Sonntag, 11. Januar 2009

Während Michael Müller in Boulevard Baden hinsichtlich einer weiteren Verpflichtung noch im Dunkeln tappt und auf die Allgemeinplätze Manager Dohmens und Trainer Beckers verweist, weiß Harald Linder (Der Sonntag) schon wieder etwas mehr – der Kongolese Blaise Lelo Mbélé, zurzeit von Club L’Espérance Sportive (Tunesien) an Al Hilal (Saudi Arabien) ausgeliehen, soll im Trainingsbetrieb getestet werden. Marc André Kruska von Borussia Dortmund, der für den Sommer offenbar schon fest eingeplant war, wechselt hingegen für 750.000 Euro zum FC Brügge. Er wollte nicht so lange auf einen Vereinswechsel warten. Den BVB wird es freuen, wäre er doch am Saisonende ablösefrei gewesen.


Hinsichtlich des Gegentores im Test gegen Dnepropetrovsk gehen übrigens alle Berichterstatter konform, daß der Treffer Andrej Vorobeys auf einem Fehler Jeff Kornetzkys beruhte, der einen Ball nur abprallen lassen konnte. Dies gilt auch in der Beurteilung des bisherigen Auftretens der beiden Neuzugänge Engelhardt und Federico. Beide haben sich in der Mannschaft gut eingefunden und sind eifrig bei der Sache. Und während Federico im Testspiel noch recht unauffällig agierte, sei Engelhardts Auftritt „’sehr laufstark und kämpferisch’“ ausgefallen, wie Linder Rolf Dohmen zitiert.

Montag, 12. Januar 2009

Für seine Kolumne „Post aus Belek“ hat René Dankert (BNN) offensichtlich einen Beitrag für „Frau im Spiegel“ zur Zweitverwertung an sein Heimatblatt weitergereicht – er schreibt über die anstehende Geburt des Sohnes von Tim Sebastian.

Aber auch über den potentiellen Nachwuchs im Hause Becker weiß Dankert bestens bescheid. Mbélé, den Verantwortlichen bislang nur von Videoaufnahmen bekannt, würde bei Gefallen im Probetraining allenfalls ausgeliehen. Und versteht man den Autor richtig, dann könnte ein fortgesetzt schleppender Genesungsprozeß bei Maik Franz eine Verpflichtung des Stürmers sogar noch gänzlich verhindern, da man in diesem Falle eher einem weiteren Abwehrspieler den Vorzug geben würde.

Nach seinen Beobachtungen geht Dankert des weiteren davon aus, daß die Plätze im Team weitestgehend verteilt seien – im Tor Miller, davor Celozzi, Sebastian, Franz und Eichner; Engelhardt und Mutzel als Doppelsechs und vorne da Silva, Federico und Freis. Fraglich ist vor allem der Stoßstürmer, da sich sowohl Kennedy als auch  Kapllani nicht aufdrängen konnten.

Schließlich schickt Hans Falsehr (Badisches Tagblatt) eine zufriedene Bestandsaufnahme von KSC-Coach Becker nach Hause, der „’im Großen und Ganzen sehr zufrieden’” ist – “’hinsichtlich Umfang, Intensität und Inhalt konnten wir bisher alles durchziehen, was wir uns vorgenommen hatten’“.
Sorgen bereitet allerdings weiterhin Maik Franz, der „wegen seiner langwierigen Fersenverletzung nach hohen Belastungen immer wieder eine Trainingspause einlegen“ mußte und „entsprechend noch nicht so richtig fit“ sei. Zu Probestürmer Mbélé hat Falsehr übrigens noch die interessante Information, der jener bereits fünf A-Länderspiele für den Kongo bestritten hat.

Für den Kicker hat Uli Gerke ein großes und sehr gelungenes Interview mit Maik Franz geführt. Den Hauptgrund für die Misere sieht der Kapitän im Auftreten: „Wir müssen ekliger werden. Wir sind sehr brav. Wir brauchen nicht um uns zu treten, aber wir müssen uns mit allen Mitteln wehren. Wenn wir uns das bewusst machen, werden wir die nötigen Punkte holen.“ Auch die Transferpolitik der Verantwortlichen beurteilt er positiv, wenn er sagt, „es war schon schlau, Marco und Giovanni zu holen. Beide brauchen keine Eingewöhnungszeit. Auch Marco ist absolut positiv, gibt Gas. Von ihm bin ich positiv überrascht. Beide bringen uns ein paar Prozente. Die reichen vielleicht – wir haben ja nicht so schlecht gespielt.

