Samstag, 14. Februar 2009

Na, mal schauen, was denn so der Kölner Boulevard über den KSC zu schreiben hat. Die BILD vermeldet, „Der Wechsel von Karlsruhe-Stürmer Sebastian Freis (23) zum FC ist durch!” und bestätigt, daß Köln nach wie vor Markus Miller im Hinterkopf habe.

Der Express wiederum titelt, „Der Freis ist heiß!” und schwärmt: „Dieser Sturm soll der Liga das Füchten lehren: Tor-König Milivoje Novakovic, ‚Prinz’ Lukas Podolski – und Baden-Blitz Sebastian Freis.” Zudem zitiert die Zeitung Christoph Daum mit den Worten, „’er hat überragende Anlagen. Wenn er noch permanent treffen würde, könnten wir ihn nicht bezahlen. Das Toreschießen bringe ich ihm schon bei‘”. Als Gehalt werden 720.000 Euro zuzüglich 30.000 Euro Siegprämie vermeldet.

Dies ist eine gute Nachricht für den Express. Doch er trauert auch: „Schade! Karlsruhes schärfster Schuß bleibt zu Hause“. Gemeint ist natürlich Nives Celsius, die Gattin von Dino Drpic. Immerhin, „zumindest können sich so alle auf das Geschehen auf dem Platz konzentrieren“. Keine schlechte Idee.

Währenddessen vermeldet auch die Heimat (Gerhard Wolff in den BNN), daß am Weggang Sebastian Freis’ „kaum noch Zweifel” bestünden. Und offenbar war es dem KSC in den vergangenen Monaten noch nicht einmal gelungen, Freis und dessen Berater Karl-Heinz Förster so nahe zu kommen, daß man auch nur ein Angebot hätte unterbreiten können. Der Gehaltstip Wolffs: 750.000 Euro ohne Prämien.

Und René Dankert schreibt ebenfalls in den BNN, daß Nike neuer KSC-Ausrüster (Profis, U23, Frauen, alle Jugendmannschaften) wird.  Präsident Hubert H. Raase erwarte zudem, „’dass wir unser Produktsortiment nochmals erweitern und die Attraktivität der Marke KSC weiter steigern können‘”.

Sonntag, 15 . Februar 2009

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (dpa) steht, „KSC clever, aber nicht kaltschnäuzig genug” und attestiert den Badenern eine gute Vorstellung in Köln. Trainer Becker wird zitiert: „’In der ersten Halbzeit haben wir für unsere Verhältnisse sehr guten Fußball gespielt. Aber es hat vor dem Tor der letzte Pass gefehlt und der Killerinstinkt‘”.

Eine etwas wirre Betrachtung des Köln-Spiels liefert Michael Müller (Boulevard Baden), der vom Ergebnis enttäuscht ist und befindet, daß das Unentschieden dem KSC nicht weiterhilft: „So kommt der Karlsruher SC nicht aus dem Tabellenkeller raus. Mit Aggressivität und Leidenschaft wollte der KSC drei Punkte aus Köln entführen und so die gute Leistung von vergangenen Wochenende gegen den HSV bestätigen. Gereicht hat es nur zu einem torlosen Unentschieden.

Sehr gut jedoch der ebendort stehende Kommentar von Bert Langbehn zum Wechsel von Sebastian Freis. Langbehn wünscht Freis alles Gute und akzeptiert, daß es für den talentierten Angreifer wohl keinen besseren Zeitpunkt für eine Luftveränderung hätte geben können. Ebenso wertet er den 1. FC Köln als eben jenen Verein, zu dem Freis wohl am besten paßt. Ebenso vergißt er jedoch nicht, ihm auch eine Warnung vor den „bekannt aggressiven Kölner Medien hinterherzuschicken.

Im Sonntag schließlich ist es Harald Linder, der die tatsächliche Wertigkeit des Unentschiedens erkennt und nicht nur den „Punktgewinn als Hoffnungszeichen” deutet, sondern auch die sehr engagierte Leistung der Mannschaft würdigt. Auch sprach er in Köln mit Calli Rühl. Der Ex-Trainer und -Manager des KSC meinte, daß für den KSC sogar ein Sieg drin gewesen sei und  mit einer solchen Leistung der Klassenerhalt gewiß geschafft würde.

Auch das WO am Sonntag aus Baden-Baden (kostenloses Sonntagsblatt des Badischen Tagblatts für Baden-Baden/ Bühl) hat einen guten KSC gesehen und so titelt Andreas Riedinger Jecken am Rhein wurde fast der Spaß verdorben“. Das Remis sieht er „in der Ferne und beim in diesem Jahr noch ungeschlagenen FC (…) aller Ehren wert“. Für den Bruch im Spiel verantwortlich sieht Riedinger, der gut hingeschaut hat, den verletzungsbedingten Ausfall Godfried Aduobes („Defensiv stark und mit etlichen guten Ideen bei der Spieleröffnung“) und die Umstellungen nach der Freis-Auswechslung.

Montag, 16. Februar 2009

Aufgrund der vergebenen Chancen glaubt René Dankert (BNN), daß sich die Karlsruher über das Unentschieden wohl mehr ärgern dürften als die Hausherren. Wichtig jedoch: „Dem KSC blieb am Ende die Erkenntnis, dass er auch auswärts noch in der Lage ist, zu punkten.” Ede Becker hingegen ist enttäuscht über den Verlust Sebastian Freis’, den zu ersetzen für einen finanziell limitierten Verein wie den KSC äußerst schwer werden wird. Auch attackiert er die Stadt – „’wenn die Politik es nicht endlich schafft, dem Club zu einer vernünftigen Infrastruktur zu verhelfen, haben wir keine Chance, in der Bundesliga zu bestehen‘”.

