Gefunden und gelesen – die kleine KSC-Presseschau [Update]
Geschrieben von Matthias Dreisigacker in Presseschau - 297 KlicksDas Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.
Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.
Samstag, 15. November 2008
Zum Start ins Wochenende konnten die BNN mit einer überraschenden Entdeckung in der der Karlsruher Fußballgeschichte aufwarten. Im Rahmen eines Artikels über die Entstehung des Wildparkstadions rollte Autor Michael Nückel auch die Fusionsgeschichte des KSC auf und warf einen bis heute nicht bekannten „KLV“ in die Runde, der sich einstmals den Fusionsverhandlungen zwischen Phönix und VfB Mühlburg verweigert haben soll. Die Auflösung dieser Sensation ist denkbar einfach – der Autor meinte gewiß den Altmeister Karlsruher FV (KFV) und wurde somit Opfer des berüchtigten Fehlerteufels. Die HELDEN! kennen die Heimtücke dieses umtriebigen Gesellen nur zu gut und haben vollstes Verständnis für Herrn Nückel.
Sonntag, 16. November 2008
Man liest und staunt! Matthias Wolf von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) hat in einer sich tatsächlich auf Zweitliganiveau vollziehenden Auseinandersetzung zwischen Energie Cottbus und dem KSC „eine unterhaltsame Partie“, ja „ein flottes Spiel mit vielen Offensivaktionen auf beiden Seiten“ entdecken können.
Ebenfalls sehr milde widmet sich Der Sonntag den Kontrahenten des Vortages. In Vertretung von Harald Linder, der sich, wie donnerstags im Kurier angekündigt, die Fahrt in die Lausitz ersparte, attestierte David Ruf in der ersten Halbzeit beiden Mannschaften, „harmlos und unentschlossen“ agiert zu haben. Mißverständlich ist seine isolierte Feststellung, daß der KSC „aus 62 Prozent Ballbesitz und einigen Großchancen kein Kapital schlagen konnte.“ Suggeriert sie doch den Karlsruhern eine Präsenz im Spiel, wie sie schlicht nicht vorhanden war.
Ebenso im Sonntag widmet sich Harald Linder seinem Lieblingsthema, der Stadionfrage. Leider ist dem Interview mit Ingo Wellenreuther nichts Neues zu entlocken, sodaß dem Beitrag nur ein seitenfüllender Sinn zukommt. Inzwischen drängt sich die Vermutung auf, daß sich der Routinier des Karlsruher Sport-Journalismus an diesem Thema vor allem deshalb abarbeitet, um eine Beschäftigung mit den sportlichen und administrativen Gegebenheiten beim KSC elegant zu umdribbeln – ohne wiederum hierbei seine Stellung des bissigen und unabhängigen Chronisten Karlsruher Fußballgeschehens in Frage zu stellen. Wenn dem so ist, so wäre es bedauerlich.
Michael Müller von Boulevard Baden wiederum erinnert daran, daß der KSC eigentlich nicht schon wieder Aufbauarbeit für einen angeschlagenen Gegner leisten wollte und moniert, „wie schon so oft in dieser Saison haben die Blau-Weißen diese Mission in der Schlußphase vergeigt.“ Fatalistisch sein Urteil: „Am Freitag kommt Dortmund – nach dem 4:0 des BVB gegen Frankfurt kann es einem Angst und Bange werden.“
Montag, 17. November 2008
Erstaunlich mutig kommentiert René Dankert in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) die unverminderte Talfahrt des KSC und formuliert sachte Kritik an Trainer Edmund Becker, die über die üblichen Belanglosigkeiten hinausgeht. Zu Recht schreibt er, daß Becker „bei seiner Arbeit in der Fußball-Bundesliga an einem Punkt angelangt (ist), an dem Prinzipientreue mit Sturheit verwechselt werden könnte.“ Er schließt mit der Empfehlung: „Der KSC benötigt schnelle Hilfe – vom Spielermarkt im Winter und davor noch von der Trainerbank in Form klarer Signale, die den Zeichen der Zeit gerecht werden.“
Üblicherweise setzt die Sportredaktion dem heutigen Aktualitätsverlust gegenüber Internet und diversen Sonntagszeitungen nur wenig entgegen. Reichlich werden in der Regel überflüssige und nichtssagende Spielerstimmen zusammengetragen und wertvoller Platz für einen selten gehaltvollen Spielervergleich vergeudet. Ebenso wenig finden sich fundierte Spiel- und Spieleranalysen sowie Hintergrunderläuterungen im Blatt. Wie man sich mit dieser geballten Oberflächlichkeit im Medien- und Meinungsmarkt positionieren möchte, bleibt schleierhaft.
