Die kleine Presseschau vom 19. bis zum 23. Januar
Geschrieben von Matthias Dreisigacker in Presseschau - 347 KlicksMontag, 19. Januar 2008
Im Kicker wird von starkem Interesse des 1.FC Köln an Sebastian Freis berichtet. Jener ist im Sommer ablösefrei und sei somit selbst nach der Verpflichtung Podolskis finanzierbar. Sportlich mache es für die Kölner Sinn, da man sowohl für die rechte als auch die linke offensive Außenposition Alternativen suche.
Darüber hinaus holt Uli Gerke zur großen KSC-Analyse aus und zählt dessen Problemzonen auf – zunächst Maik Franz und die Suche nach einem Innenverteidiger, der ihn vertreten soll. Ahmed Madouni scheidet wegen fehlender Spielpraxis ebenso aus wie der Hoffenheimer Christoph Janker, der keine Freigabe erhält. Laut Manager Rolf Dohmen wird im Ausland nach einer Alternative gesucht, da man in Deutschland nicht fündig würde. Im defensiven Mittelfeld sieht Gerke ebenso ein Problem, da der verschärfte Konkurrenzkampf, z.B. bei Godfried Aduobe, an den Nerven zu zerren scheint. Im Moment sieht er Michael Mutzel und Marco Engelhardt in der Startformation. Und schließlich ist seiner Meinung nach auch Edmond Kapllani ein Problemfall, der seine beiden Tore gegen Düsseldorf mit einem „verbalen Aussetzer“ gegen Michael Mutzel konterkarierte. Aber immerhin, Dohmen schraubt die Affäre auf Normalmaß herunter: „’Edmond vergriff sich im Ton. Das passiert im Eifer des Gefechts schon mal’“
Noch umfassender nimmt sich Gerke „seinen“ KSC dann im Bundesliga-Test vor. Trotz der Nachverpflichtungen von Engelhardt und Federico, mit denen Dohmen und Becker die Fehleinschäzungen des Sommers zu korrigieren versuchten, benötige der KSC zusätzlich dringend eine Alternative in der Abwehr, um die Klasse halten zu können. Die einzigen Lichtblicke der Vorrunde waren Stefano Celozzi und Lars Stindl, „der genügend Talent hat, in der Bundesliga zu bestehen“. Zu den Verlierern zählten jedoch weitaus mehr Spieler – Tim Sebastian und Antonio da Silva, die den Verlust von Eggimann und Hajnal nicht kompensieren konnten, Massimilian Porcello, Aleksander Iashvili und Bradley Carnell („…keine Form“), Edmond Kapllani, Joshua Kennedy („… die nie treffen“), Michael Mutzel und Christian Eichner („…die sich mit ihrer Rolle als Führungskräfte schwertun“), Martin Stoll, Timo Staffeldt und Stefan Buck („…die Ansprüche anmelden, ihre Bewährungschancen aber nicht nutzen“). Und Sebastian Freis habe zwar stark begonnen, aber noch reichlich Luft nach oben.
Generell spiele der KSC „oft bieder, agiert zu brav, ist zu leicht ausrechenbar, vorne fehlt die Durchschlagskraft“. Mithin schuld daran sei eine schwache Defensive, ein Mittelfeld ohne ordnende Hand und eine harmlose Offensive. Edmund Becker sei unumstritten und gemeinsam mit Manager Dohmen werde ihm das Meistern der Krise zugetraut. Mißverständlich wird Gerkes Analyse allerdings dabei, wenn er die Ruhe als trügerisch bezeichnet – geht es hierbei nur um zu lösende Aufgaben der Administrative (genannt wird die Suche nach einem neuen Hauptsponsor) oder doch die sportliche Leitung? Oder gar beides?