In der großen Bundesliga-Umfrage des Kicker findet der KSC im zweiten Teil seine erste und letzte Erwähnung – für die Bundesligaprofis gilt er nach Borussia Mönchengladbach (129 Stimmen) und Energie Cottbus (136) als Direktabsteiger Nummer Drei (68).
Noch ein Blick auf  einen verlorenen Sohn – beim FC St. Pauli bringt es der sehr sympathische Ex-KSCler Carsten Rothenbach inzwischen auf 35 Spiele in Folge und gilt laut Lutz Wöckener als „Musterprofi“, der „als solider Innenverteidiger 2006 vom KSC zu den Braun-Weißen gewechselt“ war und sich „zu einem der besten Außenverteidiger der 2. Liga entwickelt“ hat.

Dienstag, 13. Januar 2009

Wir müssen den Belastungen des Trainingslagers mittlerweile Tribut zollen“ – sagte Trainer Becker dem Badischen Tagblatt (Autor td) und sprach damit die Ausfälle im Team an. Christian Eichner, Edmond Kapllani, Kapitän Maik Franz, Stefan Buck, Timo Staffeldt und Thomas Unger plagen nach den Belastungen der vergangenen Tage diverse Wehwechen, wobei der Trainer hofft, zumindest Franz im morgigen Testspiel gegen die Düsseldorfer Fortuna einsetzen zu können. Dabei sein soll auch der kongolesische Stürmer Lelo Mbélè, der bereits gestern nach Belek reiste.

Mbélè ist zwar nur 1,70 Meter groß und soll laut Becker bei seinem saudischen Klub „’Probleme’“ haben, besäße jedoch „’sehr gute Anlagen’“. Wie natürlich auch Lars Stindl, der trotz des routinierteren Giovanni Federico von Becker weiterhin seine Einsatzzeiten bekommen soll.

Laut René Dankert (BNN) möchte der KSC zur Zeit einzig Sebastian Freis unbedingt über diese Saison hinaus halten. Noch lägen die Vorstellungen der Beteiligten allerdings  auseinander und hätten sich auch andere Vereine gemeldet. Martin Stoll und Timo Staffeldt wollen den Verein lassen, bei Bradley Carnell, Jeff Kornetzky, Godfired Aduobe wartet der Verein weiterhin ab und hinsichtlich Giovanni Federico und Andreas Görlitz liegt es natürlich nicht nur am KSC, wohin am Saisonende die Reise der beiden gehen wird. Sicher scheint jedoch zu sein, daß Görlitz kein drittes Mal an den KSC verliehen werden wird.

In seiner „Post aus Belek“ schreibt Dankert einen gelungenen Beitrag über ein anderes türkisches Trainingslagerziel zahlreicher Vereine, das etwa 30 Kilometer entfernt von Belek liegt – Kundu.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Anhand der Presseberichte kann es trotz eines 3:1 kein Feuerwerk gewesen sein, das der KSC gegen den Drittligisten aus Düsseldorf zeigte. Zweimal Kapllani (62./ 75.) und Timm (87.) trafen, Iashvili verschoß einen Elfmeter. Trainer Becker sprach hernach von „’Sand im Getriebe’“ und daß man wesentlich besser spielen könne.  Momentan fehle wohl die geistige und körperliche Frische, wie Hans Falsehr (BT) schreibt.

KSC-Kapitän Franz gab ein 45-minütiges Comeback, ist allerdings noch nicht schmerzfrei. “Wir müssen nun abwarten, wie seine Ferse reagiert“, so Becker. Während der Autor den Kongolesen Mbélè, der  doch noch nicht in Belek eingetroffen war, weiterhin im Anflug und sogar beim morgigen Testspiel gegen den FC Ingolstadt wahrscheinlich in der Mannschaft sieht, weiß René Dankert (BNN) schon wesentlich genauer bescheid – der Angreifer hat inzwischen dem KSC kurzfristig abgesagt und war daher noch nicht einmal unterwegs ins Trainingslager der Badener. Aus dem Kreise der Verantwortlichen zitiert Dankert ein entrüstetes „’der soll bleiben wo der Pfeffer wächst’“….

