Knüppel auf den Sack — der Irrsinn des KSC
Geschrieben von Matthias Dreisigacker in Fotos, Kolumnen - 828 Klicks
Nein, solch ein Spiel mußte man nicht verlieren. Daß es dem KSC aber dennoch zum so und soviel wiederholten Male in dieser Spielzeit geschah, vermag dem mitfiebernden Betrachter auch noch den letzten klaren Gedanken zu verleiden. Man bedenke – da kam eine Frankfurter Eintracht in den Wildpark, der man das „Nur-Nicht-Zu-Viel-Wollen“ nicht nur im spieltaktischen Bereich, sondern auch im Habitus jedes einzelnen Akteurs deutlich anmerkte. Entsprechend zurückhaltend agierend, kam sie zwangsläufig zu kaum wahrnehmbarer Gefährlichkeit vor dem Karlsruher Tor. Daß sie am Ende trotzdem alle drei Punkte mitzunehmen im Stande war, zeigt den eigentlichen Irrsinn des Fußballspiels, oder vielmehr des „KSC 2008/09“, nur zu deutlich auf.
Man kann alles sagen
Natürlich kann man sich aber trotzdem in so manchen Grund, weshalb der KSC denn nun eine derart unter seinem Vermögen liegende Saison spielt, regelrecht verbeißen. Ganz nach individuellen Präferenzen oder Feindbildern können potentielle Ursachen genannt werden, ohne in einem Kreis von Fußball-Interessierten ausgelacht oder als ahnungslos bezeichnet zu werden. Franz Beckenbauer sagte einmal anläßlich eines schwachen Spiels seiner Bayern, daß man heuer alle Spieler in einen Sack stecken und mit dem Knüppel draufschlagen könne – die Gefahr, einen Falschen zu erwischen, bestünde bei dieser Methode des Abstrafens gewiß nicht. Ähnlich verhält es sich mit Gründen für die Erfolglosigkeit des KSC. Irgend etwas paßt immer. Nehmen wir ein paar Beispiele aus dem Spiel vom Samstag. Das Umsetzen der Vorgabe, von der ersten Sekunde an energisch und bestimmt das Spiel beherrschen und an sich reißen, den Gegner regelrecht aus dem Stadion jagen zu wollen, gelang erneut nicht. Selten sah es nach einem „Sechs-Punkte-Spiel“ aus, eher nach einem Abtasten zum faden Beginn einer Saison. Erst als nach der Halbzeit im Gäste-Block Rabatz gemacht wurde, kam zumindest auf die Ränge jene Atmosphäre, die der Bedeutung des Spiels gerecht wurde. Diese Spannung zu erzeugen, war der Mannschaft zuvor nicht gelungen.
Keine Tore, keine Punkte
Auffallend war auch wieder die Unmöglichkeit, selbst aussichtsreichste Torchancen nicht nutzen zu können. An guten Tagen – das Heimspiel gegen den HSV – sind Entschlossenheit und Schußglück da, über die eine aufgrund mangelnder sportlicher Potenz darauf angewiesene Mannschaft verfügen muß. Aber zu häufig in dieser Runde ist dies nicht der Fall. Selbst einem Giovanni Federico scheinen wenige Wochen genügt zu haben, um sich der allgemeinen Verunsicherung anzuschließen. Diese Charakterisierung gilt auch für die defensiven Mannschaftsteile. Irgendeiner patzt immer. Das ist im Grunde nicht so schlimm und liegt in der Natur des Spiels. Nur fehlt inzwischen die sichere Überzeugung, daß Fehler nicht automatisch spielentscheidend bestraft würden. Von Görlitz über Sebastian, Buck, Franz, Stoll, Drpic, Miller oder Celozzi – irgendwann war und ist ein jeder der Karlsruher Abwehrspezialisten einmal daran, an schlimmen Auswirkungen beteiligt gewesen zu sein. Es ist niemand da, dem man blind sein eigenes Schicksal in die Füße legen könnte. Und es schafft nun einmal größtmögliche Unsicherheit, wenn ein jeder davon ausgehen muß, daß der nächste Fehler unwiderruflich der letzte, der entscheidende gewesen sein könnte.
Der Trainer
Und klar, der Trainer hat immer Schuld. Hier hinkt die Argumentation jedoch ein wenig sehr. Denn Edmund Becker hat sich in den vergangenen Wochen dazu entschlossen, gründlich über vergangene Erfolgsmuster und -personen nachzudenken und gegebenenfalls entsprechende Schlüsse zu ziehen. Selbst Spieler wie Christian Eichner oder Joshua Kennedy, zu denen er stets unverrückbar gestanden hatte, bekamen den „neuen Ede Becker“ zu spüren. Endlich zeichnet seine Vorstellungen jene Variabilität, Konsequenz und Nachvollziehbarkeit aus, die man über viele Monate lang vermissen mußte. Das auch nach dem Spiel von zahlreichen Fans im Gespräch geäußerte „Trainer-raus!“ wäre in seiner Umsetzung inzwischen der größtmögliche Ausdruck an Hilflosigkeit, den sich der Verein leisten könnte. Denn die aktuelle Mannschaft, die unter Beckers Verantwortung steht, ist und präsentiert sich tatsächlich nichts so schlecht, wie es der Tabellenstand und manch groteskes Ergebnis vermuten läßt. Wobei es einen, gerade angesichts des samstäglichen Spielniveaus, um die Qualität der Bundesliga Angst und Bange werden läßt, daß es noch defizitärere Mannschaften als den KSC gibt…
Irgendwann
Aber irgendwann muß der Sack platzen – denn es widerspräche jedweder Fußballgerechtigkeit, sollte der KSC mit Becker am Ende der Spielzeit tatsächlich nicht mindestens drei andere Vereine hinter sich lassen können. Bei aller Kritik und allem Nachdenken, was der Verein vor und während der Saison subjektiv und objektiv hätte besser machen können – gegen wie viele andere Mannschaften hat sich denn der KSC bislang derart wettbewerbsunfähig gezeigt, als daß dieser 17. Tabellenplatz das diesjährige Leistungsniveau tatsächlich widerspiegelte? Das waren nicht viele! Und vielleicht hängt es in dieser aktuellen Spielzeit nur an einer Unverhältnismäßigkeit zwischen zwei Dingen, auf die Trainer, Manager oder Schatzmeister tatsächlich nur wenig Einfluß haben – und zwar Glück und Pech.
