Die kleine Presseschau vom 28. Januar bis zum 3. Februar 2009
Geschrieben von Matthias Dreisigacker in Presseschau - 325 KlicksMittwoch, 28. Januar 2009
„Das ist bei den Abstiegskandidaten los” betitelt die Sport-Bild einen Kasten über Bielefeld, Cottbus und Bochum. Beim KSC geht es natürlich um Dino Drpic und wird darin gleich deutlich gemacht, worum es für das Blatt bei diesem Transfer eigentlich geht – „Um Drpic, der als einer der besten Freunde von Tottenhams Superstar Luka Modric (23) gilt, ranken sich unglaubliche Geschichten: Der 27jährige und seine Frau Nives sind die Beckhams Kroatiens, werden dort 24 Stunden am Tag von Paparazzi verfolgt.”
Im Wochenblatt finden wir ein interessantes Interview von Volker Knopf mit Michael Mutzel. Die durch Engelhardt verschärfte Konkurrenz sieht er positiv und geht davon aus, bei entsprechender Fitneß stets in der ersten Elf zu stehen. Ebenso bemerkenswert wie vielsagend dann folgende Interview-Passage:
Knopf: Was macht Sie optimistisch, dass der KSC am Ende die Klasse erhält?
Mutzel: Die Mannschaft hat die nötige Qualität, auch wenn in der Vorrunde einiges schief gelaufen ist. Wir könnten deutlich mehr Punkte haben, wenn wir nicht unnötig Spiele hergegeben hätten. Spielerisch brauchen wir uns nicht zu verstecken.
Knopf: Hätten Sie im Vorfeld gedacht, dass man mit 13 Punkten nach der Hinrunde noch nicht einmal auf einem Abstiegsplatz steht?
Mutzel: Das hätte wohl niemand für möglich gehalten. Es gibt nun mal eine Kluft zwischen den Vereinen, die viel Geld haben und denen, die nicht so viel haben.
Ach ja – und der Pokalgegner aus Wehen werde auf keinen Fall unterschätzt und man strebe nicht nur ein Weiterkommen, sondern zudem einen überzeugenden Sieg an.
In den BNN kommentiert Gerhard Wolff die Nachricht, daß Maik Franz eine Operation und somit eine mehrmonatige Pause bevorsteht. Dem KSC werde Franz als „Antreiber und – manchmal – überdrehter Hitzkopf” fehlen: „Ohne den Kopf des Teams wird die ohnehin schon schwere Aufgabe nicht einfacher.” Des weiteren läßt er leise Kritik am Verein und dessen bevorzugten Ersatzmann für Franz, den „eskapadenreichen” Dino Drpic, aufscheinen und sähe wohl gerne noch Alternativen zum kroatischen Nationalspieler.
Für das Badische Tagblatt referiert Frank Ketterer die Pressekonferenz zum Wehen-Spiel und zitiert den Plan des Trainers, „gegen einen durchaus zu diszipliniertem Spiel fähigen Gegner nicht mit ‘Mann und Maus nach vorne rennen’“, aber „’beherzt‘” deutlich machen zu wollen, wer von den beiden in welcher Liga spielt.
Natürlich bestätigt er auch das Interesse des KSC an Dino Drpic und begründet dessen Freistellung bei Dinamo Zagreb mit „Disziplinlosigkeit” sowie „der ein oder anderen sexuellen Extravaganz“. Gut – mehr braucht der Leser des Sportteils einer Zeitung auch nicht zu wissen.
Donnerstag, 29. Januar 2009
Aus dem Pokalspiel gegen Wehen-Wiesbaden resultiert eine vernichtende Kritik von Uli Gerke im Kicker - das Vorhaben, sich Selbstvertrauen für die Punkterunde zu holen, sei „kläglich” gescheitert, der Erstligist „blamierte sich (…) maßlos“, „in der Abwehr erneut unsicher, vorne einmal mehr ohne Durchschlagskraft“, das Duo Engelhardt und Federico „blieb alles schuldig“. Zudem hätten Routiniers aus der zweiten Reihe wie Carnell und Timm ihre Chance verpaßt.
In seinem allgemeinen KSC-Bericht streicht Gerke dann die Bedeutung von Maik Franz heraus und zitiert die Hoffnungen und Empfehlungen, die sich mit Dino Drpic verbinden. Offenbar haben sich die KSC-Verantwortlichen in der sportlichen Bewertung des Kroaten stark auf die Empfehlung von Slaven Bilic verlassen – „’Dino hat eine Topeinstellung und marschiert immer vorneweg‘” – der seinem Nationalspieler den Durchbruch in der Bundesliga zutraue. Gerke hält eine kurze Anlaufzeit des Neuen für essentiell notwendig, da weder Tim Sebastian noch Stefan Buck für Stabilität hätten sorgen können. Sein Gewinner der Vorbereitung ist Christian Timm, sein Verlierer Christian Eichner, der auch ohne seine Grippe gegen Wehen nicht in der Startelf gestanden hätte.