Und in seiner heutigen „Post aus Belek“ treiben Dankert Gedanken über die Innenarchitektur des KSC-Hotels, insbesondere die Fahrstuhlanlage, um. Die verglaste Gerätschaft biete einen  guten Einblick, auf dem Weg in welche Ebene sich die darin befindlichen Personen denn befänden.
Giovanni Federico ist bei Jürgen Klopp in Dortmund bekanntlich nicht in einem oberen Stockwerk gelandet. Hierzu findet sich in einem Interview der Sport-Bild (Marco Fenske/Florian Scholz) folgender Dialog:
Sport-Bild: Apropos Klinsmann. Der hatte vor der Saison angekündigt, jeden Spieler besser zu machen. Ist Ihnen das beim BVB gelungen??
Klopp: Bei den meisten ja. Aber nicht bei allen, das muss ich zugeben.
Sport-Bild: Bei wem?
Klopp: Bei Giovanni Federico, der jetzt wieder beim KSC spielt. Wenn sich jemand nicht mehr gebraucht fühlt, ist es meistens schon zu spät.
In der heutigen Rheinpfalz steht von Felix Mescoli eine gelungene Rezension des KSC-Buches „Der Wildpark kocht“. Sie hebt sich in ihrer Unvoreingenommenheit wohltuend von den Werbe- und Jubelartikeln in den einschlägigen Karlsruher Publikationen angenehm ab und ist zudem noch ausgesprochen heiter verfaßt. Gleichwohl der Autor die „witzige Idee“ des „liebevoll gestalteten Buch(s)“ lobt, vermißt er bei der Lektüre „etwas mehr Fantasie bei der Rezeptauswahl“ und bedauert, daß aus dem Potential von so manchem KSC-Spieler (gerade auch internationaler Herkunft) nicht mehr herausgeholt worden ist – „ob Mama Iashvili ihren Filius im heimischen Tiflis tatsächlich mit Insalata Caprese abfüttert, anstatt ihn mit Chinkalis – einer Art herzhaft gefüllter georgischer Tortellini – zu verwöhnen (…) darf doch stark bezweifelt werden“. Selbst die Lieblingsspeisen von Amtsträgern des Vereins finden bei Mescoli keine Gnade – „wirft man unter diesen Gesichtspunkten einen Blick auf die Rezepte mancher Entscheidungsträger im Club kann einem schon flau im Magen werden: Ein Schokoladensoufflé (Präsident Hubert Raase) schmeckt zwar süß, besteht aber hauptsächlich aus heißer Luft“.  Die komplette Rezension finden Sie hier.

Auch wir haben in das Werk hineingeschaut und stimmen dem Rheinpfalz-Autor zu, daß man bei der Rezeptauswahl etwas kreativer sein und bei den Beteiligten noch Originelleres hätte herauskitzeln können. Zu „originell“ ist hingegen, daß man ausgerechnet „Willi Wildpark“ kannibalisiert und ihm als Lieblingsgericht „Wildschweinragout“ in die Schnauze legt. Geradezu frivol wird es allerdings bei der Lieblingsspeise des „Nackten Mannes“ – der „Stadionwurst de luxe“. Seien jetzt mal bitte ganz spontan und unbefangen – und schauen sich deren dem Buch entnommene Abbildung (Seite 85) einmal ganz in Ruhe an:
Zum Vergrößern auf's Bild klickenNa? Ja, genau! Sie müssen sich nicht schämen, denn genau nach dem, woran Sie jetzt denken, sieht das Ding tatsächlich aus.
Sie sehen, je nach Vorliebe und Geschmack können einem alleine schon bei der Betrachtung der Fotos allerlei Wässerchen im Mund zusammenlaufen und kann man auch in erotischer Hinsicht seine helle Freude haben. Fazit: Dieses Werk ist sein Geld (12.95 €) wert!

Donnerstag, 15. Januar 2009

So langsam scheint zur Gewißheit zu werden, daß Maik Franz bis zum Rückrundenbeginn nicht fit sein wird – und der KSC somit sein Augenmerk doch noch auf einen neuen Verteidiger legt, wie Uli Gerke im Kicker weiß. Um auf weitere Eventualitäten im Defensivverbund vorbereitet zu sein, hat Becker für hinten links die Alternativen Bradley Carnell und Stefano Celozzi im Kopf. Andreas Görlitz, der die guten Leistungen des jungen Neuzugangs, der ihn aus der Stammformation verdrängt hat, neidlos anerkennt, könnte hiervon wiederum profitieren. Ehrlich gibt er über seine Vorrunde zu, „’Das war nicht der Andreas Görlitz, den ich erwarte und den man erwarten kann’“.

