Die kleine Presseschau vom 19.12.2008 – 22.12.2008
Geschrieben von Matthias Dreisigacker in Presseschau - 399 KlicksFreitag, 19. Dezember 2008
Gerhardt Wolf (BNN) besuchte Rolf Dohmen auf der verwaisten Geschäftsstelle und versuchte, ihm Konkretes über seine Transferbemühungen zu entlocken. Allerdings vergeblich. Zwar bekäme der Manager täglich „ ‚mindestens 50 Spieler angeboten’“, doch ist bislang noch nicht einmal die Ausleihe Giovanni Federicos definitiv vollzogen – es gälte, „nur noch letzte, finanzielle Modalitäten des Leihgeschäfts mit Borussia Dortmund zu klären.“ Ansonsten werden Spieler wie Marek Mintal oder Theofanis Gekas als schlicht nicht finanzierbar eingeordnet oder erhält Toni Kroos von den Bayern in der Winterpause keine Freigabe. Neben vielen anderen, nicht genannten Spielern scheint weiterhin Marco Engelhardt in der Verlosung zu sein. Zwei Spieler sollen in jedem Fall geholt werden, und ein Dritter im Falle weiterer Schwierigkeiten im Genesungsprozeß von Maik Franz.
Im Ettlinger Lokalteil der BNN wird über die letzte Sitzung des Gemeinderats im Jahr 2008 berichtet. Und offenbar war man dort nicht in jener für diese Jahreszeit milden Stimmung, als es um die Präsenz eines der Gemeinderäte im zu Ende gehenden Kalenderjahr ging: „Einmal mehr unbesetzt blieb am Mittwochabend der Platz von Winfried Schäfer im Bürgersaal des Ettlinger Rathauses. Auch zur letzten Sitzung des Gemeinderats mit dem Thema Haushalt erschien der Stadtrat von ‚Für Ettlingen’ nicht, sondern ließ sich aufgrund beruflicher Verpflichtung (am Arabischen Golf) entschuldigen. Insgesamt hat „Winnie Wahnsinn“ nur an zwei von insgesamt 14 Sitzungen teilgenommen – was die „mit Abstand schlechteste Präsenz im Gremium“ bedeutet. Ebenso fehlte er im Sportausschuß, in den er sich hatte wählen lasen. Nun scheint der Groll groß zu sein, zumal Schäfer auch in den vergangenen Jahren ein eher defensive Teilnahmebilanz vorzuweisen hat: Im Jahr 2007 hatte er sich viermal (bei 13 Sitzungen) und 2006 gar elfmal (bei 14 Sitzungen) entschuldigen lassen. Und Oberbürgermeisterin Gabriela Büssemaker wetterte zusätzlich darüber, daß der Fußballtrainer in den viereinhalb Jahren seit der Kommunalwahl auch seinem Amt als ehrenamtlicher Stellvertreter derselben nur sehr ungenügend nachgekommen sei.
Im Kurier schlendert Harald Linder ganz gemütlich in die Winterpause und füllt seine Sport-Seite mit der Variation eines alten Beitrages aus Der Sonntag (14.12.2008, „Das ‚verflixte zweite Jahr’ ist nur ein Mythos“) und den bereits im Wochenblatt (17.12.2008) veröffentlichen Interviewpassagen mit Trainer Becker auf. Im Sportkommentar bezeichnet er es als „ein kleines Wunder“, daß der KSC nach Abschluß der Vorrunde nicht auf dem Relegationsplatz überwintert und formuliert seine Hoffnungen auf eine erfolgreichere Rückrunde: „Wenn dann die Stürmer wieder das Tor treffen würden, das Mittelfeld nicht die entscheidenden Zweikämpfe verliert, die Abwehr so verteidigt, wie dies sein sollte und auch das Tor tatsächlich gehütet wird – dann, ja dann könnte es mit dem Nichtsabstieg tatsächlich doch noch klappen.“ Fußball ist demnach wirklich ein einfaches Spiel.