Auch die BNN (Gerhard Wolff) ist nicht begeistert und zitiert Manager Rolf Dohmen mit dessen Worten „das war unter aller Sau” und „Nullleistung“. Auch sonst wird in den BNN zum Spiel wieder fleißig zitiert und nicht analysiert – Ede Becker hat die gleichen Defizite wie in der Vorrunde erkannt und denkt über personelle Konsequenzen nach, Sebastian Freis mahnt an, sich angesichts der bevorstehenden wichtigen Aufgaben nicht hängen zu lassen, Stefano Celozzi spricht über die schlechten Platzverhältnisse und sein Gefühl, daß die Gäste „den Sieg stärker wollten als wir” und Giovanni Federico fordert für das Spiel in Bochum eine „Trotzreaktion” ein.
Und schließlich: Dino Drpic wird für 150.000 Euro plus Kaufoption von Dinamo Zagreb ausgeliehen.
„Blamiert bis auf die Knochen” – Frank Ketterer (Badisches Tagblatt) hat das Pokalspiel auch nicht erfreulicher gesehen und geht im Vergleich zu den BNN (wieder einmal) näher an das Spiel heran – „ Die Mannschaft von Trainer Ede Becker (…) war zwar von Beginn an um Spielkontrolle bemüht, so richtig gelingen wollte ihr diese (zunächst) allerdings nicht. Dazu fehlte es den Aktionen der Karlsruher all zu sehr an Präzision, entsprechend fehlerbehaftet war ihr Spiel. Hinzu kam, dass es kaum den Anschein machte, als hätten die Badener einer wirkliche Idee, wie sie die doppelte Viererkette der Gäste aus Hessen aus den Angeln heben könnten. Weitgehend harmlos kam das Angriffsspiel daher, überhaupt fehlte es der Darbietung des Erstligisten an Vehemenz und Leidenschaft. Auch den beiden Neuzugängen gelang es (zunächst) nicht, diesbezüglich Abhilfe zu schaffen. Zwar gestikulierte Marco Engelhardt durchaus viel und lautstark, sein Spiel im defensiven Mittelfeld indes blieb blass und von Fehlpässen durchsetzt. Gänzlich unauffällig verhielt sich (vor allem im ersten Durchgang) auch Giovanni Federico im offensiven Mittelfeld.”
Harald Linders (Kurier) „Sportkommentar” in aller Kürze: „erbärmlich“, „Gekicke“, „Sauerei“, „sich immer wieder selbst überschätzende(n) Großmäuler“, „Grobschlosser” - dem alttestamentarischen Zorn hat der Chefredakteur des Kuriers neue Ausdrucksformen gegeben.
Auch in seiner Spielbetrachtung wird er angesichts des „fußballerischen Offenbarungseids“ deutlich, sah ein vor sich her plätscherndes Spiel, einen lediglich „in Ansätzen so etwas wie Torgefahr” ausstrahlenden KSC, den Totalausfall Kennedy, einen enttäuschenden Engelhardt und am Ende allüberall „nur noch Frust, Hilflosigkeit und Wut” sowie einen wutentbrannten Vizepräsidenten Michael Steidl, der „nur mit Mühe davon abgehalten werden“ konnte, die Spielerkabine zu stürmen.
Noch zwei schöne Nachrichten gibt es allerdings. So wird Rudi Wimmer nachträglich zum 65. Geburtstag gratuliert und die Erfolgsbilanz der KSC-Allstars aufgelistet. Seit ihrem Bestehen haben sie 120.000 Euro Spendengelder eingespielt, im vergangenen Jahr waren es hiervon satte 16.000 Euro.
