Archiv für Oktober 2008

Es hätte alles so schön sein können. Erfolgserlebnisse in Frankfurt und Mönchengladbach vorausgesetzt, hätte sich der KSC deutlich von den Abstiegsrängen absetzen und sich einen ungemütlichen Herbst ersparen können. Denn die Gefahr ist immer groß, daß ein nach außen hin intakt erscheinendes Mannschaftsgebilde unter dem Druck sportlicher Negativerlebnisse in sich zusammenfällt. Mit jedem Fehler, der Punkte, sportliches Renommee und somit auch Geld kostet, könnte teamintern gewiß deutlicher darauf geschaut werden, wer den Mißerfolg zu verantworten hat. Da die Mannschaft in ihrer jetzigen Zusammensetzung nur eine stete Weiterentwicklung zu verzeichnen hatte und von größeren Krisen bislang verschont geblieben war, wäre sie zum ersten Male mit einer solchen Herausforderung konfrontiert. Daher wäre es durchaus hilfreich gewesen, wenn man sich durch erfolgreiche Auswärtsauftritte abseits der Abstiegszone hätte etablieren können.

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Am vergangenen Samstag gastierte der FC Bayern München im Karlsruher Wildparkstadion. Der Rummel war unwahrscheinlich groß und war es faszinierend zu beobachten, wie weit sich die vorgeblich besten und größten Akteure der Fußball-Bundesliga von ihrem Status als eigentlich ganz gewöhnliche Fußballer mittlerweile entfernt haben. Daß es ganz besonderes zu sehen gab, war bereits vor dem Spiel zu beobachten. Normalerweise herrscht noch bis wenige Minuten vor Spielbeginn an Bier- und Essensbuden ein reges Treiben, und verweilen die Zuschauer bei angeregten Gesprächen im Außenbereich. Dieses Mal jedoch leerten sich die Wege und Plätze bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn fluchtartig, da man offensichtlich noch nicht einmal das Aufwärmprogramm der Superstars versäumen wollte. Im Stadion selbst, gerade im vorderen Bereich der Haupttribüne, drängten sich Menschen jeglichen Alters mit ihren kleinen Kameras, um den günstigsten Platz für Fotos der Münchner zu erwischen. Und nach dem Spiel ging das Spektakel weiter. Durch die geöffneten Fenster des Presseraums gellten von draußen ungewöhnliche Schreie herein. „Poldiiiii!“, Schweiniiiiii!“ – der Weg der Stars von der Kabine zu ihrem nur wenige Meter entfernt stehenden Bus wurde von ekstatischem Gekreische begleitet. Erschreckend hierbei war, daß nicht nur junge Mädels die Verursacher des Getöses waren, sondern, es war deutlich herauszuhören, auch gestandene Männer.
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Ein kleiner Gruß von “Euro Eddy” an die Leser von “Auf, Ihr Helden!”

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Um es kurz zu machen: Die Ära der Stadtverwaltung unter dem Oberbürgermeister Heinz Fenrich wird eines Tages als Unglück in die Annalen der Stadt Karlsruhe eingehen. Über die Jahrzehnte seit dem 2. Weltkrieg hinweg hatte die Stadt das Glück, mit Persönlichkeiten wie Friedrich Töpper (1970-1952), Günther Klotz (1952-1970), Otto Dullenkopf (1970-1986) und Gerhard Seiler (1986-1998) ebenso maßvolle wie visionäre Verantwortungsträger an ihrer Spitze zu haben, die sich in ihrem Amt als überzeugte Treuhänder des Gemeinwohls verstanden. Der Stadt taten diese Männer so gut, daß deren Bürger sogar über die Folgen und Begleitumstände der Amtszeiten gerade von Klotz, Dullenkopf und Seiler – alle drei gehörten der CDU an – hinwegsahen, welche die dauerhafte Präsenz einer einzigen Partei an verantwortungsvoller Stelle nun einmal zwangsläufig zu bedingen scheinen.

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Gewinner und Verlierer beim KSC

Am Ende des Abends atmeten alle auf. Einerseits die Mitglieder, die vergangenen Montag bis weit nach Mitternacht ausgeharrt hatten, aber auch das Präsidium, das die zuvor  erhoffte Bestätigung seiner Arbeit erhalten hatte und das nun nicht mehr einem satzungsbedingten Ende seiner Verweildauer entgegensehen muß. Aber bis dahin war es ein weiterer Weg, als vorauszusehen war. Gewiß, eine sehr lebhafte Mitgliederversammlung war zuvor zwar erwartet worden – doch so manche bemerkenswerte Wendung überraschte denn doch. Und dies nicht unbedingt positiv. So disqualifizierte sich das Auditorium, als es den Verwaltungs- und Gemeinderat Lüppo Cramer, der Präsident Raases vorangegangene Zukunftsvision vom neuen Stadion kritisch bemerken wollte, geradezu niederbrüllte und unflätig beschimpfte -  „Weg mit dem Kerl!“,  „Halt’ Dei’ Maul!“ und „Raus!“ – auf schlecht karlsruherisch und niederstem Niveau zeigten die KSC-Mitglieder dem Unglücklichen, sich von diesem in ihren himmelblau-weißen Zukunftsträumen nicht stören lassen zu wollen.

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