Die kleine Presseschau vom 4. bis zum 8. Februar 2009
Geschrieben von Matthias Dreisigacker in Presseschau - 526 KlicksMittwoch, 4. Februar 2009
Mihan Saglik ist da und René Dankert (BNN) hat sogleich mit ihm gesprochen. Der Türke ist überzeugt davon, mit dem KSC den Klassenerhalt zu schaffen und freut sich, „’in eine Mannschaft zu kommen, der ich weiterhelfen und in der ich mich entwickeln kann.‘” Dankert unterstellt ihm hierbei zu wissen, daß diese Aussage „in einem Umfeld, dem der Glaube an ein versöhnliches Ende dieser Spielzeit zuletzt immer schwerer fiel“, wie eine Floskel wirken könnte.
Im Wochenblatt prophezeit Johannes Wagner dem KSC schwere Zeiten: „Trotz Neuzugang: So geht die Reise eine Klasse tiefer“. In Bochum vermißte er den kollektiven Ruck und „die letzte Konsequenz“, auch wenn das Spiel „zwar gelegentlich gefällig” war – „der Zuschauer hatte auch in Bochum den Eindruck, dass der Sturm das Wort nicht verdient; dass einfach einer vorne fehlt, der den unbändigen Willen auch mal so zeigt, dass er zur Not seinen Gegenspieler mit dem Ball über die Linie bugsiert.”
Wagner, der nicht davon ausgeht, daß die Spieler binnen eines Jahres das Fußballspielen komplett verlernt haben könnten, fragt sich nach den Gründen und kommt auf eine richtige Beobachtung zu sprechen, die nicht nur vielen „Rundbau-Experten” aufgefallen sein dürfte: „Ist es der fast gleiche Ablauf von Vorgängen? Müssen Spannungspunkte aufgebaut werden? Eines ist klar: Gleiche Abläufe ermüden und motivieren nicht – und daran scheint es zu kranken.”
Die Krankheit der Sport-BILD hingegen dürfte wohl sicher im Kopf der dortigen Redakteure liegen. KSC-Neuzugang Dino Drpic wird in einem zweiseitigen Beitrag vorgestellt. Aber nicht im eigentlichen „Sport”-Bereich des Blattes, sondern ganz hinten – beim Klatsch. „Die Kroaten-Beckhams” ist das Geschreibsel (Florian Scholz) betitelt, dessen sportlicher Informationsgehalt sich auf Spiele und Tore für Dinamo Zagreb (201 Spiele, 13 Tore) und Krotien (1 A-Länderspiel), Drpics Aussage „’Mein Ziel ist es, zu den Top-Nationalspielern zu gehören‘”, und seine Gründe für den Bruch mit Dinamo beschränkt – mehrfach soll ihm versprochen worden sein, „’für kleines Geld gehen zu dürfen‘”, ehe ihm „’der Kragen geplatzt sei‘”. Zudem wird die Ablösesumme auf 750.000 Euro beziffert, sollte der KSC im Sommer seine Option ziehen wollen.
Sonst noch was über den KSC in der Sport-BILD? Ja, die Saglik-Verpflichtung, für die der KSC seine „’Kriegskasse‘” (Zitat Dohmen, 200.000 Ausleihgebühr) geplündert habe, wird vermeldet.
Donnerstag, 5. Februar 2009
Die BNN (René Dankert) versuchen etwas Licht ins Dunkel um Joshua Kennedy zu bringen. Niemand kann so recht begreifen, was in den Australier gefahren ist und so bestätigt Dankert auch unsere Nachfragen, daß es tatsächlich der Ärger um seine Auswechslung gegen den SV Wehen und die anschließende Nichtberücksichtigung für das Bochum-Spiel – aufgrund des verweigerten Trainer-Handschlages – waren, die seine Abwanderungsgelüste geweckt hätten. Die super-beleidigte Leberwurst aus Down Under wird beim KSC vorerst wohl also nicht mehr auf den Tisch kommen.