Freitag, 30. Januar 2009
Im Badischen Tagblatt arbeitet Frank Ketterer nochmals das Spiel gegen Wehen auf und erinnert an einen Trainer, den er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel „blass und ausdruckslos” auf dem Podium sitzen gesehen und sein richtiges Fazit in wenige Worte gepackt hatte – „’da war keine Leidenschaft, keine Aggressivität, keine spielerische Linie‘”. Ketterer weist darauf hin, daß Becker hiermit „just jene Punkte benannt(e), die er schon in der wenig berauschend verlaufenen Bundesligavorrunde immer wieder bekrittelt hatte.” Den Trainer sah er geschockt und zweifelt daran, daß dessen Stellen der Kritik („’Auch ich muss mich hinterfragen, warum ich es nicht geschafft habe, die Mannschaft so einzustellen, dass sie gegen einen Zweitligisten gewinnt‘”) in dieser Situation noch dienlich ist – „Das ist durch und durch ehrenhaft. Ob es hilfreich ist in stürmischer werdenden Zeiten, bleibt abzuwarten.” Er sieht eine noch „explosivere Stimmung” heraufziehen und glaubt erkannt zu haben, daß selbst bislang dem Trainer Wohlgesinnte ihre Geschütze in Stellung ziehen: „ Auch an des Trainers Aufstellungs- und Einwechslungsgepflogenheiten wird schließlich mehr und mehr herumgemeckert – und selbst Becker bislang scheinbar besonders nahe stehende Reporter beteiligen sich nun mit Eifer und Genuss daran.”
Dies mag bislang in persönlichen Zwiegesprächen der Fall gewesen sein – gelesen haben wir es jedoch noch nicht.
Für die BNN kommentiert Gerhardt Wolff das Wehen-Spiel. Er vermißt Charakterköpfe, „die in der Lage sind, ein außer Kontrolle geratenes Ruder herumzureißen“. Bedenklich findet er auch Kennedys Reaktion, nach seiner Auswechslung Becker den Handschlag zu verweigern – „ausgerechnet Kennedy, der zuvor einmal mehr die Frage aufgeworfen hat, warum er überhaupt noch aufgestellt wird.” Wolff fordert Veränderungen und drei Punkte aus Bochum, da sich ansonsten „die dicke Luft am Adenauerring” in einen Sturm verwandeln würde. Für das defensive Mittelfeld sieht er einen gesunden Godfried Aduobe als unverzichtbar an, ebenso wie Sebastian Freis und Lars Stindl in der Offensive.
Zenraler ist jedoch natürlich Wolffs großes Interview mit Edmund Becker, der zugesteht, über die „eine oder andere ” Aufstellungsentscheidung mit sich diskutieren zu lassen. Eine zu defensive Grundausrichtung möchte er sich aber nicht unterstellt sehen – „wir hatten vier offensive Spieler auf dem Platz, dazu einen weiteren Mittelfeldspieler, der nachrücken sollte, plus die zwei Außen der Viererkette, die bei Ballbesitz nach vorne schieben sollten. Wir haben dennoch bis auf die Schlussviertelstunde keinen Druck entwickelt. Meiner Ansicht nach ist das allerdings eine Frage der Einstellung, nicht der Aufstellung.”
Ob er die Spieler noch ausreichend motivieren könne? „Ich bin nicht der große Motivator. Wir werden alle hier hoch bezahlt. Und Motivation ist eine Grundvoraussetzung für einen Profi.” Für das Auswärtsspiel in Bochum kündigt er „punktuelle Änderungen” an, „damit wir als Kollektiv besser agieren, aber keinen Rundumschlag“.
Samstag, 31. Januar 2009
Morgen spielt der KSC in Bochum, aber noch immer ist der Mittwochabend präsent, wie Frank Ketterer (Badisches Tagblatt) von der Pressekonferenz schreibt. Becker will die zu verbessernden Dinge weiter ansprechen. Diese „Dinge” sind – „dass die Mannschaft besser agieren muss vor des Gegners Tor, dass sie den letzten Pass besser spielen muss, dass Flanken, Eckbälle und Freistöße präziser kommen müssen, eben so, dass man sie auch zu Toren verwerten kann. ” Süffisant ergänzt der Autor: „Oben, im Presseraum, nicken die Reporter. Sie haben Sätze wie diesen schon mehrfach gehört, sie haben verstanden.”