Auch im Zeitlliga-Test ist wieder ein Ex-KSCler aufgetaucht – Christopher Reinhard, nun beim FC Ingolstadt,  „ersetzt nach Anlaufproblemen immer mehr Routinier Heiko Gerber auf der linken Abwehrseite“, analysiert Gottfried Sterner.

In den BNN gibt René Dankert das tägliche Gesundheits-Bulletin von Maik Franz heraus, das weiterhin alles offen läßt. Allerdings sollte man wohl nicht mehr mit einer rechtzeitigen Gesundung des Magdeburgers rechnen. Erhellendes gibt es aber zur Posse um Blaise Lelo Mbélé: „Nach der Darstellung des Agenten sei dem kongolesischen Stürmer von seinem derzeitigen Verein der Paß abgenommen worden und eine Kaution zu hinterlegen gewesen. Becker hat die Sache fürs erste abgehakt und ordnet sie als gängige Begleiterscheinung in der Branche ein, ‚wenn viele Leute ihre Finger im Spiel haben und mitverdienen wollen’“.

Dankerts heutige „Post aus Belek“ informiert über die golfspielenden Rainer Schütterle, Rolf Dohmen und Hubert Raase.

Ganz genau bescheid zu wissen scheint ein Leserbriefschreiber in den BNN. Der Sportsfreund zieht vom Leder – „Die ‚Scouts’ (früher nannte man sie Spielerbeobachter) des KSC haben jetzt den Nachweis dafür erbracht, dass sie jeden Euro wert sind, der (…) ihnen vom Verein bezahlt wird. Wer in der Lage ist, die Leistungen von Spielern zu erkennen, die monatelang auf der Reservebank oder gar nur auf der Tribüne sitzen, muss schon über überirdische Fähigkeiten verfügen. Zumindest aber über solche, die den ‚Scouts’ aller anderen Bundesligavereine überlegen sind.“ Wir sind davon überzeugt, daß in den vergangenen Jahrzehnten Hunderttausende Stadiongänger des KSC den Verfasser kennen – in der Regel steht er leicht versetzt hinter, vor oder neben ihnen und läßt die Wut über seinen Lebensfrust und sein keifend zu Hause sitzendes,  „Ehefrau“ genanntes sowie zweieinhalb Zentner schweres Elend bevorzugt im Wildparkstadion aus. Keiner mag ihn.

Reichlich KSC gibt es wieder von der führenden Karlsruher Sportredaktion, von Harald Linder und seinem Kurier. Als Ergänzung für die Abwehr hofft man beim KSC weiterhin vorzeitig auf Christoph Janker von der TSG Hoffenheim. Dessen Vertrag läuft zwar im Sommer aus, doch sollten die Kraichgauer Ivan Marcano von Racing Santander verpflichten können, bestünde wohl die Chance, Janker noch in der Winterpause zu bekommen.
In seinem „Sport-Kommentar“ greift Linder den Fall Mbélé auf und bestätigt, daß der Kongolese, der inzwischen für drei Jahre beim saudischen Verein Al Hilal Riad unterschrieben hat, wohl Opfer und Spielball seiner Berater gewesen war. Angesichts der unterstellten Potenz seines neuen Klubs darf man aber davon ausgehen, daß sich zumindest sein wirtschaftlicher Schaden in Grenzen hält.

Nike wird wohl neuer Wäschelieferant des KSC, „nachdem offenbar die wesentlichen Hinderungsgründe für einen Ausrüsterwechsel vom Tisch sind“, weiß Harald Linder. Jako habe zwar ein nahezu gleichwertiges Angebot gemacht, doch sei „die Marke Nike vor allem für junge Käuferschichten attraktiver“, heiße es aus dem Wildpark. Und selbst die Profis sollen dafür sein. Der neue Vertrag habe eine Laufzeit von drei Jahren, beinhalte eine Garantiesumme von jährlich 200.000 € zuzüglich eines Warenwertes von 500.000 €  (1. Liga) oder 400.000 € (2. Liga). Zudem käme eine zehnprozentige Beteiligung an jedem verkauften Trikot hinzu. Sogar Erfolgsprämien gäbe es, wie etwa 50.000 €  für einen DFB-Pokalsieg. Mein Gott, wenn das ein Seppl Klimesch noch hätte erleben dürfen…

Hinsichtlich der Fortsetzung des Trikot-Sponsorings hält sich die EnBW mit einer Entscheidung noch zurück und sieht Linder den KSC somit ein wenig in Zugzwang, da der Verein bis März seine Lizenzierungsunterlagen abgeben und hierbei die zu erwartenden Einnahmen angeben muß. Zu übertreffen sind übrigens 1,6 Millionen Euro.