Da die Wechselmöglichkeiten jahreszeitenbedingt äußerst eingeschränkt sind, dürfte er für den Trainer trotzdem noch nicht völlig abgeschrieben sein – auch wenn Kennedy für Becker „’in der Verantwortung (stünde), dass ein solches Verhalten nicht auf andere im Team abfärbe‘”. Dankerts Frage, ob „eine Trennung die Konsequenz sein könnte“, kommentierte Becker nicht und verwies auf anstehende Absprachen mit dem Präsidium. Auf unser gestriges Nachfragen bei Rolf Dohmen und Pressesprecher Jörg Bock stünde seitens des Vereins einer Freigabe allerdings nichts im Wege. Einzige Voraussetzung: der KSC möchte für den Stürmer noch etwas Geld sehen.
Kennedy soll gehen, Drpic bleiben. Und zwar definitiv über den Sommer hinaus, wie sich Dohmen gegenüber den BNN festgelegt hat. Die Vertragslaufzeit soll sich bis 2011 erstrecken, als festgelegte Ablösesumme werden 500.000 Euro genannt.
Gestern trainierte Mahir Saglik erstmals mit der Mannschaft und entlockte Edmund Becker für die BNN das Urteil, dass er einen „’guten Abschluß mit dem linken Fuß‘” habe und die „’Besessenheit im Strafraum‘” habe, die bislang so sehr vermißt werden mußte.
Viel „KSC” findet sich heute im Kicker, Uli Gerke muß sich die Finger wundgeschrieben haben! Sehr lesenswert ist hierbei das Interview mit Rolf Dohmen.
Hierin sagt Rolf Dohmen über:
Mahir Saglik – Keine Verpflichtung aus Verzweiflung, sondern aus Überzeugung. Sein Wirkungsbereich ist im Strafraum.
Transferbilanz – Im Vergleich zur Liga liegen wir über dem Schnitt. Ich will mich nicht reinwaschen. Aber Kennedy, der in den ersten fünf Spielen viermal traf, war anfangs eine Verstärkung.
Führungsspieler – Markus Miller, Andreas Görlitz, Michael Mutzel oder Dino Drpic. Und auch Stefano Celozzi. Er ist mittlerweile Leistungsträger, muss kein Duckmäuser sein, muss mitsprechen, versuchen mitzudirigieren und zu helfen.
Federicos Spielweise – Dieses Thema hatten wir schon, als er das letzte Mal hier war. Mann muß Federico so nehmen, wie er ist! Giovanni wird uns auf jeden Fall weiterhelfen.
Freis nach Köln – Wenn es so eine sollte, hätte ich Sebastian Freis und seinen Berater Karlheinz Förster falsch eingeschätzt. Weil wir dann nicht mal die Möglichkeit gehabt hätten, ein schriftliches Angebot abzugeben.
Jobgarantie für Becker – Solange sein Vertrag läuft, also bis 2010.
Seine eigene Position – Ich bange nicht um meinen Job! Ich denke, ich leiste hier gute Arbeit.
Aber auch mit Rainer Schütterle hat Uli Gerke er gesprochen. Jener sagt, daß „’weder Rolf noch Ede‘” zur Disposition stünden und im Falle eines Falles mit beiden der Versuch gestartet werden würde, wieder aufzusteigen. Als Vorbilder nennt der Vize-Präsident den SC Freiburg und Volker Finke:”‘Der Sportclub stieg mit Trainer Finke ab und wieder auf, dreimal sogar. Und jetzt in der Zweiten Liga als Verein schuldenfrei da.‘”
Für Gerke gibt es zur Zeit keinerlei Anzeichen, daß der Trainer von sich aus aufgeben könnte – „Solange Becker das Management und den Großteil der Mannschaft hinter sich weiß, besteht für ihn überhaupt kein Anlass, im Abstiegskampf aufzugeben.‘”
Und schließlich stellt Gerke Mahir Saglik vor und erinnert an dessen „Trefferflut” für den 1. FC Saarbrücken (28 RL-Spiele, 15 Tore) und den WSV (34/27). Er schränkt aber auch ein, „acht Bundesligaeinsätze, ein Tor, ein Assist. Nicht gerade viel für einen 26-Jährigen.” Gerke zitiert noch den von Saglik überzeugten Rainer Schütterle und vermeidet am Ende, sich in der Bewertung des KSC-Hoffnungsträgers festzulegen.
Im Badischen Tagblatt finden wir nur eine Agentur-Meldung (sid) zu Dino Drpic. Selbst im Abstiegsfalle werde ihn der KSC kaufen (750.000 Euro), hat sich Manager Dohmen schon jetzt festgelegt. Der Vertrag gelte dann bis 2011, und zwar für die Erste und die Zweite Liga. Der Beitrag schließ jedoch mit der Einschränkung: „Allerdings hatte Dino Drpic kürzlich kund getan, dass ein Engagement bei einem Zweitligisten für ihn nicht in Frage komme.”