Berechtigterweise hart ins Gericht geht der Journalist mit Joshua Kennedy, dem er eine „Wahrnehmungsstörung” attestiert: „Als Becker nach gut 70 Spielminuten den einmal mehr chancenlosen Joshua Kennedy vom Platz befahl, verweigerte dieser dem Coach den Handschlag. Ausgerechnet der Nulltorestürmer aus Australien, dem Becker immer wieder das Vertrauen schenkte, so sehr und oft, dass er dafür selbst beim einen oder anderen in die Kritik gerutscht ist. Man darf also durchaus gespannt darauf sein, ob Kennedy sein Unwesen auch am Sonntag beim Spiel beim VfL Bochum weiter treiben darf (…)”
René Dankerts (BNN) „Wort zum Sport” ist deutlich, sieht er mit dem Pokalaus doch einen neuerlichen Tiefpunkt – „Fakt ist, dass sich die aufgebotenen Akteure die Freiheit nahmen, konzeptlos und dabei recht ungeniert zu wirken. Marco Engelhardt (…) blieb den Beweis (…), als Muntermacher zu taugen, fürs Erste schuldig. Platzt bei ihm, bei Antonio da Silva und beim recht hoffnungslos wirkenden Joshua Kennedy nicht rasch der Knoten, muss sich Becker wohl auf noch eindringlichere Nachfragen einstellen. Das Leistungsprinzip hat Becker richtigerweise selbst zum Aufstellungskriterium erhoben.” Becker muß jetzt also schnell Erfolge liefern, ehe auf seiner Position Konsequenzen gezogen werden, glaubt Dankert.
Sonntag, 1. Februar 2009
In Boulevard Baden hat Bert Langbehn eine „Drpic-Mania” (!) erkannt und unterfüttert die kleine Meldung auf bekannte Art und Weise. Sportlich mahnt er eine bessere Einstellung an, da ansonsten all jene Recht behalten würden, die den KSC in der Winterpause zum Absteiger erklärt haben.
Harald Linder informiert im Sonntag über den Gesundheitszustand des nach dem Wehen-Spiel verletzten Ordners. Hierbei hatten ca. 30 Personen versucht, sich gewaltsam Zutritt zum Bereich hinter der Haupttribüne zu verschaffen und den Mann schwer verletzt. Daß der von einem Verkehrskegel am Auge getroffene, beruflich als Kraftfahrer tätige Ordner seine vollständige Sehkraft wiedererlangen wird, gilt als unwahrscheinlich. Sieben Randalierer konnten später im Innenraum festgenommen werden und sehen sich straf- und zivilrechtlichen Folgen gegenüber. „’Das sind keine Fans, sondern Verbrecher‘”, wird Rolf Dohmen zitiert.
Zudem hatten sich später nochmals ca. 150 Personen vor dem Tor versammelt und lautstark gegen die Leistung protestiert, wobei es jedoch zu keinen weiteren Ausschreitungen kam.
Im Sonntag fällt Linders Blick auf das Pokalspiel, im Vergleich mit seinem Kommentar im „Kurier“ im Stil natürlich gemäßigter aus. Der Kern bleibt jedoch. Zusätzlich schreibt er, „offenbar ist der stets beschworene Zusammenhalt in der Mannschaft längst nicht mehr in dem Maße vorhanden, wie es im Aufstiegsjahr und danach der Fall war.“ Dies drückt die Stimmung ein wenig zu milde aus. Um ein Bild zu bemühen: Harald Linder steht vor einem lichterloh brennenden Gebäude und raunt den umstehenden Betrachtern wissend zu, „do obbe rechts raucht’s e bissle.“
Montag, 2. Februar 2009
René Dankert (BNN) hat in Bochum eine niveauarme Begegnung gesehen, zudem einen KSC, der „konzentriert zu Ende gespielte Angriffe” vermissen ließ und aus seinem Plus an Spielanteilen kein Kapital zu schlagen vermochte. Sein Kollege Gerhard Wolff folgert aus den Pleiten gegen Wehen und Bochum, daß der KSC bereits jetzt „gefühlt mit dem Rücken zur Wand” stünde und man trotz der Änderungsbemühungen des Trainers keinen Ertrag verbuchen konne. Nach Wolffs Ansicht bilden die im Westen gezeigten Tugenden „Leidenschaft und Wille“, sowie der wohl zu verpflichtende Stürmer Mahir Saglik aus Wolfsburg den letzten, dünnen Strohhalm.
Frank Ketterer (Badisches Tagblatt) bemüht das Etikett des Aufbaugegners KSC. Und steht dem zitierten Manager Rolf Dohmen hinsichtlich einfacher Sprache somit nicht nach – „Wir haben heute nicht schlecht gespielt, aber wenn man kein Tor macht, kann man keine drei Punkte gewinnen.”
Ketterer assistiert ihm und sah den KSC weder spielerisch noch kämpferisch „nicht wirklich” als die schlechtere Mannschaft – „Sie war lediglich jene, die einmal mehr das Tor nicht traf.“ An der Einstellung gäbe es nichts zu deuteln, „forsch, teilweise mutig” sei die laufbereite Mannschaft („vor allem Görlitz, Celozzi und Timm“) aufgetreten. Zu bemängeln sei allerdings, daß aus den massiven Feldvorteilen kaum zwingende Torchancen entstanden, wobei natürlich Sebastian Freis die wichtige Führung hätte erzielen müssen. Den debütierenden Dino Drpic sah Ketterer „mit viel Übersicht” und engagiert agierend.
