Samstag, 24. Januar 2009

Da uns die BILD-Zeitung vom Samstag in die Hände gefallen ist, hier noch ein kleiner Nachtrag. Mario Basler, der Nachfolger Max Merkels in der beliebten Serie „BILD testet die Bundesliga”, hat die drei Absteiger genannt. Neben Borussia Mönchengladbach und Energie Cottbus wird seiner Meinung nach auch der KSC dazugehören, dessen „Bosse” er Jobs als Fensterputzer anheimstellt – „Kommen wir zu Absteiger Nummer 2: Tschüs, KSC! Ich hätte es im Sommer nicht gedacht, aber auch ihr seid bald weg vom Fenster. In Karlsruhe fehlt mir in der Führung einer mit Biss. Wenn die Bosse dort mal was machen wollen, wo sie etwas Durchblick haben, dann bleibt denen nur ein Job übrig: Fensterputzer! Der Engelhardt aus Nürnberg soll der neue Retter sein? Spätestens dann weißt du: Das Kapitel Bundesliga ist bei denen vorerst beendet!

Sonntag,25. Januar 2009

Im Boulevard Baden werden die Wechselgerüchte um Sebastian Freis kurz angerissen. Der Stürmer wollte sich auf Nachfragen jedoch nicht äußern und beschied Claudia Rostek mit einem knappen „’Es wird viel geredet‘”. Den Erfolg gegen Nürnberg bewertet sie als „glanzlos” und verweist auf Trainer Becker, der mal wieder die Aggressivität vermißte.

Positiv hervorzuheben ist auch, daß das Blatt den 65. Geburtstag Rudi Wimmers (20. Januar) – wenn auch nur kurz – aufgreift und dem sehr verdienten Ex-Torhüter einige Zeilen widmet. Ein Einzelfall in der Karlsruher Presselandschaft.

Statt dessen finden wir im Sonntag (Harald Linder) ein großes Interview mit Edmund Becker, das allerdings nur wenig Neues bietet. Becker weist zu Recht darauf hin, daß ein Bundesligaaufstieg schon schwer genug ist, „aber der nächste, viel schwerere Schritt ist eben, dies zu bestätigen, Konstanz zu zeigen. Konstanz auf hohem Niveau. Damit haben etliche meiner Spieler Probleme.” Zur Frage, ob sein Saisonziel, besser zu werden als in der vorherigen Spielzeit, nicht zu hoch gewesen sei, antwortet der Trainer: „Nein, ich war ja davon überzeugt, daß wir es schaffen können. (…). Eine Aussage zu machen, wir wollen schlechter abschneiden als in der Saison zuvor, wäre grenzwertig gewesen.” Allgemein hat Becker den Anspruch, mit den Voraussetzungen beim KSC „Tabellenführer vom letzten Drittel zu werden“. Mehr sei angesichts der in finanziellen Belangen immer weiter auseinander klaffenden Schere innerhalb der Bundesliga allerdings nicht realistisch.

Der Spielbericht über die Begegnung gegen Nürnberg bietet leider nur ein Zitat des Trainers und eine ausformulierte Torfolge. Eine Analyse gibt es hingegen nicht. Ausführlicher ist der Beitrag über Dino Drpic, den potentiellen Neuzugang von Dinamo Zagreb – „Sowohl Kroatiens Nationaltrainer Slawen Bilic als auch Srecko Bogdan, beide einst beim KSC, loben den Verteidiger, der bisher ein Länderspiel für Kroatien bestritt, als herausragenden Fußballer.” Manager Rolf Dohmen hofft, den Transfer (Ablösesumme…) anfangs der Woche abschließen zu können.

Drpic ist 1,93 m groß, weitere sportliche Informationen finden sich über den Innenverteidiger, der zur Zeit von seinem Verein freigestellt ist („Grund (…) waren einige Eskapaden“), aber leider nicht. Ob man hinsichtlich der Nennung von Details der „Eskapaden” so weit gehen muß, wie Autor Harald Linder dies tut, möchte man bezweifeln. Mehr sportlicher Nährwert im „Sonntag” und die Schmuddeleinzelheiten meinetwegen in einer Boulevardzeitung – das wäre hinsichtlich der Bedeutung des Transfers für den KSC sicherlich wünschenswerter gewesen.

Montag, 26. Januar 2009

Holpriger Erfolg im letzten Test” titelt Gerhard Wolff in den BNN und zitiert Trainer Edmund Becker, der sagte, die Mannschaft habe sich „der Stadionlautstärke angepaßt” und es müsse „noch mehr Leben rein“. Dies gilt nach Sicht des Trainers auch für Giovanni Federico, der im Spiel ohne Ball „noch Steigerungspotential” habe. Als Aktivposten des „zu zaudernd, zu zaghaft” agierenden Teams sah Wolff Lars Stindl und Christian Timm.

Auch erwähnt der BNN-Autor den als heißen Favoriten gehandelten Dino Drpic von Dinamo Zagreb, dessen genaue Suspendierungsgründe er erfreulicherweise verschweigt. Die Verhandlungen sind seiner Ansicht nach noch als sehr zäh zu bewerten, da Zagreb ihn aus finanziellen Gründen lieber nach England transferieren würde. Dennoch hätte man gerne etwas mehr über die sportliche Vita des potentiellen Neuzugangs erfahren.