In der Frankfurter Allgemeinen sieht Oliver Trust für den KSC einen weiteren personellen Aderlaß voraus, da die Kölner auch an Markus Miller interessiert seien. Wenig Mut macht hierbei ein Zitat des Torhüters: „’Das ist Sache meines Beraters‘”.

Im Kicker (Stephan von Nocks) lautet das Fazit zum Köln-Spiel: „Ein gerechtes Remis in einer Partie, in der der vor dem Wechsel spielerisch klar bessere KSC aufgrund der klareren Chancen eher den Sieg verdient gehabt hätte.” Besonders hervorgehoben wird zusätzlich die „Aduobe-Schau” – der Ghanaer habe sich mit seiner Leistung nachdrücklich für weitere Einsätze empfohlen.

Routiniert übrigens die Reaktionen von Miller-Berater Jürgen Schwab und FC-Manager Michael Meier – es gäbe „’keinen Kontakt‘”. Nun ja, den gab es, von offizieller Seite aus, zwischen Maria und Josef ja auch nicht.

Für das Badische Tagblatt resümiert Karl Koslowski wie folgt: „Der Trainer war mit Rechnen beschäftigt. Die Rechenaufgabe: 1 Punkt = ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte. Becker musste passen. Schwer fiel ihm die Antwort, wie allen Karlsruhern. Im Zwiespalt steckten sie. Ob er denn zufrieden sei, wollte einer dann noch wissen. “‘Jein’”, sagte der 52-Jährige prompt. Die fehlende Abgeklärtheit und mangelnde Entschlossenheit vorm Tor (neben Federico ließ Christian Timm eine prima Gelegenheit aus) ärgerte Becker. Einerseits. Andererseits machte die ansprechende Leistung in der ersten Halbzeit Hoffnung; der KSC stellte sich da geschickt an, verteidigte aggressiv und eroberte sich mittels Kurzpässen in Serie eine Dominanz. “‘Wie ein Hase-und-Igel-Spiel war das’”, erzählte Kölns Trainer Christoph Daum, “‘wir haben uns die Hacken abgelaufen.’” Obwohl die Kölle-Fans unter den 48000 Zuschauern beim Abpfiff pfiffen, war Daum “‘nicht unzufrieden’” mit dem Remis, wie er sagte: “‘Wir sind keine Übermannschaft, um einen so gut organisierten Gegner wie den KSC auseinanderzunehmen.’

Er hebt die Abwehr mit Miller, Sebastian und Drpic hervor, ein Sonderlob erhält Antonio da Silva: „Badens Bester war aber Antonio da Silva. Unermüdlich trieb der 30-Jährige seine Spielkameraden an, war Initiator (fast) aller Angriffe und legte eine beeindruckende Wegstrecke zurück. Der Brasilianer malochte, als wolle er seine zahlreichen und maßlosen Kritiker beschämen.”

Dienstag, 17. Februar 2009

Gerhard Wolff (BNN) hat mit Sebastian Freis gesprochen. Dieser verläßt bewußt das vertraute Umfeld, um „’sportlich und persönlich‘” weiterzukommen – „‘niemand kann mir ja garantieren, dass ich in Köln Stammspieler sein werde. Aber für mich war einfach die Zeit gekommen, um zu sagen: Ich gehe raus aus dem eigenen Stall’”. Daß es ihm nicht ums Geld gegangen sei, belegt er mit seiner Entscheidung, noch nicht einmal ein Angebot des KSC eingeholt zu haben. Einen Wechsel verhindert hätte allenfalls, wenn der KSC gleich nach Saisonbeginn auf ihn zugekommen wäre.


Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.

Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.


Eine Antwort zu “Die kleine Presseschau vom 15. und 17. Februar 2009”
  1. Holger Lauinger sagt:

    eggimann in bild:”ich bin kein versager…” mehr fällt mir zu freis, miller etc. nicht ein… wenn wir so viele tolle spieler haben, warum stehen wir dann auf einem abstiegsplatz?
    klar ist m.e. nach, dass man damit leben muss, dass der ksc eine art “ausbildungsclub” ist… viele kommen wegen der tradition des vereins und den vielen namhaften beispielen von spielern auf deren karriere der ksc ihr sprungbrett war… ebenso klar ist m.e. aber auch, dass viele ihren leistungszenit beim ksc wegen der aktuell guten vereinsführung etc haben und weil das karlsruher publikum außergewöhnlich nachsichtig bei fehlern ist (auf lange sicht gesehen) und sehr oft mittelmäßige spieler mit leidenschaft zu ihren helden erklärt und mit dieser euphorischen unterstützung auch bundesweite bekanntheit schafft! ich denke, ein maik franz weiß das zu schätzen, andere eben weniger…
    eggimann war in der aufstiegssaison in liga2 ein regelmäßiger schwachpunkt und hat dann in liga eins doch einige überzeugende spiele abgeliefert… vieles aber hatte aber mit austrahlendem selbstbewusstsein zu tun, dass er von maik franz mitgeliefert bekommen hat. wenn man ihn in frage stellt wie in der nati oder bei 96 dann neigt er zu groben schnitzern…
    das sollten sich alle mal überlegen, die über einen wechsel nachdenken… wirkliche individuelle überflieger hat das team nicht… auch miller ist zu ersetzen…

  2.  
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