Samstag, 20. Dezember 2008
„Zurück in die Zukunft“ titeln die BNN (Gerhard Wolff) über die Rückkehr Giovanni Federicos und Marco Engelhardts. Federico wird ausgeliehen (kostenlos?), Engelhardt kostet rund 150.000 Euro – wobei sich der Betrag je nach Tabellenplatz aber noch erhöhen kann.
Auch vom Badischen Tagblatt (Autorenkürzel pepu) werden die beiden freudig begrüßt: “Doppelte Verstärkung im Abstiegskampf.“ Zwar verortet der Autor Federicos Heimat im rheinischen Hilden (bei Düsseldorf) statt im westfälischen Hagen, doch weiß er im Gegensatz zu den BNN vorgeblich zumindest mehr über die Modalitäten des Leihgeschäftes – so daß „Federicos Gehaltsvorstellungen (…) ohne größere Probleme berücksichtigt“ werden konnten. Der KSC soll sich eine Kaufoption zusichern haben lassen und könne ihn im Sommer für eine festgeschriebene Ablösesumme („man munkelt von 500 000 Euro“) endgültig verpflichten.
Bezüglich Marco Engelhardt steht des weiteren im BT, daß der KSC für diesen stets eine „Herzensangelegenheit“ war, obwohl er noch vor drei Wochen seinen Vertrag beim Club verlängert habe. Auch wird Kapitän Maik Franz zitiert: „ Ich kenne Engelhardt nicht persönlich, aber er hat Erfahrung, ist immerhin Nationalspieler. Vor allem: Er kann dazwischen hauen, ist ein Kämpfer. Engel kann auch eklig sein und das brauchen wir. Giovanni hat bewiesen, dass er Qualitäten im Torabschluss hat – und da hat es bei uns gehapert. Jetzt bin ich absolut vom Klassenerhalt überzeugt.”
Sonntag, 21. Dezember 2008
Auch im Sonntag werden die Neuverpflichtungen des KSC natürlich ausreichend gewürdigt. Laut Harald Linder erhofft sich Trainer Becker von Giovanni Federico dessen „im Aufstiegsjahr gezeigte Torgefährlichkeit“ nun auch für den Abstiegskampf und von Marco Engelhardt „eine Stabilisierung im defensiven Mittelfeld.“ Im Falle des Ex-Nürnbergers läßt Linder allerdings auffälligerweise mit dem Stilmittel „Fans“ („Die Meinung, daß ‚Engel’ immer noch zu diese Kämpfernatur ist und damit genau die Tugenden verkörpert, die im Abstiegskampf gebraucht werden, wird allerdings nicht von allen KSC-Fans geteilt. Während der Wechsel von Federico überwiegend positiv gesehen wird, ist im Falle Engelhardts (…) doch etwas Skepsis zu spüren“) durchblicken, daß er mit dessen Verpflichtung nicht ganz so zufrieden ist.
Im Sonntag gibt es übrigens ebenfalls keine Informationen über Leihgebühr und Gehalt Federicos. Aber immerhin, hier ist Engelhardt nur noch 125.000 Euro teuer. Wie teuer Abwehrspieler Christoph Janker (TSG Hoffenheim) würde, an dem der KSC interessiert sein soll, ist nicht bekannt. Zumal ihn die Kraichgauer dem Vernehmen Linders nach noch nicht gehen lassen wollen. Aus dem Spiel zu sein scheint schließlich Michael Jakobsen von Aalborg BK, der dort einen neuen Vertrag unterzeichnet habe. Beobachtet worden war er zuvor von KSC-Scout Ove Flindt.
Zwar weiß Boulevard Baden auch nichts hilfreich Ergänzendes zu den Transfermodalitäten, aber Bert Langbehn hat einen informativen Blick auf die Karriere Engelhardts geworfen, ohne sich wie andernorts sklavisch an den Informationen der Pressemitteilung des KSC zu orientieren. Darüber hinaus hat er noch die Gelegenheit genutzt, den Trainer kurz vor Antritt dessen kleinen Winterurlaubs zu einem Gespräch zu bitten.
