Michael Harforth KSC Karlsruher SC FSV Frankfurt Stadion am Bornheimer Hang

\ Der wohl populärste KSC-Spieler der letzten dreißig Jahre, Michael Harforth, feiert am heutigen Montag seinen 50. Geburtstag. Nicht wenige werden wohl noch immer das Bild des kleinen pausbäckigen Buben vor Augen haben, als der er sich 1977 erstmals einem breiteren Publikum präsentierte. Dies war zu Beginn der Saison 1977/78 – der KSC war gerade aus der Bundesliga abgestiegen und mußte aus finanziellen Gründen verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen. So rückten neben Michael Harforth auch die jungen Martin Wiesner und Edmund Becker in die erste Mannschaft. …

Im Folgenden gelang dem äußerst schlampigen Genie der Durchbruch im Wildparkstadion zunächst nicht. Nur drei Jahre später stieg Harforth mit seinem Verein zwar in die Bundesliga auf, doch fand er im Mittelfeld neben den ebenso spielstarken Wilfried Trenkel, Martin Wiesner und Uwe Dittus nie seinen Platz, da der KSC auf die lauf- und zweikampfstarken Stephan Groß und Gerd Bold nie verzichten konnte. Gerade erst in der Bundesliga angekommen, wurde er im Spätsommer 1980 an den Zweitligisten Freiburger FC ausgeliehen. Dort im Mösle-Stadion erzielte er unter Trainer Bernd Hoss in 32 Spielen neun Tore und verhalf den Südbadenern 1981 zur Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga.

Michael Harforth Morton Olson KSC Karlsruher SC Wildparkstadion 1.FC Köln

Manfred Krafft holte ihn zurück, doch weder unter dem Rheinländer, noch unter dessen Nachfolger Max Merkel gelang es ihm, nachdrückliche Argumente für den vermeintlichen Gipfelsturm mit dem neuen Trainer Horst Franz zur Saison 1982/83 zu schaffen. Es folgte sein sportlicher Tiefpunkt, die Station SV Wiesbaden in der Oberliga Hessen, zeitweilig wurde Michael Harforth dort sogar nur in der zweiten Mannschaft eingesetzt.

Seine dritte Chance beim KSC ergab sich dann zur Spielzeit 1983/84, als der Verein nach dem neuerlichen Abstieg vor dem finanziellen Kollaps stand und an Spielern zusammenraffte, was andernorts gescheitert oder gerade noch bezahlbar war. Unter Werner Olk gelang zwar der Aufstieg, doch schon 1985 war man wieder zweitklassig. Nach dem vergeblichen Versuch, 1985/86 mit Lothar Buchmann sofort in die Bundesliga zurückzukehren, endete auch das ewige Duell mit Mittelfeldpartner Uwe Dittus. Keinem Trainer war es zuvor gelungen, die beiden Fußball-Feingeister gemeinsam und gewinnbringend für den Verein einzusetzen.

Dittus wechselte nach Aschaffenburg, Harforth blieb und begann ab 1986 unter Winfried Schäfer, endlich zum Dreh- und Angelpunkt des KSC-Spiels zu werden. Als Nachfolger Emanuel Günthers mit der Kapitänsbinde und mit dem notwendigen Vertrauen des Trainers ausgestattet, hatte er bis 1992 seine fußballerisch goldenste Zeit. Mit 35 Jahren trennten sich Winfried Schäfer und der KSC schließlich von „ihrem Micha“ und folgten für diesen noch die Profi-Stationen MSV Duisburg und Hannover 96.

KSC Michael Harforth Karlsruher SC Wildparkstadion

181 (14 Tore) Bundesligaspiele, 168 (22 Tore) Zweitligaspiele sowie 39 Einsätze (1 Tor) im DFB-Pokal standen am Ende seiner Karlsruher Zeit für ihn zu Buche. Zu spät kam für Michael Harforth der europäische Höhenflug des KSC, der mit der Qualifikation für den UEFA-Cup 1992/93 begann. Unvergeßlich bleiben jedoch seine herausragenden technischen Fähigkeiten, seine zentimetergenauen Pässe über die Spielfelder der Bundesligen und – seine Fehlbarkeit, das Unvollkommene, wohl auch das Versäumen, noch mehr aus seinem Potential herausholen zu können. Hätte Harforth sein sportliches Vermögen tatsächlich derart abrunden und vervollkommnen können, wäre eine internationale Karriere die einzig logische Konsequenz gewesen.

Er konnte es nicht und ist bis heute somit bis heute die signifikanteste Figur des stets zwischen den Fußballwelten wankenden Karlsruher SC geblieben. Eine öffentliche Person, zu der wohl nahezu jedem Karlsruher irgendeine persönliche Geschichte einfallen mag. Aber vor allem, war Michael Harforth jemand, der, sofern er die Lust dazu hatte, fantastisch Fußball spielen konnte.

» Jeder KSCler wird sich ihm und seinem wundervollen Spiel stets zu Dank verpflichtet fühlen. Herzlichen Glückwunsch Michael, herzlichen Dank für alles und nur das Beste für Deine Zukunft!

Die Redaktion

3 Antworten zu “Michael Harforth feiert heute seinen 50. Geburtstag — wir gratulieren!”
  1. Ich habe selten so einen begnadeten Fussballspieler gesehen wie Michaelm Harforth.
    Schade dafür, dass wir uns erst nach der “fast” abgelaufenen Karriere kennen gelernt haben,
    Weiterhin viel Erfolg in Deinem NEUEN Leben.
    Heiner Lohmann

  2. Phönix78 sagt:

    Michael Harforth

    Verdammt, verhasst, vergöttert. Kaum einer hat mich in unseren Farben mehr begeistert (ausser Kiki), kaum einer hat mich in unseren Farben mehr Nerven gekostet.

    Alles Gute Michael

  3. Norbert mede sagt:

    Das ich den geburstag vergessen hab wahnnsinn aber Michael du bist so ein toller Mensch das dir andere sachen wichtiger sind dein Kumpel Norbert auf bald

  4.  
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