Die hier veröffentlichten Beiträge des Herausgebers Matthias Dreisigacker basieren auf den Kolumnen in der Zeitung Die Rheinpfalz, die dort in der Regel montags in der Rubrik 'An der Seitenlinie', veröffentlicht werden.
Hier werden sie am jeweils darauf folgenden Donnerstag freigestellt.























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Also, ich gehöre nicht zur “Becker raus!”-Fraktion! Aber ich ärgere mich über einige seiner Marotten. Warum immer wieder Timm? Für mich ist das ein Fußball-Trottel! Regelmäßig habe ich Angst, dass er sich mit seinen ungeschickten Aktionen noch selbst verletzt…
Und wenn ich ihn dann doch wegen seinen angeblich “sensationellen Trainigsleistungn” doch spielen lasse und sehe, dass er schon wieder verkrampft, warum wechsle ich dann nicht früher? Warum nicht zur Halbzeit oder sogar schon in der ersten? Von Timm erwarte ich gar nichts mehr!
Und dann wird man von der öffentlichen Meinung schon kurz vor Ausschreitungen stehend gezwungen sich im letzten Moment einen Stürmer zu leihen und was passiert dann? Man setzt ihn auf die Bank! während draußen alle sich den Kopf an einer unsichtbaren Wand anschlagen… Becker wechselt m. E. nach regelmäßig zu spät und oft nach unverständlichen Kriterien…
Und: es ist natürlich eine Stärke, wenn man in einer derart schwierigen Phase ruhig und sachlich bleibt! Aber das kann auch kippen, sollten die Spieler den Eindruck haben der Trainer sei vom Naturell nicht zu einer anderen Gangart in der Lage…
Und wenn ich das Frankfurt-Spiel, aber auch viele andere betrachte, dann haben wir regelmäßig eine Halbzeit komplett verpennt. Für mich eine Einstellung- und Aufstellungssache… Letzteres wurde ein wenig geändert, aber das Einstellungsproblem kommt spukt immer noch…
Und wenn man dann manche Spielzüge von Bielefeld und Cottbus in den Zusammenfassungen anschaut und sieht mit was für einer robusten Entschlossen- und Schnelligkeit auf das gegenerische Tor zu brausen – egal wer der gegner ist – und dann unser “Wir sind technisch besser, aber ich ziere mich..” sehe, dann fehlt mir eigentlich der Glaube ans Team…
Frankfurt war grottenschlecht, Frankfurt wollte gar nix und der dickliche Ciao, der hält zweimal voll drauf! Einmal für die interplanetare Freundschaft und einmal für nen dreckigen Auswärtssieg!
Bei uns sind die sogenannten Profis zu gehemmt oder zu blöde mal ein Rohr abzulassen! Zweite Reihe? Was ist das? Keene Ahnung… Das ist auch eine Frage der Einstellung…
Man kann nur hoffen, dass das Derby jetzt mal die Säfte in den Spielern hochkocht! Wenn wir nicht punkten, dann wars das! Der Spielplan raubt mir dann jegliche Hoffnung.
Ich darf mich meinem Vorredner soweit anschließen. Stichwort: Knüppel aus dem Sack. Dafür eignet sich doch kein Spiel besser, als das Heimspiel am Sonntag gegen unseren allerliebsten Gegner, den VfB Stuttgart. Der VfB hat bisher eine, eher unkonstante Saison gespielt und steht, leistungsgerecht, nicht auf einem Uefa-Cup Platz. Das 3.:3 gegen Hoffenheim zeigt, das man gegen diese Abwehr durchaus drei Tore und mehr erzielen kann. Gegen den HSV hat das mit den alten KSC Hausmitteln “Blut, Schweiß und Tränen” ja zur vollsten Zufriedenheit gefruchtet.
Ein guter Anfang wäre: Der KSC geht gleich zu Beginn mit einer absolut offensiven Taktik (vorne Kallpani und Saglik. Seitlich Freis und Eichner/Timm) ins Spiel und zeigt dem VFB, durch ein frühes stören im Spielaufbau des Mittelfeldes, ganz klar seine Grenzen auf. Hinten stellt man z.b. gleichmal Drpic gegen Mario Gomez. Warum nicht auch mal nach dem “alten” Modell des Sonderbewachers? Hat man Gomez in den Griff gebracht, ist schon mal sehr viel gewonnen. Irgendwie könnte meine “Schnapstaktik” vielleicht bis zu unserem Ede Becker vordringen! Sicher ist eines: Der VfB ist zu schlagen. Notfalls schaut sich unser Trainer mal mit der Mannschaft nen ganzen Abend die Spiele gegen Bayern München und gegen Köln an.
Die Erkenntnis wird sein: Kein Gomez. Kein VfB Sieg!
Überall Angst und Panik…
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