Freitag, 6. Februar 2009
Im Kurier tipt Harald Linder, daß Freis gegen den HSV als einzige Spitze auflaufen könnte, dahinter Stindl, Federico und Timm. Zur Causa Joshua Kennedy sprach Becker gegenüber Linder von einem respektlosen Verhalten des Angreifers – „’Es wird ein Gespräch geben, bei dem es auch um das Verhalten des Spielers geht. Wir müssen uns auf den Abstiegskampf konzentrieren. Nur das zählt. Und da muss jeder hundertprozentig dabei sein. Wer nicht mitzieht, den brauche ich nicht. Lieber spiele ich mit Charakteren, die vielleicht fußballerisch nicht die Allerbesten sind, , aber sich voll reinhängen, als mit welchen, die meinen, sie hätten dies nicht nötig‘”.
In seinem „Sportkommentar” wagt Linder dann die Prognose, daß Antonio da Silva keine Zukunft in Karlsruhe habe: „Da Silva und der KSC, das scheint einfach nicht zu passen.” Interessant dann der vorletzte Satz dieses Beitrages, in dem er den Kennedy-Ärger resümiert – „Wenn der Abstiegskampf bestanden werden soll, muss diese und andere „Stinker”-Personalien umgehend geklärt werden. Aha! Wer die anderen „Stinker” im Team sind, schreibt Linder allerdings nicht. Daß er sich aber zumindest öffentlich festlegt und darüber schreibt, kann sicherlich als letzter Beleg dafür gesehen werden, daß bestimmte Verwesungszustände des Kaders nicht mehr zu verheimlichen sind.
In den BNN dementiert Sebastian Freis eine bereits erfolgte Einigung mit dem 1. FC Köln und sagt, mit allen so verblieben zu sein, „’dass ich mich jetzt ganz auf den KSC und die sportliche Situation hier konzentriere‘”.
Ob Freis künftig gemeinsam mit Mahir Saglik eine Doppelspitze bilden wird, ist laut René Dankert (BNN) nicht unwahrscheinlich, da Becker den Neuzugang als nicht geeignet für die Position des alleinigen Stoßstürmers einschätzt. Entgegen spricht jedoch, daß Becker Saglik als jemanden sieht, „der nach einer Einwechslung für Belebung und Impulse sorgen kann“.
In der Stadionfrage hingegen muß man nach Dankerts Informationen jedoch noch immer auf eine Belebung des Vorjahresstandes warten, da das der Stadt vorliegende Gutachten zur Optimierung eines Wildpark-Umbaus deren Gremien noch immer nicht verlassen hat.
Im Badischen Tagblatt gibt es heute wieder nur einen Agenturbericht (sid) zum KSC und steht, daß „Trainer Edmund Becker und Manager Rolf Dohmen vom abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC (…) von der Chefetage des Klubs mit einer Jobgarantie ausgestattet worden ” seien. „’Weder Rolf noch Ede stehen zur Disposition. Es wird keine Diskussion über den Trainer und Manager geben’, sagte Vize-Präsident Rainer Schütterle dem kicker “.
Samstag, 7. Februar 2009
Oliver Trust schreibt in der Frankfurter Allgemeinen über den KSC. Trainer Edmund Becker geht durch schwere Zeiten und ist jener „’von der Heftigkeit überrascht‘”, mit der der Volkszorn in den letzten Wochen über ihn hereinbrach. Allgemein täte sich der Verein schwer, die nach den Niederlagen gegen Wehen-Wiesbaden und Bochum „explosive Stimmung” in den Griff zu bekommen. Im Zentrum stünde mehr und mehr der Trainer, der sich trotz geringer wirtschaftlicher Möglichkeiten provokante Kommentare und wenig Nachsicht gefallen lassen muß. Erwartungen und Realität passten nicht zusammen, sodaß die Erinnerungen an den erfolgreichen Herbst 2007 mittlerweile wie eine Last wirkten. „Man hielt sich mit virtuosem Spiel zeitweise an der Tabellenspitze auf – und verlor den Blick für die Realität. Die Klubführung steckte mehr Energie in den Streit um ein neues Stadion mit der Stadt Karlsruhe, als man verkraften konnte. Bis heute fehlt eine Perspektive.” Auch greift der Autor auf das selbstverschuldete Führungschaos vor der letzten Mitgliederversammlung zurück, das mit der Feststellung endete, daß man nur die eigene Satzung nicht richtig gelesen habe. Vollständig wäre diese Betrachtensweise von Trust allerdings erst dann gewesen, wenn er die Satzungsfrage als das dargestellt hätte, was sie tatsächlich gewesen war – nämlich eine bewußt herbeigeführte Zuspitzung zur innerbetrieblichen Autoritätsstabilisierung des amtierenden Präsidiums.
