Es bleibt nur die Hoffnung, daß der Wintereinkauf verletzungsfrei über die Vorbereitung zur kommenden Spielzeit kommt und endlich jene Rolle einnehmen kann, für die er geholt wurde.
Beckers Gelöstheit
Wie man Trainer Edmund Becker auf der Pressekonferenz so sitzen sah, da vermeinte man, einen etwas gelösteren Menschen als in den Wochen zuvor zu sehen. Er lächelte sogar. Vielleicht hatte er in den 90 Minuten zuvor ja auch schon jene Gewißheit gefunden, die über den sportlichen Verbleib des KSC keine Zweifel mehr aufkommen läßt. Seinen ersten Abstiegskampf als Trainer hatte er im Frühsommer 2005 in der 2. Liga noch gewonnen, seinen zweiten scheint er nun zu verlieren oder sogar bereits verloren zu haben. Präsidium und Manager werden es in den kommenden Wochen in der Hand haben, ob er den erforderlichen Neuaufbau einleiten und den Versuch starten darf, mit seinem KSC noch ein zweites Mal in die Bundesliga aufzusteigen. Nur sie sind in der Lage, die Arbeit des Trainers und dessen Konzepte in allen Facetten derart zuverlässig zu analysieren, daß ihnen die Verfahrenshoheit darüber zusteht. Allen gut gemeinten Intentionen von Fans zum Trotz, die in den letzten 14 Tagen veröffentlicht und auf zahlreichen Ebenen breit diskutiert worden sind.
Die verpaßte Chance
Ein Abstieg an sich ist schon bedauerlich. Für den KSC käme allerdings erschwerend hinzu, daß von Süden der SC Freiburg und von Westen der 1.FC Kaiserslautern in die Bundesliga drängen. Zusätzlich zum Emporkommen der TSG Hoffenheim kann es also passieren, daß der Verein in einem Rutsch zur Nummer Vier in der Region wird. Noch in der vergangenen Saison war er – zumindest sportlich – die Nummer Eins. Die verpaßte Chance, als alleinige Identifikationsfigur das Umland zu repräsentieren, auf vielen Ebenen nicht genutzt haben zu können, dürfte ihn weitaus länger, schmerzlicher und fundamentaler treffen als der Umstand, sich im Sommer 2009 als Zweitligist wiederzufinden.
Die hier veröffentlichten Beiträge des Herausgebers Matthias Dreisigacker basieren auf den Kolumnen in der Zeitung Die Rheinpfalz, die dort in der Regel montags in der Rubrik 'An der Seitenlinie', veröffentlicht werden.
Hier werden sie am jeweils darauf folgenden Donnerstag freigestellt.





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adoube, langkamp, franz, stindl, celozzi, iashvilli sollten meiner einschätzung nach bleiben… der rest gehört verjagt! um wen sollen wir bangen, dass er gehen will? eigentlich kaum einen möchte ich weiterhin ertragen müssen. dripic wird man wohl nicht überzeugen können..
dohmen und becker sind für mich auch nur die richtigen, wenn sie mal öffentlich bekennen, dass sie auch fehler gemacht haben (2 transferperioden verpennt nen stürmer zu kaufen!) und nicht alles nur am mangelnden geld liegt! öffentliche aussprache gegenüber den fans oder auch abmarsch! becker kann dann gerne wieder den kscII übernehmen!
warum demütigen wir eigentlich saglik so dermaßen? schickt ihn doch in den urlaub, wenn ihr glaubt er ist schlechter als unser null-tore-stürm… das ist doch schon unanständig wie mit dem verfahren wird… wahrscheinlich, weil er sich mal öffentlich über das schlaffe training geäußert hat, oder?
und wenn der kennedy reaktiviert wird, dann komme ich mit “becker & dohmen raus!”-transparent in den wildpark!
und: man kann absteigen, aber nicht so eierloss deppenhaft wir ihr das gerade macht! man muss sich jedesmal gewaltig fremdschämen!
Bild: Schändle-Derby! Becker baut auf 0-Tore-Kennedy!
Becker und Dohmen raus! Jetzt reichts!
@Holger: Wenn die sportliche Sonne tief steht, hinterlassen auch (Stürmer-)Zwerge einen langen Schatten …
Es ist ja nicht gerade so, das EB für den Einsatz von Josh ein Stürmertraumpaar auseinander reißen müsste. Wer am Ende nicht trifft ist eigentlich reichlich Laterne :-/
stefko, deine worte waren wohl in des fussballgotts ohren… dennoch: ich habe mich mittlerweile emotional von der chefriege gelöst…
So, Jungs, jetzt sind wir heute mal entgegen aller Erwartungen Lügen gestraft worden!!