Schließlich ist für Stürmer Matthias Fetsch von den KSC-Amateuren dessen Zeit im Wildpark offenbar beendet – hierfür ist er bei 1860 München II im Gespräch.

Freitag, 16. Januar 2009

Mit „Unfeinheiten vor der Abreise“ ist der heutige Beitrag René Dankerts (BNN) aus Belek sehr dezent umschrieben. Denn während des gestrigen Testspiels gegen den FC Ingolstadt (0:2) muß sich Skandalöses zugetragen haben. Godfried Aduobe hat sich einige überharte Aktionen erlaubt, die „wohl die Antwort des Ghanaers auf den Konkurrenzkampf ist“  – zum Opfer wurde Christopher Reinhardt, den er offenbar regelrecht vom Platz getreten hatte. Eine exakte Diagnose steht noch aus, doch wird eine ernsthafte Verletzung am Sprunggelenk befürchtet. Doch nicht nur das ist passiert – Edmond Kapllani hat sich zudem mit Michael Mutzel gefetzt: „Der KSC-Angreifer hatte nach 16 Minuten seinen Trainer dazu bewogen, ihn vom Feld zu nehmen und Sebastian Freis einzuwechseln. Der Albaner hatte seinen Mitspieler Mutzel nach einer mißlungenen Aktion angeherrscht, er möge ‚endlich die Fresse halten’. Später (…) ging der Kleinkrieg weiter. Man drohte sich Prügel an.“ Und Mutzel lieferte sich gemeinsam mit Andreas Görlitz auch noch „aggressive Zweikämpfe und Wortgefechte“ mit dem Ingolstädter Jaime Braganca. Dankert glaubt, daß die heutige Abreise „dem Ausbruch eines Lagerkollers zuvorkommt“. Das Spiel selbst war vom KSC übrigens sehr schwach geführt worden.

In der heutigen „Post aus Belek“ gibt Dankert hübsche Einblicke in das Seelenleben des Touristenortes Belek.

Für Hans Falsehr vom Badischen Tagblatt hat das Testspiel gegen Ingolstadt offenbar ohne jegliche besonderen Vorkommnisse stattgefunden. “’Meine Spieler hatten müde Beine und einen müden Kopf und haben sehr viele Fehler gemacht’“, zitiert er Trainer Becker. Des weiteren werden die Torschützen und die bisherigen Testergebnisse aufgeführt, ebenso wie der Fahrplan bis zum Rückrundenbeginn.

In der Bild hingegen glaubt man eine andere Baustelle gefunden zu haben. Da auch der SV Werder in Belek weilt, wollten sich gestern – nach Darstellung von Björn Gerteis und Marcus Balczuweit – offenbar Christian Eichner und der Brasilianer Diego zwecks Versöhnung treffen und aussprechen. „Doch am Mittag ließen die KSC-Bosse den Termin platzen. KSC-Sprecher Jörg Bock: „’Leider kann es nicht zu dem Treffen kommen’. Seine Begründung: ’Das Thema ist schon längst abgehakt…’ BILD meint: Die Karlsruher haben die gute Chance verpaßt, in der rauhen Fußball-Welt mit einer sportlichen und sehr fairen Geste ein positives Zeichen zu setzen.“ Nun, aus Erfahrung heraus sollte man gegenüber der Darstellung der Bild-Zeitung sehr skeptisch sein.

Samstag,17. Januar 2009

Der KSC ist zurück aus Belek und René Dankert (BNN) zieht ein kleines Fazit. Der KSC wird sich bis zum Transferschluß am 31. Januar um eine Alternative für Maik Franz bemühen, im defensiven Mittelfeld haben Marco Engelhardt und Michael Mutzel die Nase vorn, Federico hat Fitneßrückstände, es „fehlt noch die reibungslose Verzahnung mit der Offensive“ und „die Torausbeute blieb so fortgesetzt ein Manko“. Im Angriff schließlich hat Christian Timm „noch am meisten Eindruck hinterlassen“.