Da möchte der Kicker nicht zurückstehen und widmet sich in der Rubrik „Kicker-Kulisse” – in der Thiemo Müller all jenen Tratsch referieren darf, der nichts mit dem Fußball zu tun hat – den „Geschichten” des  Kroaten.

KSC-Stammschreiber Uli Gerke kann sich daher in seinem Beitrag auf das rein sportliche Geschehen konzentrieren. Rolf Dohmen ist von Drpic absolut überzeugt, stuft im Moment jedoch nur eine Ausleihe mit Kaufoption als machbar an. Erst vor einigen Monaten war ein Transfer des Nationalspielers zu Besiktas Istanbul an der Ablöseforderung von drei Millionen gescheitert.

Aber nicht erst durch einen Klassemann wie Drpic sieht Gerke einen verschärften Konkurrenzkampf im Karlsruher Kader, da alleine schon Giovanni Federico und Marco Engelhardt die Hierarchie kräftig durchgerüttelt hätten. Becker begrüße diese Situation und stelle Bestehendes mehr und mehr in Frage. Alles deute zum Beispiel darauf hin, daß Bradley Carnell anstelle Christian Eichners in der Wehen-Startelf stehen wird. „’Christian verpaßte verletzungsbedingt einen Großteil der Vorbereitung. Bradley hat augenblicklich ein bisschen die Nase vorne’“, gibt der Trainer zu verstehen. Eichners Reaktion: „’Es ist bitter, wenn man dreieinhalb Jahre fast immer gespielt hat, nun aufgrund einer kleinen Geschichte aber gleich außen vor ist.‘” Gerke resümiert schließlich: „Den mit wenigen Ausnahmen zuverlässigen Außenverteidiger infrage zu stellen, eröffnet eine zusätzliche Baustelle, die sich der KSC im Abstiegskampf eigentlich nicht leisten kann.

Dienstag, 27. Januar 2009

Nun haben wir die BNN doch leider zu früh gelobt, da Gerhard Wolff heute zum Fall Drpic und dessen mutmaßlichen und tatsächlichen Eskapaden detailliert nachlegt.  Muß das zu diesem Zeitpunkt denn wirklich sein? In welch einem Konkurrenzverhältnis sieht sich eine Zeitung wie die BNN eigentlich? Weshalb wird diesen Sekundärinformationen auf Kosten der sportlichen Erkenntnisse so viel Raum gegeben?  Wir wissen es nicht.

Da helfen auch weder die Informationen, daß sich Manager Rolf Dohmen gestern Abend (26.01.) mit Drpic’ Berater sowie dem Manager von Dinamo Zagreb im Anschluß an den Neujahrsempfang der DFL in Frankfurt getroffen hat, noch die Kernpunkte von dessen sportlichem Lebenslauf – 201 Ligaspiele für Dinamo Zagreb (13 Tore), 9 Spiele für die kroatische U-21-Nationalmannschaft und 1 A-Länderspiel.

Neben der knallharten Enthüllungsstory über Dino Drpic hat Wolff erfreulicherweise noch etwas Zeit gefunden, um Pokalgegner SV Wehen vorzustellen. Bei diesem wird zum Saisonende die Zahlungsunfähigkeit befürchtet, sodaß schon jetzt Notverkäufe in Erwägung gezogen würden. Als potentielle Kandidaten kommen hierbei Torhüter Alexander Walke sowie Sanibal Orahovac in Frage. Der Montenegriner hat in der Vorrunde mit sechs Toren (von insgesamt 18 des SVWW) auf sich aufmerksam machen können.

Und ein Artikel über Christian Timm, der für den Autor in der Vorbereitung „der auffälligste Akteur in Reihen des KSC gewesen ist, war auch noch drin. Timm habe sich in die erste Elf gespielt und profitiere besonders davon, endlich einmal ohne Verletzungssorgen durch eine Vorbereitung gekommen zu sein. Der ehemalige Fürther soll gegen Wehen auf der rechten Offensivseite spielen und hierfür womöglich Freis in den Angriff rücken.

Auch für die BILD ist der Drpic-Transfer natürlich eine scharfe Geschichte und so hat deren Redaktion aufgrund der Attraktivität von Drpic’ Ehefrau bestimmt schon den Redaktionsvorrat an Papiertaschentüchern aufgefrischt – „Heiß, heißer – KSC! Beim Tabellen-15. aus Baden ziehen demnächst Sex und Glamour ein. Nach BILD.de-Informationen ist die Verpflichtung von Abwehrspieler Dino Drpic (27) so gut wie sicher. Das Beste: Der Kroate bringt seine Ehefrau Nives Celsius, Model und Sängerin, gleich mit. Der heiße Dino und seine scharfe Nives – die beiden haben es faustdick hinter den Ohren. (…).

Für weitere „Informationen” gehen Sie zu BILD-online oder kaufen Sie die BNN.


Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.

Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.


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