Becker bestätigt, mit größeren Erwartungen in die Runde gegangen zu sein. Daß sich somit der Rückblick auf das Jahr 2009 – trotz Klassenerhalt, fortschreitender wirtschaftlicher Konsolidierung und Überwinterns im DFB-Pokal – daher nicht ganz so freundlich gestaltet, „hängt oft auch an Kleinigkeiten und diese machen dann fünf, sechs Punkte aus und das entscheidet, wie die Sichtweise ist“, gibt der Reichenbacher zu. Zu diesen Kleinigkeiten zählt für ihn, daß noch in der vergangenen Spielzeit Siege geholt wurden, „die wir dieses Jahr von den Spielanteilen ähnlich bestritten und dann verloren haben. Lettes Jahr gab’s eine positive Eigendynamik, dieses Jahr eine negative.“ Wie schon in diversen Interviews zuvor gesteht er ein, in Personalfragen nicht immer richtig gelegen zu haben und bisweilen sogar das Setzen eines Zeichen versäumt zu haben: „Auch hätte man, wenn einer nicht gut drauf ist, durchaus schon der ersten Halbzeit wechseln sollen, (…). Da hätten wir entschlossener und früher reagieren können.“
Sein Blick nach Hoffenheim ist von Respekt geprägt. Natürlich seien die finanziellen Mittel bei der TSG größer, „aber man muß diese Mittel auch einsetzen und nutzen, um sie zum Erfolg zu führen”. Und: „Der absolut wichtigste Punkt ist, der gilt ach bei uns, (…), ist die Auswahl der Spieler. Da haben sie ein sehr gutes Scouting-System, davon profitieren sie jetzt.“
Montag, 22. Dezember 2008
Für die BNN scheinen die Verpflichtungen Federicos und Engelhardts bereits Geschichte zu sein, da man im großen Montagssportteil nichts über die beiden findet. Dafür berichtet Edgar Grünvogel dankenswerterweise ausführlich über das samstägliche Spiel des KSC II gegen Darmstadt 98 (0:2). Laut Grünvogel kam neben der unnötigen Niederlage bei Trainer Rainer Krieg auch „noch der Ärger über den Verzicht auf Lars Stindl“ hinzu. Denn jener mußte zwecks von der Profiabteilung angeordneter Schonung auf der Tribüne Platz nehmen. Fnan Tewelde schließlich wird den KSC verlassen und sich entweder dem SV Sandhausen anschließen oder zur Frankfurter Eintracht zurückkehren.
Der Einzelhandel ist laut BNN mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden. Dazu beigetragen hat offenbar in den Fachgeschäften der Verkauf von Fan-Artikeln des KSC („(…)verkaufen sich die Trikots, Schals und Mützen in diesem Jahr wie warme Semmeln“), die noch begehrter als jene des FC Bayern sein sollen. Wow! Nur gut für den KSC und die Bayern, daß laut BNN die Devotionalien von „1899 Hoffenheim“ in Karlsruhe bereits weitestgehend ausverkauft sein sollen…
Daß Marco Engelhardt vielleicht doch nicht so ein Schnäppchen gewesen sein könnte, kann man aus dem Kicker folgern. Denn dort taxiert Uli Gerke den Transfer schon auf rund 250.000 Euro. Hierfür kann der Thüringer laut Manager Rolf Dohmen aber „auf verschiedenen Positionen spielen“ und bringt er „fußballerische Qualität ein. Vor allem aber ist er ein Typ, der die Ärmel hochkrempelt und auf dem Platz Initiative ergreift.“
Gerke mutmaßt, daß besonders Edmond Kapllani von Federico würde profitieren können und erinnert an die Treffsicherheit des Albaners aus gemeinsamen Zweitligazeiten. Ein klein wenig mehr Licht ins Dunkel der Transfervereinbarung mit Borussia Dortmund kann der Kicker auch geben: Federicos Leihgebühr beträgt 100.000 Euro.
Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.
Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.



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danke für die presseschau!
bin dafür, dass die 18,99€-traditionsfanartikel bereits aufm weg in die läden vom laster fallen. nicht nur ich wüsste dann was man dann damit macht.