Samstag, 21. Februar 2009

Die heutige Partie gegen Eintracht Frankfurt besitzt für den KSC eine besonders hohe Bedeutung. Von René Dankert (BNN) hierauf angesprochen, bestätigt dies Trainer Edmund Becker: „’Erstens wollen wir die Richtung, die wir gegen den HSV und in Köln eingeschlagen haben, fortsetzen‘”, zudem müssen angesichts des Auswärtsprogramms zuhause unbedingt zuverlässig Punkte geholt werden, und wolle man schlußendlich „’die kleine Schallmauer von 20 Punkten‘” durchbrechen.

Und noch ein Nachtrag zum gestrigen Freitag. Im Sport-Mix hat sich Sven Wollenweber mit Martin Stoll unterhalten. Wir beschränken uns nur auf einen kleinen Teil des sehr aufschlußreichen und umfangreichen Interviews – die Selbsteinschätzung Stolls:

Glaubt er noch an seine Chance beim KSC?

Zunächst einmal bin ich generell  total von mir überzeugt. Ich weiß, daß ich das Zeug habe, in der Bundesliga zu bestehen. Das mag in der einen oder anderen Partie, die ich in der Vorrunde gemacht habe, nicht so ausgesehen haben. Dennoch habe ich vom Verein das Feedback bekommen, dass es von der Leistung her in Ordnung war.

Geht er im Sommer zum FCK?

Ich bin mir (…) nicht sicher, ob ich als Spielertyp zum FCK passen würde.

Befürchtet er, die KSC-Mannschaft könne nach der Saison auseinander brechen?

Das ist mir ehrlich gesagt im Moment egal! Es ist nicht meine Aufgabe als Spieler, mir darüber Gedanken zu machen, ob die Mannschaft auseinander fällt oder nicht. Für mich geht es um Martin Stoll! Ich kümmere mich um meine eigene Situation. Die ist im Moment schwer genug.

Seine Leistungen in dieser Spielzeit?

Von den Ergebnissen her inakzeptabel. Wir haben nur eines der acht Spiele, die ich von Beginn an bestritten habe, gewonnen. Das ist natürlich viel zu wenig. Mit meiner Leistung kann ich auch nicht zufrieden sein.

Hat er seine Chance nach der Verletzung von Maik Franz nicht genutzt?

Dem kann ich nicht zustimmen. Ich denke, dazu spiele ich schon zu lange im Verein. Ich habe beispielsweise auch in der vergangenen Saison bewiesen, dass ich ein guter Kicker bin. Es hat in der Vorrunde in ein oder zwei Spielen nicht so funktioniert, das ist ganz klar. Trotzdem hoffe ich, dass ich in der Zukunft wieder die Chance bekomme, zu zeigen, was ich kann.

Sonntag, 22. Februar 2009

Michael Müller von Boulevard Baden hofft, daß die seltsamen Leistungsexplosionen des KSC gegen „starke Gegner” auch gegen den VfB Stuttgart zum Tragen kommen, da die Leistung gegen Eintracht Frankfurt zu keinerlei Illusionen Anlaß gäbe.

Im Wildpark herrscht Tristesse“, überschreibt Harald Linder im Sonntag seinen Spielbericht und fragt, „ob sich der KSC am gestrigen Faschingssamstag aus der Bundesliga verabschiedet hat“. Schwach gesehen hat Linder Christian Timm und Giovanni Federico. Ansonsten enthält er sich jeglicher Einzelbewertungen.

Hinsichtlich eines möglichen Wechsels von Markus Miller zum 1.FC Köln sichten Linder und Peter Trebing dankenswerterweise die Lage, in der es nach allen Richtungen (Miller selbst, dessen Berater, Michael Meier, Rolf Dohmen) nichts zu sehen oder zu bestätigen gibt. Zudem sich Fahid Mondragons Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert hat. Und schließlich zur Information – Miller hat einen Vertrag bis 2010, bei einem vorzeitigen Abgang würden 1,2 Millionen Euro Transfergeld fällig.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung macht Marc Heinrich kurzen Prozeß -  „Fehlpässe, Flanken ins Niemandsland, verunglückte Abschläge oder falsche Einwürfe: Die Begegnung des Karlsruher SC mit der Eintracht  bot fast jede Unzulänglichkeit, die einem auf die Schnelle zu einem vermeintlich erstklassigen Bundesligaspiel einfällt – nur kaum sehenswerten Sport. (…) Die Karlsruher waren die bemühtere von zwei schwachen Teams, fanden aber kaum ein geeignetes Mittel gegen die kompakte Defensive der Hessen (…).