Sein Fazit: „Der KSC muß in allen Mannschaftsteilen zulegen. Versagen Federico, Engelhardt und Franz als Schubkräfte, können sich Eichner da Silva, Kennedy&Co. nicht steigern, dann ist der Klassenerhalt kaum zu schaffen. „
Dienstag, 20. Januar 2009
Entweder, die Sportredaktionen des Badischen Tagblatts und der BNN lesen nicht den Kicker, oder das Fachblatt aus Nürnberg ist hinsichtlich des Kölner Interesses an Sebastian Freis einer Ente aufgesessen. Vielleicht wird auch derart eifrig nachrecherchiert, daß es einfach ein wenig länger dauert. In jedem Fall – es findet sich in beiden Blättern kein Wort über dieses Wechselgerücht.
Ansonsten aktualisieren die BNN den Krankenstand: Massimilian Porcello (Knorpelbrobleme) muß zwei Tage pausieren, Christian Eichner (Wadenzerrung) wird Ende der Woche wieder im Training zurückerwartet und Maik Franz, bei dessen Fersenödem eine Verbesserung eingetreten ist, soll heute Nachmittag (20.1.) beim Test gegen den VfR Aalen in Ruit zumindest eine Halbzeit lang mithalten.
Mittwoch, 21. Januar 2009
In den BNN vermeldet Gerhard Wolff endlich wieder eine gute Nachricht über den KSC – bei einem Test auf dem Platz der Sportschule Ruit wurde der VfR Aalen mit 5:0 bezwungen. Die Tore erzielten Timm (11.), Kennedy (18.), Kapllani (56.), Stindl (58.) und Iashvili (90.). Nach Aussage Wolffs bot Becker jene Startformation auf, die er auch für das Wehen-Spiel im Kopf habe. Dies wären also Miller – Celozzi, Sebastian, Buck, Carnell – Engelhard, Mutzel – da Silva, Federico, Timm (Freis war erkältet) – Kennedy.
Als Alternative für Maik Franz hat der Verein laut Wolff übrigens zwei osteuropäische Kandidaten im Visier und hinsichtlich Stadionneubau tendiert Investor Newport nun doch zum Gleisdreieck, wobei zunächst weiterhin im Wildpark trainiert würde.
Im Gegensatz zu anderen Kommentatoren fällt der Trainingslagerrückblick von Andreas Eisinger (Wochenblatt) nicht ganz so zufriedenstellend aus. Neben den bekannten Punkten „Lagerkoller“ (Mutzel/ Kapllani), Nerven (Aduobe vs. Reinhard), Stürmer (Mbélé) und Verletzungen (Franz) zitiert er auch einen der 30 mitgereisten Fans, der während der KSC-Übungseinheiten auch einmal einen Blick über den Zaun auf die nebenan trainierenden Leverkusener riskiert hatte – und erschrocken war: „’Da merkt man, warum wir in der Bundesliga unten stehen’“.
Zudem engagiert sich das Wochenblatt für die Marketing-Abteilung des KSC und weist darauf hin, daß für das Pokalspiel gegen den SV Wehen noch eine Werbebande „in der ersten Reihe“ zu vermieten sei. Da muß aber die Verzweiflung groß sein…
Wie auch bei der sportlichen Leitung des Vereins – zumindest, wenn man der heutigen Sport-Bild Glauben schenkt. Denn wie immer in dieser Jahreszeit macht das Blatt auch dieses Mal dramatische Geschichten über die sich im Abstiegskampf befindlichen Mannschaften. In der Regel werden sorgenzerfurchte Kioskbesitzer und Geschäftsstellenmitarbeiter zitiert, die sich um ihre Existenz sorgen. Auch kommt es in dieser Zeitschrift vor, daß ganzen Regionen der wirtschaftliche Absturz auf das Niveau der Sahelzone prophezeit wird, sollte denn „ihr“ Fußballclub wirklich absteigen müssen. Heute ist der KSC dran, wobei sich der Autor Timo Prüfig dankenswerterweise darauf beschränkt, nur sportliche Konsequenzen aufzuzeigen. So zum Beispiel, welche Verträge am Saisonende auslaufen und welche im Abstiegsfalle Freigabeklauseln enthalten. So wären Markus Miller für ca. 500.000 Euro und Maik Franz im Sommer sogar für nur noch schlappe 300.000 Euro zu haben. Auch Massimilian Porcello könne „für einen niedrigen sechsstelligen Betrag“ auf dem Markt sein. Der Sport-Bild gegenüber habe er schon verlautbaren lassen, auf jeden Fall in der 1. Liga bleiben zu wollen. Sein Fazit: Im Sommer kann plötzlich fast die ganze Mannschaft weg sein.