Der so oft (meist auch nicht zu Unrecht) gescholtene Kennedywar für mich am heutigen Tage DER Aktivposten des KSC ! So hab ich den Mann bisher noch nicht gesehen. So kann man sich täuschen!! Man muss einfach neidlos anerkennen: Er war heute Immer aktiv und immer mannschaftsdienlich unterwegs! Möglicherweise ist er zur Einsicht gekommen und hat dieses auch umgesetzt. Somit hat Becker ihn auch zurecht zurückgeholt. (ich muss zugeben, das ich beim ersten Anblick der Rückennummer 17 wirklich fassungslos war! Aber….er hats heute wirklich mal rausgerissen!!) Das lässt doch hoffen!
Resümee: Das Spiel als solches wusste doch zu gefallen. Genau so, wie auch der Rest der Mannschaftsleistung, wenn man mal davon absieht, das das 3:2 einfach nicht fallen wollte. Der Pfostentreffer von Federico in der 90. Minute (und der damit verbundene, vielsagende Kniefall von Dohmen auf dem Rasen) war einmal mehr bezeichnend für den bisherigen Saisonverlauf. Dennoch: Das Spiel war eine Freude für alle Zuschauer. Last uns das nicht unterbewerten. Der KSC kanns noch! Und es ist noch längst nicht alles zu spät!
Natürlich ist dieses Ergebnis für sich gesehen, einmal mehr enttäuschend und bringt uns nur einen kleinen Schritt weiter. Dennoch: Das Spiel der Mannschaft, insbesondere in der zweiten Halbzeit gibt doch Anlass zur Hoffnung, den alle anderen Mittwettberwerber um Platz 15/16 haben an diesem Spieltag für den KSC gespielt.
Angefangen von Adoube (was für ein Segen für den KSC!!) über Iashvili, Miller, Stindl, Franz, Langkamp, Eichner, Celozzi (auch wenn er einmal mehr zu viele Bälle im Mittelfeld verlor) und Freis haben heute nahezu alle Akteure überzeugen können. Nur Mutzen und Federico blieben einmal mehr hinter den Erwartungen zurück, wobei letzterer sich mit seinem zweiten Treffer der Rückrunde zum 2:2 wenigestens etwas rehabilitieren konnte.
Und einmal mehr wurde untermauert, was man schon die ganze Saison über beobachten konnte. Spielt der KSC gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel und muss darüber hinaus auch nicht zwingend die Spielinitiative ergreifen, war für uns fast immer was zählbares drin! In so fern müssten wir uns jetzt eigentlich freuen, das der nächste Gegner nun Bayer Leverkusen heist. Zum einen, weil der ja bekanntermaßen noch oben mitspielt.;-) Zum anderen gibt in diesem Falle eine wirklich tolle Leistung aus dem Hinspiel der Saison berechtigten Anlass zur Hoffnung! Drei Punkte in Leverkusen?? Wer sagt, das daß nicht geht?
Auf die Gefahr, das ich mich wiederhole! Abgestiegen sind wir erst dann, wenn es mathematisch feststeht. Vorher nicht! Das liegt alleine in den Händen der Mannschaft. Nochmal: Dieses Spiel war gut! Teilweise sogar sehr gut.
Es wäre wirklich an der Zeit, wenn einige jener, welche heute wieder lauthals “Becker und Dohmen raus” skandierten, den Blick auf die real vorhandenen Möglichkeiten der Vereinskasse richten würden und obendrein mal etwas Loyalität darbringen würden, für jene Leute, welche Ihren Job beim KSC nicht alleine wegen eines (eh nicht vorhandenen) guten Gehaltes, sondern auch mit viel finanzieller Weitsicht und entsprechend gelagertem Improvisiationstalent ausüben.
Und an gewisse Herren des Verwaltungungsrates ergeht der eindringliche Aufruf: Maulhalten, wenn Ihr nix konstruktives zu sagen habt!
Mittlerweile ärgert mich das kollossal!!
Also eine Frage: Muss man in der Not alle Kröten schlucken? Ein Stürmer, der xx spiele keine torgefahr ausstrahlt, geschweige denn eines knipst und auf dem felde trabt… dieser spieler wird ausgewechselt, verweigert den handschlag mit dem trainer und gibt kund, – in krassester abstiegskampfsituation – dass er den verein verlassen will…. der wird dann 6 spieltage vor schluss rehabilitiert, weil er kurzfristig keinen anderen gefunden hat… und wir fans sollen, weil die not so überlebensgroß im erfolgsfall dazu klatschen? ich sehe da keine konsequente linie mehr und als spieler müsste ich kotzen!