Mit der Kritik an Joshua Kennedy wird heute diese Linie aber auch erst dann verlassen, nachdem sich Trainer Becker hinsichtlich seines Festhaltens an Joshua Kennedy selbst zu hinterfragen beginnt. Weitere Erläuterungen zu den eklatanten Schwächen der samstäglichen Vorstellung bleiben hingegen zu farblos. Auch wünschte man sich, daß sich die BNN nicht auf das schlichte Referieren von Spieler- und Traineraussagen beschränkt, sondern sie auch fundiert hinterfragt.
In dieser Hinsicht geht Karl Koslowski vom Badischen Tagblatt aus Baden-Baden einen entscheidenden Schritt weiter, wenn er sich zu Beckers Entscheidungen fragt: „Womöglich hatte auch er selbst ein unentschlossenes Signal gegeben, indem er nach einer Stunde Spielzeit einen Mittelfeldspieler (Christian Timm) für Angreifer Joshua Kennedy eingewechselt und es nicht gewagt hatte, eine Doppelspitze zu bilden.“ Und sein Kollege Frank Ketterer schreibt in seinem Kommentar, „46 Spieltage lang rangierte der nach wie vor minderbemittelte Sportclub auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Wer unter den KSC-Fans das als Selbstverständlichkeit verstanden hat, war schon immer mächtig schief gewickelt.“ Wobei seine Reduktion auf die fehlende Finanzkraft eben auch nur eine Seite der sportlichen Situation erfassen kann. Sein resigniertes „Es gibt nicht wirklich Schuldige an der aktuellen Misere“ dürfte daher ebenso zu kurz greifen, wie sein gutmütiges Attestieren „eine(r) vorübergehende(n) Formschwäche, wie sie ein Teil der KSC-Belegschaft derzeit durchmacht (…)“
„Der Anfang vom Ende?“ Diese Frage stellt Uli Gercke im Kicker. Folgt man seiner Aufzählung von Negativ-Punkten in der KSC-Bilanz, so deutet vieles auf diesen Schluß hin. Erstaunlich ist, daß Leistung, Ergebnis und die tabellarische Folge des Cottbus-Spiels für so manchen KSC-Verantwortlichen offenbar so überraschend wie der altbekannte Blitz aus heiterem Himmel gekommen zu sein scheinen. Wie anders ist die Aussage von Trainer Becker, „Jetzt weiß jeder, was die Stunde geschlagen hat!“, auch zu interpretieren. Denn das Problem ist das kleine Wörtchen „jetzt“, dem gedanklich viele Beobachter der vergangenen Monate spontan ein „erst“ voranstellen dürften.
Das Interesse am KSC boomt nach wie vor, und noch nie wurde so viel über den Verein geschrieben wie heute. Dadurch mag es bisweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Da wir nun zwangsläufig sehr viel lesen und uns hierbei so manch Bemerkenswertes in die Hände fällt, möchten wir hierüber an dieser Stelle künftig allen KSC-Freunden – vor allem jenen, die nicht im Raum Karlsruhe leben – eine kleine Übersicht verschaffen.
Natürlich wird in dieser Rubrik kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben (wer z.B. möchte schon täglich die BILD lesen, geschweige denn kaufen?). Doch hoffen wir, mit lockerer und – selbstverständlich! – subjektiver Kommentierung den Wust ein wenig lichten zu können.























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Als alter Dangerfreak und Heldenmagazin-Abonnent meinen herzlichen Dank für diese Presseschau! Ermöglicht sie mir doch von hier oben einen kurzen Überblick über das Geschehen in Karlsruh´. Merci, sehr gelungen und weiter so! Wann kommt mein neues Magazin bzw. wie lange gilt eigentlich noch mein Abo?? Damit ich notfalls verlängern kann!
Viele Grüße aus dem Rheinland
Markus Götz
Find ich auch sehr gelungen. Hoff. gibts jetzt hier täglich was nachzulesen…
Grüße
@Markus: Ich habe mal Deine vollständige Adresse aus dem Kommentar gelöscht – bevor Dir noch jemand Werbung für 18,99€ Dauerkarten oder ähnlich Schlimmes schickt …
Du wirst aber trotzdem Bescheid bekommen wg. Deinem Abo.
@Mehmet: Täglich wäre vielleicht etwas viel (Quantität und Qualität …), aber ich werde die Jungs ein bißerl scheuchen
Grüße, der Admin
herzlichen glückwunsch zum gelungenen auftakt!
In der Tat ganz großes Kino!
Super gemacht – Danke, Matthias und co.!!!