Schließlich zitiert der Verfasser ein von Becker verwandtes Zitat Martina Navratilovas – „’Sie hat gesagt: Es geht nicht darum, wie gut du bist, wenn du gut bist, sondern darum, wie gut du bist, wenn du schlecht bist.‘”
In der Pressekonferenz vor dem HSV-Spiel wurde Edmund Becker mit der Feststellung konfrontiert, daß viele Fans mit dessen Körpersprache während eines Spiels nicht mehr einverstanden seien. René Dankert (BNN) sah daraufhin auf dem Podium einen heiteren Trainer, der laut Selbstaussage in den Jahren zuvor für seine Sachlichkeit gelobt worden sei, nun aber plötzlich den „’Tanz‘” machen soll – „’da bin ich der Falsche.” Ob Joshua Kennedy auch künftig der falsche Mann für den KSC bleibt, steht laut Becker noch nicht fest. Zu den Amateuren soll er jedenfalls nicht geschickt werden, da es nicht Sinn des Nachwuchsteams sei, „’einen frustrierten, erfahrenen Spieler aufzustellen‘”.
Auch Frank Ketterer (Badisches Tagblatt) war auf der Pressekonferenz, wertet die Frage nach Beckers Verhalten am Spielfeldrand jedoch anders – „Die Lage ist natürlich ernst, sehr ernst sogar, und vielleicht fördert sie genau deswegen auch die ein oder andere Lächerlichkeit zu Tage. Gestern am frühen Nachmittag war das zum Beispiel der Fall, weil Ede Becker, der Trainer des Karlsruher SC, doch tatsächlich von einem Zeitungsreporter danach befragt wurde, ob er während der Spiele nicht etwas zu ruhig sei da draußen auf der Trainerbank und also zu wenig Impulse gebe aufs Feld und an die Mannschaft. Da hat selbst Becker nur noch lachen können, aber nicht etwa fröhlich-befreit, sondern eher bitter-gallig. Es war sogar eindeutig ein ‚Jetzt wird mir auch noch das vorgeworfen’-Lachen – und nachgeschoben hat der Trainer diesem den Satz: ‚Vier Jahre hat man gelobt, dass ich ein sachlicher Trainer bin, der am Spielfeldrand keine Hektik verbreitet – und jetzt soll ich plötzlich den Tanzknopf machen.’ Ede Becker, das hat er zudem angekündigt, wird auch weiterhin nicht tanzen, was gut so ist, nicht etwa, weil der 52-Jährige nicht tanzen könnte, sondern weil er seiner ‚Linie treu bleiben’ möchte und ‚authentisch’.
Nun ja. Der den Trainer fragende Journalistenkollege hatte dieses Thema ja nicht deshalb angesprochen, weil ihm gerade danach war, sondern aufgrund einer allgemein Verwunderung, daß Becker das berüchtigte Wehen-Spiel nach außen hin zu wehrlos begleitet hatte. Und wenn sich von 14.000 Zuschauern gefühlte 12.000 noch Tage später darüber beklagen, dann ist eine solche Frage berechtigt und vom Lächerlichen doch ein gerüttelt Maß entfernt.
Auch wie Ketterer die „vielbeschworenen Mechanismen der Branche” zitiert, „dass alles, was vor einem halben Jahr noch gut bis sehr gut war, plötzlich als mangelhaft und größter Mist gedeutet wird” und er hierbei darauf verzichtet zu erklären, weshalb dem so ist und daß es vielleicht sogar den einen oder anderen Grund dafür geben könnte, enttäuscht – „ Auch die Person des Trainers ist vor so einem Stimmungsumschwung nicht gefeit, selbst im beschaulichen Karlsruhe nicht. Becker weiß das. Er hat es schon gewusst, als es um den KSC noch besser bestellt war. Dass die Stimmung in der Beamtenstadt indes so schnell würde kippen können, das hat auch er nicht erahnt. ‚In dieser extremen Form habe ich nicht damit gerechnet’, hat Becker gestern jedenfalls gesagt.