Die Spannungen zwischen Mutzel und Kapllani sowie Godfried Aduobes wüstes Foul handelt er sehr knapp unter der Umschreibung, „dass einige KSC-Profis der Enge eines Trainingslagers längst überflüssig waren“ ab. Hinsichtlich „Aduobes wüstem Foul“ findet sich noch das Ergebnis der indiskutablen Aktion. Der in seiner Zeit beim KSC von Verletzungen geplagte und sich in Ingolstadt bis zum Foul auf dem Sprung befindende Christopher Reinhard hat einen Knöchelbruch erlitten. Die BNN zitieren den Ex-KSCler: „’Ich kann das nicht verstehen. Das war ein unnötiges Einsteigen, weit weg vom Tor.’

Nicht nur deshalb erscheint für alle Beobachter aus der Heimat Dankerts Beurteilung im samstäglichen Kommentar „Wort zum Sport“ als etwas zu milde: „Sieht man vom vergeblichen Warten auf Stürmer Mbélé und den Ausrastern beim Testspiel gegen Ingolstadt ab, verlief das Trainingslager des Karlsruher SC erfreulich geräuschlos. Zumindest mussten keine Hiobsbotschaften in die Heimat übermittelt werden.

Sein daheimgebliebener Redaktionskollege Gerhard Wolff widmet sich derweil mit einer halben Seite dem SC Fortuna Köln und dem Projekt „deinfussballclub.de“. Jens Nowotny, von den Rheinländern als sportlicher Berater verpflichtet, erläutert hierbei in einem Interview seine Aufgabenstellung in dieser Funktion: „Alle Themen, die für die Community wichtig sind und zur Abstimmung stehen, beleuchte ich möglichst von allen Seiten. Ich weise auf Probleme, Risiken und Chancen hin und werde aus meiner eigenen Profi-Erfahrung heraus Konsequenzen zur Diskussion stehender Varianten darlegen. Etwa, dass man eben den einen oder anderen Spieler eben nicht bekommt, wenn Gehälter offen gelegt werden müssen.

Auch für das Badische Tagblatt scheint beim KSC alles in Ordnung zu sein und beschränkt man sich dort heute auf einen kleinen Agentur-Beitrag von dpa, der leider all zu sehr an der Oberfläche bleibt – „Am Ende der Tage von Belek seien viele Spieler erschöpft gewesen. Einen Test gegen Zweitligist FC Ingolstadt hatte der KSC mit 0:2 verloren (wir berichteten). ‚Da haben mir Kampf und Bereitschaft gefehlt. Selbst wenn man müde ist, muss man versuchen, gute Leistungen zu bringen’, befand der Trainer. Von der Kritik nahm Becker allerdings Youngster Stefano Celozzi aus. ‚Er ist in einer hervorragenden körperlichen Verfassung und macht immer mehr auf sich aufmerksam’, lobte der Coach den Linksverteidiger. Positiv sei die Integration der Rückkehrer Giovanni Federico und Marco Engelhardt verlaufen. ‚Es waren keine neuen Spieler. Insofern war es einfacher, die Jungs in der Mannschaft unterzubringen’, erklärte Becker.

Sonntag, 18. Januar 2009

Sowohl im Boulevard Baden (Michael Müller) als auch in Der Sonntag (Harald Linder) gilt Mario Eggimann als mögliche Verstärkung für den KSC. Allerdings sei nur eine Ausliehe wahrscheinlich. Zudem bringt Linder Christian Eichner als mögliche Variante ins Spiel, um gegebenenfalls in der Innenverteidigung auszuhelfen. Seine Kopfballschwäche könnte hierbei mit seiner Schnelligkeit kompensiert werden. Merkwürdig ist, daß bei beiden Autoren die Disziplinlosigkeiten von Michael Mutzel und Edmond Kapllani ebensowenig Erwähnung finden wie das Foul Godfried Aduobes am Ingolstädter Reinhart. Es mag zwar sein, daß von Seiten des Vereins kein Interesse daran besteht, diesen Angelegenheiten in der Öffentlichkeit eine zu große Bedeutung beizumessen – allerdings sollte dies nicht bedeuten, daß sie für und in der Presse überhaupt nicht stattgefunden haben.

Um so detaillierter geht Linder auf das Thema „Hauptsponsor“ ein. Der KSC generiert mit seinen 1,6 Millionen € über den Haupt- und Trikotsponsor die geringsten Einnahmen der Bundesliga, selbst Energie Cottbus erzielt mit 2,5 Millionen einen deutlich höheren Betrag. Pech war, daß der KSC im Gegensatz zu EnBW vertraglich kein Kündigungsrecht verankert hatte und sich heute ohne den Rückenwind des Aufstieges und einer imponierenden Premierensaison auf die Suche begeben muß, befindet Linder.


Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.

Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.


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