Natürlich widmet sich Prüfig auch der Krankenakte von Maik Franz und schreibt hierzu sogar das Substantiellste, das man bislang lesen durfte: „’Das Trainingslager war ein Arbeitsversuch, der gescheitert ist’“, sagt KSC-Arzt Dr. Marcus Schweizer. (…) ’Bei dieser Verletzung gibt es keine Garantie. Was Fortschritte angeht, kann man nur von Monatsabständen reden’, (…). Der Knochen an der Ferse ist so lädiert, dass nur die Hülle heil ist – im Prinzip handelt es sich um einen Bruch. Das schwach durchblutete Gewebe regeneriert nur sehr langsam. ‚Wenn wir Maik ein halbes Jahr rausnehmen würden, wäre es kein Problem, aber in unserer Situation ist die Zielsetzung natürlich, dass er so schnell wie möglich wieder fit ist’, sagt Schweizer.“
Und schließlich ist durchgesickert, daß auch die Hamburger Wochenzeitung Die Zeit in ihrer morgen erscheinenden Ausgabe die Verletzung von Maik Franz und die hieraus folgenden Konsequenzen ausgiebig analysieren und hierfür die Rubrik „Dossier“ komplett freiräumen wird.
Okay, war ein Scherz.
Donnerstag, 22. Januar 2009
Gerhard Wolff (BNN) hat mit Antonio da Silva gesprochen, für den die Vorrundenpfiffe der Fans zwar „’abgehakt, wenngleich noch irgendwo im Hinterkopf ’“ präsent sind. Von seinem Positionswechsel („’da habe ich das Spiel vor mir, kann das eine oder andere Dribbling starten’“), sowie den Einbau Lars Stindls („’wir haben oft die Positionen gewechselt und gut kombiniert’“) habe er zwar profitieren können, doch erwarte er auch viel vom Zusammenspiel mit Giovanni Federico, der wie er selbst „’den Ball laufen lassen will’“.
Gut laufen wird auch die Rückrunde für den KSC, sofern man den Lesern des Kicker vetraut. In der großen Leserumfrage glauben nur 46,5% daran, daß der Verein einen der drei letzten Plätze belegen wird. Schwächer eingeschätzt werden hingegen Bielefeld (51,2%), Mönchengladbach (69,1%) und Cottbus (81,7%).
Gleich zwei Kicker-Redakteure beschäftigen sich mit Sebastian Freis. Der Köln-Experte Stephan von Nocks glaubt hinsichtlich eines Wechsels zum FC große Fortschritte erkannt zu haben und zitiert sogar das Umfeld, das die Verpflichtung ab dem Sommer bereits als „fix“ sieht. Freis soll sogar bereits bei einem Heimspiel der Kölner im Stadion gewesen sein. Karl-Heinz Förster, Freis’ Berater, dementiert jedoch weiterhin, daß es zu einer Einigung gekommen sei.
Uli Gerke hingegen dokumentiert die Karlsruher Sicht. Manager Rolf Dohmen ist unbeeindruckt und sagt, „’Sebastian weiß, was er am KSC und seinem Trainer hat’“ Auch ginge er generell von einer raschen Entscheidung aus.
Zur voraussichtlichen Aufstellung gegen Wehen bestätigt Gerke, daß Stefan Buck den Platz neben Tim Sebastian erhält. Auch Engelhardt gilt im defensiven Mittelfeld als gesetzt. Giovanni Federico ist nach anfänglichen Schwierigkeiten ins Rollen gekommen und seiner Teilaufgabe als Vorlagengeber bereits gerecht geworden. Nun fehlen ihm nur noch die Tore – „beim 5:0 gegen Aalen scheiterte er zweimal am Pfosten“.