Hallo, Herr Ketterer! Beschaulich ist in diesem Zusammenhang wohl eher zu nennen, daß der immerhin zwölfmonatige (!) Anlauf zur heutigen Unzufriedenheit einem Journalisten verborgen geblieben sein kann.
Sonntag, 8. Februar 2009
Harald Linder (Der Sonntag) titelt: „Wahnsinns-Spiel macht neuen Mut” und schreibt über ein von den KSC-Fans in ein „Tollhaus” verwandeltes Wildparkstadion. Er zitiert einen überglücklichen Sebastian Freis, der das Spiel als Beleg für das Intaktsein des Kaders sieht und bilanziert, „’ich habe mir in jedem Spiel Torchancen erarbeitet. Und heute hat es endlich wieder geklappt‘”. Auch Edmund Becker ist froh und guckt kämpferisch in die Zukunft – „’In Hamburg ging es uns so, wie heute dem HSV bei uns. Aber ich bin mehr als froh, dass wir gewonnen haben. Wir haben jetzt wieder gegen einen der Großen gepunktet. Jetzt wird es Zeit, dass wir dies gegen Mannschaften tun, die mit uns auf Augenhöhe sind.‘”
Am vergangenen Mittwoch gab es ein Pressegespräch mit Dino Drpic. Zentrale Aussagen des Kroaten waren laut Linder, daß dieser „maximalen Einsatz von sich und seinen Mitspielern” erwartet. Diese Maxime gelte nicht nur für den Einsatz auf dem Platz, sondern auch für den Erfolg der Mannschaft. Linder sieht Drpic und seine Frau als gefundenes Fressen für die „Schlagzeilenjäger” des Boulevard, auch wenn beide Karlsruhe eigentlich als Neuanfang betrachteten. Weshalb wir dann allerdings Frau Celsius in der letzten Ausgabe der Sport-BILD bauchnabelfrei im KSC-Trikot sehen mußten, läßt uns einen Hauch von Zweifeln äußern, daß der „Neuanfang” auch nur allzu konsequent durchgezogen werden könnte.
Kein Zweifel besteht allerdings nicht mehr daran, daß Nike neuer KSC-Ausrüster wird. Für den KSC bedeutet dies ein jährliches Zubrot von rund 200.000 Euro (jährlich), Sportbekleidung im Wert von 500.000 Euro sowie eine zehnprozentige Beteiligung an jedem verkauften Trikot. Der Vertrag gilt für drei Jahre. In der 2. Liga machten die Sachleistungen jedoch nur noch 400.000 Euro aus. Auch finden finden in der kommenden Woche wieder Gespräche mit der EnBW und ihrer Zukunft als Trikotsponsor statt. Alternativ sei laut Linder auch ein anders gelagertes Sponsoring im Gespräch.
Nike als Trikotpartner des KSC dürfte unserer Meinung nach bedeuten, daß die Trikots wieder klassischer und damit schöner, für den Fan allerdings wahrscheinlich auch teurer werden. Aber, wer weiß? Vielleicht greifen die Fans angesichts leerer werdender Geldbeutel ja auf die Schlichtheit vergangener Zeiten zurück und reaktivieren ihre Mütter und Großmütter, die die im Fan-Shop für 2,50 Euro erstandenen KSC-Aufnäher fachfraulich auf Jacken und T-Shirts nieten…
In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wird der KSC für den gestrigen Kraftakt ebenfalls gewürdigt – „Der KSC kämpft Hamburg nieder“, überschreibt Christian Kamp seinen Beitrag. Der HSV habe eine Vorstellung geboten, „bei der sich Leidenschaft und Angriffslust mit Phasen unerklärbarer Schludrigkeit mischten“. Beim Gastgeber hingegen erkennt der Autor an, „dass die spielerisch limitierten, aber an guten Tagen ausgesprochen kampfstarken Karlsruher“ ihren „Glauben an ein gutes Ende ihres Kampfes gegen den Abstieg” wieder gestärkt sehen könnten.
Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.
Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.























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Unglaublich! Der KSC schlägt den HSV nach einem Rückstand von 0:2 noch am Ende in einem, an Dramatik so lange nicht mehr dagewesen Spiel, mit 3:2 durch ein Tor von einem Stürmer, über welchen in schöner Regelmäßigkeit nachgesagt wird, er sei ein klasssicher “Chancentod”. Sicher gibt es, was die Verwertung der Möglichkeiten betrifft,wohl effizientere Mittelstümer als Sebastian Freis. Aber möglicherweise eben auch nicht so viele, welche auch regelmäßig ein großes Laufpensum absolvieren. Und vielleicht sollten man sich im Wildpark fragen: Was sieht der 1.FC Köln in Freis, was wir in Karlsruhe nicht sehen? Diese Frage sollte man sich auch mal bei Antonio da Silva stellen! Hat dieser Mann etwa das Talent zum antreibenden Fußballspiel einfach zum Stichtag des Vereinswechsels vergessen, oder liegt es (unter anderem) auch daran, das ein Spieler, welcher grundsätzlich eher misstrauisch im Wildpark empfangen wurde, einfach mental bedingt, seine eigentlich vorhandene Leistung nicht abrufen kann? Vielleicht sollte man den VfB einfach sein lassen, was er ist und Spieler, welche von dort zum KSC wechseln, nicht gleich vertrauenstechnische Hypotheken aufbürden. Dadurch wurde noch nie jemand besser in seinem Selbstvertrauen! Selbstvertrauen!! Das ist der Knackpunkt. Die Saison ist bisher alles andere, als optimal gelaufen. Das sagt jedoch nicht zwingend, das sie auch so enden muss. Die Spiele gegen, eigentlich spielerisch und taktisch wesentlich höher positionierte Mannschaften wie Werder Bremen, der HSV, Leverkusen und auch bayern München haben gezeigt. Alles ist möglich! Keine Mannschaft der Bundesliga ist so stark, als das man sie nicht bezwingen könnte.
Fakt ist: Der KSC hat einen ganz wichtigen Sieg regelrecht erzwungen! Dazu noch gegen eine Mannschaft, welche technisch und taktisch normalerweise eine ganze Klasse besser aufläuft, als der KSC es für gewöhnlich zu leisten vermag. Dennoch ist auch eines klar: Der KSC ist, wenn er seine Tugenden mit Hingabe in die Wagschale wirft, für jede Mannschaft der Liga ein echter Prüfstein. Ich denke, das dieses Spiel bei allen Beteligten auch noch bis weit über das Ende dieser Saison in Erinnerung bleiben wird. Und allen Schwarzmalern wurde einmal mehr demonstriert. Der KSC kann sehr wohl auch den großen der Liga den Schneid abkaufen. Das gleiche muss aber auch gegen die direkten Mitkonkurrenten geschehen. Denn sonst bleiben verdiente Siege gegen die Spitzenmannschaften der Liga in letzter Konsequenz nur kurzzeitige Trostpflaster. An die kämpferische und Willensstarke Leistung von gestern gegen den HSV anknüpfend, kann der KSC am Samstag sich einem direkten Mitbewerber um einen großen Schritt von hinten heran nähern. Das er dazu auch in der Lage ist, bezweifelt in Köln sicher niemand. Zusätzlich zu den klassichen KSC Tugenden vielleicht ein gerütteltes Maß an taktischer Schlauheit mit ins Reisegepäck nehmend, wird die Mannschaft auch eine Ernte mit heim ins Badsiche bringen. Ich freue mich nun umso mehr drauf!
Gebe dir vollkommen Recht! Jetzt zählt es, die nächsten beiden Spiele gegen Köln und Frankfurt müssen einfach gewonnen werden, dann sieht die blauweisse Welt zwar noch nicht rosig aber doch schon um einiges besser aus als noch jetzt!
Da Silva hatte am Samstag die meisten Ballkontakte des KSC, von 58 gespielten Pässen kamen 46 an – das ist der Topwert des Spiels. Er war auf der zweiten Sechserposition – neben Stindl auf der linken Mittelfeldseite – DIE positive Überraschung im KSC Spiel.