Montag, 23. Februar 2009

In der Frankfurter Allgemeinen (FAZ) vermittelt Ralf Weitbrecht einen guten Eindruck der Stimmungslage im Wildpark und bewertet es als „kurios“, daß es dem KSC – Ausnahme in Bielefeld – nicht gelingt, „einen Mitbewerber aus dem Souterrain zu schlagen.” Den KSC sah er am Samstag „bemüht und eifrig, aber im Abschluß glücklos” und er dürfte es „in der aktuellen Verfassung schwer haben, in der Liga zu verbleiben.” Er zitiert einen offenbar schwer geschlagenen Rolf Dohmen, der befindet, „’dass es für die Mannschaft jetzt schwierig wird, aus der Situation rauszukommen. Sie hat begriffen, um was es geht, aber sie verliert trotzdem. Man kann ihr nur den Vorwurf machen, dass sie keine Tore schießt.‘”

Und in der tageszeitung (taz) schüttelt sich Tobias Schächter ob des Geschehenen – „(…) Bei der Eintracht dagegen war die Erleichterung deshalb riesig. Hätten sie verloren, wären sie punktgleich mit dem KSC auf einem Abstiegsplatz gewesen. Doch die Analyse dieses fürchterlichen Fußballspiels rief in Frankfurt fast so etwas wie Scham hervor. Man kann auch ganz schlecht spielen, keine Torchancen haben – und trotzdem gewinnen.

Der Kicker (Uli Gerke) bilanziert – „Ein schmeichelhafter Sieg der Eintracht, die Glück hatte, dass der KSC seinen großen Aufwand nicht in Tore umsetzen konnte.” Für den KSC sieht er ob der schlechte Torausbeute schwarz: „Die Zahlen sind besorgniserregend: 17. in der Tabelle, mit 18 Toren (wie Energie Cottbus) die wenigsten der Liga erzielt, nur 16,2 Prozent 109 Chancen zu Toren genutzt und damit absolutes schlußlicht im Elitekreis. Wenn man dazu noch Spiele verliert, in denen man wie gegen Frankfurt klar besser ist, dann steigt man gewöhnlich ab.” Angetan ist Gerke wie Trainer Becker von Antonio da Silva – „Toni hat nicht den Kopf in den Sand gesteckt und nicht resigniert, sondern gesagt: So, jetzt zeige ich es euch! Nun sind die anderen Spieler gefordert, die Kurve einzuschlagen, die Toni gekriegt hat.

Christian Eichner, zur Zeit nicht in der Stammelf, hatte in der vergangenen Woche ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Trainer, „einem Förderer des Spielers“, wie Gerke es formuliert. Becker hierzu – „Christian muß Geduld haben, in seinem Spiel einfach wieder effektiver werden.

Ebenfalls für den Kicker hat sich Hans-Günther Klemm mit Mario Eggimann unterhalten und für diesen Beitrag eine ganze Seite im Farb-Mantel erhalten. Die aus diesem Text resultierenden Erkenntnisse sind für den Leser allerdings bescheiden. Nein, Eggimann muß laut Selbsteinschätzung  nicht auf die Couch, ja, die Nichtberücksichtigung in den EM-Kader der Schweiz hat ihn wohl mehr getroffen, als man erahnen kann. Immerhin formuliert der Autor, daß der Schweizer zuletzt „schon beim KSC ein wenig aus der Spur” war.

(…) Erneut hatten sie ein Spiel verloren, das sie nie und nimmer hätten verlieren dürfen” – schreibt Frank Ketterer (Badisches Tagblatt) und neigt sich schicksalsergeben  den altbekannten Defiziten des KSC : „Doch selbst wenn man das große Punkten der Mitbewerber außer Acht ließe, bliebe genügend Grund für ein mächtiges Lamentoso übrig. Im Spiel zweier richtig schlechter Teams war der KSC zwar das bessere und engagiertere, aber doch nicht gut genug, auch nur ein Tor gegen eine durch und durch verunsicherte und wankelmütige Frankfurter Mannschaft zu erzielen. (…) Dabei folgte auch diese Partie jenem längst bekannten Schema, das in Karlsruhe kaum noch jemand als Spielanalyse hören kann: Der KSC, angetrieben vom enorm emsigen Antonio da Silva, hatte von Anfang an mehr von Ball und Spiel und sogar Chancen, am Ende aber eben erneut weniger an Toren. (…) An der von Dino Drpic ansonsten erneut umsichtig geführten Defensive lag es dennoch nicht, dass das Spiel verloren ging. Eindeutig wie selten zuvor war dafür allein die Karlsruher Offensivabteilung verantwortlich, der auch nach der Nachrüstung in der Winterpause mit Giovanni Federico und Mahir Saglik unvermindert das fehlt, was man branchenintern Torgarantie nennt. (…) Es ist der große Unterschied zur spielerisch ansonsten keineswegs besseren Konkurrenz. Bielefeld hat Wichniarek, Köln Novakovic, Bochum seit neuestem Klimowicz – Karlsruhe hingegen hat nur ungenutzte Chancen.