Die nächste Kröte ist dann auch gleich schon angerichtet: Der Vertrag mit der EnBW… Was wurde schon darüber diskutiert, dass wir den miesesten Vertrag aller Bundesligisten mit einem Sponsor haben und schwupss nix einfacher als nochmal nen Kringel drunter und zu gleichen Konditionen verlängert! Ich finde das – auch in zeiten der krise – nicht mehr akzeptabel! enbw ist kein partner des ksc, eher des vfb stuttgart! da könnte man auch stolz entwickeln und sich jemanden anderen suchen…
und eines kann ich auch nicht mehr hören… dass disco und ede für so wenig gehalt arbeiten, dass kein anderer mehr zu finden sei… ich hole gleich mein taschentuch raus!
ich finde, dass disco & ede ihre arbeit mal öffentlich auf den prüfstand stellen sollten. das gejammere, dass man so ungerecht von den fans behandelt wird ist doch lächerlich!
es gibt so viele fans, die dem ksc einen immensen vertrauenvorschuss und loyalitätskredit gegeben haben, die zurecht stinksauer sein dürfen… ich habe in cottbus den frust der mitgereisten fans erlebt, die nach dem 3 zu 3 gegen leverkusen mit stolz und hoffnung in die lausitz gefahren sind und becker hat mit ner scheiss defensivaufstellung und falschen spieleraufstellung das spiel versaut. und bums kurz vor ende 1 zu 0 und tschüss. für so einen dreck fährst du dann tausende! kilometer, um dein team zu supporten!? so ging es doch die ganze saison durch und die fans waren ruhig… als man dann merkte das die ruhe an sich nicht hilft, kamen transparente und sprüche und erst als mehrere schlechte spiele mit dem zaunpfahl gewunken wurde, hat becker system- u. personalwechsel vollzogen… ich konnte da keine eigene voraussicht des trainers erkennen. ich hatte eher das gefühl er ist ein getriebener! ebenso wie ja saglik nur gekauft wurde, weil die fans bis zur handgreiflichkeit tobten nach dem wehen spiel… und der verschimmelt jetzt auf der bank!
nee, nee, ich finde, dass man einiges selber versemmelt hat. man sollte aufhören anderen immer undank und abgehobenheit vorzuwerfen… von seiten der verantwortlichen war einiges grottenschlecht gemacht!
Was mich am meisten ärgert, ist eher die Dummheit, die sich mittlerweile im Wildpark breit macht.
Becker bringt Iashvili für Aduobe. Und das ganze Stadion pfeift und fordert BECKER RAUS! Dabei hatte Stadionsprecher Wacker noch vor dem Spiel drauf hingewiesen, das Godi angeschlagen ist. Ausserdem liest sich der interessierte (vielleicht liegts daran) Fussbalkucker vor dem Spiel warm und holt sich alle aktuellen Informationen.
Egal, wie man über Edes Aufstellungs- und Auswechslungsvariante denkt, dies war die einzig richtige Auswechslung zu dem Zeitpunkt. Er opfert einen der beiden defensiven Mittelfeldspieler, und zwar den, der körperlich mehr kaputt ist, und bringt einen offensiven Mann.
Nur fehlt da draußen vielen mittlerweile die Objektivität und/oder Intelligenz, um die Sachlage richtig beurteilen zu können.
Noch nie hab ich mich für meine Mitkucker so geschämt wie zu diesem Zeitpunkt! Eine Schande!!!
Das passt auch zu dem Bericht eines Bekannten (eines neutralen Zuschauers), der zu berichten wusste, dass vor ihm ein Vater mit seinem Junior auf dem Schoß nicht besseres zu tun hatte, als zu Spielbeginn “Hopp, Du Sohn einer Hure” zu rufen! so ein Verhalten würde ich als asozial bezeichnen wollen. Man sollte sich lieber darauf konzentrieren, sein Team zu unterstützen und nicht, den Gegner nieder zu machen.
Meinem Vorredner muss ich mich an dieser Stelle vorbehaltlos anschließen.
Es ist absolut erschreckend zu sehen, wie weit der Realitätsverlust bei den “Ultras” (und einigen anderen auch) mittlerweile vorangeschritten ist.
Nicht genug damit, das hier offensichtlich kaum jemand mehr dran denkt, was, und vorallem mit welch geringen Mitteln Trainer, Management und Präsidium in den letzten vier Jahren hier gearbeitet wurde und was dessen zum trotz doch alles vorwärts bewegt wurde.
Das alleine ist Grund genug, ein gesundes Maß an Loyallität einzufordern.
Selbst wenn der Gang in die zweite Liga möglicherweise nicht verhindert werden kann, so ist es doch für mich beruhigend zu wissen, das der Trainer, das Management und das Präsidium weiterhin zur Verfügung stehen. Sportlich mag es dieses Jahr für den Klassenerhalt u.U. nicht reichen. Charakterlich hat sich die sportliche Riege als die richtige erwiesen. Was man von Teilen der Ultras und des Verwaltungsrates leider nicht behaupten kann.
Es bleibt zu hoffen, das die Vernunft siegt, und dasman den überwiegenden Teil der Leistungsträger auf dem Feld halten kann. Am Beispiel des SC Freiburgs kann man erkennen, das eine umsichtige und langfristige Planung immer mehr einbringt, als die Unsitte des “Hire und Fire” Prinzips.