Richard Leipold (Frankfurter Allgemeine Zeitung) meint, daß es die sich zum Sieg quälenden Bochumer künftig nicht mehr so leicht haben werden wie gegen einen KSC, der „seine immensen Spielanteile nicht im Geringsten zu nutzen” verstanden habe.
Von Fluchtgedanken des Australiers Joshua Kennedy berichtet übrigens Frank Lussem (Kicker). Trainer Becker („’Joshua entwickelte im Pokal gegen einen Zweitligisten null Torgefahr. Das kann nicht sein.‘”) hatte in Bochum auf ihn verzichtet.
Eine sportliche Wiedergutmachung hat Lußem nicht erkennen können, den Drpic-Einstand sah er durchwachsen und den KSC empfand er trotz großer Bemühungen als zu harmlos.
Dienstag, 3. Februar, 2009-02-03
Peter Putzing hat für das Badische Tagblatt mit Dino Drpic ein kurzes Interview geführt. Dessen erstes Fazit ist kurz: „Beide Spiele haben eines gezeigt: Wir schießen keine Tore. Wir hatten in beiden Spielen viele richtig gute Gelegenheiten, aber es nicht geschafft, den Ball ins Tor zu bringen. Das ist unser Problem. In Bochum haben wir gut gespielt, aber wegen dieses Problems verloren.” Für die Zukunft sieht er schlicht die Losung „Punkten, punkten und nochmals punkten“, selbst wenn es wie im nächsten Spiel gegen den HSV – dessen Kroaten Ivica Olic und Mladen Petric er von der Nationalmannschaft her sehr gut kennt, mit Letzterem sogar befreundet ist – geht. Hinsichtlich der Kommunikation mit seinen neuen Mannschaftskameraden sieht es perspektivisch gut aus, hat der doch in der Schule vier Jahre Deutsch gehabt. Zwar fällt ihm das Sprechen nach ca. 16 Jahren schwer, doch versteht er die Sprache noch immer ganz gut.
In einer weiteren Nachbetrachtung des Bochum-Spiels widmet Frank Ketterer seine Aufmerksamkeit der Großchance von Sebastian Freis aus der 16. Minute: „Nun aber schickt Giovanni Federico den Ball steil, sehr steil sogar, genau auf den Fuß von Sebastian Freis. Wie ein Schnitt durch die Bochumer Abwehr wirkt dieser Pass, für Freis ergeben sich dadurch scheinbar wunderbare Möglichkeiten. Ganz alleine kann er nun auf Daniel Fernandes und das von ihm gehütete Tor zulaufen. Er muss den Ball jetzt nur noch in diesem unterbringen, Optionen dafür gibt es genügend. Freis kann rechts ins Tor schießen oder links, oben oder unten, nur dorthin, wohin Freis schließlich schießt, hätte er besser nicht hinschießen sollen. Freis schießt auf den Torhüter.”
Dem Autor gegenüber waren sich alle einig, daß dies „als der Anfang allen Übels gewertet” werden darf. Andreas Görlitz fehlt im Moment, daß man mal in Führung gehe und Markus Miller vermißte einzig und alleine ein Tor in jenem Spiel. Ketterer erkannte den KSC als „mindestens gleichwertig” und merkt an, daß die KSC-Abwehr bei beiden Toren nicht gut ausgesehen hatte.
Abhilfe für den Angriff kommt jedoch, da Mahir Saglik vom VfL Wolfsburg bis zum Saisonende ausgeliehen wird. Auf nunmehr 26 Spieler ist der Profi-Kader des KSC angewachsen. „’Er ist heiß und dazu noch einer, der weiß, wo das Tor steht‘”, zitieren die BNN (René Dankert) Trainer Becker, der nach dieser Aussage gewiß das Phrasenschwein gefüttert hat. Auf den kostenfrei ausgeliehenen Türken gibt es im Sommer keine Kaufoption und bleibt es also bei den 300.000 Euro Transferausgaben (Engelhardt), die der Verein in der Winterpause auf den Tisch legte. Vielleicht wird diese Bilanz ja noch ausgeglichen, da Kennedy laut Manager Dohmen die Freigabe für das Ausland erhielte, sofern „die finanzielle Seite“ stimme.
Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.
Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.



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