René Dankert (BNN) trifft den Kern der momentanen Tragödie letztlich exakt, wenn er kommentiert: „Ein Punkt aus jedem der noch 13 verbleibenden Spiele dürfte für den KSC im Schnitt zu wenig sein, selbst 34 Zähler wie im Vorjahr gewähren keine Garantie mehr. Der KSC hat in dieser Runde so ziemlich alle ‚Big Points’ ausgelassen. Zum zweiten Mal nun gegen Frankfurt, in Cottbus, in Gladbach, in Hannover und auch in Bochum. Zwar haben die Profis inzwischen erkannt, worum es geht und treten entsprechend auf. Im Wildpark aber hat die Furcht Einzug gehalten, dass diese Einsichten zu spät gekommen sein könnten.


Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.

Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.


Eine Antwort zu “Die kleine Presseschau vom 21. – 23 . Februar 2009”
  1. Leider muss man den Vorrednern uneingeschränkt zustimmen. Eines muss man aber noch unbedingt sagen: Die Berichterstattung in der ARD Sportschau über das Spiel vom Samstag fiel doch sehr wohlwollend aus. Wer live im Wildpark war, weis deshalb, das die oben genannten Kommentare der Wahrheit eindeutig näher sind. Posotiv: Da Silva und Drpic waren die besten Akteure in Blau-weiß. Ersterer scheint seine Klasse nun auch auf dem feld einzubringen. Und Drpic war von Anfang an ein Gewinn und Stabilisator der Mannschaft. Auch Beide sind nun, sowas wie die leistungstechnische Speerspitze des KSC. Selbst Kapllani war am Samstag durchaus mit Fleis am Werke. Andreas Görlitz und Stefano Celozzi waren noch als solide zu bezeichnen. Der Rest konnte wenig bis garnicht überzeugen! Absolut gesehen, wird das für den Klassenerhalt aus eigener Kraft nicht reichen. Nicht das ich so etwas gerne schreibe, aber mit einer spielerischen Uneffektivität vor dem gegnerischen Tor, wie gegen die Eintracht gezeigt, sieht es doch düster aus. Die Tatsache, das die direkte Mitbewerberschaft aus Cottbus, Gladbach, Bochum, Bielefeld, Köln und Frankfurt zwar ebenfalls in schöner Regelmäßigkeit spielerisch nicht überzeugen, aber eben effektiverweise regelmäßig punkten, sollte Anlass zum Handeln sein. Stichwort: Taktische Einstellung: Wieder einmal muss man sagen: Die Mannschaftsaufstellung war von Beginn an (wiedermal) zu defensiv. Eine einzige Sturmspitze wäre erstmal in Ordnung, wenn man auswärts bei einem Top-Club der Liga antreten müsste. Zuhause gegen Eintracht Frankfurt geht das einfach nicht! Gegen Stuttgart müssen zwei, besser aber gleich drei Spitzen zu Beginn klaren Siegeswillen demonstrieren.
    Da die Abwehr mit Drpic nun den Sorgenkindstatus abgegen konnte, Die Aufstellung: Kapllani und Saglik vorne und Freis und Timm auf den Flügelpositionen wäre doch mal einen Versuch wert. (Auch wenn gerade Timm gegen Frankfurt irgendwie die Spielübersicht und das schnelle Agieren in der Kabine vergessen hätte. In 90 min. kamen da gefühlte 80% Ballverluste und Fehlpässe zustande) So kann Tim die Aussage von Trainerurgestein Heinz Höher, dieser “sei zwar sehr talentiert, aber letzten Endes einfach zu wenig motiviert” nichts entgegensetzen. Dennoch sehe ich auf der rechten Seite derzeit keine echte Alternative. Ach ja, Godfried Aduobe wurde mal wieder schmerzlich vermisst. Er strahlt einfach eine souveräne Unaufgeregtheit aus, welche die Mannschaft bislang immer “zusammengeleimt” hatte!! Hätten wir mehr “Adoube faktoren” im Spiel, würde wohl der KSC anstelle von Hertha BSC den Preis der fairsten Mannschaft der Bundesliga einsacken und somit die Chance auf eine Teilnahme am Uefa-Cup möglich sein. In einer Saison ohne Maik Franz *lol* wäre das locker drin. Dennoch wären wir alle froh, diesen, doch echt fehlenden, “Unruheherd” wieder spielen sehen zu dürfen.Fürs erste dürfte aber Mario Gomez ganz froh sein, am Samstag nicht mit ihm konfrontiert zu werden. Bitte, lieber KSC! Sorgt dafür, das es für den VfB am samstag keinen weiteren Anlass zur Freude gibt, als das das Franz/Gomez Duell für diese Saison erledigt ist. Gegen den VfB zu gewinnen bedeutet: Ganz Baden, von Lörrach bis rauf zur Hohenlohe einen echten Freudentag zu bescheren. Können wir uns auf Euch verlassen???

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