Offensiv scheint nach Gerke vieles möglich zu sein – sogar Sebastian Freis als alleiniger Stoßstürmer oder im Duett mit Christian Timm. Trainer Becker:“’Christian macht auf sich aufmerksam. Er ist endlich verletzungsfrei, absolviert eine gute Vorbereitung, ist durch seine Dynamik und Schnelligkeit eine Alternative vorne oder auf der rechten Seite’“.
Der KSC II hat sich für die Rückrunde einen einstelligen Tabellenplatz zum Ziel gesetzt, wie Hans Bauer für den Kicker von Trainer Rainer Krieg erfuhr. Mit der Vorrunde habe man spielerisch zufrieden sein können, doch verhinderte die Chancenverwertung eine bessere Plazierung. Abhilfe schaffen soll Max Englert vom SV Sandhausen, wobei man offenbar noch weitere Kandidaten sichtet.
Freitag, 23. Januar 2009
Harald Linder (Kurier) hat starken Tobak gerochen. Im seinem „Sportkommentar“ attackiert er Stadt und Oberbürgermeister, die an den eigenständigen Aktivitäten des KSC betreffs Stadionneubau herummäkeln. Zu Recht betont jedoch Linder, daß diese Initiative ein wichtiger Bestandteil des Gemeinderatsbeschlusses vom 21. Oktober sei. Auch geht er darauf ein, daß die „Optimierungsvorschläge“ des Architekturbüros Speer & Partner noch immer nicht der Öffentlichkeit präsentiert werden konnten. Diese seien zwar schon im Rathaus eingetroffen, aber seitens der Stadt „wird erst einmal wieder geprüft, gerechnet und beraten und das weitere Vorgehen besprochen, ehe dann der KSC am Zug ist“.
Ergänzend faßt Linder den Standpunkt der Stadt noch in einem eigenen Beitrag zusammen. Fenrichs Aussage, bei der Geländefrage würde momentan vom KSC an den Eigentümern der betreffenden Grundstücke vorbeiagiert, stoße beim Verein auf Verwunderung. Sowohl mit Eignern in der Unteren Hub als auch mit der Bahn wäre dies geschehen. Raase habe diesbezüglich vor kurzem sogar ein persönliches Gespräch mit Hartmut Mehdorn geführt.
Doch zum Fußball: Interessiert ist der KSC sowohl an einem kroatischen als auch an einem rumänischen Verteidiger. Wenn es klappt, soll dieser sogar bereist morgen (23. Januar, 15 Uhr) im Test gegen den Club dabei sein. Favorit soll ein Sportsfreund von Dinamo Zagreb sein.
Und schließlich: Linders Formation für das Achtelfinale gegen Wehen sieht folgendermaßen aus: Miller – Celozzi, Sebastian, Buck, Eichner – Mutzel, Engelhard, Federico, da Silva – Freis und Kennedy.
Im Sportteil des Kuriers finden wir auch einen Beitrag über das zehnjährige Jubiläum der „Allsport Fußballschule Helmut Hermann“. Die Schule läuft gut, erzählt Hermann und ist stolz darauf, daß „die Namen einiger Teilnehmer schon jetzt in den Notizbüchern höherklassiger Vereine stehen“, so u.a. bei der TSG Hoffenheim, die sogar bereits zwei Spieler wegen eines Probetrainings angeschrieben habe.
Vom KSC, der vor Monaten unter scharfen Vorwürfen gegen seinen verdienten Ex-Stürmer eine eigene Fußballschule gegründet hat, hat er nichts gesagt.
Ach ja, auch in den BNN steht etwas über den KSC. Dieses Mal hat sich Gerhard Wolff Abwehrspieler Martin Stoll vorgenommen, der im Moment an Stefan Buck nicht vorbeikommt. Edmund Beckers Urteil über den Heidelberger fällt entsprechend ausgewogen aus – „’Er hat neben gestandenen Spielern wie Eggimann und Franz immer solide gespielt, hat aber wie Buck oder auch Sebastian Probleme, wenn ein solcher Akteur fehlt (…)’“. Aber immerhin, „’er arbeitet an sich, gibt alles und ist kein Stinkstiefel’“ lobt der Trainer den vorbildlichen Charakter des in der Hinrunde zehnmal Eingesetzten.
Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.
Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.



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