Ich bin recht zuversichtlich, das Antonio da Silva in den nächsten Spielen zu der Form aufläuft, welche man sich von ihm erhofft. Zusammen mit Federico als Doppel-sechs könnte sich somit eine bisher “in Karlsruhe unbekanntes” Spielsystem etablieren. Man hat sich als KSC Fan doch zu sehr an technische Magerkost gewöhnen müssen. Da ist keiner böse, wenn es hier mal zur Abwechslung wieder sehenswertes zu bestaunen gibt. Auch ein Gottfried Aduobe mit seiner beruhigenden und abgeklärtem Spielkultur hat viel zu lange gefehlt. Ebenso Christian Timm: Auch dieser scheint wieder etwas motivierter über den Rasen zu traben. Das sollte aber aufgrund der langen Zeit derdürftigen Vorstellungen von ihm auch mal geschuldet sein. Das 0: 2 in Schalke datiert aus der Hinrunde 200/2008. Fazit: Das Spiel gegen den HSV hat begeistert. Es ist sicher keiner böse, wenns so weiter geht. Fazit: Es wäre wünschenswert, wenn eine stabile Arbeitsmoral in der Mannschaft dauerhaft Einzug halten würde. Jetzt sind wir mal noch gespannt, ob Mahir Saglik denn auch für den KSC zahlreich ins gegnerische Tor treffen wird. Bei der Wuppertaler Borussia hat er das in 34 Spielen doch glatt 27 mal geschafft. Nun ist die dritte Liga doch noch etwas “geruhsamer” als die erste. Dennoch: Acht Tore in der Rückrunde wären für den KSC schon mal sehr viel Wert.
Ich bin recht zuversichtlich, das Antonio da Silva in den nächsten Spielen zu der Form aufläuft, welche man sich von ihm erhofft. Zusammen mit Federico als Doppel-sechs könnte sich somit eine bisher “in Karlsruhe unbekanntes” Spielsystem etablieren. Man hat sich als KSC Fan in der jüngeren Vergangenheit doch zu sehr an technische Magerkost gewöhnen müssen. Da ist keiner böse, wenn es hier mal zur Abwechslung wieder sehenswertes zu bestaunen gibt. Auch ein Gottfried Aduobe mit seiner beruhigenden und abgeklärtem Spielkultur hat viel zu lange gefehlt. Ebenso Christian Timm: Auch dieser scheint wieder etwas motivierter über den Rasen zu traben. Das sollte aber aufgrund der langen Zeit derdürftigen Vorstellungen von ihm auch mal geschuldet sein. Das 0: 2 in Schalke datiert schliesslich aus der Hinrunde 2007/2008. Seitdem kam nicht mehr viel bemerkenswertes von Ihm. Herr Timm! Seien sie dankbar! Denn: Soviel Geduld hat längst nicht jeder Trainer. Jetzt wollen wir auch sehen, das die Aufwärtskurve konstant nach oben geht.
Dennoch kann man mit Freude feststellen: Das Spiel, das Ergebnis und die
Mannschaftsleistung im gesamtem, gegen den HSV hat begeistert. Es ist sicher keiner böse, wenns so weiter geht. Fazit: Es wäre wünschenswert, wenn eine stabile Arbeitsmoral in der Mannschaft dauerhaft Einzug halten würde. Jetzt sind wir mal noch gespannt, ob Mahir Saglik denn auch für den KSC zahlreich ins gegnerische Tor treffen wird. Bei der Wuppertaler Borussia hat er das in 34 Spielen doch glatt 27 mal geschafft. Nun ist die dritte Liga doch noch etwas “geruhsamer” als die erste. Dennoch: Acht Tore in der Rückrunde wären für den KSC schon mal sehr viel Wert.
Was lesen wir aus dem Munde von Christoph daum?
Er hebt die Abwehr mit Miller, Sebastian und Drpic hervor!
Ein Sonderlob erhält Antonio da Silva: „Badens Bester war aber Antonio da Silva. Unermüdlich trieb der 30-Jährige seine Spielkameraden an, war Initiator (fast) aller Angriffe und legte eine beeindruckende Wegstrecke zurück. Der Brasilianer malochte, als wolle er seine zahlreichen und maßlosen Kritiker beschämen.”
Ich bin mir sicher: Am Ende der Saison werden wir alle zugeben müssen:
Es war absolut richtig, ihn zum KSC zu holen.